Briccone C. Rizzo

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  • [[Vorsicht. Dieser Beitrag könnte Meta-Info beinhalten, da hier ebenso eine kleine aber feine RP-Geschichte für seinen Ursprung hineingeposted wird. Wer sich also nicht spoilern lassen will, sollte in diesem Fall die RP-Story von Briccone nicht lesen. Wobei Briccone wirklich kein Blockbuster ist. Die Lore kann durchaus fehlerhaft sein, wobei ich manche Details gezielt eingebracht habe. Bei Fehlern dazu gerne mir bescheid geben, die Story war aber wirklich mühsam. Zumal sei angemerkt, dass ich diesen Charakter mit leichtem italienischem Flair ausspiele. Denn wenn wir schon auf unserer Welt so viele Sprachen und Akzente haben, dann gibt es diese sicherlich auch irgendwo in der Galaxie von SW.]]

    Briccone C. Rizzo, wohl eher unter einem seiner vielfachen Spitznamen bekannt ist ein relativer Durchschnittstyp, welcher allerdings durch seine Charakteristik und seine Geradlinigkeit in Sachen Respekt wohl schon in manchen Fällen Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Mit flinken Fingern und einer wortgewandten Zunge ist er schon seit seiner Ankunft vor 8 Jahren auf Nar Shaddaa darin bemüht, sein Gegenüber von sich zu überzeugen und vorallem von der Tatsache, dass er nicht so ist wie alle anderen auf diesem Mond.



    NameBriccone Carlo Rizzo
    SpitznamenBricc, Rick, Rico, Cone, Carlo, Rizzo
    Alter30 Standard-Jahre
    GeburtsortOnderon
    WohnortNar Shaddaa, in der Nähe des Nexu's Perception
    GeschlechtMännlich
    AngehörigeLucía Fernandez (La madre) †
    Cosimo Rizzo (El padre) †
    BerufEhemaliger Schmuggler, derzeitiger Söldner
    HobbiesMünztricks und weitere Handspielereien, um seine motorischen Fähigkeiten zu trainieren. | Xantha spielen | Freundschaften eben pflegen, wo es nur geht.
    MerkmaleSpricht mit einem Akzent, welcher das gerollte 'R' beinhaltet.
    Manchmal, aber nur selten wirft er Worte seiner Muttersprache ein und vermischt sie mit Basic
    Prägnante Klauennarbe auf der linken Gesichtshälfte
    Gänzlich tättowierter rechter Arm mit Tribals. Dieses Tattoo hat Fügungen, welche mit bestimmten Symbolen gefüllt sind.




    Aussehen

    Größe1,81 Meter
    KörperbauMuskulös, maskulin
    AugenfarbeAzurblau
    HaarfarbePechschwarz
    HautfarbeGebräunt


    Verhalten/Persönlichkeit
    Briccone Rizzo macht einen sehr erwachsenen, nüchternen Eindruck. In den meisten Fällen kommt er ruhig, ausgeglichen rüber. Allerdings gibt es auch einige wenige Dinge, welche ihn dezent auf die Palme bringen könnten, und dann macht der 30 jährige ernst. Schon recht schnell lässt es auf sich schließen, dass er nicht aus dem Huttenraum stammt, da sein Auftreten und seine Persönlichkeit der Norm von Nar Shaddaa extrem widerspricht. Seine Stimme ist tief und gefüllt mit Temperament, doch trotzdem kann er diese auf ein ruhiges, fast schon einschläferndes Level senken

    Ansammlung aus RP-Zitaten an/über/von Briccone
    ,,Ich weiß es nicht... du hast mich wohl an jemanden erinnert, jemanden aus meiner Vergangenheit. Er hat immer seinen Kopf hergehalten für andere, Gerechtigkeit war ihm sehr wichtig und es wäre nicht richtig gewesen, wenn ich das zugelassen hätte, dass dir etwas zugestoßen wäre. Nicht nach all dem, was du für mich getan hast." ~Jael Vanduke
    ,,Du bist nicht mein Ziel. Verschwinde und lass' dich nie wieder blicken. Solltest du es wagen, nochmal vor meine Augen zu stolpern, werde ich dich sofort töten." ~Rizzo
    ,,Ich verliere nie. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich nie Wetten abschließe, von denen ich nicht hundertprozentig überzeugt bin, dass ich diese gewinne." ~Rizzo



    ---------Ab hier könnte es zu Spoilern kommen, Betreten auf eigene Gefahr---------



    RP-Geschichte (Videos im Tab stehen für die Hintergrundmusik, welche in meinen Augen einfach stimmig sind.)


    Zurück auf Nar Shaddaa

    ,,Eigentlich war es ein Tag, wie jeder andere. Es war schon etwas später, gegen 56:29 Uhr auf Nar Shaddaa, in der Nähe des Nikto-Sektors. Meinen noch damals reservierten Hangar mit der Kennzeichnung '23-B' mietete ich mir... Wobei ich denke, dass ich das nur aus Gründen der Nostalgie tat. Das Nero Nexu Cartello... Eine interessante Idee, würde man heutzutage sagen. Aber es war mehr als das. Ihr wisst nicht, was das Nero Nexu Cartello ist? Accidenti, ihr habt wahrlich keine Ahnung, wer sich damals mit den Gangs anlegte, oder?"

    Und so sah man ihn, den gebräunten Herren in seiner Trenchcoat an einem Tisch sitzen. An einem Tisch innerhalb einer Bar, umrandet von Abschaum. Söldner jedes Kalibers, wobei man in dem Drecksloch, welches sich 'Der Rowdy Rancor' schimpfte, sowieso nicht viel von den Personen halten konnte, welche hier täglich angespült kamen.
    ,,Jetzt erzähl schon, Rizzo... Mach nicht so geheimnisvoll, ich will wissen, warum du so lange weg warst von Nar."
    Das waren die Worte eines der Zuhörer, ehe er mir lachend sein Glas gefüllt mit einem farbigem Sekret prostend entgegenhielt. Vermutlich war es ein Weequay Sunrise, doch so gut kannte ich mich nun auch nicht mit den hierbefindlichen Getränkearten aus. Denn ich trank immer das Selbe.

