Star Wars: Tales Of The Old Republic

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    • Star Wars: Tales Of The Old Republic

      Unter dem Arbeitstitel „Star Wars: Tales Of The Old Republic“ werde ich hier fortlaufend von mir geschriebene Geschichten einstellen. Wie der Titel bereits suggeriert, werden verschiedene Protagonisten aus den unterschiedlichsten Ecken und Winkeln der Galaxis eine Rolle spielen. Die Handlung beginnt 10 Jahre nach dem Vertrag von Coruscant. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Feedback gerne an mich per PN. Über ein "gefällt mir " freue ich mich natürlich auch. Leute die mir folgen wollen, halte ich auch nicht für Stalker.

      UPDATE: Aufgrund der Arbeit an meinem Buch war ich leider gezwungen "Fehlgeleitet" für eine Zeit einzufrieren. Da die Arbeit an dem Buch sich dem Ende neigen, kann ich mich wieder Jaiden und ihrem Abenteuer widtmen. Ab Juli wird es hier weitergehen.


      - Fehlgeleitet -


      Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis ...



      Coruscant

      Die aufbereitete Luft um ihn herum schien aus Feuer zu bestehen. Jeder Atemzug war eine Qual. Dennoch rannte er unablässig weiter. Rasselndes Keuchen und das dumpfe Kratzen seiner Stiefel auf dem Durabeton waren die einzigen Geräusche, die an sein Ohr drangen. Er warf einen Blick über seine rechte Schulter und verlangsamte seine Schritte, als er niemanden hinter sich erkennen konnte. War es denkbar, dass er sie abgehängt hatte?
      Schwer atmend lehnte er sich gegen eine defekte Straßenlaterne, deren Licht in unregelmäßigen Abständen aufzuckte und die Umgebung erhellte. Hier gab nichts, was einer weiteren Betrachtung wert gewesen wäre. Unrat und Abfälle bedeckten annähernd den gesamten Boden. Die unzähligen Graffitis der hier herrschenden Gang schmiegten sich nahtlos in das vorherrschende Bild von Verwahrlosung und Anarchie. Er gönnte sich eine Pause. Vier, fünf Lidschläge lang.
      Als das Brennen in seinen Lungen nachließ, fingerte er einen Holo – Projektor aus einer der Innentaschen seiner Weste. Er schaltete das Gerät ein und eine bläulich weiß schimmernde Umgebungskarte wurde in den Raum geworfen.
      Ein flüchtiger Blick genügte ihm, um sich das unübersichtliche Gewirr aus Straßen und Durchgängen einzuprägen. Sein Ziel lag keine fünfzig Meter hinter der nächsten Abzweigung. Ein Blasterbolzen zischte dicht über seinem Kopf vorbei und erstickte jeden weiteren Gedanken im Keim, als er krachend in den Laternenmast ein schlug. Ein Funkenregen aus glitzerndem Licht sprühte in alle Himmelsrichtungen.
      Er stieß einen kurzen Fluch aus und rannte los. Hinter ihm erklangen die aufgeregten Stimmen seiner Verfolger. Er machte sich nicht die Mühe herauszufinden, in welcher Sprache sie verfasst waren. Ihre Intention war unmissverständlich gewesen. Nach wenigen Schritten fühlte er wieder das vertraute Stechen in seinem Brustkorb. Er biss die Zähne zusammen und schob seinen Kopf zwischen die Schultern. Weitere Blastersalven schossen durch das Halbdunkel an ihm vorbei, ohne ihm gefährlich zu werden. Allem Anschein nach waren seine Verfolger besser im Aufspüren und Jagen als im Schießen. Den Sternen sei Dank. Er griff blindlings nach seiner Blasterpistole und löste die Sicherung am Holster in einem geübten Handgriff. Er erreichte die Abzweigung und feuerte im Abbiegen zwei, drei Schüsse auf seine Verfolger. Ihm war bewusst, dass er sie dadurch nicht zur Aufgabe zwingen würde.
      Das war auch nicht seine Absicht. Er benötigte lediglich einen Vorsprung von sechzig Sekunden. Das würde reichen. Keine dreißig Meter entfernt konnte er den Ausgang aus diesem Labyrinth aus unzähligen Gassen, Hinterhöfen und verwahrlosten Plätzen erkennen. Dreißig Meter und er wäre in Sicherheit. Er feuerte zwei Schüsse ab. Anschließend drückte er, die Blasterpistole noch immer in der Hand, eine kurze Kombination auf seinem Kontrollpad an seinem linken Handgelenk.
      Er rannte weiter. Die Schmerzen in seinen Lungen ignorierend. Sein sporadisches Feuer schien Wirkung zu zeigen, wie ihm ein flüchtiger Blick über seine Schulter verriet. Die Verfolger waren erneut zurückgefallen. Ungefähr zwanzig Meter trennten ihn von dem rettenden Ausgang. Er mobilisierte seine letzten Kräfte und beschleunigte seinen Lauf mit der Kraft und Ausdauer eines Verzweifelten. Er musste diesen Ort in einem Stück verlassen. Um jeden Preis. Andernfalls würde der Senator sterben. Bei seiner ungeplanten Flucht war ihm keine Zeit mehr geblieben, um eine Nachricht abzusetzen. Einzig seinem Training und Erfahrung war es zu verdanken, dass er überhaupt so weit gekommen war. Weniger als Fünf Meter trennten ihn von Erfolg oder Niedergang.
      Er konnte bereits das allgegenwärtige Brummen der Maschinen hören, die für die Elite der höheren Ebenen ihren Dienst leisteten. Als er auf die Hauptstraße hechtete, trat er augenblicklich einen Schritt zur Seite. Eine unnötige Vorsichtsmaßnahme, wie sich herausstellte. Gehetzt blickte er sich um. Unruhe ergriff kurzzeitig Besitz von ihm. Dann entdeckte er zwischen dem dichten Gewimmel zahlreicher Passanten unterschiedlicher Spezies und dichtem Verkehr seinen Gleiter.
      Er stieß einen Laut der Erleichterung aus, der gleichzeitig ein Ausruf seines Triumphes war. Ohne einen weiteren Gedanken an seine Verfolger zu verschwenden, lief er los.
      Eine kurze Tastenkombination genügte und die Cockpithaube aus Duraplex seines Gleiters öffnete sich. Mit einem Seufzer der Erleichterung schwang er sich auf den Fahrersitz.
      Aus den Augenwinkeln heraus konnte er seine Verfolger aus der Gasse hechten sehen. Fünf an der Zahl. Vier Menschen und ein Rodianer. Ihre Blaster schussbereit in ihren Händen sahen sie sich nach ihm um. Der Rodianer zeigte mit seinem saugnapfartigen Finger auf ihn und sagte etwas zu seinen Begleitern.
      Es war gleich, was sie unternehmen würden. Er war so gut wie entkommen und in Sicherheit. Die Jäger schienen zu demselben Entschluss gekommen zu sein, denn statt ihre Verfolgung aufzunehmen, blieben sie stehen.
      Er startete den Antrieb und als sich die Cockpithaube senkte, konnte er sich einen letzten schelmenhaften Gruß in die Richtung seiner Verfolger nicht verkneifen. Zu spät nahm er die schattenhafte Bewegung hinter sich wahr. Sein Lächeln gefror, als ein scharfer und schneidender Schmerz sein Brustkorb durchzog.
      Ein Geräusch der Überraschung und Verzweiflung kam über seine Lippen. Gescheitert. Kurz vor dem Ziel hatten sie ihn erwischt. Unbemerkt von den zahlreichen Passanten, die eine Armlänge von ihm entfernt an ihm vorbei gingen, saß er auf dem Fahrersitz und starb.
      Er konnte fühlen, wie es ihm warm seinen Rücken herablief. Wie mit jedem Herzschlag das Leben aus seinem Körper floss. Er hörte sich Schnaufen, was mehr einem Seufzer glich. Die Schmerzen ließen nach und an ihre Stelle trat eine behagliche Gleichgültigkeit. Nichts war mehr von Bedeutung. Anfangs rebellierte sein Verstand. Bis ein dichter werdender Nebel ihn einhüllte und jeden weiteren Gedanken und die Sinne trübte. Er saß da, während die Zeit um ihn herum sich zu verlangsamen schien. Er hustete. Blut schoss seine Luftröhre empor und floss ihm über die Lippen. Sein Körper klammerte sich mit dem letzten Willen der Verzweiflung an das Leben und versuchte einzuatmen. Statt Luft schoss Blut in seine Lungen. Den weiteren Stich fühlte er nicht mehr. Sein Körper entspannte sich. Ein leiser Seufzer drang aus seinem Mund, dann wurde die Welt um ihn herum schwarz.

      Tython

      Jayden ließ die smaragdgrüne Klinge vor ihrem Körper in rascher Abfolge kreisen und parierte die einschlagenden Blasterbolzen mit graziöser Präzession. Dabei bewegte sie sich fortwährend auf den Droiden zu, der seinerseits vor Jayden zurückwich und sie dabei mit Blastersalven eindeckte. Jayden fing auch diese Schüsse ohne erkennbare Mühe auf und lenkte sie in alle Richtungen von sich weg. Jayden dachte nicht weiter über die Bewegungsabläufe nach, die sie mit einer, für die meisten Spezies kaum verfolgbaren Geschwindigkeit ausführte. Sie gab sich der Macht hin. War in ihrem Fluss und ließ sich von ihr leiten. Wie es Meister M’har sie in unzähligen Trainingseinheiten gelehrt hatte.
      Jaydens gesamter Focus lag auf dem Droiden, der sie mit seinen Photorezeptoren ebenfalls zu taxieren schien. Sie umfasste den Griff ihres Lichtschwertes mit beiden Händen. Die Spitze auf den Droiden gerichtet. Für wenige Lidschläge war es still. Nur das monotone Summen der Energieklinge war zu hören. Dann wurde es hektisch. Jayden griff nach der Macht und sprintete in einem Zickzack Kurs auf den Droiden zu. Herannahende Blasterbolzen fegte Jayden achtlos mit ihrer Klinge beiseite. Ihre gesamte Konzentration lag auf ihrem Kontrahenten vor sich, der sich in der Defensive befand. Gegen ihren von der Macht beschleunigten Angriff war er chancenlos. Jayden fühlte den Triumph eines sicheren Sieges in ihr aufsteigen, als sie den Abstand zum Droiden bis auf eine Klingenlänge reduziert hatte. Sie vollführte einen von fließender Eleganz begleiteten Streich und durchschnitt den Lauf zwischen Mündung und Abzug des Blastergewehrs. Zeitgleich stieß ihre linke Hand nach vorne. Von der Macht mit der Kraft eines Squib-Rammbocks getroffen, flog der Droide wie eine Puppe durch die Luft. Jayden verzog ihre Lippen zu einem Lächeln, als die Chassis der Maschine mehrere Meter von ihr entfernt in den Dreck flog. Sie deaktivierte ihr Lichtschwert, als die Macht ihr im selben Augenblick eine Warnung zu schrie. Jayden wollte ihre Waffe augenblicklich wieder zünden, als sie von den Füßen gerissen wurde. Jayden schlug hart mit der linken Schulter auf den Boden auf. Ein Nerven betäubender Schmerz bereitete sich zwischen den Schulterblättern über ihren gesamten Oberkörper aus. Ein Ruf aus scheinbar weiter Ferne ertönte, dessen Inhalt Jayden nicht verstand. Jayden fühlte, die drohende Bewusstlosikeit und brachte ihre gesamte Selbstbeherrschung auf, im hier und jetzt zu bleiben. Unfähig sich zu bewegen öffnete sie blinzelnd ihre Augen. Jayden blickte in einen wolkenlosen blauen Himmel, bis sich ein von Falten und Narben überzogendes Gesicht in ihr Blickfeld schob.
      »Glückwunsch Padawan Kor. Du bist tot.«
      Jayden presste die Zähne zusammen und verbiss sich einen Fluch. Stattdessen atmete sie tief durch. Es gibt keine Gefühle, es gibt Frieden.
      Es dauerte mehrere Herzschläge, bis Jayden auf die Beine kam. Das stechende Kribbeln in ihren Gliedern erinnerte sie mit jeder Bewegung an ihre Niederlage. Jayden warf einen Blick über ihre Schulter. Hinter ihr stand, wenig überraschend, ein zweiter Trainingsdroide. Er befand sich offenbar im Bereitschaftsmodus. Den Blasterlauf zu Boden gerichtet. Jayden blinzelte ungläubig. Wo war dieser zweite Droide plötzlich her gekommen? Sie schüttelte sachte ihren Kopf, in der Hoffnung die Reek Herde aus ihrem Schädel zu vertreiben. Eine blonde Strähne hatte sich aus ihrem Haarkranz gelöst und wehte ihre vor die Augen. Jaydens Blick wanderte zur Steuerungskonsole am Rande des Sandplatzes, zu der Sergeant Vimo Rii inzwischen gegangen war. Die schmalen Lippen des Soldaten waren zu einem dünnen Lächeln verzogen. Zumindest der Teil, der nicht von Narbengewebe bedeckt war, dass sich über seine gesamte rechte Gesichtshälfte bis hinauf zu seinem rasierten Schädel zog.
      »Das war nicht fair.« Jayden klopfte sich den Staub aus ihrer sandfarbenen Tunika und hängte das Lichtschwert an ihren Gürtel. Dünne Schweißperlen liefen ihr über Stirn, Gesicht und Rücken.
      »Das ist ein Kampf nie,« brummte der Soldat und gab den Deaktivierungscode in die Konsole ein. Jayden verfolgte den Bewegungen der kybernetischen Finger seiner rechten Hand. Besser gesagt, deren Ersatz.
      »Arglist ist nicht der Weg der Jedi.« Jayden hob ihr Kinn und verschränkte die Arme vor ihrer schmalen Brust. Vimo Rii schnaubte amüsiert.
      »Glaubst du Huttenschläger und Kopfgeldjäger scheren sich einen Banthafurz um deinen Kodex?«
      »Die Tricks von Kriminellen und Söldner sind kaum mit der Macht und den Fähigkeiten eines Jedi zu vergleichen.«
      »Du bist von einem Trainingsdroiden besiegt worden.«
      »Der nicht Teil der Übung war,« schnaubte Jayden.
      »Weil du ihn nicht bemerkt hast.« Vimo zuckte kaum merklich mit den Schultern und blickte nicht einmal von der Konsole auf, während er sprach. Was Jayden als Zeichen unerträglicher Arroganz empfand. Jayden schob ihre Brauen zusammen und atmete hörbar aus. Ihr war bewusst, dass er Recht hatte. Es waren weniger die Worte, als der belehrende Tonfall, der ihr missfiel.
      »Eure schlauen Ratschläge haben Euch nicht vor den Narben und der kybernetischen Hand bewahrt. « Jayden biss sich auf ihre Unterlippe und schalt sich ein Nerf. Ihre Worte taten Jayden leid, kaum dass sie über ihre Lippen gekommen waren. Doch für Bedauern war es zu spät. Vimo Rii straffte seine Schultern und Jayden spürte durch die Macht den Schmerz, den ihre Worte in ihm hervorriefen. Erinnerungen an den Überfall Coruscants durch das Imperium. Zeitgleich fühlte sie etwas anderes. Eine ihr wohl vertraute Präsenz.
      »Jayden. Es reicht!«Hörte sie Meister M’hars Stimme hinter sich.
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    • Jayden und Vimo Rii drehten sich zeitgleich um. Aven M’har stand am Rande des Sandplatzes. Die Kapuze seiner dunkelbraunen Robe war in den Nacken geschlagen und gab den Blick frei auf sein bartloses, scharfkantiges Gesicht. Missfallen und elterliche Strenge hatten die ohnehin schmalen Lippen in dünne Striche verwandelt. Der Ausdruck seiner braunen Augen war durchdringend und fest. Für den Bruchteil eines Lidschlages konnte Jayden eine weitere Regung erkennen, die sie nicht zuordnen konnte. Sie senkte ihren Blick schuldbewusst. Jayden fühlte die Blicke des älteren Jedi auf sich ruhen und sie wusste, auch ohne Worte, was er von ihr erwartete.
      »Verzeiht Meister,« murmelte sie beklommen.
      »Mir gegenüber hast du dich nicht taktlos verhalten,« erwiderte Meister M’har nüchtern und unzweideutig.
      Jayden hob ihren Kopf und warf dem Soldaten einen instinktiven Seitenblick zu. Entgegen ihren Erwartungen konnte er sich nicht für ihre Verweis begeistern. Stattdessen verfolgte Vimo Rii die Szene mit ausdrucksloser Miene. Jayden musste feststellen, dass die Enttäuschung über ihre Niederlage verschwunden war. Sie war in aller Stille verflogen. Rückblickend betrachtet kam Jayden sich ungeheuer töricht vor. Sie räusperte sich und schaute dem Soldaten fest in die Augen.
      »Ich war gegenüber Euch und Euren Lehren respektlos. Dafür möchte ich mich in aller Form bei Euch entschuldigen Sergeant.«
      Nach längerem Warten nickte er.
      »Schon in Ordnung Kleine. Scheinbar gibt es auch Jedi, die nicht verlieren können.« Vimos Worte wurden durch ein spitzbübisches Augenzwinkern begleitet. Das Wort Kleine bohrte sich in Jaydens Innerstes, wie die Klinge eines Lichtschwerts. Sie war versucht den Soldaten darauf hinzuweisen, dass sie mit siebzehn Standartjahren kaum unter diese Definition fiel.
      Ein rascher Blick zu ihrem Meister erstickte diesen Impuls im Keim. Ersatzweise rang sich Jayden ein dünnes Lächeln ab.
      »Sind deine Aufgaben hier beendet Jayden?« Meister M’hars Tonfall klang weit weniger resolut, als vor ein paar Minuten. Jayden schloss daraus, dass die Angelegenheit für ihn beendet war.
      »Wir sind für heute fertig Meister M’har. Nehmt sie ruhig mit,« antwortete Vimo Rii an Jaydens statt.
      Der Jedi nickte dem Soldaten grüßend zu und wandte sich zum Gehen um. Jayden verbeugte sich pflichtschuldig und zog sich ihre braune Robe im Gehen an, die sie für das Training abgelegt hatte. Die beiden Jedi gingen schweigend den Sandweg hinab, der sie zum Tempel führte. Meister M’hars Arme waren hinter seinem Rücken verschränkt. Jayden folgte ihm mit einen halben Schritt Abstand. Den Kopf leicht gesenkt. Jayden schweifte zu dem Moment ab, wo Meister M’har sie angesprochen hatte. Irgendetwas war anders gewesen. Jayden konnte es nicht mit letzter Bestimmtheit sagen und der Gedanke ließ ihr keine Ruhe. Daher rief sie sich die Situation erneut in Erinnerung. Jayden es auf Anhieb. In den braunen Augen des Jedi, die ihr in der Vergangenheit oft Vertrauen und Selbstbewusstsein vermittelten, hatte sich ein ungewohnter Ausdruck eingestellt. Zweifel. Trotz des sommerlichen Wetters lief ihr ein frostiger Schauer über den Rücken. Seit mehr als vier Jahren war sie Aven M’hars Padawan und Jayden hatte in der Zeit eine Menge von ihm gelernt. Er war ihr ein geduldiger und vor allem nachsichtiger Lehrer gewesen. Ein Quell scheinbar unvergänglicher Weisheit und Lebenserfahrung. Das galt für den Umgang mit der Macht in gleichem Maße wie für alltägliche Belange. Seine Besonnenheit und sachliche Rhetorik bildeten den Ausgleich zu Jaydens lebhafter, zum Teil unbeschwerter Persönlichkeit. Lehrer und Schülerin ergänzten sich auf eine natürliche Weise, wie es die Macht nicht ausgewogener hinbekommen hätte. Hatte sie diese Harmonie durch ihr Verhalten nachhaltig gestört? Zweifelte Meister M’har an ihr? An ihren Fähigkeiten oder gar ihrer Eigenschaft als Jedi?
      »Es war kein Test.« Aven M’har war abrupt stehen geblieben. Jayden strauchelte und konnte im letzten Moment einen Zusammenprall verhindern. Sie blinzelte verwirrt über die Geschwindigkeit mit der sie, gleich eines Hyperraumsprungs, aus ihren Gedanken in die Gegenwart zurück katapultiert worden war.
      »Was?«
      »Der Übungskampf.«
      »Habt Ihr meine Gedanken gelesen Meister?«
      Für den Bruchteil eines Lidschlages zog der Jedi seine Brauen zusammen.
      »Wie käme ich dazu?«
      »Müsst Ihr eine Frage immer mit einer Gegenfrage beantworten?« Jayden schob die Hände in die weiten Ärmel ihrer Robe und legte ihren Kopf zu ihrer linken Schulter. Ihre Worte klangen schärfer, als Jayden sie meinte. Aven M’har lächelte offenherzig.
      »Das ist das Privileg eines Lehrers.« Er legte eine kurze Pause ein. Möglicherweise, um seine Gedanken zu sortieren, wie Jayden annahm.
      »Man muss kein Jedi sein, um zu wissen, was in dir vorgeht Jayden.« Ihre Blicke trafen sich und sie erkannte die ihr vertraute Fürsorge. Als sie weiter schwieg, ergriff er wieder das Wort.
      »Es ist nachvollziehbar, dass du nach dem Vorfall einen Konflikt empfindest und an dir zweifelst.«
      »Ich,« Jayden rief sich das Training vor ihr geistiges Auge, »war so sicher, zu gewinnen.« Jayden zuckte kaum merklich mit den Schultern. Es fiel ihr schwer, das Erlebte in Worte zu fassen.
      »Selbstsicherheit kann eine vorteilhafte Eigenschaft für einen Jedi sein. Wenn sie nicht zu Ignoranz führt.« Meister M’har setzte sich wieder in Bewegung und Jayden folgte ihm gleich auf.
      »Ein Jedi,« fuhr er fort, »ist sich seiner Umgebung immer bewusst. Du im Gegenzug warst ausschließlich auf deinen vermeintlich mühelosen Sieg fixiert. Was zu dem bekannten Ergebnis geführt hat.«
      Jayden dachte mehrere Herzschläge lang über die Worte ihres Meisters nach. Sie konnte nicht leugnen, dass sie sich einzig auf ihren Erfolg konzentriert hatte. Jayden dachte darüber nach, was sie hätte besser machen können. Ohne nennenswertes Ergebnis, da sie fortwährend zu derselben Frage gelangte.
      »Droiden sind keine Lebensformen, die mit der Macht verbunden sind. Wie soll ich sie spüren, wenn ich sie nicht sehe?«
      »Gar nicht.«
      Jayden schürzte ihre Lippen und zog ihre Brauen zusammen.
      »Vielleicht hat der Energieschlag mein Gehör angegriffen, aber sagtet Ihr nicht, dass ich mir meiner Umgebung bewusst sein soll?«
      Meister M’hars Lippen verzogen sich zu einem aufrichtigen Schmunzeln.
      »Ich kann dich beruhigen, dein Gehör funktioniert tadellos Jayden.«
      Mit seinen Worten kam ihre Erkenntnis. Ein Lächeln huschte über Jaydens Lippen.
      »Wenn ich mir meiner Umgebung bewusst bin und mich ihr öffne, kann den Droiden hören.«
      Aven M’har nickte anerkennend. Jayden fühlte einen Hauch von Stolz aufkeimen, der sogleich von der Erinnerung an die Zweifel in Aven M’hars Blicken fortgefegt wurde. Jayden rang mit ihrer nächsten Frage.
      »Zweifelt Ihr an mir Meister?« Die Worte kamen zögerlich. Wie Schritte auf einem frisch gefrorenen See. Meister M’har blieb wiederholt stehen. Dieses Mal, war Jayden darauf vorbereitet und reagierte rechtzeitig.
      »Wie kommst du darauf?« Seine Verwunderung klang echt.
      »Euer Blick vorhin auf dem Sandplatz,« sekundierte Jayden unsicher und ließ ihren Satz unvollendet.
      Aven M’har stieß einen überraschten Laut aus.
      »Wenn ich Zweifel an dir hegen würde, wüsstest du davon Jayden.« Er legte ihr väterlich beide Hände auf die Schultern. Jayden rang sich ein Lächeln ab.
      »Ich bin froh, das zu hören Meister.«
      Der Pfad führte sie eine sanfte Anhöhe hinab zu einem breiteren Weg. Eine Gruppe Jünglinge kam ihnen mit ihrem Meister entgegen. Jayden vermutete, dass sie zum Schwertkampftraining gingen, wie sie aus den mitgeführten Übungsklingen schloss. Sie hatten den Vorplatz des Tempels fast erreicht, als ihr plötzlich etwas einfiel.
      »Meister?«
      »Hm?«
      »Weshalb seid Ihr zum Sandplatz gekommen? Wohl kaum aus einer Laune der Macht heraus.«
      Aven M’hars Miene wurde ernster, ehe er sie ansah.
      »Ich habe einen Auftrag für dich.«

