Dogmen und Dämonen 2

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  • -II-


    "Die Töne der Extremen."

    Durch allerhand fremdartige Gerätschaften striff er, mit dreibeinigem Gang seines Kolbengehstocks. Normalerweise herrschte an diesem Ort keine Stille, die das leise Dampfen seiner Gehhilfe nebst dem gleichmäßigen Takt strenger Stiefelsohlen zum bedeutendsten aller Laute machte. Doch der kahlköpfige Mann in dem schwarz-lilanen Ornat mit reichlich kryptischen Insignien auf seinen getragenen Stolen wusste, den rechten Moment abzupassen. Jetzt würde sie in der Vorbereitung sein und nur, wenn das der Fall sein mochte, hatte es überhaupt einen Zweck in dieses völlig andere Reich einzudringen.

    Es ist eine der wenige Welten, in denen er sich hier nicht wohlfühlte. Ein absonderlicher Parasit in der geschlagenen Wunde der Wissenschaft, der irgendwann das Fleisch zum widerlichen Eitern bringen würde. Dann wird er unterbinden müssen, was hier geschieht, doch bis dahin wurde die Existenz durch einen Chor von Stimmen getragen. Mit absoluter Sicherheit konnte er
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  • -I-


    Dong. Dong. Dong.

    Das Idiophon im schlecht beleuchteten Hintergrund des großen Raumes schlug drei Mal. Ein jeder der schallenden Laute stieß einen rostigen Nagel tief in ihren kahlrasierten Schädel, sie konnte förmlich spüren wie das bloße Geräusch niedrigfrequenter Schallwellen ihre Knochen penetrierte und versuchte, die letzte Standhaftigkeit zu rauben. Es war keine Frage, dass das hier ein Teil des perversen Tests war. Eine allerletzte Prüfung, die den Singsang verrückter Gossenpropheten imitieren sollte, um erahnen zu können, ob ihre Sicht nun endlich korrigiert war, oder ob weitere Nagelstiche erforderlich wären.

    Träge sank ihre Stirn nach vorn und verfrachtete die eigene Niedertracht in einen unleidlichen Fokus. Gezielte Brandmale wunden sich in geometrisch harten Formen und Linien über ihre helle Haut, als sei sie von einer grausamen Subart der Gree entführt worden. Sie bildeten Schaltkreise, Punkte und Striche, chirurgisch präzise mittels Lasern in einst makellose
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