    Tarisianischer Whiskey, vielleicht auch corellianisch, wenn der Tarisianische nicht auf Abruf war. Was wunderte ich mich auch... Auf einem so zerstörtem Planeten haben die Anwohner sicherlich Besseres zu tun, als einen unterschätzten Whiskey herzustellen, dass ich ihn hier weiter verköstigen kann. Aber wenn es ihn dann mal gab... Dann immer Doppelt, auf Raumtemperatur und wenn sich die Möglichkeit bot, mit einer Zigarre. Das war an diesem Abend allerdings nicht der Fall.
    Ich schaute dem enthusiastischem Söldner in die Augen, welcher mich aus meinem Gesprächs-Schwall riss. Meine Blicke schienen, als würden sie ihn gerade durchlöchern. Als würde er ohne jegliche Wunde gerade verbluten. Doch bevor dies passieren konnte, wich mein Blick zur Seite... Ich seufzte leise.

    ,,Nenn' mich nicht Rizzo. Das hast du nicht verdient. Beim nächstem Mal sorge ich dafür, dass du nicht mehr dazu kommst, ihn auszusprechen."
    Nach diesen Worten folgte ein einseitiges Schmunzeln meinerseits, was die Stimmung durchaus wieder hob, woraufhin kurz darauf alle Söldner harsch begannen zu lachen. Doch wenn ich wirklich ehrlich sein sollte... Dann war es mir wirklich unangenehm, wenn mich ein dahergelaufener Idiot Rizzo nannte. Doch am Ende des Tages erinnerte es mich doch daran, dass ich mir einen Namen machte.

    ,,Wo war ich denn jetzt stehengeblieben... Idiota, warum verdammt musstest du mir gerade jetzt ins Wort fallen?"
    Ich schnippste mit der linken Hand vor meiner Stirn, in der Hoffnung, erneut den Faden zu finden. Ich fuhr mir über den Vollbart, nahm einen Schluck von meinem Whiskey und runzelte leicht die Stirn.
    ,,Der Whiskey schmeckt wie die Plörre, welche sich auf den untersten Ebenen Nar's im Dreck ansammelt..."
    Ich lachte rau auf und schüttelte den Kopf, wobei die Söldner mit mir einstimmten.

    ,,...Und wovon ich weiß, wie das schmeckt? Die Geschichte erzähle ich Euch ein andernmal... Vielleicht."
    Ich bin mir etwas unsicher. Vielleicht war es ein Fehler, nach Nar Shadaa zurückzukehren. Vielleicht war es aber überhaupt nicht schlecht, mal wieder die alten Gesichter zu sehen, selbst wenn es mich teils mit Zorn und Wut in Kontakt bringen lässt... Ungewollt. Ich bin nun auch nicht mehr der jüngste Hase, meine Lebensspanne ist für einen Nar-Shaddaa-Rumtreiber wie mich eigentlich schon lange zuende, doch irgendwie habe ich mich schon immer durch die Slums geboxt. Ich war kein Muttersöhnchen. Ich habe von Anfang an ums Überleben gekämpft und wurde auch von Klein-Auf so erzogen.

    Und selbst, wenn sich das anhört wie eine harte Kindheit oder Sonstiges... Nein. Ich habe trotzalledem eine Erziehung genossen. Meine Eltern standen immer für mich ein und taten gut daran, mich zu einem stattlichen Mann zu erziehen. Zugegebenermaßen ist das Schmugglertum nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert... Aber trotzdem. Es geht um die zwischenmenschlichen Werte, nicht um den Job, welchen ich ausübe. Und genau diese Worte sagte mir damals Don Prevanschéno. Die Person, die seit meiner späten Jugend mein Idol wurde. Aber mehr dazu mal anders... Ich möchte ja nicht alles vorwegnehmen. Ich sollte wohl erstmals die Idioten in dieser Bar zufriedenstellen, bevor sie aus Neugierde eine Schlägerei starten. Denn den Faden hatte ich mittlerweile wieder gefunden.

    ,,Destra, destra... Warum ich wieder hier bin..."
    Ich seufzte leise auf, denn einen wirklichen Grund hierfür gab es nicht.
    ,,...Nunja... Ich bin abgehauen und wiedergekehrt. Abgehauen deshalb, da hier Dinge passiert sind, welche mich noch bis heute frustrieren. Ich wollte ehrlich gesagt gar nicht zurückkommen, die Aufträge, die man außerhalb vom Huttenraum hat, sind auch nicht sonderlich schlecht. Doch es gab eine Person, welche dafür sorgte, dass der einsame Wolf zurückkehrte nach Nar. Ich denke mal kaum, Euch ist der Name 'Sauncho Natero' bekannt? Ist nicht verwunderlich... Er arbeitet viel für sich, stellt sich nicht gern öffentlich dar. Allerdings gab es damals fast schon eine Art Trio, welche aus ihm, mir und noch einer Dame bestand. Chiara Vandalica, vermutlich ebenso unbekannt für Euch. Sauncho hat mich und sich selbst schon oft in Schwierigkeiten gebracht, aber trotzdem ist er ein unverzichtbarer Verbündeter und ein noch unverzichtbarerer Freund. Wenn nicht sogar der Beste, den ich je hatte. Wie auch immer... Er kontaktierte mich und ich habe meine Arbeit wieder hierher verlegt. Aber wie lange ich bleibe... Ist lediglich eine Frage der Zeit. Vielleicht bin ich morgen schon wieder weg, also gewöhnt Euch nicht an die gute Barunterhaltung..."

    Ich deutete mit gestreckten Zeigefingern und aufgestellten Daumen in die Runde und hatte mein charmantes Schmugglergrinsen auf den Lippen.
    ,,Genug der Geschichtsstunde... Vielleicht sieht man sich erneut, aber verlasst euch nicht darauf."
    So erhob ich mich von meinem Platz auf der Bank, streifte meine Hände an dem Oberteil ab und war dabei, mich aus dem Staub zu machen.

    ,,Sekunde... Du willst schon abhauen, Bricc?"
    Hörte ich es jammernd hinter mir.