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    • »Was soll ich für Euch zusammentragen? Die Architektur der Je’daii? Gebräuche und Traditionen der Trandoshaner?« Jayden schaute ihren Meister forschend von der Seite an. Der Gedanke, die unterweisungsfreien Stunden der kommenden Tage im Archiv zu verbringen erfüllte sie nicht mit frenetischer Euphorie. Sie empfand es indes auch nicht als eintönige Pflicht oder Strafarbeit. Im Gegensatz zu einer nicht unbeträchtlichen Zahl ihrer Freunde. Zu ihrer Beruhigung schüttelte Meister M’har seinen Kopf.
      »Es hat nichts mit Geschichte oder intergalaktischer Kompetenz zu tun. Eher mit Politik.«
      »Bleibt zu hoffen, dass Ihr nicht von Neuem die Strategien der Diplomatie am Beispiel Alderaanischer Adelshäuser erörtern wollt Meister. Mir war eine Woche später noch schwindelig.«
      »Einen Disput unter Siedlern auf Tatooine zu schlichten kann jeder Protokolldroide.«
      »Zwei verfeindete Adelshäuser an einen Tisch bekommen und eine Einigung erzielen, ist die hohe Kunst der Diplomatie. Ich weiß Meister,« schob Jayden das ihr zur Genüge bekannte Mantra dazwischen.
      »Ich bin erfreut, dass einige meiner Worte deinen Geist erreicht haben. Sie könnten dir für deine Aufgabe nützlich werden. Ein alter Kampfgefährte aus der Zeit des Großen Krieges hat mich um Hilfe gebeten.«
      »Ein Soldat braucht Hilfe in Fragen der Diplomatie? Das ist neu. Im Allgemeinen tragen sie ihre Standpunkte weniger feinfühlig vor.« Jayden hob verwundert ihre Brauen.
      »Gath Si’lor ist kein Soldat. Zumindest nicht mehr. Er ist Politiker. Abgeordneter, um präzise zu sein.« Jayden stieß einen kaum hörbaren Pfiff aus.
      »Ich habe nicht gewusst, dass Ihr Verbindungen in den Galaktischen Senat habt Meister.«
      »Verbindung ist ein wenig hochgestochen. Gath und ich hatten seit Ende des Krieges kein Kontakt mehr. Er verließ das Militär und ich ging nach Tython,« Aven M’har zuckte mit seinen Schultern, »ich war überrascht, dass er sich an mich erinnert hat.«
      »Vom Soldaten zum Politiker. Fragt sich, was gefährlicher ist?«
      Der Jedi lächelte vielsagend.
      »Gath hat immer die Herausforderung geliebt. Risiken oder Hindernisse haben ihn dabei wenig interessiert. Im Gegenteil. Je höher der Einsatz war, desto hartnäckiger wurde er.«
      »Das scheint mir eine gute Eigenschaft für einen Politiker zu sein,« erwiderte Jayden. Aven M’har wiegte seinen Kopf abschätzig von einer Seite zur anderen.
      »Politik ist eine Gratwanderung. Die eigene Macht zu erhalten und der Allgemeinheit zu dienen stehen dabei zu jeder Zeit in Konkurrenz. Die Versuchung auf Kosten der Integrität zweifelhafte Entscheidungen zu treffen erhöht sich mit jeder Amtszeit. Gath ist da keine Ausnahme.«
      »Klingt nicht nach der Sorte Charakter, mit denen Ihr Euch üblicherweise umgibt.« Jayden runzelte ihre Stirn und sah ihren Meister fragend an. Der Jedi hielt in seinem Schritt inne und drehte sich zu ihr um. Seine Miene war ernst. Sein Blick fest und eindringlich.
      »Es ist wichtig, dass du mir jetzt aufmerksam zuhörst Jayden. Gath Si’lor war als Soldat trickreich und berechnend. Er hat es verstanden, die Schwachstellen seiner Gegner zu finden und für seine Zwecke auszunutzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er diese Fähigkeiten über die letzten Jahre in der Politik nicht abgelegt hat. Im Gegenteil. Er wäre nicht dort, wo er heute ist. Nimm ernst, was er dir sagt aber vertrau ihm nicht.«
      Jayden nickte zögerlich.
      »Ihr wollt, dass ich auf seine Emotionen und Körpersprache achte, während Ihr mit ihm sprecht?«
      Ein wohliges Gefühl der Vorfreude rieselte durch ihren Körper ob der bevorstehenden Reise. Womöglich zu einer dieser pompösen diplomatischen Konferenzen, für die der Galaktische Senat berüchtigt war. Jayden konnte es nur recht sein. Sie bekam Gelegenheit zu lernen. Am lebenden Objekt. Jenseits der bisweilen ungreifbaren Theorie. Wissen konnte sie sich bis an ihr Lebensende im Archiv aneignen. Für die praktische Anwendung wiederum musste sie aus ihrem geschützten Bereich hinaustreten, um nicht das Klischee des weltfremden Jedi zu erfüllen. Ein Schritt, bei dem Jayden stets von einer unbestimmbaren Beklommenheit begleitet wurde. Die Welt jenseits der Tempelmauern war so schmutzig wie die Unterseite eines Hutten.
      »Du wirst allein nach Coruscant reisen.«
      Jayden glaubte zunächst, dass sie sich verhört hatte, und konnte ihre Überraschung nicht gänzlich verbergen.
      »Ihr wollt, dass ich das Gespräch führe?«
      »Ja,« er nickte. Jayden bildete sich ein, wieder diesen seltsamen Ausdruck in Meister M’hars Augen zu erkennen, den sie für Zweifel gehalten hatte. Sie dachte einen Herzschlag lang darüber nach. Das theoretische Wissen über diplomatische Gesprächsführung hatte ihr Meister M’har in langen Unterrichtseinheiten vermittelt. Sie hatte erste Erfahrungen in kleineren Verhandlungen gesammelt und war sich sicher, nicht in die erstbeste rhetorische Falle zu tappen. Meister M’har sah es offensichtlich an der Zeit ihre Fähigkeiten in einem größeren Rahmen zu testen. Jayden fühlte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte.
      »Was wird der Inhalt des Gesprächs sein?«
      Aven M’har hob leicht seine Schultern.
      »Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Gath hat sich diesbezüglich bedeckt gehalten. Er erwähnte, dass es keinen Aufschub duldet.«
      »Warum wendet er sich nicht an die Behörden? Das wäre das Naheliegende,« gab Jayden zu bedenken.
      »Wahrscheinlich hat er seine Gründe. Gath Si’lor gehört nicht zu der Sorte Mann, der aus übertriebener Einbildung handelt. Wenn er glaubt, dass sein Anliegen nur von einem Jedi gelöst werden kann, dann wird es vermutlich stimmen.«
      »Solltet Ihr in diesem Fall dann nicht besser das Gespräch führen Meister?«
      »Fühlst du dich dazu nicht in der Lage?« Der Jedi musterte sie eindringlich und Jayden spürte, dass mehr hinter dieser simplen Frage steckte.
      »Angenommen er bittet mich, Verhandlungen in seinem Namen durchzuführen. Oder in einer politischen Intrige zu ermitteln was dann?« Jayden fühlte, wie Panik in ihr hochstieg. Sie griff nach der Macht, wie sie es gelernt hatte, und beruhigte ihren Geist. Es gibt kein Chaos, es gibt Harmonie.
      »Dann musst du abwägen, welche Entscheidung du treffen wirst.«
      Jayden versuchte, ihre Gedanken zu sortieren. Ihr inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. Dies war ein Schlüsselmoment in ihrer Unterweisung. Ihre erste Solo Mission, mit der sie sich und ihrem Meister bewies, eigenständig mit dem erworbenen Wissen in der Galaxis nicht nur zurecht zukommen, sondern auch zu überleben. Ihr war immer bewusst gewesen, dass es eines Tages soweit sein würde. Jetzt war dieser Moment gekommen und Jayden fühlte eine wachsende Zuversicht und Stolz gleichermaßen.
      »Ich werde Euch nicht enttäuschen Meister.«

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    • Als die Fähre in den normalen Raum eintrat, öffnete Jayden ihre Augen. Die Zeit seit ihrem Abflug von Tython hatte sie in Meditation verlebt. Ihren Geist mit der Macht in Gleichklang gebracht. Unruhe in Gelassenheit verwandelt und Beklommenheit in Harmonie. Ein objektiver Blick und ein ausgeglichener Geist würden ihre Mission zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Befreit von hinderlichen Zweifel und Ängsten.
      »Padawan Kor, wir beginnen mit dem Landeanflug auf Coruscant,« hörte sie die Stimme der Pilotin über das Interkom.
      Ohne die geringste Spur von Eile richtete sich Jayden auf. Das stundenlange und regungslose Sitzen hatte ihre Glieder steif werden lassen.
      Während Jayden in das Cockpit eintrat, nahm die Pilotin Kontakt mit der Flugkontrolle von Coruscant auf und bat um Mitteilung des Anflugvektors. Ihr Copilot überwachte die Kurzstreckensensoren. Da sie sonst Gefahr liefen mit Schiffen unterschiedlicher Größe, Optik und Herkunft zu kollidieren, die sich ebenfalls im An- oder Abflug befanden.
      Jayden blickte zwischen den Schultern der beiden Piloten vorbei auf die Hauptwelt der Republik. Weitläufige Kreise unterschiedlichster Größe tauchten die Oberfläche in ein orange rötliches Licht. Jayden überkam ein seltsames Gefühl von Geborgenheit beim Anblick der planetaren Metropole. Sie war auf Coruscant geboren und hatte dort die ersten zwei Jahre ihres Lebens gelebt. Ehe sie dem Jedi Orden übergeben worden war. Ungeachtet der Tatsache, dass ein Jedi bestrebt war, keine emotionalen Bindungen zu Personen oder in diesem Fall Planeten zu knüpfen, gestattete sich Jayden diese minimale Anwandlung von Verbundenheit. Naturgemäß kam Tython dem, was in weiten Teilen der Galaxis gemeinhin als Heimat verstanden wurde am nächsten. Ungeachtet dessen überkam Jayden mit jedem Blick auf Coruscant das Gefühl, als würde sie nach Hause zurückkehren. Jayden wischte diese sentimentalen Gedanken beiseite.
      »Informieren Sie den Senat von meiner Ankunft.« Jayden schob die Hände in die Ärmel ihrer Robe und beobachtete den weiteren Anflug. Als die Fähre in die Atmosphäre Coruscants eingetreten war und die Wolkendecke durchbrochen hatte, hielt Jayden für einen Lidschlag land die Luft an. Zwar war sie in der Vergangenheit wiederholt nach Coruscant geflogen, doch der Anblick der sich ihr beim Anflug bot, überwältigte sie jedes Mal aufs Neue. Wohin man schaute, reihten sich gewaltige Stratokratzer bis zum Horizont aneinander. Durchbrochen von gewaltigen Megablock Anlagen, die tausende von Bewohner beherbergten. Zwischen den Kilometer tiefen Gebäudeschluchten flogen unzählige Gleiter auf mehreren Ebenen und Richtungen. Ein gleichmäßiger Verkehrsstrom auf vorgegebenen Luftstraßen, der nie zu versiegen schien.
      Als der Galaktische Senat in Sicht kam, ging Jayden zurück in die Kabine und bereitete sich für die Landung vor. Mit geübten Handgriffen überprüfte Jayden ihre zusätzliche Ausrüstung, die sie in den Taschen ihres Einsatzgürtels neben ihrem Lichtschwert am Körper trug. Komlink, Druckluft – Greifhaken, Bildwerfer und der Jedi – Signal – Sendeempfänger waren an ihren gewohnten Plätzen. Als Jayden das mechanische Summen der hochklappenden Flügel vernahm, zog sie ihre Kapuze in den Nacken.
      Begleitet von einem sanften Ruck setzte die Fähre auf. Das Heulen der herunterfahrenden Triebwerke lies nach und die Rampe öffnete sich zischend. Hydraulische Dämpfe wehten um ihre Beine, als Jayden ins Freie trat. Coruscant begrüßte sie mit einem mildwarmen, frühlingshaften Klima. Ein lauer Wind wehte ihr entgegen und die Luft war erfüllt von dem allgegenwärtigen Summen der vorbeiziehenden Gleiter. Durch die Macht konnte Jayden fühlen, wie der Planet pulsierte. Eine scheinbar gigantische Welle unbestimmbarer Emotionen und Sinneseindrücke brachen über sie herein. Als wäre sie in einen plötzlichen sommerlichen Schauer geraten. Ihre Fähre hatte auf einer der zahlreichen Landeplattformen des Senats, in unmittelbarer Nähe zum Hauptgebäude gelandet. Während Jayden das Schiff verlies, bemerkte sie, eine Bothanerin in einer schlichten dunkelgrünen Robe, die ihr zielstrebig entgegenkam.
      »Willkommen auf Coruscant Meister Jedi. Mein Name ist Lya Beti. Ich bin die Assistentin von Abgeordneter Si’lor. Er hat mich geschickt, um Euch in sein Büro zu führen.«
      »Jayden Kor. Padawan von Meister Aven M’har. Ich danke Euch für den freundlichen Empfang.« Sie verbeugte sich respektvoll und fühlte gleichzeitig Lya Betis Verwunderung.
      »Stimmt etwas nicht?«
      »Verzeiht. Scheinbar sind meine Aufzeichnungen auf einem alten Stand. Mir wurde berichtet, dass Meister Aven persönlich kommen würde.«
      »Mein Meister hat zu seinem Bedauern andere Verpflichtungen.«
      Die Bothanerin nickte ungerührt und beutete Jayden mit der linken Hand an, ihr zu folgen.
      Auf der Außenplattform herrschte ein regsames Treiben. Angehörige des Senats, die je nach ihrer politischen Stellung über mehr oder weniger Gefolge verfügten vermischten sich mit Protokolldroiden, Journalisten und Sicherheitskräften. Hier, schoss es Jayden durch den Kopf, war es schwer, einen Ort der Ruhe zu finden. Sie warf Lya Beti einen Seitenblick zu und musterte ihre Begleiterin für einen Lidschlag lang. Wie alle Bothaner war sie nicht sonderlich hoch gewachsen. Ihr Fell war von hellbrauner Farbe und ihre dunkelbraunen Kopfhaare waren zu einem aufwendigen Zopf geflochten. Ihr Blick wirkte aufmerksam und lebenserfahren. Indes nicht sonderlich gesprächig, wie Jayden fand.
      »Wie ist es für einen Abgeordneten zu arbeiten? Ich stelle es mir herausfordernd vor.« Versuchte sie, eine Unterhaltung zu beginnen. Die Bothanerin hob ihren Kopf und ihre Nasenflügel zitterten kaum merklich.
      »Mir ist es nicht gestattet über meine Arbeit zu sprechen.«
      »Natürlich nicht,« murmelte Jayden und nahm sich vor, den Rest der Zeit zu schweigen. Sie betraten das Senatsgebäude durch eine bewachte, zweiflüglige Tür. Die beiden Soldaten schienen Lya zu kennen, wie Jayden bemerkte, denn sie nickten ihr im Vorbeigehen knapp zu. Ihr Weg führte sie in eine imposante Halle, von der mehrere Gänge in unterschiedliche Richtungen abgingen. Die Weitläufigkeit der Architektur erinnerte Jayden entfernt an den Jedi Tempel auf Tython. Von den pompösen Statuen, den teuren Gemälden und Skulpturen sowie den kostbaren Teppichen einmal abgesehen. Um die Würde und Bedeutsamkeit dieses hohen Hauses widerzuspiegeln, schloss Jayden, konnte man die Einrichtung hier durchaus als zweckmäßig zu erachten.
      Lya Beti bewegte sich geübt zwischen den umstehenden Grüppchen. Gekonnt wich sie unachtsamen Leuten aus. Nicht wenige hatten ihren Blick stur auf ihr Datapad gerichtet und gingen, scheinbar voller Machtvertrauen ihrer Wege, ohne ihren Blick zu heben. Die Bothanerin führte Jayden über einen runden Lichthof zu einer durchsichtigen Doppeltür, hinter der sich ein langer Gang auftat. Ein Kurierdroide trat ihnen entgegen, der aus einer der zahlreichen Türen gekommen war, die zu beiden Seiten abgingen.
      Vor einer der Türen blieb die Assistentin stehen und bedeutete Jayden einzutreten, ehe sie ihr folgte. Eine gelbhäutige Twi’lek hob prüfend ihren Kopf über den Monitor auf ihrem Schreibtisch. Als sie die Assistentin des Abgeordneten erkannte, wies sie auf eine Tür hinter sich.
      »Sie können gleich eintreten. Der Herr Abgeordnete erwartet Sie bereits.«
      Gath Si’lor saß hinter einem eindrucksvollen Schreibtisch. Den Blick auf ein Datapad gerichtet, in dem er zu lesen schien. Wobei ihm der Inhalt nicht sonderlich zu gefallen schien, wie Jayden aus den zusammengezogenen Braune schloss. »Moment,« schnaubte er missfällig, ohne seinen Kopf zu heben. So verharrte er für mehrere Minuten.
      Jayden glaubte schon, der Bothaner haber sie vergessen und wollte sich dezent räuspern, als der Abgeordnete seinen Kopf hob. Durchdringende violette Augen blickten ihr entgegen und schauten sie fragend an.
      »Ich bin ...«
      »Wo ist M’har?«
      »Mein Meister bat mich, Euch seine Grüße zu übermitteln und..«
      »Ich bitte ihn um Hilfe und er schickt mir ein Kind?« Der Abgeordnete stieß verächtlich die Luft aus seiner Nase.
      Jayden fühlte, wie sich Wut über das respektlose Verhalten in ihr auszubreiten drohte. Nach jemandem der Hilfe suchte, klang er nicht, beschied Jayden. Sie atmete tief ein. Es gibt keine Gefühle, es gibt nur Frieden. Es half. Sie merkte, wie der Zorn durch Sachlichkeit verdrängt wurde. Ihre Objektivität zurückkehrte. Jayden schärfte sich ein, sich nicht ein weiteres Mal überrumpeln zu lassen.
      »Meister M’har ist bedauerlicherweise im Tempel gebunden. Ich bin Jayden Kor und von ihm beauftragt worden, Euch in seinem Namen dienlich zu sein.«
      Der Abgeordnete schürzte missfällig die Lefzen.
      »Das glaube ich kaum.«
      Jayden straffte ihre Schultern. Sie hatte mit einer ähnlichen Akzeptanz gerechnet. Gath Si’lor kam vom Militär. Kompetenz war dort an Erfahrung gekoppelt. Von seinem Standpunkt aus erschien es daher logisch, dass Jayden mit ihren jugendlichen Jahren über wenig Erfahrung verfügte. Dementsprechend wenig kompetent sein musste. Ihr Auftreten würde nicht nur auf ihren Meister zurückfallen, sondern auf den gesamten Orden der Jedi. Aus diesem Grund wählte Jayden ihre nächsten Worte mit Bedacht.
      »Wie könnt Ihr ein Urteil fällen, wenn Ihr mir Euer Anliegen nicht geschildert habt?«
      »Ich hatte vergessen, wie sehr mich diese subtile Besserwisserei der Jedi nervt.«
      Jayden beschloss, die Ruppigkeit mit einem Lächeln zu übergehen. Ihre Missbilligung hätte den Bothaner in seiner Annahme bestärkt, es mit einem Kind zu tun zu haben. Stattdessen beschloss sie, in die Offensive zu gehen.
      »Vertraut Ihr Meister M’har?«
      »Hätte ich ihn sonst um Hilfe gebeten?«
      »Wohl kaum,« pflichtete Jayden ihm bei.
      »Verfügst du über die Fähigkeiten deines Meisters?« Der Bothaner musterte Jayden für kaum mehr als fünf Herzschläge eindringlich und sie hielt die gesamte Zeit über seinem harten Blick stand, ehe sie den Kopf schüttelte.
      »Nein.«
      »Nein,« wiederholte der Abgeordnete, »wie kannst du da annehmen, dass du mir helfen könntest?«
      Jayden lächelte in sich hinein. Meister M’har wäre mit Sicherheit stolz auf sie, wenn er sie sehen könnte. Gath Si’lor mochte ein erfahrener Soldat und ein abgebrühter Politiker sein, aber in diesem Fall hatte er nicht über seinen Standpunkt hinaus gedacht. Auf diese Weise war ihm das Nächstliegende.
      »Weil Meister M’har es glaubt. Sonst wäre ich nicht hier.« Jayden war bemüht ihre Selbstzufriedenheit nicht zu zeigen.
      Der Abgeordnete erhob sich langsam aus seinem Stuhl und sah Jayden lange und eindringlich an. Sie blieb die gesamte Zeit über ausdruckslos an ihrem Platz. Die Arme in die Ärmel ihres Kapuzenmantels geschoben. Letzten Endes nickte er in ihre Richtung.
      »Wie du meinst Mädchen. Ich glaube zwar weiterhin, dass dein Meister dir einen Wampadienst erwiesen hat aber dein Argument hat mich überzeugt. Ich hoffe nur, dass du es später nicht bereust.«
      »Das kann ich erst beurteilen, wenn ich weiß um was es geht Abgeordneter.«
      Gath Si’lor warf ihr einen letzten prüfenden Blick zu. Jayden fühlte durch die Macht, was er ihr sagen würde und sie begann ihre Worte zu bereuen.
      »Jemand versucht, mich zu ermorden.«

