heaven

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  • Diffusität dominierte die weitläufige Halle und belegte die Sinne im vollsten Rausch einer Symbiose, die einzig für den Abend beschworen wurde.
    Zwischen künstlichen Nebel, der von den verteilten Maschinen am Rande unermüdlich in den Raum gepumpt wurde und blitzenden Lichtern, die Irrlichthafte Lichtpunkte darin schufen, bebte der Bass der Musik und trieb die tanzenden Leiber immer weiter.
    Es war die Stunde der Ekstase, in der verlockende Substanzen im Organismus und der Trieb der bunten Herde dazu führte, dass Grenzen erreicht und im süßen Schmerzen überwunden wurden. Die Frage nach Erschöpfung blieb ungestellt, denn niemand sah sie in den verborgenen Gesichtern der tanzenden Dämonen um sich.

    Sie trugen Masken, alle.

    Die meisten trugen das ewige Lachen in starren Zügen, in der Flucht vor der bitteren Realität dort draußen. Es war eine Odé an das, wofür Nar Shaddaa ohnehin stand, denn wer hier aufwuchs und lebte, wusste um die Fäulnis und den Verfall, hinter bunten Lichtern und oberflächlichen Vergnügen. Man hatte sich darin bewegt wie die Ratten im Abgrund, um hier und jetzt den wahrhaften Aufstieg auf dem Totenbett von Ethik und Moral zu feiern. Einerlei, ob dort draußen in einer dunklen Gasse das nächste, unschuldige Leben von einem Blaster weg geknalltt wurde, oder der nächste Verstand lachend in den Abgrund von Drogen fiel, die anfänglich nur im Akte der Verzweiflung probiert wurden.

    Zu dieser Stunde war es alles nichtig geworden, denn man zelebrierte es. Alles.
    Lachend in den süßen Rausch, während die Muskeln verschwitzter Twi'lek Leiber, unlängst um Gnade und Erlösung flehten und so manche Mimik hinter ihrem starren Schutz, eben diesen Schmerz durchaus zeigte, zum Teil sogar stumm beweinte.

    Und doch sah ihn niemand.

    Als die Lethan sich dieser Familie anschloss, war es eine Entscheidung des Bauches gewesen, keine des Kopfes. Die Logik hatte geboten, Distanz zu wahren zu diesem bunten Haufen an Harlekins, denn ein kleiner Teil hatte den sündigen Dämon in diesem Kollektiv früh erkannt, ohne zu dem Zeitpunkt gewusst zu haben, welches Gesicht er trug. Und dennoch glich es dem nach Hause kommen, als sie das erste mal die Schwelle der Racor's übertrat und der Flut erlag, die diese Familie miteinander teilte. Der falsche, erste Eindruck war schnell der bittersüßen Wahrheit gewichen und einer Erkenntnis, die kein Lehrbuch dieser Galaxie ihr hätte vermitteln können.

    Sie hatte sich selbst gefunden.

    Zwischen zuckenden Schemen im Nebel, überlagert von den Klängen der Musik in einem Takt, als triebe der Teufel höchst selbst seine Scharen an in qualvoller Euphorie, dort zwischen blitzenden Lichtern und schimmernden Schweißperlen auf nackter Haut, dort sah sie ihn, den Dämon.
    Er lachte sie mit gespaltener Mimik an, zum einem Teil voller euphorischer Freude und Amüsement, zum anderen Teil das Lachen vollkommen verzerrt und gequält. Ungewöhnlich war, dass das starre Bildnis nur ein erkennbares Auge hatte und zu der Hälfte der Maske gehörte, die der Welt voller Freude entgegen lachte.

    Es war ihre eigene Maske.

    War sie überrascht gewesen? Nicht annähernd so sehr, wie die Wahrheit darin schmerzte und befreite, als man sie wie ein Spiegelbild vor sie hielt. In der Starrheit all der hübschen Fratzen, die kunstvoll die Gesichter ihrer Geschwister schmückten- und auch ihres- lag die Essenz dessen, was ewig in ihr geschlummert hatte und erst hier von seinen Ketten befreit wurde. Und während auch ihre Muskeln sich dem stummen Schrei nach Rast hingaben und brannten, als tanzte sie wirklich in der Hölle für den Dämon der sie selbst war, glich die Nachricht die die Sinne kitzelte, wie ein sündiges Versprechen.

    "Der Vorsteher der Iteration plant was und wünscht die Zusammenarbeit mit uns. Er fragte explizit nach dir als Kontakt..."

    Die Nacht fand ihr Finale in einem gequälten, heiseren Lachen ihrerseits, dass stumme Tränen überlagerte, während alles brannte. Einfach alles. Und es ging nicht nur ihr so, denn von den wenigen, letzten 'Überlebenden' auf der Tanzfläche, waren alle in himmlische Stasis verfallen, die verhüllten Gesichter zur Decke gewandt, wo bunte Lichter mittlerweile von der Projektion einer klaren Sternennacht abgelöst wurden.

    Es war Nar Shaddaas ewige Nacht und dieser kleine Moment des vollkommen Friedens, der dem Schmerz und der Qual folgte.
    Der Moment, für den sie alle hier waren; und sie wollte keinen mehr davon missen müssen.

    willkommen im Himmel...
    „ Doc, der Simulant auf Zimmer 9 ist gestorben!“
    Also jetzt übertreibt er…

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