    Ich wendete ein wenig den Kopf um, schaute mir über die Schulter und meinte:
    ,,Mir ist heute nicht nach Feiern zumute. Ich muss einen alten Freund sprechen. Buona Notte, mi amici."
    Ehe ich das Lokal verließ und auf meinen Speeder stieg.

    Irgendwie war es beeindruckend. Nicht viele, die nach Nar Shaddaa zurückkehren, werden mit offenen Armen empfangen. Aber die Leute, mit denen ich mir es damals verscherzte, sind auch heute tot. Und ich lebe. Doch diese Tatsache ist somit diese, die mich am meisten frustriert. Wer weiß schon, was die Zukunft mit sich bringt... Ein Söldner stirbt niemals in seinem Bett, zumindest nicht auf herkömmliche Art und Weise.




    (Da das Tabmenu mal wieder super funktioniert... Packe ich einfach alle 5 Hauptkapitel in einen Tab. Trotzdem viel Spaß beim Lesen und Kritik ist erwünscht.)


    Kindheit


    So kam ich nach den mittelmäßigen Gesprächen im Rowdy-Rancor zurück in meinen Hangar. Kurzzeitig wurden meine Zugangscodes an das Terminal gedrückt, ehe es bestätigend aufpiepte und mich gewähren ließ. Der Aufzug, welcher mich auf meine Ebene beförderte, ließ leise Musik abspielen. Fast schon ironisch, als diese entspannenden Jazz-Töne erklangen. Ich wippte leicht mit dem Kopf... Gab es diese Musik schon immer? Oder war ich damals einfach zu beschäftigt, um diese mitzubekommen?

    Wie auch immer. Ich seufzte leise, als der Aufzug zum Stehen kam, zog meinen Mantel zurecht und stiefelte auf mein Schiff zu.
    Mein guter, alter G9-Auslegefrachter. Ich gebe zu, er war bereits ein wenig verschleißt, aber dieses verdammte Schiff begleitete mich seit meinem 16. Lebensjahr. Ein Hauch Nostalgie schwang mit, als meine Fingerkuppen über das Metall streiften und ich die Luke entriegelte. Der Geruch von alten Kisten lag in der Luft, selbst wenn er im Kampfe um die Aufdringlichkeit wohl in engem Konflikt mit dem Geruch meines Parfüms stand. Als ich durch den Frachtraum schlenderte und meine Sohlen langsam über den Boden schliffen, erstarrte ich allerdings komplett. Wer hatte das dahin getan? Ich hätte schwören können... Dass ich es schon vor Ewigkeiten weggeschmissen hätte. Es war eine Flagge... nein, eher ein Banner.



    ... Die Gedanken kehrten zurück. Ich fuhr mir über die Klauennarbe und seufzte leise auf, suchte mir einen Platz, an welchen ich mich setzen kann, um meine Gedanken zu ordnen.

    Ich stamme von Onderon. An sich kein spektakuläres Fleckchen Erde, doch interessant war wohl doch, dass dieser Planet 4 Monde hatte. Einer dieser Monde nannte sich Dxun. Zu einer bestimmten Jahreszeit näherte sich Dxun Onderon so nahe, dass die Atmosphären zusammenglitten und zeitweise zu einer wurden. Durch dieses Phänomen gab es auch die jährliche Jagdsaison, welche viele Namen hatte. Doch der wohl bekannteste Name war die Atmosphären-Jagd.
    Kein sonderlich spannender Name, aber er hielt, was er versprach. Aber meine Gedanken waren ganz woanders...

    Aufgewachsen in einer Siedlung nahe der Hauptstadt Iziz hatten wir ein recht ruhiges Leben. Die sich dort befindlichen Behörden versprachen uns Schutz vor den wilden Tieren, welche auf den weiten Ebenen lebten, welche diesen Planeten ausmachten. Schon in jungen Jahren war ich auf mich selbst gestellt, da mein Vater zu früh verstarb. Was er uns hinterließ?
    Bei diesem Gedanken bettete ich mein Gesicht in meine Handflächen und musste leise Lachen. Selbst, wenn das eher ein frustriertes Lachen war.
    Zum einen das Schiff, in welchem ich sitze... dann noch eine kleine Farm... und arbeit. Arbeit, Arbeit, Arbeit.

    Ich baute eine sehr starke Bindung zu meiner Mutter auf und musste schon früh lernen, mein Schicksal in die Hände zu nehmen. Meine Mutter war allerdings vorallem darum bemüht, dass ich respektvoll bin und die Höflichkeitsformen anderer Kulturen, so wie der meinen respektierte.
    Natürlich erwartet man jetzt eine dramatische Wendung... Eine Begründung dafür, warum ich heute auf einem Verbrechermond bin. Und natürlich gab es diese dramatische Wendung.

    Es war Abends, ich gerbte etwas Leder aus der Haut der erbeuteten Tiere, die wir am Vortag erjagt hatten. Um unsere Siedlung herum brannte ab dem Sonnenuntergang immer Feuer. Das hielt zumindest die Nexu ab, wobei wir uns zumindest nicht vor den Drexl fürchten mussten, da diese uns verschonten mit ihrer Abwesenheit.

    So war ich also an der Arbeit, ehe ein lauter Schrei die Stille zerschnitt. Mit dem Messer, mit welchem ich arbeitete, sprintete ich dem Schrei entgegen. Das, was meinen Körper sofortig handeln ließ, war die Gewissheit, dass ich diese Stimme kannte. Natürlich war es meine Mutter. So erkannte ich ein junges Nexu, wie es auf meine Mutter zupreschte und ihr in die Schulter biss, dabei hysterisch, mit ihrem Fleisch im Mund, den Schädel schüttelte und sie somit zu Boden riss. Der Schrei verklang, ihr Bewusstsein war weg. Meine Augen weiteten sich leicht, als ich das Messer in einer fließenden Bewegung zum Hieb bereit machte. Und ab diesem Moment sah ich nur noch rot. Die Farbe des Zornes, der Liebe... Und vorallem des Blutes.
    Ich war schon immer ein unerschrockener Knabe, aber wie ich mich auf den Rücken und den sich dort befindlichen Stachelkamm des Biestes warf, zeigte meinen Beschützerinstinkt. Doch genau so schnell, wie ich auf dem Nexu war, wurde ich auch hinuntergestoßen. Das dunkle Getier bäumte sich vor mir auf, als ich vom Boden zu ihm aufschaute. Die glühend roten Augen... Das war kein normales Nexu. Es stürzte sich auf mich, fuhr mit der Klaue über mein Gesicht, sodass ich von diesem Tag an mit dem Mal des Nexus gezeichnet war. Doch einen Schrei? Den hörte man nicht. Ich war nur daran interessiert, diese Bestie zu töten. Und so rammte ich den Dolch so oft in die Brust des Nexus... Ohne Ende. Mit einem schrillen Jaulen ging das recht dunkle Nexu zu Boden und kam auf mir zum Erliegen. Blut tröpfelte an der Klinge hinab und für mehrere Momente blieb ich einfach ruhig liegen, erst nun den Schmerz in meinem Gesichte spürend... Doch ich könnte später behandelt werden.