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    • Jayden lies die Worte für ein Lidschlag auf sich wirken. Der Abgeordnete war von seinem Platz aufgestanden und trat an die Fensterfront, die sich hinter seinem Schreibtisch befand und einen ungehinderten Blick auf den Raumhafen bot. Er verschränkte die Hände auf seinen Rücken. Sein Augenmerk auf den vorbeiziehenden Verkehr gerichtet, schien er auf eine Einlassung Jaydens zu warten. Es war Lya Betis, die zuerst ihre Stimme erhob.
      »Abgeordneter bei allem Respekt. Die Untersuchungen ...«
      »Interessieren mich nicht,« herrschte Gath Si’lor sie an, »Ich weiß, was ich weiß. Wenn dein Protokolldroide plötzlich einen Blaster in der Hand hält und das Feuer eröffnet, ist es verdammt eindeutig. Meinen Sie nicht?« Gath Si’lor war voller Schwung herumgefahren, so das seine Assistentin vor Schreck zusammenzuckte. Lya Beti war nicht in der Lage, den Ausführungen ihres Dienstherrn etwas zu entgegnen. Daher schwieg sie.
      »Euer Droide hat Euch angegriffen?« Jayden warf dem Abgeordneten einen verwunderten Blick zu.
      »Wie aus dem Nichts. In einer Sekunde übersetzt er mir eine Rede in die Bothanischen Handelssprache und im nächsten Moment ballert er um sich, wie ein Trandoshaner auf Spice. Wenn ich nicht einen Blaster bei mir tragen würde, hätte er mich erwischt.«
      »Was spricht gegen einen Unglücksfall?«
      Der Bothaner schnaubte genervt und rollte mit den Augen.
      »Hast du jemals von einem schießwütigen Protokolldroiden gehört?«
      »Das nicht aber ...«
      »Genau,« donnerte Gath Si’lor, »Und wenn doch, dann war es Sabotage.«
      »Die Techniker haben keine Hinweise auf eine Manipulation gefunden. Ein Fehler der Programmierung oder ein überhitzter Schaltkreis könnten ...,« unternahm Lya Beti einen zweiten Anlauf. Ein verächtliches Schnauben des Abgeordneten brachte sie abermals zur Ruhe.
      »Mutmaßungen bringen uns nicht weiter,« warf Jayden ein, »ein Protokolldroide ändert nicht ohne Weiteres seine Programmierung.«
      Gath Si’lor nickte zustimmend.
      »Aus diesem Grund habe ich den Schrotthaufen einem Freund vom SID geschickt.«
      »Das war mir nicht bekannt,« die Assistentin verzog ihre Brauen.
      »Ich muss nicht jeden meiner Schritte mit Ihnen abstimmen,« knurrte der Abgeordnete gereizt.
      »Liegt das Ergebnis vor?« Jayden schaute den Bothaner hoffnungsvoll an.
      »Ein verstecktes Sekundärprogramm. Eingebettet in den Motivator. Ziemlich raffiniert.«
      »Ein durchschnittlicher Techniker dürfte hierzu kaum im Stande sein. Wer hatte Zugang zu dem Droiden?« Jayden schaute abwechselnd vom Abgeordneten zu seiner Assistentin.
      »Da wären zum einen die Mechaniker und Techniker vom Wartungsplatz,« erwiderte Lya Beti.
      »Oder jeder, der sich ungesehen dem Droiden nähern kann«, knurrte der Abgeordnete ungeduldig.
      »Habt Ihr Feinde?« Jayden schaute den Bothaner fragend an. Dieser lachte.
      »Kindchen, ich bin Politiker. Die Zahl meiner Feinde ist länger als die Perlemianische Handelsstraße.«
      »Das erschwert die Angelegenheit.« Jayden atmete hörbar aus. Gedanklich ging sie ihre Möglichkeiten durch. Schutzhaft, ein Sicherheitsgespräch mit den Leibwächtern des Abgeordneten.
      Die Aussicht, einen weiteren Anschlag zu verhindern erschien Jayden verschwindend gering. Der oder die Attentäter hatten bewiesen, dass sie mühelos in den engsten Kreis des Politikers vordringen konnten.
      »Ich habe nicht gesagt, dass ich keinen Verdächtigen habe,« entgegnete Gath Si’lor, »die Mistkerle mögen schlau sein. Das macht sie nicht zu Experten. Der SID konnte den Hacker der Software identifizieren.«
      »Wie war das möglich? Auf Coruscant gibt es tausende zwielichtige Hacker,« gab Lya Beti zu bedenken. Gath Si’lor nickte.
      »Aber nur einen, der für den SID gearbeitet und das verwendete Programm geschrieben hat.«
      »Sie könnte gestohlen worden sein.« Jayden legte ihre Stirn in Falten. Der Abgeordnete zuckte mit den Schultern.
      »Es soll Tauntauns geben, die vor die Wampahöhle kotzten.«
      »Dann wurde die Spur bisher nicht überprüft?« Jayden strich mit dem rechten Daumen über ihren linken Unterarm.
      »Der Agent, der in der Sache beauftragt war, ist verschwunden. So, wie es aussieht, liegt er inzwischen in einem der zahllosen Müllschächte der unteren Ebenen.«
      Jayden fing den Blick des Abgeordneten auf und wusste, was er ihr sagen wollte.
      »Ihr wollt, dass ich den Hacker finde, und befrage.«
      »Er könnte dich zu seinen Auftraggeber führen,« Gath Si’lor reichte ein Datapad, dass er von seinem Schreibtisch aufgenommen hatte, »hier ist der Bericht des SID Analysten. Dort steht alles, was du wissen musst.«
      Jayden nahm das Pad entgegen.
      »Die Macht wird mich leiten.«
      »Dann hoffe ich, dass sich die Macht beeilt. Um meinetwillen.«

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    • »Ich glaube, dass der Abgeordnete mir etwas verschweigt Meister.« Jayden senkte ihre Stimme. Zwar befand sich niemand in ihrer unmittelbaren Nähe, das hieß indes nicht, dass niemand sie hörte. Nach Verlassen des Büros war sie von einem Droiden zum Ausgang geführt worden. Lya Beti hatte sich entschuldigt und auf ihre Arbeit verwiesen. Jayden war auf den weitläufigen Vorplatz des Senats getreten und hatte sich einen weniger frequentierten Ort gesucht. Abseits des Personenverkehrs.
      Den Bildwerfer in ihrer Rechten, schaute sie auf die bläulich weiß flimmernde Holoprojektion Aven M’hars. Der Jedi hatte sein Kinn auf den rechten Daumen gestützt. Sein Zeigefinger strich versonnen über die Lippen.
      »Wie kommst du darauf?« Ihn schien diese Frage wahrhaft zu interessieren. Jayden konnte keinen belehrenden Unterton erkennen, mit dem er sie in der Regel zu einer unachtsamen Antwort köderte.
      »Ich konnte deutliches Misstrauen spüren. Konflikt und Zorn.«
      Aven M’har nickte bedächtig.
      »Jemand trachtet ihm nach dem Leben,« gab er zu bedenken, »Derlei Emotionen sind nicht unüblich. Betrachte die Fakten von seinem Standpunkt aus.«
      Jayden dachte über die Worte ihres Meisters nach. Vom Blickwinkel eines Jedi aus betrachtet waren Ausbrüche von Zorn oder Angst in keinem Fall zu entschuldigen. Lebensbedrohliche Erlebnisse bildeten da keine Ausnahme. Im Gegenteil. In Zeiten höchster Bedrängnis wurde von einem Jedi Gelassenheit und innere Ruhe erwartet. Ein ungetrübter Blick. Derlei Erwartungshaltung konnte sie selbstredend nicht an den Bothaner anlegen. Er war kein Jedi. Sondern Politiker. Seine vergangene Verwendung beim Militär hatte ihn unweigerlich gelehrt, den eigenen Tod oder den seiner Kameraden zu akzeptieren. Was bei Weitem nicht hieß, dass er frei von Emotionen war.
      Je Länger sie darüber nachdachte, desto naiver kam sie sich vor. Gath Si’lor bewegte sich in einer Welt von Intrigen und Verrat. Unbedachte Worte konnten das Ende der Karriere bedeuten. Ebenso wie unpopuläre Entscheidungen zur falschen Zeit in das falsche Ohr geflüstert. Misstrauen, gegenüber jedermann war da die logische Konsequenz.
      »Ihr habt Recht Meister,« Jayden neigte kaum merklich ihr Haupt.
      Der Jedi winkte gönnerhaft ab.
      »Gibt es eine Spur?«
      »Ich habe den SID Bericht gelesen. Vieles davon war technisches Kauderwelsch. Zumindest, was den Teil über die Software anging. Wie es scheint, wurde das Programm eines ehemaligen SID Hackers verwendet. Kao Bukk. Ein Iridorianer.«
      »Ist der Aufenthaltsort dieses Kao Bukk bekannt?«
      Jayden schüttelte ihren Kopf.
      »Die einzige Spur, die wir haben, führt in die unteren Ebenen. Ein SID Agent, der mit dem Fall betraut war, verschwand dort vor zwei Wochen im Sektor 53. Dort werde ich mit meiner Suche beginnen.«
      Aven M’har verzog sein Gesicht gedankenvoll. Jayden bildete sich ein so etwas wie Sorge in seinen Zügen zu erkennen.
      »Soviel ich weiß ist das Gebiet der Schwarzen Sonne. Du musst mit äußerster Vorsicht vorgehen Jayden. Da unten herrscht kein Gesetz. Ausschließlich Gewalt. Erwarte dort keine Hilfe.«
      Jayden konnte die Sorge ihres Meisters nur bedingt teilen. Die Schwarze Sonne war zwar für ihre Brutalität und Rücksichtslosigkeit bekannt, doch Jayden sah darin für sich einen Vorteil. Keinen Grund zur Besorgnis. Sie war der Überzeugung, dass wer durch Furcht und Terror herrschte, im Grunde schwach war. Die zahlreichen Mitglieder folgten der Furcht. Nicht dem Glauben an ihre Sache. Was im Umkehrschluss bedeutete, dass sie ihr Leben nur riskierten, wenn sie sich im Vorteil sahen.
      »Kriminelle sind Feiglinge Meister. Sie folgen ihrer Gier und ihrem Streben nacht Macht.«
      »Ein Nexxu lässt sich von seinen niederen Instinkten leiten. Dessen ungeachtet gehört er zu den gefährlichsten Raubtieren der Galaxis. Du solltest die Schwarze Sonne nicht unterschätzen.«
      »Ein Nexxu ist nur dann gefährlich, wenn man ihm den Rücken zudreht Meister. Doch das habe ich nicht vor.«
      »Sei auf der Hut Jayden. Folge deinen Instinkten und sei auf alles vorbereitet. Berichte mir, wenn du mehr weißt. Möge die Macht mit dir sein.«
      »Und mit Euch Meister.« Jayden beendete die Übertragung und verstaute den Bildwerfer wieder an ihrem Gürtel.
      Der Bericht enthielt neben den technischen Details über die Untersuchungen des Droiden ein kurzes Personagramm des Hackers und eine Auflistung der besuchten Orte des vermissten Agenten. Wie sie war er auf der Suche nach Kao Bukk gewesen. Jayden hatte sich entschieden, den Ort seiner letzten Übertragung aufzusuchen. Eine Cantina mit dem einladenden Namen Rancor. Dort würde sie mit ihrer Suche beginnen.
      Jayden trat aus ihrer Nische heraus und reihte sich in den stetigen Strom aus Passanten ein, auf dem Weg zu einer Gleiterstation. Während um sie herum die meisten Leute ausgelassen miteinander plauschten und den Tag genossen, beschlich Jayden ein eigenartiges Empfinden. Ehe sie sagen konnte, was es war, war es wieder verschwunden. Zurück blieb weiter nichts als ein unbehagliches Gefühl.
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    • Der Luftgleiter befand sich im Sinkflug. Er ließ die überfüllte Hauptverkehrsroute der Oberstadt mit einer scharfen Linkskurve hinter sich. Das Ziel war eine der zahlreichen kleineren Luftstraßen, die zwischen den Häuserschluchten und mehreren Tunneln in die unteren Ebenen führten. Jayden stellte nicht ohne Anerkennung fest, wie der Droiden - Chauffeur den Gleiter mit fundierter Genauigkeit in den fließenden Verkehr einfädelte.
      Unzählige Unternehmen auf Coruscant setzten Droiden als Fahrer ein. Zum einen war ihre Fehlerquote um ein beträchtliches Maß geringer als die ihrer organischen Kollegen. Zum anderen sparte sich das Unternehmen kostspielige und zeitintensive Schulungen, die nötig waren, damit ein Pilot seine Freifluglizenz erhielt. Programmiertes Wissen war in diesem Fall günstiger als angelerntes.
      Jayden saß auf der Rückbank, das Datapad mit dem SID Bericht auf ihrem Schoß. Ihr Blick glitt zu den Landeplattformen des Alten Galaktischen Marktes. Vor der großflächigen Zerstörung durch die imperialen Invasoren war er ein blühendes Handelszentrum gewesen. Inzwischen, von kriminellen Händlergilden bevölkert, galt der einst prosperierende Sektor als Rhydoniumfass.
      Über eine gewaltige Tunnelröhre drang der Gleiter tiefer in das Herz des Stadtplaneten vor. Jayden blickte sich um. Vom Himmel war hier nichts mehr sichtbar. Um sie herum befanden sich Gebäude, riesige Versorgungsschächte, Funkmasten, Tunnel und Turbinen. Der Verkehr nahm sichtbar ab. Entgegenkommende Luftgleiter wurden rar.
      »Wie lange dauert der Flug noch?« Erkundigte sich Jayden nach einiger Zeit, als der Zustand der Gebäude schäbiger und das allgemeine Umgebungsbild an Verwahrlosung zunahm.
      »Wir werden Sektor 53 in circa zehn Minuten erreichen,« erwiderte der Droide, ohne seine Fotorezeptoren von der Straße zu nehmen. Jayden wollte sich wieder dem Bericht zu wenden, als sie durch die Macht ein frostiges Ziehen fühlte. Augenblicklich wandte sich ihr Blick über ihre Schulter. Jayden erkannte insgesamt sechs Swoop Bikes, die aus mehreren kleineren Gassen gekommen waren. Die Swoops formierten sich mit geringem Abstand hinter ihrem Gleiter und Jayden beschlich ein ungutes Gefühl.
      »Erhöhe die Geschwindigkeit,« rief sie über ihre Schulter dem Droiden zu, während ihre Hand nach ihrem Lichtschwert griff.
      »Gemäß der gültigen Verkehrsordnung ist ein Abweichen von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht zulässig.«
      Jayden lag eine bissige Antwort auf ihrer Zunge. Blasterpistolen blitzen im Schein künstlicher Beleuchtung auf und nahmen Jayden die Zeit, für eine passende Antwort. Sie richtete sich auf und zündete ihr Lichtschwert. Jayden parierte die einschlagenden Blasterbolzen mit geübter Leichtigkeit. In Anbetracht der Geschwindigkeit, mit der sie durch die engen Tunnel stoben, war das Feuer ihrer Verfolger erstaunlich effektiv, wie Jayden fand.
      »Gemäß dem Coruscanter Straßenverkehrskodex, ist es dem Passagier während des Fluges nicht gestattet, sich von seinem Sitz zu erheben. Ich fordere Sie auf, wieder Platz zunehmen. Ansonsten beende ich den Flug.«
      »Das werden die Typen hinter uns mit ihren Blastern erledigen, wenn du nicht schneller fliegst. Dein dämlicher Straßenverkehrskodex wird sie kaum daran hindern, den Repulsorlift – Antrieb zu atomisieren.«
      Jaydens grüne Energieklinge durchschnitt die Luft wenige Zentimeter von ihrem Kopf entfernt. Ein Blasterschuss wurde steil nach oben abgelenkt, wo er krachend in eine Antenne einschlug.
      Der Droide steuerte mit stoischer Gleichgültigkeit den Gleiter weiter, scheinbar unbeeindruckt von ihren Worten. Jayden stieß einen leisen Fluch aus und sprang ohne nennenswerte Kraftanstrengung auf das Heck ihres Gleiters. Von dort konnte sie beobachten, wie ihre Verfolger sich gegenseitig Zeichen gaben. Augenblicklich änderten sie ihre Formation. Während vier Swooper erneut das Feuer eröffneten, beschleunigten die verbliebenen zwei ihre Maschinen. In wenigen Herzschlägen wurde der Abstand zwischen den beiden Swoops und Jaydens Gleiter geringer. Sie feuerten je eine Salve und ließen sich anschließend wieder zurückfallen. Diesen Vorgang wiederholten sie in stetiger Abfolge. Jayden erkannte die Taktik. Ihre Angreifer wollten sie unter Druck setzen. In der Hoffnung, dass sie durch den Stress anfing Fehler zu machen. Jayden ließ ihre Klinge wie einen undurchdringlichen Energieschild vor ihrem Körper rotieren. Rechts und links zischten rote Energieladungen an ihrem Kopf vorbei. Querschläger trafen den Gleiter, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Noch. Jayden konnte fühlen, wie der Gleiter an Fahrt aufnahm. Mit einem grimmigen Lächeln musste Jayden feststellen, dass der Coruscanter Straßenverkehrskodex womöglich Ausnahmen kannte. Beispielsweise, wenn eine Horde schießwütige Swoop Biker es darauf anlegte, den Luftgleiter vom Himmel zu holen. Aus den Augenwinkeln erkannte Jayden, wie ein Swoop Biker in ihr Blickfeld flog. Während sie die übrigen Schüsse abwehrte, zielte ein Rodianer mit seiner Blasterpistole auf sie. Ohne den Gedanken bewusst zu Ende gedacht zu haben, griff Jayden nach der Macht, sprang und landete zielsicher auf den langgezogenen Stabilisatoren des Swoops.
      Der Rodianer riss seine insektenartigen Augenweiter auf und seinem rüsselartigen Mund entfuhr ein Ausdruck des Erstaunens und Zorns zugleich. Jayden wartete nicht ab, bis sich der Biker wieder gefangen hatte, sondern stieß ihr Lichtschwert tief durch die Steuerungskonsole des Bikes in den Repulsorlift – Antrieb. Dichte, schwarze Rauchschwaden stiegen auf. Funken sprühen und das Swoop sackte merklich ab und verlor schließlich an Höhe. Der Rodianer versuchte, verzweifelt seine Maschine zu stabilisieren um eine Kollision mit heraushängenden Rohren oder Kabelschächten zu verhindern. Jayden stieß sich von dem Bike ab. Im Flug parierte sie weitere Blasterbolzen und landete wohlbehalten auf dem Heck ihres Gleiters. Alles in allem hatte ihr Angriff keine zehn Lidschläge lang gedauert. Eine Detonation in einer der unteren Ebene verkündete von dem tragischen Ende des Rodianers. Zu ihrer Erleichterung erkannte sie, dass die übrigen Swooper sich auf einen respektvollen Abstand zu ihrem Geleiter zurückgezogen hatten. Das war nicht das Einzige, was Jayden bemerkte. Wie das Swoop Bike des Rodianers zuvor, verlor ihr Gleiter an Höhe.
      »Was im Namen der Macht tust du da? Willst du uns beide umbringen?«
      Wie unfähig konnte eine Maschine sein? Ein kurzer Blick über ihre Schulter verschaffte ihr Erkenntnis. Dort wo der Kopf des Droiden hätte sein sollen, ragte ein Stumpf empor, aus dem Funken sprühten.
      Blast!
      Jayden deaktivierte ihr Lichtschwert, sprang auf den Beifahrersitz und warf den kopflosen Droiden über Bord. Als sie das Steuer ergriff, ging ein gewaltiges Ruckeln durch den Gleiter. Die Instrumente begannen rot zu leuchten und ein penetrantes Warnsignal ertönte. Jayden musste sich nicht umsehen, um zu wissen, dass sie getroffen worden war. Sie riss das Steuer nach rechts. Der Gleiter reagierte nicht. Panik stieg in Jayden empor, die sie kontrolliert niederrang.
      Es gibt kein Chaos! Es gibt Harmonie!
      Sie sah eine Landeplattform auf sich zukommen und holte tief Luft. Sie schloss die Augen und ihre Atmung wurde kaum hörbar. Ihr Körper entspannte sich. Jayden gab sich der Macht hin und suchte in ihr die nötige Ruhe und Gelassenheit für den drohenden Absturz.