    Nun kamen auch schon alle Anwohner, bestürzte Blicke fielen auf mich und meine Mutter, wie sie in ihrer eigenen Lache aus Blut lag.

    ,,Mutter...! Halte durch, wir retten dich!"
    Drang es durch meinen Mund, doch es war nicht von Nutzen... Sie konnte mich ohnehin nicht hören.

    Nachdem sich die Situation langsam legte, wurde meine Mutter zu dem lokalen Arzt gebracht, welcher sich um sie kümmerte. Drei lange Tage war ich an ihrem Bett. Hielt ihre Hand. Hoffte.

    Hoffte darauf, dass sie mich nicht auch noch alleine lassen würde.
    Sie kam auch mit der Zeit wieder zu Bewusstsein... Doch ich wusste, dass der Arzt mir etwas verheimlichte. Sie würde es nicht überleben. Diese Tatsache wurde mir erst recht dadurch bewusst, als ich den Raum verlassen musste, 10 Minuten später wieder hineintrat und meine Mutter mich anlächelte. Doch dieses Lächeln war nicht ehrlich. Wie erfroren, wobei ihre glasigen Augen in die meinen schauten.

    Wieder verging ein Tag. Ich ging an ihr Bett und schaute sie stumm an. Ich bekam einfach keine Worte hinaus. Sie winkte mich zu sich, fuhr mit ihrer sanften Hand an meine Wange, ging mir durch die Haare und schmunzelte. Ihre schwache, zerbrechliche Stimme ertönte:

    ,,Briccone... Mein Sohn. Das Leben liegt voller Rückschläge. Und das Leben wird dich noch so oft auf die Probe stellen, um herauszufinden, wie stark du wirklich bist. Doch du bist ein Rizzo... Vergess' das niemals. Egal, welcher Feind dir gegenübersteht..."
    sie seufzt leise auf und ihre Hand wird ein wenig zittrig.
    ,,...Versprich' mir, dass du immer wieder aufstehst, egal wie tief du fällst..."

    Und das letzte, was ich spürte, war wie ihr Daumen über meine Wange strich. Ihre Hand sackte ab, landete auf dem Laken und ihr Kinn bettete sich auf ihre Brust. Mein Blick war gesenkt. Ich hatte nichtmals Zeit gehabt, es ihr zu versprechen. Konnte mich nichtmals verabschieden. Und das war der erste Tag, an den ich mich erinnern kann, in welchem ich in Tränen ausbrach. Am Bett meiner Mutter. Bis in die Nacht.

    Und das, was mich am meisten frustriert, ist die Tatsache, dass ich gerade in meinem Frachter sitze und genau das Gleiche tue wie vor 15 Jahren an dem Sterbebett meiner Mutter.






    Don Prevanschéno

    Wer war ich nun schon? Nicht mehr als ein Waisenkind... Wobei ich trotzdem nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte. Lachen aufgrund dessen, dass ich von jedem verhätschelt wurde... Und so verdammt unterschätzt wurde in meinen Fähigkeiten, meiner Selbstständigkeit und allem Weiterem. Und weinen aus dem Grund, da ich tatsächlich mein letztes nahes Familienmitglied verlor. Onderon barg zu viel Schmerz, zu viele Erinnerungen. Dies erkannte ich bereits schon in meinen jungen Jahren.

    Doch mit der Zeit hob sich meine Laune wieder. Ich musste über meine Mutter hinwegkommen. Ich musste weitermachen, mich nicht unterkriegen lassen. Ich hatte keine Bezugspersonen, welche mir diese zuversichtlichen Worte zukommen ließen, sodass ich sie mir selber gab. Und ich verinnerlichte diese Sätze so oft... So verdammt oft, bis ich mir selbst glaubte. Und so musste es kommen. Ein weiterer Tag, welcher unvermeidlich war. Mein 16. Geburtstag. Der Tag, an welchem ich endlich als volljährig galt.

    Es war für mich nicht verwunderlich, dass mir niemand gratulierte. Zwar kannte man sich im Dorf, aber Geburtstage? Ich verübelte es ihnen nicht... Ich war auch verdammt schlecht darin, mir Daten zu merken. So kletterte ich auf das Dach meiner Behausung... Ein Hopps auf eine Kiste, welche an der Außenwand stand... eine kurze Kraxelei, bis ich oben war und mich mit einer Flasche Ale an das Runddach lehnte, wie man es sonst von Häusern auf Tatooine kannte. Ich winkelte die Beine leicht an, legte meinen Kopf in den Nacken und schaute zum Himmel.

    Es wurde schon dunkel, zahlreiche Sterne am Himmel visualisierten sich und Dxun war dominant am Himmel zu sehen. Lange dauerte es nicht mehr, da würden die Atmosphären wieder verschmelzen... Drexl und andere Bestien waren selbst in der Lage, zu dieser Zeit die Planeten zu wechseln.
    Erstaunlich... Wie das Leben funktioniert, nicht?



    Die Einsamkeit machte sich bereits recht früh breit in meinem Leben. Durch meinen leichten Hang zur Literatur war ich außerordentlich wortgewandt, war in der Lage mich eloquent auszudrücken und war wohl schlagfertiger als ein Unterwelt-Boxchampion von Nar Shaddaa. Doch was brachten einem Mann die schönsten Worte, wenn er niemanden hatte, welcher diesen lauschen könnte?

    Ich nahm einen betrübten Schluck von meinem Ale und seufzte gelassen aus. Gerne dachte ich darüber nach, wie ich wohl gerade aussah. Meine lässige Haltung, die nüchterne Bewegung, wenn ich den Flaschenhals auf meine Lippen bettete, der matte, gelassene Blick auf die herabgehende Sonne, als ich einseitig schmunzelte. Irgendwie hatte die Einsamkeit auch etwas für sich.

    Doch an diesem Abend blieb ich wohl nicht lange alleine. Jemand kletterte auf mein Dach, setzte sich neben mich. Es war Signore Prevanschéno, eine Person, welche ich nur vom Sehen her kannte. Er war ab und zu hier, um uns Vorräte zu beliefern, wobei er nicht von Onderon stammt. Ich weiß nicht, wie genau ich ihn deuten sollte... Er war etwa 30 Jahre alt, hatte dunkelblondes, nach hinten gekämmtes Haar und einen gepflegten Spitzbart. Er hatte um einiges mehr Klasse als ich. Ein Junge mit einem pubertärem Oberlippenbart und zerzaustes Haar könnte ihm nie das Wasser reichen.

    ,,El piccolo Rizzo... Einsam sein zu können, ist das Schönste der Galaxie. Einsam sein zu müssen, das Schrecklichste."
    kam es ruhig, schmunzelnd durch seine Lippen. Sein Blick traf mich.

    ,,Signore Prevanschéno. Ich feiere nunmal meinen Geburtstag in sehr enger Runde... Ich meine, mit wem soll ich denn sonst feiern?"
    Zugegebenermaßen sagte ich dies wehleidiger, als es wirklich war. Vielleicht wollte ich einfach Mitleid... So verzweifelt war ich.

    ,,Ich habe von deiner Mutter gehört, Lucía. Möge sie in Friede ruhen."
    Er schloss einen Moment die Augen, zollte meiner Mutter seinen Respekt.
    ,,Nichts für Ungut... Doch du verschwendest hier dein Potenzial. Arbeitest hier ohne einen Sinn im Leben..."
    Er erhob sich, fuhr sich über den Anzug, den er trug. Er sah stilvoll aus... Wirklich ein Mann von Welt.
    ,,...Du wartest darauf, dass ich etwas ändert. Doch hier wird sich nichts ändern. Du arbeitest dich entweder zu Tode, oder du verkümmerst in Selbstmitleid... Im Zorn über dein verworfenes Leben.... Doch verzage nicht, Briccone. Ich kann dir diesen Sinn im Leben geben."

    Ich schaute ungläubig zu ihm auf. Einen Hang zu dramatischen Auftritten hatte er, das musste man ihm lassen. Er brachte mich gar zum Grinsen bei seiner Rede, doch wohl nur, um mein eigenes Leid zu überspielen. Ich hatte nichts zu verlieren... Ich war bereit für einen Wandel, doch so einfach wollte ich es ihm nicht machen.

    ,,Signore Prevanschéno... Was steht Euch im Sinne? Ich habe keine Qualitäten... Nur ein Schiff und eine Farm."

    Die Augen des älteren Herren blitzten auf und er meinte:

    ,,Pack' deine Sachen. Wir fliegen weg von hier. Meine Tochter fliegt mit meinem Schiff... Und ich nehme dich mit. Einen G9-Frachter sollte ich fliegen können. Es bahnen sich Dinge an, Briccone. Wir werden die Umstände ändern... Ich werde dir Werte vermitteln, dich zu einem wahren Mann erziehen und dir Arbeit geben. Ich kann dir deine Mutter nicht zurückbringen, und doch bin ich dich bereit, wie einen eigenen Sohn zu behandeln."
    Er hielt mir seine Hand hin. In seinen Augen brennte die Zuversicht.

    ,,Ich brauche keine Familie. Ich brauche eine Perspektive... Freiheiten... Mittel."
    Ich schaute ihn skeptisch an, ergriff daraufhin aber seine Hand und zog mich an dieser hoch.
    ,,Ich respektiere Euch, Signore. Ich vertraue Euch... Wir können morgen starten."

    Es gab ohnehin nichts, was mich hier hielt. Kein hübsches Mädchen, keine Arbeit... Und keine Verpflichtungen.

    ,,Nenn' mich nicht Signore... Ab heute nennst du mich 'Don Prevanschéno'."

    Ich nickte leicht, doch wirklich verstand ich nicht, was es mit diesem 'Don' auf sich hatte. Doch dies würde ich wohl in den nächsten Wochen erfahren.
    Mein altes Leben war vorbei. Eine neue Epoche bahnte sich an und ich war bereit, die Galaxie zu sehen.






    Coruscant

    Die Zeit verging wie im Flug und so bekam ich auch langsam aber sicher Wind davon, was Prevanschèno geplant hatte. Er plante ein Syndikat... Eine Gruppierung. Wir verbrachten die meiste Zeit in den Kernwelten, dem Untergrund von Coruscant. Schläger kamen, Hacker gingen... Und der Kern unserer Gruppierung war eigentlich nur ich, Don Prevanschéno, seine Tochter Chiara Vandalica und Fillane Ammisto, eine rothaarige Fremde, welche sich uns anschloss. Ich hielt mich von den beiden Damen recht isoliert, denn ich hatte Arbeit zu verrichten. Ich hatte den Don zu beeindrucken und von mir zu überzeugen.

    Wir waren logischerweise nicht gefragt. Leute wie uns gab es an jeder Ecke, und wer weiß, wie viele verdammten Ecken es alleine auf einer Ebene Coruscant's gab. Also hatten wir nur eine Chance... Wir machten uns bei den bekannten Gangs beliebt und wer uns da zuerst ins Auge fiel, war die Schwarze Sonne. Manche würden sagen, es wäre Selbstmord, aber die Tatsache, dass ich in deren Ganggebiet geschickt wurde, war jugendlicher Leichtsinn, zumindest würde ich es damit abhaken.