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    • Viele Dingen schienen gleichzeitig zu passieren. Der Luftgleiter steuerte ungebremst in einem viel zu steilen Winkel auf die Landeplattform zu. Mit steigenden Entsetzten erkannte Jayden, dass sie etliche Meter an der Plattform vorbei, kilometerweit in die Tiefe stürzen würde. Ihr blieb nicht mehr genügend Zeit zum Handeln. Jayden schätzte, dass sie an die 30 Meter würde zurücklegen müssen. Sie atmete hörbar ein und aus, rutschte auf den Beifahrersitz und griff nach der Macht. Als sie sich auf grober Höhe zur Plattform wähnte, stieß sich Jayden kraftvoll ab. Sie konnte den kühlen Wind auf ihrer Haut fühlen und für einen Herzschlag lang drang weiter nichts als das knisternde Geräusch ihrer flatternden Robe an ihr Ohr. Lautlos landete sie kontrolliert auf dem festen Untergrund und rollte sich geschickt, angetrieben von dem Schwung ihres Sprungs, ab. Noch im Aufrichten hörte sie die donnernde Explosion ihres Gleiters.
      Jayden schaute sich um und erkannte, dass sie in einem Industriekomplex gelandet war. Mit Ausnahme von arbeitssamen Droiden und Drohnen, die Schrott und aufzubereitende Energiezellen verluden oder transportierten, befanden sich wenige organische Passanten in der Nähe. Jayden brauchte sich nicht nach ihren Verfolgern umzuschauen. Sie wusste bereits, dass sie da waren. Sie konnte ihren Hass und ihre Mordlust deutlich durch die Macht spüren. Hektisch sah sich Jayden nach einer geeigneten Fluchtroute um. Dicht neben ihr schlugen die ersten Blasterbolzen ein und nahmen ihr die Entscheidung ab. Jayden wirbelte herum und zündete in einer fließenden Bewegung ihr Lichtschwert.
      Ihre Verfolger steuerten mit ihren Swoops auf sie zu und feuerten. Jayden wehrte drei, vier Schüsse ab und rang den aufkeimenden Impuls zur Flucht nieder. Sie musste rasch handeln. Wenn sie erst einmal eingekreist war, wusste Jayden, würde es nicht lange dauern, bis ihr jemand in den Rücken schoss.
      Sie bediente sich abermals der Macht, sprang in die Höhe und landete zielsicher auf dem erst besten Swoop Bike, das in diesem Moment an ihr vorbei stob.
      Der Weequay stieß einen zornigen Ruf aus, als er Jayden hinter sich bemerkte. Er drehte sich um seine eigene Körperachse, um sie zu erschießen. Jayden gab ihm einen durch die Macht verstärkten Schubs und überlies der Schwerkraft den Rest der Arbeit. Der erstaunte Schrei des bulligen Schlägers riss ab, als er in einem Müllcontainer landete. Jayden ergriff sogleich das Steuer, um das trudelnde Swoop Bike zu stabilisieren. Bedingt durch ihre unplanmäßige Landung besaß Jayden nicht den geringsten Anhaltspunkt, wo sie sich im Augenblick befand. Aus diesem Grund war ihr jeder Weg recht.
      Jayden steuerte das Swoop auf eine breite Straße. Immer wieder musste sie dabei beweglichen und unbeweglichen Hindernissen ausweichen. Ein rascher Blick über ihre Schulter bestätigte ihren Verdacht. Ihre nunmehr vier Verfolger waren immer noch hinter ihr.
      Jayden beschnitt eine scharfe Rechtskurve und steuerte ihr Swoop in eine schmale Seitengasse. Sie presste das Antriebspedal bis zum Boden und beschleunigte das Swoop auf maximale Geschwindigkeit. Dank ihrer erhöhten Reflexe verhütete sie eine Kollision mit einem Wartungsrohr. Sie lenkte das Swoop feinfühlig um einen Container, der wie aus dem Nichts in ihrer Flugbahn auftauchte. Als eine Explosion in ihrem Rücken ertönte, wusste Jayden, dass ihr Plan aufgegangen war. Jayden wagte nicht, ihren Blick von der vor ihr liegenden Strecke auf die Geschehnisse in ihrem Rücken zu lenken.
      Sie wich einer Transportdrohne aus, zog das Swoop in die Höhe und schaffte es im letzten Moment, nicht von einem tiefhängenden Versorgungskabel aus dem Sitz gerissen zu werden. Jayden verringerte ihre Geschwindigkeit minimal und lenkte das Swoop näher zum Boden. In einiger Entfernung zeichnete sich das Ende der Gasse ab. Sie beschleunigte ihre Fahrt wieder und schob den Kopf zwischen ihre Schultern. Keinen Moment zu früh. Die Blasterbolzen zischten beunruhigend nahe über sie hinweg.
      Mit einem Anflug von Ironie erkannte Jayden, dass ihr eigener Plan ihr womöglich selbst zum Verhängnis werden könnte.
      Wie ihren Verfolgern fehlte es ihr an ausreichend Platz, zum Manövrieren. Sie musste sich mit kleineren Ausweichbewegungen zu ihrer rechten und linken Seite begnügen. Deren Abfolge mehr als voraussehbar waren. Jayden biss die Zähne zusammen und hoffte auf das Wohlwollen der Macht. Mehr blieb ihr vorerst nicht übrig. Jayden bremste mit aller Gewalt, als sie aus der Gasse schoss. Sie riss den Lenker kraftvoll nach links. Ihre Augen weiteten sich, als sie den Verladedroiden bemerkte, der mit einem Gleiterwrack beladen ihre Flugbahn kreuzte. Instinktiv presste sie ihren Fuß mit der Kraft der Verzweiflung gegen das Bremspedal. Ihr war bewusst, dass sie einen Zusammenstoß nicht mehr würde verhindern können. Sie drehte den Lenker weiter ein und spürte den Aufprall. Ein schrilles Kreischen ertönte, als Metall auf Metall traf. Befolgt von einem grausigen Knirschen, dass Jayden ein Schauer über den Rücken lief. Dann wurde es still. Entgegen ihrer Erwartung schien der entstandene Schaden bei weitem nicht so gravierend. Ein grimmiges Lächeln huschte über Jaydens Lippen. Offensichtlich war die Macht noch nicht fertig mit ihr. Denn das Swoop setzte unbeirrt seinen Weg fort.
      Jayden erkannte, dass sie sich auf einem weitläufigen Platz befand, von dem mehrere Straßen in unterschiedliche Richtungen abzweigten. Geschickt wich sie einem Droiden aus und entschied sich für eine Abzweigung zu ihrer Rechten. Jayden warf einen knappen Blick über ihre Schulter und erkannte, dass sich zwei Verfolger hinter ihr befanden.
      Sie fing sich gerade an darüber zu wundern, wo der Dritte geblieben war, als dieser plötzlich aus seinem Seitenarm geschossen kam. Ein Droide, wie sie in Bruchteilen eines Lidschlages erkannte. Den Blaster schussbereit in ihre Richtung haltend verstellte er ihr den Weg. Jayden bremste hart, riss den Lenker abermals herum und steuerte nunmehr auf ihre entgegenkommenden Verfolger zu. In ihrem Rücken ertönte Blasterfeuer und ihr Swoop wurde von einer ruppigen Erschütterung ergriffen. Jayden fluchte kaum hörbar und riss das Swoop abwechselnd nach links und dann wieder nach rechts. Ohne dabei von ihrem gegenwärtigen Kurs abzuweichen. Dreißig Meter trennten sie Fünfzehn Meter.
      Blasterfeuer schoss auf sie zu. Jayden bremste. Verriss das Lenkrad bis zum Anschlag. Das Swoop wurde in eine vagerechte Flugbahn gepresst und steuerte weiterhin auf die Schläger zu. Fünf Meter. Jayden sprang. Im Flug hörte sie die Detonation. Die Druckwelle schleuderte sie aus dem kontrollierten Sprung und schmetterte sie gegen eine Wand. Es war nur der Macht zu verdanken, dass sie von den herumfliegenden Metallteilen nicht verletzt wurde. Der Aufprall war hart und presste ihr sämtliche Luft aus den Lungen. Jayden fühlte einen dumpfen Schmerz und die nahende Ohnmacht. Sie kämpfte mit allen Mitteln dagegen an. Schüttelte die Benommenheit von ihrem Körper ab und fand in der Macht Halt und Orientierung. Sie sah sich nach dem verbliebenden Verfolger um und musste nicht lange suchen. Der Droide war ihr die ganze Zeit über dicht auf den Fersen geblieben. Er hielt auf sie zu und nahm Jayden dabei unter Beschuss. Sie zündete ihr Lichtschwert und wehrte die Schüsse mittels zackiger und kraftschonender Bewegungen ab. Den Droiden schien dies nicht weiter zu kümmern. Er hielt weiter auf sie zu, ohne das Feuer einzustellen. Jayden wusste, dass eine Flucht aussichtslos war. Zu Fuß wäre sie nicht in der Lage einem Swoop Bike zu entkommen. Ihr blieb nichts weiter übrig, als sich dem Kampf zu stellen. In der Hoffnung, rechtzeitig ausweichen zu können. Der Droide feuerte eine weitere Salve ab. Jayden versuchte gar nicht erst, sie zu parieren. Stattdessen hechtete sie in einem weiten Sprung zur Seite. Im Flug durchtrennte sie mit ihrer Klinge den Stabilisator des Swoop Bikes. Augenblicklich fing es an, zu trudeln, und krachte in eine gemächlich vorbeiziehende Lastendrohne. Feuer und Funken flogen durch die Luft.
      Jayden wollte sich abwenden, als der Droide sich unversehrt aus den brennenden Trümmern heraus auf sie zu bewegte. Ein Blastergewehr in der Hand. Er legte an und feuerte. Jayden zündete ihm rechten Moment ihr Lichtschwert und lies die grüne Klinge agil durch die Luft wirbeln. Der Droide ging ohne Zögern weiter auf sie zu. Griff an seine metallene Hüfte, zog einen handgroßen Gegenstand hervor, den er in Jayden Richtung warf. Eine Granate!
      Jayden deaktivierte ihr Lichtschwert im Sprung. Die Detonation war ohrenbetäubend. Die Welt um sie herum versank in Stille. Vor ihren Augen tanzten Abermillionen Lichter. Sie versuchte zu gehen, taumelte und fiel zu Boden. Jayden fühlte eine plötzliche Übelkeit in sich aufsteigen und hob ihren Kopf. Wie durch einen Regenschauer hindurch erkannte sie die verschwommen Konturen des Droiden, der langsam auf sie zu ging. Das Blastergewehr im Anschlag. Jayden atmete ein und schloss ihre Augen. Gleich würde es vorbei sein. Das Einzige, was sie fühlte, war Bedauern. Darüber ihren Auftrag nicht ausgeführt und ihren Meister enttäuscht zu haben.
      Dein Abenteuer beginnt im Oktober 2019 - Bist du bereit, für die Zeitreise?