    In meiner Hand hielt ich eine kleine, geschnitzte Holzschatulle und begab mich ins Hoheitsgebiet der Sonnen. Weit kam ich nicht, da ich recht schnell aufgehalten wurde von Gangstern, welche mir direkt eine Waffe an den Kopf hielten. Ich selbst war unbewaffnet, denn unbedingt hier, um Schaden anzurichten, war ich auch nicht. Aber dieses Gefühl, dein Leben in die Hände eines anderen zu legen... War beängstigend. Wie tief der Lauf wirkte, als würde er meine gesamte Sicht verschlucken. Etwas in Gedanken versunken hob ich leicht die Schatulle hoch, präsentierte sie unterwürfig.

    ,,Mein Gönner wünscht, mit einem Eurer Captains zu sprechen, sofern Ihr beliebt."
    brachte ich leise und demütig durch meine Lippen.

    Die beiden Schläger hielten inne, schauten sich stumm an und in diesem Moment hörte man das leise Surren, welches von dem überdimensionalem Implantat des Schützen ausging. Doch lange blieben sie nicht still, da sie kurz darauf die Waffe in den Holster drückten und harsch auflachten.

    ,,Wie redest du denn, Bursche?"
    brachte der Mann mit Elektronik im Gesicht hervor und klopfte mir stark auf den Rücken, ehe er mich zu einem der Captain's brachte, welcher den Distrikt kontrollierte und die Freelancer instruierte.

    Und verdammt... Bei dem Grab meiner Mutter... Ich hatte wohl noch nie einen so hochgewachsenen, breiten Hünen gesehen. Aber dort war er, lehnte an seinem Tischchen und zog an einer Zigarette, seufzte leise und fixierte mit den blutunterlaufenen braunen Augen den Eingang, welcher sich öffnete, als ich hindurchstolperte. Die Zigarette wurde in den in seiner Nähe befindlichen Aschenbecher entledigt und er seufzte leise.

    ,,Also... Machen wir's kurz, Kleiner. Wir wollen hier keine Mitglieder mehr... Wir nehmen hier nicht auf."

    Ich schüttelte stumm den Kopf, stellte die Schatulle neben ihm auf den Tisch und öffnete diese langsam. Hervor kamen 4 edel gerollte Zigarren, welche wirklich qualitativ wertvoll erschienen.

    ,,Mein Gönner wünscht eine Partnerschaft. Diese beinhält, dass wir Lieferdienste übernehmen und einen Bruchteil des Gewinnes erhalten. Wir sind unkompliziert, diskret und professionell. Bei allem Respekt, aber mich abzuweisen, wäre für Euch ein großer Verlust, Herr."meinte ich mit gesenkter Stimme. Ich hatte Respekt, und doch war ich darin bemüht, ihn von mir und meiner wortgewandten Zunge zu überzeugen. Doch ob das nicht nur leere Worte waren?

    Er schaute mich skeptisch an, verblieb stumm und nahm eine der Zigarren. Er steckte sie an, legte seine Lippen an diese und feuerte sie mit knappen Zügen an. Nachdem dies getan war, kam ein großer Anteil von Rauch durch seine Mundwinkel.
    ,,Interessantes Angebot, zumindest wisst ihr, wie ihr aufzutreten habt. Doch warum sollte ich irgendwelche Wildfremden vorschlagen, um unsere Lieferungen zu übernehmen? Nachher muss man euch hinterherjagen, da ihr es für lukrativ haltet, die Schwarze Sonne auszurauben."

    Ich schaute ihm tief in die Augen, leise seufzend.
    ,,Wir beginnen mit kleinen Aufträgen, gewinnen euer Vertrauen sodass ihr unser Potenzial erkennt. Wir werden euch nicht enttäuschen... Wir benötigen diese Chance, Mister."
    meinte ich erneut nüchtern, allerdings bittstellend.

    Er schaute mich musternd an, schüttelte dann den Kopf und seufzte erneut:
    ,,Meinetwegen. Ich rede mit meinen Chefs... Aber mach' dir keine Hoffnungen, Kleiner. Wie heißt du? Und hinterlass' gefälligst eine Comlink-ID."

    ,,Briccone Rizzo. Ich bedanke mich im Namen von Don Prevanschéno für Eure Aufmerksamkeit."

    Er notierte sich meinen Namen, wobei es wirklich ein Graus war, ihm diesen zu buchstabieren, da er diesen partout falsch schrieb. Letztendlich hatte er es geschafft und wir verabschiedeten uns... Wirklich Hoffnung hatte ich nicht, aber es war doch positiver, als erwartet.
    So ging ich langsamen Schritten durch die dunklen Straßen. Meine Schultern wippten von links nach rechts und ich behielt den Blick ein wenig gesenkt. Während meine Hände in meiner Jackentasche ruhten, zog ich sie dann doch kurz heraus, um meinen Kragen aufzustellen. Ja - ein Faible für schicke Klamotten hatte ich schon immer. Lederjacken waren ein Muss, man musste verwegen wirken und kühl. So kam man zumindest weiter, als wenn man keinen selbstbewussten Auftritt hinlegte.
    Der Weg war lang, einsam und gedimmt, aber letztendlich kam ich doch im Zuhause von Don Prevnaschéno. Ich legte sofortig die Fakten auf den Tisch, erzählte haargenau, was geschah und schmunzelte dabei selbstgefällig.
    Und irgendwo erfühlte mich das seelige Lächeln Prevanschénos, als ich ihm von unserem 'Erfolg' erzählte. Wobei seine Tochter mir nur diesen Blick mit erhobener Augenbraue gab, diesen nicht amüsierten, skeptischen und abschätzigen Blick. Aber das war mir egal... Ich tat, wie ich musste und hatte Erfolg.






    Die Flucht

    Es war recht beeindruckend, wie schnell wir an Ansehen erlangten durch unsere diskreten Dienste. Wir waren bekannt für unser gepflegtes Erscheinen, unsere Großzügigkeit bei der Wahl unserer Geschäftsgeschenke und dazu noch effizient.
    Bald war der Name 'Nero Nexu Cartello' in vollem Munde, wenn auch nicht annähernd so voll wie bei der Schwarzen Sonne... Aber naja, wir hatten, was wir wollten. Wir bekamen von nun aus eigene Aufträge, schmuggelten Waffen hierhin, schickten Schläger dorthin... Und im Alter von 23 Jahren passierte es, von nun an war ich Capo Rizzo.
    Was ich vielleicht nicht unbedingt anmerkte, war, dass ich in meiner Zeit bei Prevanschéno von ihm lernte, wie man mein eigenes Frachtschiff fliegt. Ich würde nicht sagen, ich habe es perfektioniert... Aber jetzt leite ich eine kleine Truppe von Hackern und Piloten, Verladern und sonstigem Abschaum.

    Während Chiara Vandalica ebenfalls zum Capo der Glücksspielsparte ernannt wurde und von nun an für die Mädchen und einzelne Glücksspielautomaten, welche wir uns anmieteten, kontrollierte schien sie wohl trotzdem etwas angefressen davon, dass ich ebenfalls Fuß fasste... Ich fragte mich manchmal, warum es so war und ob ich mir das nur einbildete... Aber wirklich nachfragen? Das tat ich nicht.

    Fillane Ammisto, die rothaarige, junge Dame mit dem Hang zur Brutalität erlangte die Vorherrschaft über die bösen Jungs, die Attentäter und alles Weitere. Ich muss ja schon sagen, irgendwo beängstigte mich diese Frau, aber sie hatte auch etwas an sich. In meiner Vergangenheit bin ich ohnehin nur an verrückte und tödliche Frauen geraten, also gewöhnte ich mich langsam aber sicher daran.

    Und ironischerweise wurde es Anlass, dass die Führungsebene zumindest einmal in der Woche miteinander aß. Das Essen an sich wurde von mir zubereitet, es erfüllte mich schon damals, mit meiner Mutter gemeinsam zu kochen. Die Leidenschaft, welche man mit der Zunge erspüren kann, das Aroma, welches mit der Luft verschmilzt und den Appetit nur weiter anregt. Aber nicht nur diese beiden Aspekte waren gefragt... Denn mit dem Auge isst man genauso. Es war schön, so am Tisch mit meinen engsten Vertrauten zu sitzen, wobei ich auch langsam Sympathien zu Chiara knüpfte, nachdem ich mal über meinen Schatten gesprungen war, um sie damit zu konfrontieren.

    Wir machten es uns immer auf einem Balkon, an einem breiten Rundtisch gemütlich, sprachen über das Geschäft, über unseren Werdegang und alles Weitere. Komischer Gedanke, wenn ich daran denke, wie viele Jahre ich nun schon hier drin stecke. Und doch ist es irgendwie... Angenehm. Ich habe Freunde um mich herum ,welche ich fast schon zur Familie zählte, kleidete mich schick, fühlte mich frei und unbesiegbar.
    Ich gab Leuten befehle, verdiente gut... Und war einfach mehr als zufrieden. Alleine der Gedanke, wenn ich und meine Jungs in Anzügen gekleidet eine Straße entlang zum Treffpunkt schlenderten... Atemberaubend, die Seitenblicke einzufangen und sich begehrt zu fühlen... Begehrt, und gleichzeitig gefürchtet. Doch was Don Prevanschéno an diesem Abend erzählte, warf mich ein wenig aus der Bahn...

    ,,...Wir werden hier nicht mehr lange sein, meine Kinder. Wir müssen weiterziehen... Wir vergrößern unseren Horizont. Briccone... Mi amico, mach die Schiffe startbereit... Mach deine letzten Kurzstrecken-Lieferungen und berechne lass die Hyperraumrouten nach Nar Shaddaa, im Y'toub-System berechnen. Ich lasse hier einige Männer da, die mit der Schwarzen Sonne kooperieren, aber wir machen diesen Schmugglermond unsicher."

    Nar Shaddaa... Der Schmugglermond Hutta's. Schmuggel... Das hörte sich langsam vertraut an. Anziehend, zumindest für mich. Ich schmuggelte bereits alle möglichen Sachen. Anfangs fungierte ich für die Schwarze Sonne als Laufbursche für Drogendeals... Nun habe ich Frachter gefüllt mit Gree-Spice, Alderaan-Weinen, bei welcher eine Flasche für 1,250 Credits über den Tresen rollt... und Zeug, welches ich am Liebsten gar nicht in meinem Frachter hätte.

    Naja, zugegebenermaßen kann ich persönlich damit nichts anfangen. Ich habe mal ein wenig Gree-Spice mit einer Freundin gezogen, man wird ruhiger, entspannt und rafft nicht mehr sonderlich viel. Da ich aber Herr über mich selbst sein will, habe ich mich dazu entschieden, es künftig zu unterlassen.

    ,,Aber Don, wir können doch nicht alles stehen und liegenlassen ?!"
    Kam es skeptisch über meine Lippen, während ich mich während dem Essen ein wenig aufbäumte und ihn anschaute.

    ,,Keine Widerrede... Andiamo!"
    forderte er mich mit einer schwingenden Handbewegung auf, ehe ich nickte, mein Essen stehenließ und den Hangar vorbereitete.
    Die Seiten unserer Frachter wurden vom Logo unserer Mafia geziert, dem schwarzen Nexu mit roten, durchdringenden Augen, welches selbst einem Chiss Konkurrenz machen könnte.

    Ich hasste diese Dinger... Aber naja, sie prägten mein Leben, nun sind sie ein Teil davon.
    Und am nächsten Tag begann der Flug auch schon. Ich machte den Personentransport unserer kleinen Truppe, während meine besten Jungs die anderen Frachter nahmen. Nachdem wir im Hyperraum waren... Und ich im Raumhafen das Kürzel '23-B' erhielt, atmete ich erst aus. Durch eine riesige Blockade von Smog, Dreck und schlechter Luft bis hinunter auf den Metallteppich. Ich war nicht überzeugt von diesem Ort. Ich hörte nicht unbedingt positive Dinge... Aber recht schnell wurden wir auch schon abgeholt, Prevanschéno organisierte uns ein Taxi zur Promenade, an welcher wir erstmals ankommen sollten... Uns eventuell amüsieren.