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    • »Seht zu, dass ihr die Container unauffällig verstaut. Wir wollen schließlich nicht bei der erst besten Kontrolle auffliegen.«
      Brian Pax stemmte die Hände in die Hüften und beobachtete den Verladeprozess der fünf Ugnaughten mit kritischen Blicken. Die rechteckigen Container wurden im Lagerhaus auf Repulsorlift - Paletten verladen und zu den vier bereitstehenden Landgleitern verbracht und auf diese verteilt. Ein magnetischer Fangstrahl hielt die Kisten wie eine Perlenkette aneinandergereiht.
      Zugegeben, musste Brian sich eingestehen, Verladedroiden wären für diesen Job die bessere Wahl gewesen. Er seufzte. Oder jede andere Spezies über einen Meter zwanzig. In der Zeit, in der die Ugnaughten eine Kiste umluden, hätte ein Lagerdroide vier geschafft. Und Zeit war ein Luxus, den sich Brian, wie sooft nicht leisten konnte. Trotz alledem waren die Ugnaughten seine erste Wahl gewesen. Ihre nahezu unfehlbare Einschätzung über die Wertigkeit von Schrott und Technologie war unübertroffen. Keine siebtklassige Arbeitsdrohne wäre in der Lage gewesen, hochwertige Komponenten von dem tatsächlichen Krempel zu unterscheiden, der die Lagerhäuser der großen Firmen vollmüllte.
      Auf diese Weise würde er zwar nicht die maximale Ladungskapazität seiner Speeder ausnutzen, dafür aber die höchstmögliche Ausbeute an Gewinn erzielen. Darauf kam es schlussendlich an. Credits. Brian lächelte selbstzufrieden in sich hinein und strich sich mit der Hand über seinen Dreitagebart. Selten waren bei einem vergleichsweise leichten Job mit geringem Risiko so viele Credits zu verdienen. Das Geld, stellte er überrascht fest, lag in diesem Sektor sprichwörtlich auf der Straße. Die einzige Herausforderung bestand darin, zu wissen, wo man suchen musste. In diesem Fall war Brian im Lagerhaus von Gonthor Industries fündig geworden. Einem Unternehmen, das auf Metallverarbeitung spezialisiert war und aufgrund der aktuellen Lage ein leichtes Ziel bot. Zahlreiche Firmen waren durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch, der in Folge der Plünderung Coruscants eintrat in die unteren Ebenen gedrängt worden. Kleinere, zum Teil bis unters Dach gefüllte Zwischenlager waren zwangsweise aufgegeben oder, wie im Fall von Gonthor Industries derzeit unter keinerlei Aufsicht. Luran Gonthor, wusste Brian, hatte derzeit andere Sorgen, als sich um die Sicherung seiner Ware zu kümmern. Kurz nach der Wiederaufnahme seiner Geschäfte hatten die Justikare die Firmenzentrale besetzt und den Eigentümer kurzer Hand vor die Tür gesetzt. Diese Information hatte Brian eine nicht geringe Stange an Geld gekostet. Doch Investition war jeden Credit wert.
      Vorausgesetzt, sie würden es heil aus dem Sektor schaffen. Seine Sorge galt weniger den hier spärlich eingesetzten Einheiten von Polizeidroiden. Vielmehr waren es die umherziehenden Swoop Banden, die Brian beunruhigt von einem Fuß auf den anderen treten lies. Ebenfalls war nicht auszuschließen, dass einer seiner unzähligen Konkurrenten nur darauf warteten ihm die Früchte seiner Arbeit unter vorgehaltenem Blaster an der nächsten Ecke abzujagen. Zu guter Letzt verblieb immer das Restrisiko einem der wenigen Wächterdroiden über den Weg zu laufen, die zuweilen die Lagerhäuser, genauer gesagt, deren Inhalte bewachten.
      Brian hielt diese Möglichkeit für eher unwahrscheinlich. In dieser Gegend verlies man sich auf Kameras, Bewegungsmelder und die Anonymität der schier unüberschaubaren Anzahl an Lagerhäusern. Bei hunderttausenden von Lagerhäusern, war die Wahrscheinlichkeit Opfer eines Einbruchs zu werden verschwindend gering. Im Fall von Gonthor Industries lag die Statistik, wie sooft daneben. Keines der in Frage kommenden Hindernisse war eine wirkliche Herausforderung für Brian gewesen. Er hatte Vorkehrungen getroffen, dass er vor Ort unentdeckt blieb. In seinem Gewerbe hingen Erfolg und Misserfolg oftmals davon ab, wen man kannte und wie viel man für die erhofften Dienste bezahlen konnte.
      Brian blickte die Straße hinab. Niemand war zu sehen. Ein flüchtiger Blick auf sein Chrono bestätigte seine Vermutung. Sie befanden sich im Zeitplan. Was konnte jetzt noch schief gehen? Eine gewaltige Detonation riss Brian aus seinen Gedanken. Blast! Instinktiv wandte er sich der Richtung zu, aus der die Explosion vernommen hatte. Das Blastergewehr im Anschlag. Die Ugnaughten waren hinter den beladenen Speedern in Deckung gesprungen und grunzten aufgeregt.
      Mit geübten Blicken scannte Brian die Umgebung. Seine Sorge erwies sich als unbegründet. Sie waren nicht angegriffen worden. Brian sprang auf, als er Blasterfeuer vernahm. Er hechtete zu seinem Swoop Bike.
      »Verladet die restlichen Kisten. Ich sehe mich mal um.«
      Der Vorarbeiter schaute Brian entgeistert an und erwiderte seinen Einwand auf Ugnaught.
      »Natürlich geht uns der Kampf nichts an. Aber findest du nicht, dass wir wissen sollten, ob wir mit unserer Ware in einen Swoop Gang Krieg fahren?« Brian erhielt ein resigniertes Grunzen als Antwort.
      »Wenn ihr fertig seid und nichts von mir gehört habt, nehmt ihr die Sekundärroute. Wir sehen uns dann am Treffpunkt.« Brian sprang auf das Swoop und wartete keine Antwort mehr ab. Stumm verfluchte er sein Glück. Warum mussten irgendwelche Spice Dealer ihre zugedröhnten Köpfe ausgerechnet auf seiner Rückzugsroute einschlagen? Er parkte sein Swoop in sicheren Abstand von der Einmündung entfernt, hinter der er den Kampf vermutete. Brian saß ab, hielt sein Blastergewehr schussbereit und lauschte. Von seiner Position aus konnte er vereinzeltes Blasterfeuer hören. Feuerstöße. Vermutlich ein Schütze. Er rückte vor. In halbgeduckter Haltung, die Knie leicht gebeugt und den Blick konzentriert vor sich gerichtet. Zügig. Nicht überhastet.
      Der Geräuschkulisse nach, wurde das Feuer nicht erwidert. Brian nahm an, dass der Schießende seinen Gegner in der Deckung hielt.
      Brian zog sich in den Schatten einer Lagerhalle zurück, in der man einen Sternenkreuzer unterstellen konnte. Seine Blicke sondierten die Umgebung. Er musste sich einen ungestörten Überblick zu verschaffen. Nur ein Nerf lief ohne vorherige Aufklärung in einen Feuerkampf. Brians Augenmerk lag auf einer schmalen Leiter unweit seiner jetzigen Position. Von dort käme er mühelos er auf das Dach. Ihm würde ein Sprung nicht erspart bleiben. Da die Leiter mindestens drei Meter über dem Boden verankert war. Brian seufzte und lies sein Gewehr los, in dem Wissen, dass der Trageriemen es vor seiner Brust halten würde. Er brauchte zwei Anläufe, bis seine Hände die unterste Sprosse zu fassen bekam und er sich mühsam hochzog. Brian ging in die Hocke, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte und griff nach seinem Gewehr. Neben den bekannten Blasterschüssen erklang ein leises Summen. Zunächst glaubte Brian, dass es von einem der Lüftungsschächte kam, die sich auf dem Dach befanden. Dann fand er heraus, dass das Summen in kurzer zeitlicher Abfolge zu den Schüssen befand.
      Der Kampflärm nahm mit jedem Schritt zu. Brian nutzte die breiten Lüftungskästen als Deckung und arbeitete sich auf diese Weise bis zum Rand Lagerhauses vor. Er legte er sich hin und spähte auf das Geschehen unter sich. Wenn er dort einen Kloo Horn spielenden Hutten vorgefunden hätte, wäre er nicht minder überrascht gewesen. Ein modifizierter Sicherheitsdroide schoss ohne Unterbrechung auf ... eine Jedi?! Brian traute seinen Augen nicht. Es bestand kein Zweifel. Robe und Lichtschwert waren dabei die solidesten Beweise. Hinzu kam, dass die Frau sich in einer raschen, kaum verfolgbaren Abfolge den Angriffswinkel des Droiden abfing und mit ihrer grünen Energieklinge jeden Schuss abfing. Trotz der, im höchsten Maße filigranen und agrobathischen Manövern war es für Brian offenkundig, dass die Jedi in Bedrängnis war. Der Droide passte sich mit ähnlich zügigen Bewegungen der Jedi an und deckte sie dabei mit einem dichten Sperrfeuer ein. Man konnte sagen, dass die Maschine die Frau vor sich hertrieb und den geeignetsten Augenblick abwartete, um eine tödliche Überraschung zu präsentieren. Was machte ein Jedi hier unten? War sie seinetwegen gekommen? Brian verwarf den Gedanken gleich wieder. Was für’n Haufen Banthascheiße. Jedi interessierten sich für in der Regel nicht für kleinere ...Transportunternehmen. Zumal Brian den Sicherheitsdroide nicht kannte. Nein. Er war nicht aufgefolgen. Noch nicht.
      Brian spielte mit dem Gedanken, der Jedi zu helfen. Verwarf ihn aber gleich wieder. Sie würde Fragen stellen, die er schwer beantworten konnte, ohne zu lügen. Was sie wiederum fühlen würde. Nein. In diesem Fall war Rückzug die beste Entscheidung. Aus den Augenwinkeln sah er, wie der Droide einen handgroßen Gegenstand in Richtung der Jedi warf. Granate! Brian duckte sich weg, öffnete seinen Mund und hielt sich die Ohren zu.
      Die Explosion war gewaltig und durchfuhr seinen gesamten Körper. Glücklicherweise befand er sich er zu weit oben, dass die Druckwelle der Schallgranate nicht erreichte. Im Gegensatz zu der Jedi. Sie lag bäuchlings auf dem Boden und rührte sich nicht. Selbst wenn sie die Explosion überlebt hatte, was Brian arg bezweifelte, war sie erledigt. Der Droide hatte zwar sein Feuer eingestellt, doch nur, wie Brian wusste um mit seinen Scannern nach Lebenszeichen zu suchen.
      »Zeit zu verschwinden,« murmelte er und war im Begriff sich abzusetzen. Der Droide hob das Blastergewehr und zielte auf die Jedi. Brian erstarrte. Sein innerster Impuls forderte ihn zum Gehen auf. Die Sache hier ging ihn nichts an. Was immer sich dort unten abspielte, er wollte kein Teil davon sein. Jedi Angelegenheiten wirbelten in der Regel ziemlich viel Staub auf. Und genau das konnte Brian am wenigsten gebrauchen. Aufmerksamkeit. Er drehte sich um und fühlte einen Stich in seinem Magen. Er atmete hörbar aus. Sein innerer Kampf wehrte für den Bruchteil eines Lidschlages. Dann war er entschieden. Brian hob das Blastergewehr und blickte durch die Visieroptik. Sein zielendes Auge schaute auf eine unsichtbare Stelle zwischen den beiden Photorezeptoren des Droiden. Ich hab ein ganz mieses Gefühl, schoss es ihm durch den Kopf, als er den Abzug betätigte. Brian fing den Rückstoß mit seiner Schulter auf. Ansonsten bewegte er sich nicht. Der Droide verharrte in seiner Bewegung. Dann durchfuhr ihn ein Zucken. Lautlos brach er zusammen. Brian senkte langsam seine Waffe und schaute auf die Jedi. Sie bewegte sich noch immer nicht.
      Brian griff an seinen Gürtel, holte einen Greifhaken hervor, befestigte ihn an einem Ventilationsgitter und überprüfte die Stabilität. Als er sicher war, nicht in den Tod zu stürzen, schwang sich über den Rand des Daches. Nahezu lautlos fingen seine Beine den Sprung auf. Ohne Probleme stieß Brian sich von der Wand ab und landete nach wenigen Atemzügen auf dem Boden.
      Er hastete zu der regungslosen Jedi und drehte sie auf den Rücken. Brian hielt den Atem an. Er blickte in ein jugendliches Gesicht, das vom Staub und Dreck der Straße bedeckt war. Die Flechtfrisur hatte sich an einigen Stellen gelöst. Blonde Strähnen hingen ihr in die Augen. Brian durchfuhr beim Anblick der jungen Jedi ein sonderbares Gefühl in der Magengegend. Schwerlich gelang es ihm, sich von ihrem Gesicht zu lösen und den Rest ihres Körpers in Augenschein zu nehmen. Ihre Kleidung war ebenfalls beschmutzt. Glücklicherweise konnte Brian nirgendwo Blut erkennen. Seine geschulten Hände tasteten sie oberflächlich ab. Keine Wunden. Keine augenfälligen Brüche. Bis auf eine hässliche Beule an ihrem Hinterkopf war die Jedi unverletzt. Zumindest äußerlich. Das Mädchen stöhnte auf.
      »Erstaunlich,« murmelte er. Nach der Logik, der er folgte, müsste er vor einer Leiche hocken. Oder zumindest vor einer Schwerverletzten. Jedi, das wusste Brian, folgten meist einer anderen Form von Maximen. Behutsam richtete er die Jedi in eine sitzende Position auf. Er stützte dabei ihren Rücken mit seinem linken Arm.
      »Könnt Ihr mich hören?«
      Die Lider des Mädchens flackerten und Brian blickte in ein paar grasgrüne Augen. Er konnte fühlen, wie sein Herz einen Satz machte.
      »Der Droide ...«
      »Pulverisiert.«
      »Die anderen ...,« ihre Stimme klang rau. Doch ihr Blick wurde zunehmend klarer.
      »Ich habe keine anderen Jedi gesehen.«
      Sie schüttelte kaum merklich den Kopf.
      »Verfolger.« Sie schluckte hart und ihre Augen hetzten von einer Seite zur anderen.
      Brian sah sich um, obgleich er wusste, dass sie allein waren.
      »Ich kann niemanden sehen.«
      Die Jedi machte Anstalten sich zu erheben. Brian drückte sie sanft aber bestimmt zurück.
      »Euer Kopf hat ganz schön was abbekommen. Ihr solltet Euch nicht bewegen.«
      »Mir fehlt nichts. Ich..«Ein Anflug von Schmerz durchzog ihr hübsches Gesicht und lies den anfänglichen Trotz aus ihrem Blick erlöschen.
      »Was immer ihr vorhabt. In diesem Zustand werdet Ihr nicht weit kommen ...«
      »Ich benötige keine Hilfe. Ich bin in der Lage ...« Sie stemmte sich im Reden hoch, als ihre Lider flackerten und ihre Beine einknickten. Sie wäre wohl hart auf den Boden aufgeschlagen, wenn Brian sie nicht im letzten Moment aufgefangen hätte. Er seufzte. Was immer die Jedi hier unten zu schaffen hatte, er war wohl nun doch ein Teil davon.
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    • Jayden war sich nicht sicher, ob sie die Laute tatsächlich hörte oder durch die Macht wahrnahm. Ihr kam es vor, als ob eine bleierne Decke sich über ihren Kopf befände, die alle Geräusche von ihr abschirmte. Sie konnte hören. Das bedeutete, dass sie lebte. Oder nicht? War sie eins mit der Macht geworden? Erlebte sie, was die Meister ihr als beständige Balance beschrieben haben? Umhüllt von einem zeitlosen Nichts? Ihr Kopf schmerzte und Jayden fühlte vieles zugleich. Eine selige Harmonie hingegen nicht. Nein, entschied Jayden sich. Sie befand sich in der irdischen Sphäre. Ein Rest Zweifel blieb. Wer konnte schon sagen, wie das Jenseits beschaffen war? Ihre innere Stimme flüsterte ihr zu, dass sie eins mit der Macht sein musste. Es war die einzig logische Konsequenz. Wovon? Jayden versuchte, sich die letzten Erinnerungsfetzen ins Gedächtnis zu rufen. Sie erinnerte sich an die Verfolgungsfahrt. Die Blasterschüsse und ... der Droide! Jayden riss ihre Augen auf und schnellte empor. Augenblicklich bereute sie ihre Entscheidung. Ihr Magen schien sein Innerstes nach Außen zu stülpen. Es kostete Jayden den letzten Rest an Selbstbeherrschung, sich nicht zu übergeben.
      »Wohu! Alles gut. Ihr seid in Sicherheit Meister Jedi.«
      Überraschung und Sorge drangen durch die Stimme und der Macht zu gleichen Teilen auf sie ein. Jayden blinzelte verwirrt und blickte sich um. Nach der Stimme suchend. Wo war sie? Eindeutig nicht mehr auf der Straße. Der Raum um sie herum war abgedunkelt und roch muffig. Sie lag in einem schmalen Bett. Es gab keine natürliche Lichtquelle, soweit Jayden das von ihrer Position aus bewerten konnte. Ihr Blick fiel nach wenigen Lidschlägen auf einen Mann mittleren Alters. Er musste ihr gegenüber gesessen haben und bei ihrem plötzlichen Anflug von Leben aufgesprungen sein, da sein Stuhl sich noch immer drehte. Ihre Blicke trafen sich. Jayden musterte den Mann unverhohlen aber ohne Argwohn. Nichts in seiner Präsenz deutete auf ein aggressives Verhalten hin. Der Fremde trug unauffällige Kleidung. Die über seine tatsächliche Wehrfähigkeit hinwegtäuschen sollte. Jayden konnte spüren, dass der Mann den Kampf kannte. Er besaß einen wachsamen Blick. Sein kantiges Gesicht war von einem Bartschatten bedeckt und von dunklen Haaren eingerahmt.
      »Wo bin ich?« Jayden sah sich genauer um. In dem Raum herrschte Ordnung, wie sie überrascht feststellen musste. Kein achtlos zu Boden geworfenes Kleidungsstück, keine schmutzigen Teller und kein Abfall.
      »In meinem Quartier. Brian Pax. Ich habe Euch den Arsch gerettet.« Er grinste breit und eine Spur verwegen. Jayden fühlte einen heißen Stich in ihrer Magengegend.
      »Ich hatte die Lage unter Kontrolle.«
      »Von meiner Stellung sah es aus, als ob der Droide mit Euch den Boden gewischt hat. Meister Jedi.« Pax zuckte mit den Schultern. Jayden konnte nicht sagen, was sie mehr störte. Seine selbstgefällige Art oder seine vulgäre Ausdrucksweise.
      »Ich habe nur ein paar Kratzer. Nichts, was sich nicht heilen ließe.« Jayden setzte sich hin und stellte erleichtert fest, dass sich die Übelkeit verringert hatte.
      »Kratzer? Ihr könnt von Glück sagen, dass Ihr am Leben seid.«
      »Es gibt kein Glück.« Jayden horchte in sich hinein. Sie war sich nicht ganz sicher, wie lange sie bewusstlos gewesen war. Alles in allem war es ausreichend für ihre Macht verstärkte Selbstheilung gewesen. Zumindest was die gröbsten Verletzungen anging.
      Der Fremde hob abwehren seine Hände.
      »Verschont mich mit Jedi Weisheiten.«
      »Nur ein Tor verschließt sich vor Wissen. Mein Überleben hatte nicht mit Glück zu tun. Die Macht hat mich gerettet.«
      »Die Macht, huh?! Wenn ich gewusst hätte, dass Jedi dermaßen undankbar sind, hätte ich Euch liegen gelassen.«
      »Ich habe Euch nicht um Eure Hilfe gebeten,« schnaubte Jayden. Sie wandte ihren Blick ab und hörte in sich hinein. Sie konnte sich nicht erklären, weshalb sie den Fremden so angefahren hatte. Lag es an seiner Art? Wie er sie angesehen und die Anziehung, die er dabei empfunden hatte? Jayden schüttelte ihren Kopf. Kühles Verhalten, wusste Jayden, half Lebewesen auf Distanz zu halten, die sich von ihren Emotionen leiten ließen. Unhöflichkeit jedoch schuf eine Mauer und erzeugte Unmut. Jayden atmete tief durch.
      »Ihr habt Recht. Meine Worte klangen undankbar. Was ich nicht bin.«
      Der Fremde winkte mit einer lässigen Geste ab.
      »Halb so wild. Ihr seid nicht die erste Jedi, die ich treffe. Meister ? ...«Er schaute sie fragend an.
      »Jayden Kor. Ich bin kein Meister. Sondern ein Padawan.« Der Raum schien unvermittelt zu wackeln und Brians letzte Worte wurden von einem lautstarken Brummen zum Ende hin verschluckt. Jayden schaute zum einzigen Fenster im Zimmer, konnte aber nichts erkennen.
      »Schnellzug,« klärte Pax sie auf, »wenn man sparsam und unauffällig wohnen möchte, muss man gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Ich hör es schon gar nicht mehr. Was hattet Ihr da unten eigentlich zu suchen?«
      Jayden deutete ein Kopfschütteln an.
      »Jedi Angelegenheit.«
      Pax hob gleichgültig seine Schultern. Aufgesetzte Teilnahmslosigkeit. Jayden konnte die Anspannung von Brian Pax spüren aber nicht konkret zuordnen.
      »Ich hoffe nur,« brummte Pax, »das mir diese Jedi Angelegenheiten nicht demnächst die Tür eintreten wird. Oder mein Swoop atomisiert?«
      »Nicht anzunehmen.«
      »Großartig.«
      Jayden erhob sich und rang sich den Anflug eines Lächelns. Brian Pax, musste Jayden überrascht feststellen, war ihr nicht unsympathisch. Wären die Dinge anders, hätte sie womöglich seine Gesellschaft genossen. Für Plaudereien fehlte es ihr an Zeit. Sie schwang die Füße aus dem Bett und richtete sich auf. Ein Anflug von Schwindel überkam sie und Jayden strauchelte leicht. Brian hatte augenblicklich seine Hände nach ihr ausgestreckt. Jayden erlangte ihr Gleichgewicht wieder und hob dankend wie abwehrend ihre Hände.
      »Es geht wieder. Danke.«
      »Ihr solltet Euch ein wenig ausruhen. Sehr wahrscheinlich habt Ihr eine Gehirnerschütterung und ...«
      »Ich habe Eure Gastfreundschaft zu lange in Anspruch genommen. Es wird Zeit, dass ich aufbreche.«
      »Das wird nicht möglich sein, fürchte ich. Zu dieser Urzeit herrscht Krieg auf den Straßen. Nicht mal ein Jedi würde ...«
      »Ihr unterschätzt meine Fähigkeiten. Ich bin durchaus in der Lage auf mich aufzupassen.« Jayden lies keine Zweifel an ihren Worten, dass seine Sorge sie nervte. Scheinbar war sie da nicht die Einzige.
      »Hören Sie zu Lady. Wenn Sie sich umbringen wollen, dann ist das ihre Sache. Jedi oder nicht. Dort draußen überleben Sie keine zehn Minuten. Ich habe zehn Jahre meines Lebens bei den Spezialeinheiten verbracht und auf jedem Planeten gekämpft, den Sie kennen. Trotzdem gehe ich im Nachtzyklus nicht raus. Wenn Sie gehen wollen, dann gehen Sie. Mir ist es gleich.«
      Er log. Das fühlte sie. Nicht was seine militärische Verwendung anging. Jayden runzelte ihre Brauen und sah Brian Pax an. Konnte sie ihm trauen? Er hatte ihr geholfen, wo viele andere sie einfach ihrem Schicksal überlassen hätten. Er war um ihr Wohlergehen besorgt. Wussten die Sterne warum. Und doch war da dieses Gefühl, dass Brian Pax ihr etwas vorenthielt. Jayden entschied sich, ihrem Instinkt zu vertrauen. Wie es Meister M’har sie gelehrt hatte. Bei einer ehrlichen Betrachtung ihrer Lage musste Jayden sich eingestehen, dass sie ratlos war. Sie wusste nicht, wo sie sich befand, geschweige denn wohin sie sich wenden sollte, um Kao Bukk zu finden. Hatte sie die dargebotene Hand zu voreilig abgewiesen? Jayden nahm ihre Hand von dem Türöffner und schaute sich um.
      »Wann ist es sicher, zu gehen?«
      »In zwei bis drei Stunden, schätze ich.«
      »Dann warte ich solange.«
      »Kluge Entscheidung.«
      »Wissen Sie, woher ich einen Speeder bekommen kann?« Jayden sah ihn fragend an.
      »In dieser Gegend? Sie müssten einen klauen,« er grinste breit.
      »Das steht außer Frage.«
      »Dann sehe ich schwarz für Sie. Wo müssen Sie hin? Ich könnte Ihnen helfen.«
      Jayden rang mit sich, die Frage zu beantworten. Dann obsiegte ihr Vertrauen über ihren Argwohn.
      »Ins Black Rancor. Das ist eine ...«
      »Cantina. Ich weiß,« unterbrach Pax sie, »Was im Namen der Sterne wollen Sie dort? Nicht gerade ein Ort für ...« Er lies den Satz unbeendet.
      »Für?«
      »Na Sie wissen schon,« er fuhr sich mit der Hand über seinen Nacken und schaute zur Seite, » junge hübsche Mädchen.«
      »Was bitte hat mein Aussehen mit der Cantina zu tun?« Jayden schaute Brian entgeistert an. Anstatt einer Antwort erkannte sie annähernd so viel Erstaunen.
      »Sie wissens wirklich nicht oder?«
      Jayden hob ihre rechte Braue und sah Pax fragend an.
      »Der Laden gehört der Schwarzen Sonne. Die einzigen Mädchen, die sich dort aufhalten, sind Tänzerinnen oder Huren.«
      »Oh.« Jayden fühlte, wie das Blut in ihre Wangen schoss. Sie fühlte sich bodenlos naiv. Ihr hätte bewusst sein müssen, um was für ein Etablissement es sich handeln würde. Die Tatsache, dass es der Schwarzen Sonne gehörte, machte die Situation nicht gerade einfacher. Selbstverständlich hatte Jayden von dem galaxisumspannenden Verbrechersyndikat gehört. Spicehandel und Schutzgelderpressung zählten zu den geringfügigsten Verbrechen der Organisation. Brutalität und Rücksichtslosigkeit waren innerhalb der Schwarzen Sonne weit verbreitet. Jayden glaubte daher nicht, dass sie Kao Bukk dort einfach herausholen konnte. Zumindest nicht ohne weiterführende Informationen.
      Jayden wandte sich an Brian.
      »Gilt Euer Angebot noch?«
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    • Brian konnte nicht glauben, was er hier tat. Statt die Ausbeute aus seinem Besuch bei Gonthor Industries zu genießen flog er in das Herrschaftsgebiet der Schwarzen Sonne. Es war auch nicht die verheißungsvolle und innige Umarmung einer namenlosen Cantina Bekanntschaft, die er um seine Hüften spürte, sondern der kühle Griff eines Jedi Mädchens. Brian seufzte und presste seine Lippen zusammen. Allen Vorsätzen zu Trotz schaffte er es immer wieder, auf einen bildschönen Rock hereinzufallen. Gut, in diesem Fall war es eine Robe. Diverse Narben an seinem Körper zeugten von seiner Unbelehrbarkeit. Wie viele mussten noch hinzukommen, bis er in letzter Konsequenz klüger wurde? Brian hatte aufgegeben, dieser Frage nachzugehen. Genausogut hätte er versuchen können einem Nexxu das Tanzen beizubringen. Was in der Theorie vielversprechend klang, scheiterte oftmals an der nackten Realität. Brian wusst nur, dass er das dringende Bedürfnis empfand Jayden zu helfen. Seit ihrem Treffen war es stets derselbe Gedanke gewesen, der durch Brians Kopf gezogen war. Hatte die Macht sie beide zusammen geführt? War es am Ende gar Jayden selbst, die ihn dazu brachte ihr zu helfen? Mit einem dieser verfluchten Jedi Tricks? Brian nahm es nicht an. Zum einen, weil er der jungen Jedi Heimtücke nicht zutraute. Zum anderen glaubte er von sich, in der Lage zu sein, derlei Manipulationen zu widerstehen. Sicher konnte er da verständlicherweise nicht sein.
      In dem Moment, als er sich entschloss, in den Kampf einzugreifen, hatte er die Verantwortung für Jayden übernommen. Mit sämtlichen Konsequenzen. Selbst durch den schweren Mantel hindurch konnte er Jaydens Griff spüren. Ihre Hände ruhten auf seinem Körper und Brian wagte nicht sich zu bewegen. Aus Angst, sie würde loslassen. Er schüttelte den Kopf. Zotteliger Nerf auf grüner Wiese. Schamlose Gedanken über eine anwesende Telepathin waren nicht das, was Brian als brillante Idee bezeichnete. Zielstrebig steuerte Brian sein Swoop an zahlreichen Wohneinheiten und Wirtschaftsgebäuden vorbei. Dabei überholte er routiniert langsamere Luftgleiter. Dabei kam er immer wieder den neongrellen Werbebannern gefährlich nahe, die schwebend am Rand der Luftstraße platziert waren. Entgegenkommende Gleiter quittierten seine waghalsigen Manöver mit zornigem hupen und hektisch aufblitzenden Positionslichtern. Brian machte sich einen Spaß daraus, sich erst im letzten Augenblick in seine Flugspur einzureihen.
      »Tollkühnheit beeindruckt mich nicht im geringsten Maße. Sie können aufhören wie ein angesengter Hutte zu fliegen.« Die Jedi musste Schreien, um gegen den Lärm anzukommen.
      »Wie kommt Ihr darauf, dass ich Euch beeindrucken möchte?« Schrie Brian zurück und war froh, dass Jayden sein Gesicht nicht sehen konnte. Es hätte ihn unweigerlich entlarvt. Wenn seine Gedanken dies nicht erledigt hatten.
      »Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie immer so fliegen.«
      »Genau das.«
      »Und Sie nennen mich eine Närrin.«
      Brian grinste. Jayden mochte weltfremd und eine Spur weit naiv sein. Lakonisch war sie nicht. Er hatte sie eine Närrin genannt, als Jayden ihm über ihr Vorhaben in Kenntnis gesetzt hatte. Der Plan war waghalsig und dreist. Doch darüber hinaus war er simpel. Weswegen er Brian im Ergebnis überzeugte. Pläne funktionierten meist, wenn sie sowohl unkompliziert und unverfroren waren. Das hatte ihm seine Zeit beim Militär gelehrt. Da Brian keinen besseren Vorschlag beisteuern konnte, war die Angelegenheit schnell geregelt gewesen. Ihr Weg führte sie abseits der Hauptverkehrsroute auf eine weniger frequentierte Luftstraße.
      »Haltet Eure Augen offen. Überfälle gehören hier zum guten Ton. Zeugen am Leben lassen hingegen nicht.«
      »Wie kann ich die Straßenräuber vom Rest unterscheiden?«
      »Das ist ganz leicht. Wenn Sie auf uns schießen, wollen sie unsere Credits.«
      Jayden murmelte etwas, was Brian nicht verstand. Er nahm seinen eigenen Ratschlag zu Herzen und sah sich um. Nach verdächtigen Personen oder Situationen. Jederzeit bereit, die Nachbrenner reinzuhauen und einen flinken Schuh zu machen. Brian war in seinem Leben in einer Menge Kämpfe verwickelt gewesen. Imperiale, Separatisten auf Ord Mantell und versprengte Trupps plündernder Mandalorianer hatten dabei seine Mündung gekreuzt. Zahlreiche Narben an Körper und Seele zeugten von diesen Aufeinandertreffen. Oft war der Tod sein ständiger Begleiter gewesen. Todesangst war Brian gewohnt.
      Nichts erfüllte ihn mit mehr Furcht, als ein Haufen brutaler und schießwütiger Spiceköpfe. Ihre mangelnde militärisch taktische Ausbildung glichen sie durch stumpfe Brutalität aus, die oftmals keine Grenzen kannte. Auf Unschuldige wurde keine Rücksicht genommen. Im Gegenteil. Brian wusste von ganzen Familien, die ausgelöscht worden waren, weil die Schwarze Sonne sich hintergangen fühlte. Oberflächlich betrachtet handelte es sich um einen losen Haufen von kriminellen Straßenschlägern, Spice Dealern und Auftragsmördern. Schaute man hinter die Kulissen, erkannte man eine hierarchische Organisation. Erstklassig vernetzt mit einem Nachrichtendienst, der selbst dem SID das Wasser reichen konnte. Einmal auf der Abschussliste war es beinahe unmöglich, sich in der Galaxis vor seinem Schicksal zu verstecken. Mit diesem Wissen steuerte Brian eine verwaiste Landeplattform an und drosselte seine Geschwindigkeit.
      »Wir sind fast am Ziel. Zeit abzuspringen oder umzukehren.«
      Jayden löste ihren Griff und Brian fühlte, wie sie sich aufrichtete.
      »Mein Entschluss steht fest.«
      Brian seufzte.
      »Ich habe befürchtet, dass Ihr das sagt. Haltet Euch von den Straßen fern und wartet auf mein Zeichen.«
      »Ich werde bereit sein. Möge die Macht mit uns sein.« Mit diesen Worten schwang sich Jayden vom Swoop und sprang im Flug fünf Meter zu Boden. Brian konnte sehen, wie sie kontrolliert landete und sich die Kapuze tief ins Gesicht zog. Dann wurde die Jedi von den Schatten verschluckt.
      »Gemeinsam mit einem Jedi Mädchen einen Hacker aus einer Cantina der Schwarzen Sonne holen, der an einem Mordkomplott gegen einen Politiker verwickelt ist,« Brian lachte verbittert auf, »zumindest ist niemand hier, der mich einen Nerf Treiber nennt.«
      Brian parkte das Swoop Bike einen Block von der Cantina entfernt. Mit geübten Griffen überprüfte er den Sitz seiner Blasterpistolen und seines Kampfmessers. Das Blastergewehr hatte er vorsorglich in seinem Quartier gelassen. Brian wollte nicht mehr auffallen, als nötig. Ein militärischer Sturmblaster malte ihm in dieser Gegend eine weithin sichtbare Zielscheibe auf den Rücken und er wäre er tot, ehe er die Cantina nur gesehen hätte. So konnte er sich unter den Strom von Passanten mischen. Sein bester Schutz war die Anonymität der Masse.
      Seine Sorge war unbegründet. Brian erreichte unbehelligt sein Ziel. Der Schwarze Rancor war ein unauffälliger Laden. Er befand sich in einer Nebenstraße und war spärlich ausgeleuchtet. Dem Inhaber war offenbar nicht daran gelegen Laufkundschaft anzuziehen. Ein schwarzes Rancor - Holo flackerte in unregelmäßigen Abständen in die spärlich ausgeleuchtete Straße und warf sein schummriges Licht auf den schmutzigen Asphalt. Brian drückte sich in eine weniger beleuchtete Ecke und beschränkte sich zunächst auf das Beobachten. Zwei schwer bewaffnete Türsteher lungerten am Eingang und unterzogen jeden Passanten einem grimmigen Blick. Tiefgreifende Durchsuchungen gab es nicht. Waffenbesitz war in der Cantina scheinbar erlaubt. Falls es weiterführende Sicherheitsmaßnahmen gab, konnte Brian keine feststellen. Er vermutete, dass der üble Ruf der Inhaber Schutz genug bot. Als Brian der Überzeugung war, genug gesehen zu haben, stieß er sich von der Wand ab. Eine fühlbare Vibration hielt ihn zurück. Brian griff in seine Tasche und holte sein Holo – Kom hervor.
      »Wo zum Sith steckst du? Ich versuche dich, seit Stunden, zu erreichen.«
      Brian setze ein erfreutes Lächeln auf und verfluchte innerlich sein Glück.
      »Vitoo. Du wirst es nicht glauben, ich wollte dich gerade anrufen. Es ist was dazwischen gekommen und ...«
      »Gab es Probleme mit der Beschaffung?«
      »Nein. Allerdings kann ich dir heute nicht liefern. Aber du kriegst deine Ware. Wann habe ich dich je hängen lassen?«
      »Du weißt, was ich von Verspätungen halte. Ich erwarte dich am Treffpunkt. Pünktlich. Sonst bist du Banthafutter.«
      Die Verbindung wurde getrennt. Brian ballte seine Hand zur Faust. Das Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden. Kraftvoll schlug er gegen die Hauswand. Vitoo. Ihn hatte Brian im Trubel um Jayden vollkommen vergessen. Er warf einen Blick auf sein Chrono und fluchte. Wenn er sofort losfliegen würde, bestünde eine greifbare Chance, den Treffpunkt rechtzeitig zu erreichen. Hier ging es um Geld. Verflucht viel Geld. Jayden hin oder her. Brian konnte es sich nicht leisten umsonst zu arbeiten. Immerhin hatte er sie hierher gebracht. Sie würde auch ohne ihn zurechtkommen. Sie war eine verdammte Jedi. Brian atmete aus und ging zu seinem Speeder zurück. Die Zeit drängte.
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    • Jayden bewegte sich lautlos durch die Schatten. Was ihr keine zusätzliche Mühe kostete. Natürliche Beleuchtung gab es hier unten nicht. Die meisten Straßenlaternen waren defekt oder fehlten in Gänze. Neogrelle Schriftzüge der Werbebanner, die über den wenigen Geschäften prangten, verliehen den schmalen Gassen einen gespenstischen Anstrich. Ein allgegenwärtiger Gestank nach humanoidem Unrat und Müll drang an Jaydens Nase. Sie verzog angewidert ihr Gesicht, drückte sie sich von einer defekten Straßenlampe ab und rollte sich wenig später auf dem Flachdach eines Lagerhauses ab. Brians Ratschlag folgend, mied Jayden die größeren Straßen und erreichte unbemerkt den Hinterausgang der Cantina.
      Jayden ließ ihre Blicke auf der Suche nach einem geeigneten Beobachtungsposten schweifen und wurde fündig. Mit spielerischer Leichtigkeit sprang sie auf einen gewaltigen Müllcontainer. Sie griff erneut nach der Macht und katapultierte sich zwischen die, zur Hälfte erloschenen, Schriftzeichen einer Wartungsfirma. Die Buchstaben waren massig genug, um eine Uxibestie dahinter verstecken zu können. Jayden suchte sich einen halbwegs bequemen Platz in der dunkleren Hälfte der Schrift. Auch wenn sie diese Vorsichtsmaßnahme im Grunde für unnötig hielt. Wer achtete jemals auf Werbung? Von ihrem Platz aus, hatte Jayden einen weiträumigen Blick über die Gasse und den Hinterausgang. Brian, vermutete Jayden, war aller Wahrscheinlichkeit nach in der Cantina.