    Nar Shaddaa, der Mond der unendlichen Möglichkeiten

    Es war schon dunkel, aber war es das nicht immer auf Nar Shaddaa? Ich wurde herausgelassen, strich mein Anzughemd glatt und vergewisserte mich, dass meine beiden Blaster am Mann waren. Vorbei an riesigen Reklamen von halbnackten Twi'lek, welche für die abwegigsten Dinge werbten. Ob für ein Etablissement, ein Pflegeprodukt oder eben noch skurrilere Dinge. Sex sells, so war es schon immer, zumindest für die meisten Persönlichkeiten, welche hier umherstriffen.

    Auf meinem Weg zum Glanzplatz hörte ich schon dumpf die Musik, welche von diesem schallte. Mit einem verwegenem, aber mattem Schmunzeln stiefelte ich mit bedachten, bestimmten Schritten durch den Durchgang, wurde dabei auch von einer hübschen Twi'lek aufgehalten. Ich würde mal spontan sagen, ich konnte etwa 80% ihrer Haut sehen, was für mich persönlich recht unattraktiv wirkte, denn wo blieb denn da der Spannungsfaktor, was sich unter der Kleidung befände, wenn diese nichtmals vorhanden war? Aber nunja... Ich ließ mich trotzdem darauf ein, drehte mich kurz mit ihr mit, als sie mich von meinem Weg abhielt und mich umgarnte. Sie legte ihre Arme auf meine Schultern, ließ die Hüften kreisen und funkelte mich vergnügt an.

    ,,Wo auch immer du hinmusst, Süßer... Das hat sicherlich noch Zeit, mh?"
    sie zwinkerte mir keck zu, animierte mich, ihre Hüften zu berühren.

    Ich bewegte mich etwas mit ihr mit, ließ sie für einen Moment gewähren, doch hievte dann ihre schlanken Finger von meinen breiten Schultern.

    ,,Scusa me, Hübsche. Vielleicht ein anderes mal."
    ehe ich meinen Weg fortsetzte und die Twi'lek hinter mir einen erzürnten Blick auf mich legte, vermutlich hatte ich mit meiner Handlung jemandes Stolz gekränkt.

    Als ich dann den Glanzplatz erreichte, leuchteten meine Augen weit auf, ich würde sogar sagen, mein Mund öffnete sich einen Spalt. So viele Lichter, sie schwebten um mich herum... So laute Musik, selbst ein Konzert einer musizierenden Gruppe, welche auf einer Bühne performten. Darunter eine hiesige Tanzfläche, welche nur so gefüllt war mit Gästen. Männern, Frauen, welche sich anschmachteten, aneinander tanzten und einfach ihre besten Jahre genossen... Wobei, da waren schon einige Kerle, welche diese besten Jahre schon hinter sich hatten.

    Trotzdem war es ein wahres Erlebnis für mich, wie das Licht der Promenade sich in meinen Seelenspiegeln wiederspiegelte. Es war einfach unglaublich... War das wirklich Nar Shaddaa? Ein wenig blauäugig war ich ja, wie ein kleiner Junge... Aber das? Das war dann doch etwas anderes, denn diese Seite des Lebens kannte ich nicht, zumal ich dezent overdressed für diesen Platz war. Hier wurden heiße Outfits getragen, während ich ganz in einem Anzug dortstand, wenn auch ein wenig léger.




    Trotzdem war das wohl ein erster Eindruck, wie ihn nur wenige Monde hinbekommen würden. Eine wahre Touristenattraktion, verdammt viele Dinge, die mir hier auf dem Weg zum Ziel angeboten wurden... Und verdammt viele feminine Hände, die sich an meinen Körper lagen.
    Irgendwo ja doch unangenehm... Aber naja, solange sie ihre Hände von meinen Blastern fernließen, gab es auch keinen Grund zur Aufregung.

    Nachdem ich mich dann in einer der sich dortbefindlichen Bars niederließ, dem Slice'n'Dice, kam ich sofort ins Gespräch mit Jeff, dem Besitzer des Ladens. Er machte mir das Getränk meiner Wahl und ein wenig gedankenverloren beobachtete ich die Holo-Tänzerinnen beim Pole-Dancing. Aus dieser Starre befreite mich Chiara, welche mir direkt einen recht starken Schlag gegen die Schulter verpasste.

    ,,Ist ja peinlich, wie du auf die Holoreflektionen starrst, bello."
    sie grinste mich an.


    ,,Habe ich nun auch nicht so oft auf Coruscant gesehen... Also lass mich gucken, solange ich es mit den Augen mache, stella."
    Antworte ich nur knapp auf ihre Aussage.

    Natürlich war ich nicht an diesen beweglichen Pixeln interessiert, aber ich hatte einfach bis eben nichts Besseres zu tun. Bis eben, das trifft es gut, da mich Chiara nun in ein langes Gespräch verwickelte... Und auf einem Mond, bei welchem man die Uhrzeit nicht anhand des Standes der Sonne festmachen konnte... Dort vergaß man gerne die Zeit, erst recht bei einem guten Gespräch. Das Licht in der Bar war grell, und auch einige wenige Tänzerinnen tanzten mit echtem Fleisch und Blut auf den Tischen hinter mir. Ich allerdings blieb mit Chiara an der Bar stehen, dort erschien es mir einfach gemütlicher. Mit der Zeit, die ich beim NNC war, begann ich ebenfalls das Rauchen von Zigarren, einem vergleichsweise teurem Spaß, wenn man an die anderen Optionen wie Zigaretten oder Vapes denkt. Aber naja... Es passte noch besser zu mir, schätze ich. Was mitunter ein Grund war, warum ich es tat.

    ,,Wo ist überhaupt Fillane? Seid ihr beiden nicht zusammen umhergegangen?"
    fragte ich ruhig, um ein Gespräch zu beginnen.

    ,,Nunja... Sie hat wohl mit 'Amüsieren' verstanden, ein paar Trottel in den unteren Ebenen zu verprügeln."
    unbeteiligt hob Chiara die Schultern, schmunzelte mir kess zu.

    Manchmal weiß ich wirklich nicht, was ich von ihr halten soll. Also nicht Chiara... Sondern Fillane. Oder doch beide? Irgendwo waren sie alle echt eine Sache für sich, aber solange sie mir nicht den Lauf an den Kopf oder den Schläger vor die Brust hielten, ging es mich nichts an.


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