      »Pax. Ich bin in Position.« Sie erhielt keine Antwort. Ein Säuseln drang durch die Macht an ihr inneres Ohr. Jayden runzelte die Brauen. Irgendetwas stimmte nicht. War Brian Pax auf ungeplante Hindernisse gestoßen? Jayden wiederholte ihre Mitteilung. Nichts. Nach einem dritten Versuch wurde die anfängliche Vermutung zur hässlichen Gewissheit. Ein heißer Stich durchfuhr ihren Körper. Brian Pax hatte sie im Stich gelassen. Enttäuschung und Wut stiegen in Jayden auf. Sie hatte um Pax zweifelhaften Charakter gewusst. Hatte seine Emotionen durch die Macht gespürt. Die Versuche, seine Natur vor ihr zu verbergen. Das er sie hinterging und ihr nicht aus der Güte seines Herzens heraus half, hätte ihr als Folge dessen, bewusst sein müssen. Warum war sie also überrascht? Persönliche Enttäuschung! Jayden schloss für einen Herzschlag lang die Augen und konzentrierte sich auf den stetigen Strom der lebendigen Macht. Es gibt keine Gefühle. Es gibt Frieden, rief sie sich in Erinnerung. Sie fühlte, wie der Ärger sich legte und Klarheit ihren Geist ergriff. Brian Pax unerwartete Flucht war bedauerlich aber kein Rückschlag. Zum Allermindesten wusste Jayden, wo sie nach Kao Bukk suchen sollte. Ihr Blick glitt zu der Cantina hinab. Sie brauchte einen neuen Plan. Sollte sie in die Cantina gehen und sich umsehen? Jayden war sich sicher, mit Hilfe der Macht an jedem humanoiden Hindernis vorbeizukommen. Doch was dann? Es war mehr als fraglich, dass sie den Hacker in all dem Durcheinander würde finden können. Einem Nexxu das Tanzen beizubringen klang in der Theorie ebenso erfolgversprechend. Nein, beschied Jayden. Sie brauchte eine andere Strategie. Sie holte ihr Holo – Kom hervor und aktivierte es.
      »Jayden.«
      »Meister ich habe den Hacker gefunden.«
      »Ich habe nie an dir und deinen Fähigkeiten gezweifelt. Hast du ihn schon vernommen?«
      »Er befindet sich noch nicht in meinem Gewahrsam. Meister. Ich bin seiner Spur bis zu einer Cantina gefolgt,« Jayden verzog kaum merklich ihr Gesicht, »mein lokaler Kontakt hat sich abgesetzt. Ich benötige Eure Hilfe, um mit dem SID Kontakt aufzunehmen.«
      Meister M’hars Holoprojektion zog die Brauen zusammen und warf Jayden einen skeptischen Blick zu.
      »Ein lokaler Kontakt?«
      »Es ist eine lange Geschichte Meister. Dafür ist jetzt keine Zeit. Gebt dem SID meine Position durch. Sie sollen versuchen Kao Bukks Kom zu orten und ihn unter einem Vorwand ins Freie locken.«
      »Meinst du nicht, dass wenn der SID Bukks Kom – Frequenz wüsste, sie ihn eher geortet hätten?«
      »Ich weiß, dass es ein dünner Ast ist, nach dem ich greife Meister. Vermutlich fällt ihnen etwas Besseres ein. Von Bedeutung ist nur, dass er raus kommt.«
      »Ich werde deine Koordinaten an den SID schicken. Bleib vor Ort und möge die Macht mit dir sein.«
      Jayden verstaute ihren Bildwerfer und atmete tief durch. Jetzt hieß es warten. Improvisation gehörte nicht zu ihren Stärken, wusste Jayden. Sie zog ihre Sicherheit aus der Vorbereitung. Dem Wissen. Spekulation und Risiken waren ihr zu dürftig. Meister M’har war nie zu Müde, ihr zu erklären, dass es keinen Plan gab, wie ausgeklügelt er auch sein mochte, der in der Realität standhielt. Jayden fortwährend dagegen argumentiert, das penible Organisation sämtliche Eventualitäten berücksichtige. Jayden erkannte nun, dass sie falsch gelegen hatte. Ihr Augenmerk wurde auf die Hintertür der Cantina gelenkt, als sich diese öffnete. Eine schmale Gestalt huschte in die Dunkelheit. Das Gesicht war von einer Kapuze verhüllt. Panische Furcht schlugen Jayden durch die Macht entgegen. In der Hoffnung, dass es sich um tatsächlich um ihre Zielperson handelte, stieß sie sich von ihrem Platz ab und landete lautlos auf dem Asphalt. Mühelos nahm sie die Verfolgung auf. Der Schatten hechtete in einen schmalen Durchgang. Jayden folgte ihm. Eine Sackgasse, wie sie zufrieden feststellen musste. Die Gestalt lief auf einen Luftgleiter zu. Jaydens Augen weiteten sich. Sie beschleunigte ihre Schritte, schloss ihre Augen und streckte ihren Arm aus. Die Silhouette erstarrte in ihrem Schritt. Als sei sie innerhalb weniger Nanosekunden eingefroren. Jayden musste ihre gesamte Konzentration aufbringen, um die Gestalt mit der unsichtbaren Hand zu umklammern. Schritt um Schritt, näherte sie sich der Gestalt. Durch den Stoff der Kapuze zeichneten sich deutlich sichtbar die Ausbuchtungen mehrerer kurzer Hörner ab.
      »Kao Bukk. Wir müssen reden.« Jayden hatten den Hacker fast erreicht, als im Hintergrund ein lautstarkes Hupen ertönte. Es war ein flüchtiger Moment, der Jaydens Konzentration brach. Aber er war ausreichend. Augenblicklich fiel die Starre von dem Zabrak ab. Im Laufen zog Kao Bukk einen Blaster und feuerte. Jayden verdankte ihr Leben ihren blitzartigen Reflexen. Sie sprang zur Seite, griff im Flug nach ihrem Lichtschwert und zündete es. Während sie die Verfolgung aufnahm, wehrte sie routiniert die Schüsse ab. Wenige Schritte trennten den Zabrak von seinem Gleiter. Zwangen Jayden zu einer raschen Entscheidung. Im Lauf griff sie nach der Macht und stieß ihren freien Arm nach vorne. Kao Bukk wurde von einer nicht sichtbaren Faust zwischen den Schulterblättern getroffen. Er stürzte fluchend zu Boden und verlor dabei seinen Blaster. Jayden schraubte sich in die Luft und ehe der Hacker nach seiner Waffe greifen konnte, landete sie vor ihm. Die Spitze ihres Lichtschwerts auf seine Brust gerichtet.
      »Ich war noch nicht fertig,« stellte sie schwer atmend fest.
      Jayden blickte in weit aufgerissene violette Augen. Vor ihr auf dem Boden lag ein schmächtiger Zabrak, der wenige Jahre älter war als sie.
      »Ihr gehört nicht zum SID. Die Kom – Kanäle ...«
      Jayden lächelte. Sie war sich nicht sicher, welchen Trick der SID angewendet hatte, um Kao Bukk auszuspülen, doch er war ohne Zweifel wirkungsvoll gewesen. Sein anfangs furchtsamer Blick war durch ein rebellisches Funkeln ersetzt worden. Jayden konnte den Zorn in ihm spüren.
      »Was zum Sith wollt Ihr von mir? Ich habe keinen Stress mit den Jedi.«
      »Hast du ernsthaft geglaubt, einen Abgeordneten umbringen zu können, ohne das man dir auf die Schliche kommt?«
      »Ich habe keinen Plan, von was Ihr da faselt.« Kao Bukk funkelte Jayden finster an. Sie konnte deutlich seinen Konflikt spüren. Jayden war überrascht, wie leicht es ihr fiel, in seinen Emotionen zu lesen. In der digitalen Welt mochte der Zabrak eine ernsthafte Gefahr darstellen. In der analogen Welt hingegen, war er bloß ein wütender Teenager, der ein Ventil für seinen Frust suchte. Und ein schlechter Lügner obendrein.
      »Hat dir niemand gesagt, dass es sinnlos ist, Jedi anzulügen?« Jayden lächelte selbstzufrieden.
      »Was für ein Abgeordneter. Sehe ich aus, als ob ich in der Oberstadt abhänge?,« knurrte der Zabrak.
      »Abgeordneter Si’lor,« half Jayden dem Iridorianer auf die Sprünge. Dieser schüttelte seinen Kopf.
      »Keine Ahnung, was Ihr meint.«
      Jayden seufzte und unternahm einen letzten Versuch.
      »Deine Software wurde im Sekundärspeicher von Abgeordneter Si’lors Protokolldroiden gefunden. «
      »Was für ein Droide? Ich weiß von nichts.«
      Jayden hob ihre linke Hand und vollführte eine wischende Geste.
      »Du wirst kooperieren.«
      Der Blick des Hackers wirkte schlagartig abwesend und schien sich auf einen unsichtbaren Punkt in weiter Ferne zu konzentrieren.
      »Ich werde kooperieren.«
      »Wieso hast du den Droiden des Abgeordneten manipuliert?«
      »Es war ein Auftrag.«
      Jayden fühlte einen warmen Schauer in ihrer Magengegend.
      »Wer ist der Auftraggeber.« Ihre Stimme zitterte kaum merklich.
      »Jol’nulo.«
      »Wo kann ich ...« Blasterfeuer unterbrach ihre Frage. Jaydens anfängliches Lächeln erstarb schlagartig, als Blasterbolzen dicht neben ihrem Kopf in die Wand einschlugen. Funken stoben um ihren Kopf und blendeten Jayden für wenige Lidschläge. Sie blinzelte zum Eingang der Gasse und erkannte mehrere Schemen, die auf sie zu rannten. Kao Bukk, vom Einfluss der Macht befreit, rappelte sich schreiend auf und rannte zu seinem Gleiter. Eine weitere Salve streckte ihn nieder. Zeitgleich explodierte der Gleiter. Jaydens Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie saß in der Falle.
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    • Bleib in Bewegung. Stillstand bedeutet Tod. Jayden vollführte von der Macht gelenkte, akrobatische Manöver durch. Sie wirbelte umher. Sprang, drehte und duckte sich von den Schüssen weg. Ihre Schwertklinge war eins mit ihrem Körper. Mit akribischer Genauigkeit führte Jayden sie an ihrem Körper vorbei.
      Jayden fühlte sich mit der Macht verbunden. Gab sich ihr hin und zog Zuversicht und Stärke aus ihr. In dem Wissen, das sie das unvermeidliche lediglich hinauszögerte.
      Mittelmäßig geübte Schützen würden ihr Feuer abstimmen. Die Feuerrate erhöhen. Sie weiter in die Defensive zwingen. Sie binden und letzten Endes flankieren. Dann wäre sie erledigt. Jayden wusste, was das für sie bedeutete. Sie musste die Anzahl ihrer Gegner dezimieren. Rasch. Jayden ließ ihre Klinge halbkreisförmig um ihren Körper zirkulieren und warf eine Save zurück. Jayden griff sie nach der Macht und sprang in einem weiten Satz nach vorne aus der Feuerlinie. Wieder auf ihren Füßen streckte Jayden ihre linke Hand aus. Hob den Müllcontainer zu ihrer Rechten empor und warf ihn den Angreifern entgegen.
      Die Schützen stoben schreiend auseinander. Ein ohrenbetäubender Krach durchzog die Gasse, als der Container aufschlug. Staub und Dreck wirbelte empor. Hüllte ihre Angreifer ein und blockierten für wenige Herzschläge deren Sicht. Das Feuer brach ab. Jayden wusste, dass sie nur wenige Lidschläge gewonnen hatte.
      Sie sprintete den Schützen in einem flinken Zickzack Kurs entgegen. Ihre Klingen zog sie am ausgestreckten Arm hinter sich her. Aus dem sich verflüchtigen Staub, schälte sich eine Silhouette. Ein gezielter Machtstoß fegte die Gestalt von den Füßen und aus Jaydens Blickfeld.
      Warnrufe erklangen. Sporadisches Feuer kam ihr entgegen. Jayden erreichte den zweiten Schützen. Ein Twi’lek, wie sie an den Lekku erkannte. Der Mann riss seinen Blaster herum und legte auf sie an. Jayden fegte die zwei Schüsse beiseite, die er noch abgeben konnte und stieß ihm die Klinge in die ungeschützte Brust. Der Getroffene stieß einen erstickten Laut aus und sackte zu Boden. Mit einer flüssigen Bewegung befreite sie ihre Waffe aus dem Leib des Sterbenden. Mit einem flinken Satz schwang sich Jayden in die Luft. Setzte über einen Blasterbolzen hinweg und trat ihren Stiefel in das Gesicht eines Houks. Durch die Macht verstärkt schleuderte der Tritt den massigen Körper in einer trudelnden Rotation wie eine Puppe zu Boden. Jayden landete zielsicher. Das rechte Bein angewinkelt, das linke ausgestreckt. Ihre Klinge hinter ihrem Rücken. Innerhalb weniger Augenblicke hatte sie die Anzahl ihrer Widersacher halbiert. Die Verbliebenden wichen respektvoll vor ihr zurück. Jayden konnte ihre Angst fühlen. Straßenschläger. Mörder, ohne Frage aber keine trainierten Söldner, wie Jayden erleichtert erkannte. Anzahl und Brutalität waren ihre bewährten Waffen. Nicht der taktische Feuerkampf. Anders als der Droide, wie es Jayden durchfuhr. Sie richtete sich langsam auf und hob ihre Klinge. Die drei Kriminellen hoben ebenfalls ihre Waffen.
      Für einen Lidschlag lang musterten sie sich. Jayden wusste, dass sie nicht aufgeben würden. Die Schläger mochten Jayden fürchten, doch weit mehr Grauen empfanden sie vor ihrem Bandenführer. Dann geschah alles sehr schnell. Die Blaster wurden fast zeitgleich abgefeuert. Jayden wischte den ersten Bolzen mit ihrer Klinge beiseite, ehe sie sich unter den Schüssen wegduckte. Sie rollte auf ihre Gegner zu, richtete ihren Oberkörper auf und riss ihre Arme in einer fließenden Bewegung auseinander. Die Klinge schnitt ohne Widerstand durch Kleidung, Fleisch und Muskeln. Der Getroffene schrie auf. Wie in Zeitlupe sackte er in sich zusammen, ehe er seitlich wegkippte. Die Arme vor seinem Bauch haltend. Jayden wehrte eine weitere Salve ab und griff nach der Macht. Der Mensch flog krachend in seine Gefährtin und beide gingen zu Boden. Jayden vollführte eine wischende Geste mit ihrer freien Hand und die Blaster rutschten in den Schatten der Gasse. Langsam ging sie auf die beiden am Boden liegenden Schläger zu. Das Lichtschwert einsatzbereit in ihrer Rechten. Sie tastete mit der Macht nach Lebenszeichen. Ein Schatten von Bedauern legte sich auf ihre Miene. Einer war tot. Sein Kopf war in einem eigenartigen Winkel verdreht. Die Frau unter seinem breiten Körper war bewusstlos. Begleitet von einem leisen Zischen deaktivierte Jayden ihr Lichtschwert. Sie blieb zwei, drei Herzschläge lang stehen, um ihre Atmung zu kontrollieren. Die Frau am Boden stöhnte leise. Jayden konnte ihre Schmerzen spüren. Offenbar hatte ihr Gefährte ihr beim Aufprall mehrere Rippen gebrochen. Jayden war in wenigen Schritte bei ihr. Ein rascher Blick versicherte ihr, dass die Verwundete keine weiteren Waffen in Reichweite bei sich trug. Jayden kniete sich zu der Frau herab und wartete, bis diese die Augen aufschlug.
      »Weshalb habt ihr uns angegriffen?«
      »Leck mich,« hauchte die Kriminelle. Ein dünner Blutfaden ran aus ihrem Mundwinkel.
      »Wenn du kooperierst, darfst du gehen.«
      »Spar dir dein Jedi Gewäsch Schlampe. Du wirst nichts aus mir rausbekommen.«
      Eine feucht schleimige Substanz landete in Jaydens Gesicht. Sie hatte Mühe, ihren Anflug von Zorn zu kontrollieren, was ihrer Kontrahentin nicht verborgen blieb.
      »Los Schlampe stech mich ab. Steck mir dein Lichtschwert in die Kehle.« Hohn troff aus jedem ihrer Worte. Jayden atmete tief ein und schüttelte ihren Kopf. Es gibt keine Gefühle. Es gibt Frieden. »Es gibt andere Wege, dich zum Reden zu bringen.« Jayden hob ihre linke Hand. Ehe sie nach der Macht greifen konnte, hielt die Schlägerin einen kompakten Blaster in der Hand, den sie versteckt an ihrem Körper getragen hatte. Bevor Jayden zu einer Handlung fähig war, schoss sich die Frau in den Kopf.
      Jayden erhob sich und schüttelte bedauernd ihren Kopf. Was für eine Verschwendung. Mit raschen Blicken vergewisserte sie sich, ob es weitere Überlebende gab. Ohne Erfolg. Kao Bukk lag mit weit aufgerissenen Augen und offenen Mund bäuchlings vor seinem brennenden Gleiter. Jayden griff nach ihrem Bildwerfer.
      »Der Trick vom SID war erfolgreich?«
      »Ja und nein Meister. Kao Bukk ist tot.«
      Die Miene von Meister M’har verfinsterte sich.
      »Wie?«
      »Er kam aus der Cantina und ich habe die Verfolgung aufgenommen. Als ich ihn eingeholt und angefangen hatte ihn zu verhören, wurden wir angegriffen. Bukk hat es nicht überlebt.«
      »Das ist bedauerlich. Konnte er dir vor seinem Eingang in die Macht noch etwas sagen?«
      »Er erwähnte einen Jol’nulo. Keine Ahnung, wen er damit meinte.« Jayden zuckte mit ihren Schultern.
      »Ich werde den Namen überprüfen lassen. Ich bin mir sicher, dass der SID etwas zu dem Namen hat. Hat von den Angreifern jemand überlebt?«
      Jayden schüttelte ihren Kopf.
      »Sie starb lieber durch eigene Hand, als mir was zu verraten. Meister?«
      »Hm?«
      »Wie hat der SID es geschafft Kao Bukk aus der Cantina zu locken?«
      »Über einschlägige Kanäle wurde verbreitet, dass eine primäre Zielperson im Schwarzen Rancor identifiziert wurde und in Kürze festgenommen werden soll.«
      »In dem Wissen, dass der Hacker diese Kanäle überwacht,« beendete Jayden den Satz mit sichtlicher Anerkennung in ihrer Stimme. Simpel aber effektiv.
      Der Jedi zog plötzlich seine Brauen zusammen.
      »Hast du nach unserem Gespräch mit jemandem per Komlink kommuniziert?«
      »Nein Meister.« Jayden schüttelte verwundert den Kopf.
      »Wusste dein lokaler Kontakt, von Kao Bukk?«
      Jayden nickte.
      »Wieso fragt Ihr das alles Meister?«
      »Findest du es nicht seltsam, dass die Angreifer genau im richtigen Moment eintrafen?«
      Jayden glaubte, ihr Herz würde einen Schlag aussetzen. Ein heiß kalter Schauer lief ihr den Rücken runter.
      »Ihr meint, ich wurde verraten?«
      »Wäre es so abwegig?«
      Jayden dachte nach. Ja, Brian Pax hatte sie im Stich gelassen. Niedertracht war ihm durchaus zu zutrauen. Aber ein Killerkommando auf sie ansetzen? Der Gedanke erschien Jayden so abwegig, dass sie instinktiv ihren Kopf schüttelte. Nein. Das war nicht sein Stil. Dessen ungeachtet wogen Meister M’hars Worte schwer. Es gab keine Zufälle. Welche logische Erklärung konnte für das plötzliche Auftauchen einer schwer bewaffneten Gruppe schießwütiger Krimineller herhalten? Auf diese Frage fielen Jayden zwei Antworten ein. Eine hatte sie für sich ausgeschlossen. Übrig blieb die zweite Alternative. Ihr Innerstes zog sich zusammen.
      »Es gibt noch eine andere Erklärung Meister.«
      »Ich höre.«
      »Mein Komlink wird überwacht.«
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    • Jayden steuerte das Swoop Bike von der verlassenen Fahrbahn hinweg auf eine Luftstraße. Tiefer in die unteren Ebenen. Sie wäre am liebsten vor Ort geblieben. Versunken in Meditation. Der Kampf hatte an ihren Kräften gezerrt. Das erlebte sie aus dem Gleichgewicht gebracht. Doch Reflexion und Regeneration waren keine Option. Das sah sie ein. Meister M’har hatte die Übertragung rasch beendet. Jayden hatte sich ihres Koms und Holo – Projektors entledigt und sich eines der Swoop Bikes genommen, die am Eingang der Gasse geparkt waren. Jayden hatte kein Ziel. Sie wollte schlicht und ergreifend so viele Kilometer zwischen sich und dem Schwarzen Rancor bringen, wie möglich. Falls Brian Pax tatsächlich hinter dem Überfall steckte, erschien es Jayden sicherer, wenn sie außerhalb seiner Reichweite war.
      Brian Pax. War er ein Verräter? Jayden hatte sich anfangs geweigert, den Gedanken weiterzuverfolgen. Irgendwann kam sie zu der Erkenntnis, sich ihrer Eingebung zu stellen. Sie musste eine objektive Sicht auf die Dinge bekommen. Klarheit war ihr Schlüssel zum Erfolg. Gelegenheit ihr Komlink zu manipulieren hatte er gehabt. Hatte er auch ein Motiv? Ihren Tod? Jayden wischte den Impuls beiseite. Nein. Brian Pax hatte mehr als einmal die Gelegenheit gehabt sie zu töten. Credits? Jayden hielt das für die plausibelste Erklärung. Nahezu alles in der Galaxis drehte sich um Geld und Brian Pax wirkte auf sie wie ein Mann, der sich kein Geschäft entgehen lies. Konnte es so einfach sein? Für Credits verkauft? Warum hatte er sie zum Rancor gebracht und ihre Häscher nicht zu seinem Quartier geführt? Um sie in Sicherheit zu wiegen? Jayden ließ die Luft aus ihren Lungen hörbar entweichen. Viele Fragen. Wenig Fakten. Tatsache war, dass es ein Fehler gewesen war, Brian Pax zu trauen. Jayden lenkte das Swoop um einen herabhängenden Wohnturm und reihte sich in den fließenden Verkehr einer größeren Luftstraße ein. Anonymität war derzeit ihr größter Schutz.
      Gedanklich spielte Jayden die Mission durch. Es gab für ihr dafürhalten zu viele Ungereimtheiten in dem Fall. Jemand, nein, Jol’nulo wollte den Abgeordneten töten. Kao Bukk war angeheuert worden, den Protokolldroiden als Attentäter zu benutzen. Wieso? Jayden schüttelte ihren Kopf. Bis auf seltene Ausnahmen wurde niemand grundlos ermordet. Was immer hinter dem Plan stand. Es musste für Jol’nulo von Bedeutung sein, um zu so drastischen Maßnahmen zu greifen. Jayden überholte eine Lastendrohne, als sie ein Piepen vernahm. Sie scherte aus dem Verkehr aus und suchte sich eine Landeplattform. Als Jayden sicher war, unbeobachtet zu sein, holte sie den Jedi – Signal – Sendeempfänger hervor.
      »Ich wusste, dass der SID schnell ist Meister. Aber so bald hätte ich Eure Antwort nicht erwartet.«
      »Der SID hat nichts damit zu tun. Ich bin ohne fremde Hilfe fündig geworden.«
      »Jetzt sagt nicht, dass es nur einen Jol’nulo in der Galaxis gibt.« Jayden runzelte skeptisch ihre Brauen.
      »Unsinn. Es gibt millionen,« erwiderte Meister M’har tadelnd, »aber nur einen, der in der Kontaktliste von Kao Bukks Kom – Link steht, die du mir dankenswerterweise übermittelt hast.«
      Jayden fühlte sich wie ein Jüngling. Wie hatte sie das übersehen können?
      »Die Kontakte aus dem Kom – Link. Da hätte ich selbst draufkommen können Meister.«
      »Hättest du, ja.« Es lag kein Vorwurf in seiner Stimme.
      »Zurück zum Thema Meister.« Jayden beschämte ihr Missgeschick und sie wollte nicht, das Aven M’har dies bemerkte.
      »Dieser Jol’nulo ist eine Unterweltgröße. Ein Bandenchef der schwarzen Sonne,« fuhr er ungerührt fort, »ihm wird ziemlich alles zur Last gelegt, was der republikanische Strafkodex hergibt.
      »Weshalb sollte ein Gangster einen Politiker töten?«
      »Mir würden auf anhieb zahlreiche Gründe einfallen. Aber nicht einer beweist eine Verbindung zwischen Gath und Jol’nulo.«
      »Dann gibt es auch kein Motiv.«
      »Urteile nicht voreilig Padawan. Du hast eine Möglichkeit übersehen.«
      Jayden überlegte fieberhaft. Dann erkannte sie ihre Ungenauigkeit.
      »Ein Auftragsmord.«
      »Anzunehmen.«
      »Dann brauchen wir bloß Jul’nulo verhaften und verhören.« Jaydens Stimme zitterte vor Aufregung.
      »Auf welcher Grundlage? Was wir haben, sind Indizien. Kein Staatsanwalt würde einen Haftbefehl ausstellen.«
      »Ich gehöre nicht zur Polizeibehörde.«
      »Was ich damit sagen wollte, ist, dass du auf dich gestellt bist Jayden. Ich kann dir keine Unterstützung schicken.«
      Jayden rief sich den Kampf in der Gasse ins Gedächtnis.
      »Es sind gewöhnliche Kriminelle Meister. Einfache Leute und Teile der Sicherheitskräfte fürchten sich vor ihnen. Ich dagegen habe keine Angst vor der Schwarzen Sonne.«
      »Es ist die größte Torheit, die man begehen kann andere zu unterschätzen Jayden. Jol’nulo wäre nicht in seiner Position, da, wo er ist, wenn er kein ernstzunehmender Gegner wäre.«
      »Mag sein. Er hatte es bisher auch nicht mit Jedi zu tun. Übersendet mir, was Ihr zu ihm gefunden habt.«
      Auf der anderen Seite der Verbindung blieb es still.
      »Meister?«
      »Es war vielleicht ein Fehler von mir, dich auf diese Mission zu schicken Jayden.«
      Sie ließ einige Herzschläge verstreichen. Dachte über seine Worte nach. Der Knoten der Erkenntnis löste sich auf. Der Sandplatz. Das war es, was sie gefühlt hatte. Aven M’hars Zweifel galten nicht ihr, sondern ihm selbst. Genauer gesagt seiner Entscheidung, sie mit der Mission zu betrauen.
      »Wenn es Euer Wunsch ist, werde ich nach Tython zurückkehren Meister. Ich gebe aber zu bedenken, dass wir damit sehr wahrscheinlich Gath Si’lors Schicksal besiegeln.«
      »Das hier ist kein Spiel Jayden.« Seine Worte klangen bereits weniger entschlossen.
      »Ich bin mir dessen bewusst Meister. Ich bitte Euch, mir und mein Urteilsvermögen zu vertrauen Meister.«
      »Ich vertraue dir Jayden. Aber ich habe ein ungutes Gefühl. Pass auf dich auf und möge die Macht dich leiten.«
      Jayden hob ihren Kopf und schaute auf den fließenden Verkehr. Sie horchte in die Macht hinein und hörte ... nichts. Konnte es sein, dass Meister M’har sich in diesem konkreten Fall irrte? Es kam nicht oft vor. Dessen ungeachtet war es möglich. Seine leidige Eingebung beruhte auf der Sorge nach ihrem Wohlergehen. Nicht auf Fakten. Ihr gegenüber schwieg die Macht sich aus. Das konnte nur bedeuten, dass seine vorgefertigte Meinung ihn für die Realität blendete. Jayden lächelte. Seit dem Kampf in der Gasse wusste sie, dass Kriminelle keine Gegner für sie waren. Sie hatte sechs in einem Handstreich besiegt. Nein, entschied sie sich, von Jol’nulo ging für sie keine Gefahr aus.
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    • Entgegen Jaydens Erwartungen war es nicht schwer, Jol’nulo zu finden. Seine Basis befand sich in einer stillgelegten Droidenfabrik, die sich in einem heruntergekommenen Industriegebiet befand. Soweit Jayden das bei ihrem Anflug hatte beobachten können, gab es hier keine Wohngebiete. Zumindest keine, wo irgendjemand bereit war, freiwillig zu leben. Geschweige denn zu bezahlen. Offenkundig glaubte er nicht, sich verstecken zu müssen. Was für die Überheblichkeit des Gangsters sprach. Bei eindringlicher Betrachtung überraschte Jayden diese Tatsache nicht. Neben dem Standort seiner Basis enthielt die übersandte Akte auch ein detailliertes Personagramm.
      Die Summe der verfügbaren Erkenntnisse lasen sich wie ein Auszug des republikanischen Strafkodex. Der Gangster betrieb eine Reihe von Cantinas, Bordellen und kleinere Wettbüros. Eine Fassade für die eigentlichen Geschäfte. Dem Handel. Mit Spice, Waffen und jeder erdenklichen Spezies, die zur Prostitution gezwungen werden konnte. Meister M’har, musste Jayden feststellen, hatte mit seiner Aussage nicht übertrieben. Jol’nulo war gefährlich und Verdächtiger in mehr als zwanzig Mord- und Entführungsfällen. Die SID Analysten hatten sich nicht die Mühe gemacht, die vergleichsweise minder schweren Fälle wie Körperverletzungen oder Spicehandel separat aufzuführen. Stattdessen stand in der Spalte Sonstige eine vierstellige Ziffer. Aufgrund der umfänglichen Einblicke in Jol’nulos Aktivitäten, war es Jayden unerklärlich, aus welchem Grund der Twi’lek unbehelligt blieb. Eine Zelle in einem Hochsichereitsgefängnis auf einem trostlosen Felsbrocken im Outer Rim war weit überfällig. Der nachfolgende Abschnitt in dem Bericht, offerierte auch diesbezüglich eine Antwort.
      Es gab keine Zeugen, die den Twi’lek belasten konnten. Kein Staatsanwalt, der ihn anklagen und kein Richter, der ihn verurteilen würde. Die Zahl derer, die es in der Vergangenheit versucht hatten, fand Jayden in der Spalte der vermuteten Opfer Jol’nulos. Zusammen mit deren Familienangehörigen. Unsagbare Barbarei auf wenige dosiert erschuf als Folgeerscheinung eine unmissverständliche Drohkulisse und erstickte meist jeden weiteren Versuch der Strafverfolgung im Keim. Jayden hatte auf einen deaktivierten Energieverteilermast positioniert, von wo aus sie einen freien Blick auf ihr Ziel hatte. Jol’nulos Hauptquartier glich einer Festung. Der Außenbereich war durch einen hohen Zaun gesichert, der von schwer bewaffneten Wachen patrouilliert wurde. Eine Energiebarriere sicherte Toreinfahrt. Auf dem Dach befanden sich ebenfalls Posten, die den Luftraum der Fabrik mit schweren Geschützen schützten. Ein frontaler Angriff schied aus. Ebenso wie eine Annäherung aus der Luft. Übrig blieb nur die Infiltration. Heimlichkeit und Schnelligkeit waren für ihren Erfolg entscheidend. Jayden warf einen abschließenden Blick auf die Anlage. Der Zaun würde kein Hindernis darstellen. Nicht für eine Jedi.
      Sie machte das Gerippe eines ausgebrannten Gleiters aus, der um die zwanzig Meter vom Zaun entfernt vor sich hin rostete. Den würde sie als Deckung nutzen. Jayden atmete durch und zählte langsam bis zehn. Sie wollte nicht überstürzen. Darum ging die den Plan ein letztes Mal durch. Auf dem Grundstück würde sie im Schutze des Gleiters warten, bis die Wachen sie passierten. Anschließend würde sie Hilfe ihres Greifhakens auf das Vordach gelangen und sich von dort Zugang verschaffen. Notfalls mit dem Lichtschwert. Im Inneren würde sie ... Jayden stockte. Aus dem SID Bericht war nicht hervorgegangen, wo sich die Räumlichkeiten von Jol’nulo befanden. Jayden stieß einen gequälten Seufzer aus. Sie würde improvisieren müssen. Wieder einmal. Sie rief sich den Schwarzen Rancor ins Gedächtnis und zog aus ihrer Erinnerung Zuversicht für ihr Vorhaben. Sie verstaute den Bildwerfer und zog sich die Kapuze tief ins Gesicht. Jayden atmete tief durch und sprang in die Tiefe. Im letzten Moment federte sie den Aufprall mit Hilfe der Macht ab. In wenigen, lautlosen, Sätzen war sie auf der anderen Straßenseite. Ungesehen, wie sie nach einer kurzen Pause erleichtert feststellte. Jayden hockte sich hinter einen umgestürzten Schrottcontainer und beobachtete den Rhythmus der Wachen am Zaun. Als sie ein Muster erkennen konnte, wartete sie den passenden Moment ab. Jetzt kam es auf jeden Lidschlag an- Sie sprintete los. Angetrieben von der Macht. Jayden drückte sich vom rissigen Asphalt ab und setzte über den Zaun. Geschmeidig rollte sie sich ab und hechtete hinter das ausgebrannte Gleiterwrack. Keinen Lidschlag zu früh. Schwer atmend kauerte sie sich zusammen und fühlte, wie sich die Präsenzen zweier Wächter näherten. Jaydens Herz raste in ihrer Brust. Sie zwang sich flacher zu atmen. Sich zu beruhigen. Die Wachen waren direkt vor ihrem Versteck stehen geblieben und unterhielten sich in einer Sprache, die Jayden nicht verstand. Sie schloss die Augen und presste ihre Lippen zusammen. Wenn einer von ihnen auf die Idee kommen würde, seinen Kopf in ihre Richtung zu drehen ... Jayden rang die Panik nieder. Es gibt kein Chaos. Es gibt Harmonie. Sie griff nach der Macht. Streckte ihre Finger aus. Eine der zahlreichen Tonnen fiel scheppernd zu Boden. Augenblicklich unterbrachen die Männer ihr Gespräch, entsicherten die Blastergewehre und entfernten sich langsamen Schrittes.
      Jayden atmete erleichtert aus. Richtete sich auf, griff nach ihrem Greifhaken und feuerte ihn ab. Lautlos und mit raschen Bewegungen kletterte sie die Fassade empor, bis sie auf das zuvor von ihr ausgespähte Vordach gelangte. Jayden schaute sich rasch um. Erstaunlicherweise war die Fensterfront intakt. Von irgendwo her drang die Abluft eines Gebläses zu ihr und wehte ihr warme, trockene Luft ins Gesicht. Jayden griff nach ihrem Lichtschwert, zündete es und stieß es in die Duraplexscheibe. Zischend drang die Klinge ein und zog einen orange rötlichen Schweif hinter sich her, als Jayden zu schneiden begann. Als sie ausreichend großes Stück vom Rest der Scheibe getrennt hatte, griff sie mit der Macht nach dem freigelegten Stück. Behutsam legte sie das schwere Duraplexstück auf das Vordach. Der Weg war frei.
      Jayden deaktivierte ihr Lichtschwert und sah sich in dem Raum um. Sie befand sich in einem Lager. Schummrige Dunkelheit hüllte ihre unmittelbare Umgebung ein. Als sie die Umrisse einer humanoiden Gestalt wahrnahm, zuckte sie zusammen. Bevor sie ihr Lichtschwert zündete, erkannte sie ihren Irrtum. Vor ihr befand sich der Torso eines deaktivierten Droiden. Jayden blickte weiter in die Dunkelheit und erkannte Arme, Beine hunderter unterschiedlicher Droidenmodelle. Lautlos verlies sie das Lager und trat in einen verwaisten Gang hinaus. Um sie herum herrschte Stille. Jayden entschied sich, mit ihrer Suche in den oberen Stockwerken zu beginnen. Als sie Schritte hörte, wich Jayden in die Dunkelheit zurück. Ihr Lichtschwert hielt sie in der Rechten bereit. Die Macht verriet ihr, dass es sich um eine einzelne Person handelte. Jayden atmete tief durch und zündete ihr Lichtschwert in dem Moment, wo sie ihre Deckung verlies. Sie blickte in ein Paar weitaufgerissener Augen. Scheppernd schlug ein mit Bechern Tablett zu Boden. Die Menschenfrau hob ihre Hände schützend vor ihr Gesicht.
      »Tötet mich nicht.«
      »Ich werde dir kein Leid zufügen, wenn du mir verrätst, wo ich Jol’nulo finde.« Jayden hob die Spitze ihrer Klinge einen Fingerbreit. Mit dem gewünschten Erfolg.
      »Bei allen Sternen Ihr müsst den Verstand verloren haben.«
      »Ich wiederhole meine Frage nicht,« erklärte Jayden in einem ruhigen Tonfall und hoffte, dass die Frau auf ihren Bluff hereinfiel.
      »Ihr findet ihn in seinem Direktionsbüro. Zweiter Stock. Es ist nicht zu verfehlen. Bitte tut mir nichts. Ich werde Euch nicht verraten. Ich schwör’s.«
      »Such dir ein sicheres Versteck.« Jayden huschte an der Frau vorbei.
      Es war in der Tat nicht schwer, dass Büro zu finden. Jayden war über einen Treppenabgang in den zweiten Stock gelangt und von dort der alten Beschilderung gefolgt. Ohne dabei auf Widerstand zu stoßen. Sie trat in das Büro. Lautlos. Hinter einem eindrucksvollen Schreibtisch saß ein gelbhäutiger Twi’lek. Vertieft in ein Datapad.
      Jayden zündete ihr Lichtschwert.
      »Jol’nulo. Wir müssen reden.«
      Langsam, ohne nötige Hast blickte der Twi’lek von seiner Lektüre auf und musterte Jayden mit amüsierten Interesse an. Er schien nicht die Spur überrascht zu sein. Selbst durch die Macht konnte sie keine Aufregung bei ihrem Gegenüber spüren.
      »Darüber, dass Ihr widerrechtlich in mein Anwesen eingedrungen seid Meister Jedi?«
      »Lasst die Spielchen. Ihr wisst, weshalb ich hier bin.« Jayden trat ohne erkennbare Hast auf den Schreibtisch zu. Jederzeit bereit, einen Angriff abzuwehren oder auszuweichen.
      »Nein. Weiß ich nicht. Sagt, wie viele meiner Leute habt Ihr auf dem Weg hierher getötet?«
      »Keinen.«
      »Wie nobel von Euch,« Jol’nulo lachte mit gespielter Heiterkeit auf, »verschwindet und ich vergesse diese Angelegenheit.«
      »Ich ziehe es vor zu bleiben.« Jayden hob ihre Klinge. Ein ungutes Gefühl beschlich sie. Es war zu einfach. Sie hatte mit einem Kampf gerechnet. Doch der Twi’lek schien nicht im mindesten an einer gewaltsamen Auseinandersetzung interessiert zu sein. Im Gegenteil.
      »Ihr solltet mit Euren Wünschen aufpassen Meister Jedi. Sie gehen schneller in Erfüllung, als Ihr glaubt.«
      »Weshalb habt Ihr Kao Bu ...« Weiter kam sie nicht. Jol’nulo hatte einen Knopf auf seinem Datapad gedrückt und ein Stromschlag durchfuhr Jaydens Körper. Blitze zuckten vor ihren Augen. Ihre Muskeln verkrampften sich. Jayden schrie auf. Ihr Lichtschwert glitt ihr aus der Hand und dann wurde die Welt um sie herum schwarz.

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    • Sie hörte ihren Atem. Gleichmäßig. Kaum hörbar. Ihr Brustkorb hob und senkte sich. Sie fühlte das unterschwellige Kribbeln der Macht.
      Wach auf Jayden. War das Meister M’hars Stimme? Sie riss die Augen auf. Um sie herum blieb es finster. Sie blinzelte. Ließ den Augen Zeit, sich an die Umgebung zu gewöhnen. Die Düsternis blieb. Wo war sie? Panik stieg in ihr auf. Furcht. Jayden atmete hörbar ein.
      Es gibt keine Gefühle. Es gibt Frieden. Sie flüsterte die Worte des Kodex. Nach kurzer Zeit verlangsamte sich ihr Herzschlag. Der Atem beruhigte sich. Erleichtert stelle sie fest, dass sie Arme und Beine bewegen konnte. Sie zog scharf die Luft ein. Jede Faser ihrer Muskeln schrie bei der geringsten Bewegung auf. Als hätte sie ihren Körper längere Zeit über Gebühr beansprucht. Sicher eine Nebenwirkung des elektrischen Schlags.
      Was hatte sie sich dabei gedacht? Wie ein Nerf - Kalb war sie in die Höhle des Nexxu gelaufen. Im festen Glauben, die Lage unter Kontrolle zu haben. Als Folge ihres überhöhten Stolzes war sie ... wo befand sie sich? Sie griff nach der Macht. Suchte Leben. Einen Anhaltspunkt und fand ... nichts. Jayden schluckte. Das Echo der Macht war zu einem kaum hörbaren Flüstern geworden. Drang zu ihr, wie aus weiter Ferne. Als hätten die Blitze die Verbindung nachhaltig beschädigt. Wieder überkam sie ein Anflug von Panik. Das stetige Pulsieren der Macht hatte ihr immer Trost und Kraft gespendet. Ein verlässlicher Verbündeter in sämtlichen Lebenslagen. Nun schien er in unerreichbare Distanz gerückt zu sein. Sie streckte die Arme aus und richtete sich mit Vorsicht auf. Während sie in der Hocke war, stieß Jayden gegen eine harte, glatte Oberfläche. Dumpfer Schmerz pochte in ihrem Kopf. Sie biss sich auf die Zunge, um nicht zu schreien. Langsam glitt sie in den Schneidersitz.
      »Meister. Helft mir.« Es war nicht mehr, als ein stummes Flehen. Verzweiflung breitete sich in ihr aus. Drohte sie zu überwältigen. Die Wände schienen auf sie zu zurasen. Sie schloss die Lider. Oder öffnete sie sie? Jayden vermochte es nicht zu sagen. Ein plötzlicher Lichtschein trieb ihr ein stechendes Brennen in die Augen. Reflexartig kniff sie die Lider zu.
      »Ich sehe, dass du wach bist. Sehr gut. Es ist erstaunlich, wie widerstandsfähig ihr Jedi seid.« Jol’nulo lachte trocken. Jayden wandte den Blick in die Richtung aus der sie die Stimme vernommen hatte. Das bläulich weiße Licht erschien in dieser Finsternis hell wie eine Sonne. Gab ihr die Gelegenheit, sich um zusehen. Sie befand sich in einem scheinbar Tür und Fenster losen Raum. Die Wände waren mit schwarzen Durastahlplatten verkleidet. Es gab weder Pritsche, noch sonst eine Einrichtung. Lediglich ein kleiner Holoprojektor befand sich auf der gegenüberliegenden Seite von ihr. Die Projektion des Twi’lek stand mit gekreuzten Armen vor der Brust inmitten der niedrigen Zelle.
      »Wo bin ich hier?« Sie war erschrocken, wie heißer ihre Stimme klang. Eine Nachwirkung des Schocks oder ihrer Furcht? Jol’nulo lachte amüsiert auf.
      »In einem ganz ausgefallenen Zimmer. Es ist nur für ganz spezielle Gäste reserviert. Tief unter der Erde. Abgeschirmt von allem Leben. Niemand wird dich hier finden. Niemand weiß, wo du bist.«
      Jaydens Atem stockte. Sie musste einen klaren Kopf behalten. Durfte sich nicht ihrer Furcht oder ihrem Zorn hingeben. Sie musste das Gespräch am Laufen halten. Wer sprach, konnte verhandeln. »Ihr hättet mich töten können, als Ihr Gelegenheit dazu hattet. Da Ihr mich gefangen haltet, gehe ich davon aus, das Ihr mit mir nicht fertig seid. Wollt Ihr Credits?«
      Seine Reaktion überraschte sie. Jol’nulo lachte auf.
      »Credits? Du glaubst, dass ich von deinem erbärmlichen Orden Geld für deine Freilassung verlange?«
      »Weshalb sonst solltet Ihr mich gefangen halten?«
      »Aus Neugierde kleine Jedi. Aus reiner Neugierde.«
      Jayden runzelte die Stirn. Die Worte des Gangsters ergaben keinen Sinn.
      »Ich fürchte, ich verstehe nicht ...«
      »Wie lange hält es ein Jedi wohl ohne Sauerstoff aus? Ohne Nahrung und Wasser? Wie lange dauert es, bis die Finsternis deinen Verstand angreift und du dem Wahnsinn verfällst? Eine Woche? Einen Monat,« er legte eine künstliche Pause ein und verzog seine Lippen zu einem Tuk’ata Grinsen, »ein Jahr?«
      Ein kalter Schauder lief ihr über den Rücken. Der Magen zog sich zusammen und Schweiß trat ihr aus sämtlichen Poren. Sie wollte etwas sagen, aber ihr Mund war schlagartig ausgetrocknet. Ihre Zunge klebte am Gaumen. Jol’nulo schien ihre Sprachlosigkeit bemerkt zu haben, denn er lachte wieder.
      »Ich sehe, dass es dir die Sprache verschlagen hat. Wiepassend. Ich wollte ohnehin dieses langweilige Gespräch beenden. Mach’s gut kleine Jedi.« Er hob die Hand zum Gruß. Das Holo flackerte. Jayden streckte die Hand aus und schrie. Heiße Tränen liefen ihr über die Wangen, als ihr bewusst wurde, dass sie hier elendig verrotten würde. Das Licht verschwand und mit seinem Rückzug kehrte die Dunkelheit zurück.


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    • Sie fühlte die Finsternis. Spürte, sie schwerfällig in ihren Geist kriechen. Die Gedanken wurden von umschlossen und langsam erdrückt. Müde hob sie den Kopf. Blinzelte erschöpft in die Dunkelheit. Wie lange war sie hier? Eine Stunde? Ein Tag? Eine Woche? Das Zeitgefühl war diesem unwirtlichen Ort als erstes zum Opfer gefallen. Wie lange würde es dauern, bis ihr Verstand folgen würde? Jayden wusste es nicht. Unwissenheit gibt es nicht. Wissen gibt es. Spielte es eine Rolle? Zu wissen wie viel Zeit vergangen war? Am Ende des Weges wartete sie die Macht. Es war unerheblich, ob sie durch die Wälder Tythons streifte oder sich in diesem Hort der Düsternis befand. Es gibt keinen Tod. Nur die Macht. Ihr Flüstern wirkte in der Abgeschiedenheit der Zelle wie ein Schrei. War es überhaupt ihre Stimme? Oder hatte sie sich die Worte eingebildet? Jayden stieß die Luft hörbar aus. Sie war lebendig begraben. Tief unter der Oberfläche Coruscants. Sie hatte sich damit abgefunden. Ihr Schicksal akzeptiert. Was blieb zu tun? Sie hatte aufgeben, mit Meister M’har Kontakt aufzunehmen. Weder ihr Kom, oder die Verbindung zur Macht hatten dafür ausgereicht. Zu ihrer eigenen Überraschung hatte man ihr lediglich das Lichtschwert abgenommen. Die übrige Ausrüstung an ihrem Gürtel war vorhanden. Auf eine sonderbare Weise beruhigte sie diese Tatsache. Wenngleich sie hier unten vollkommen nutzlos waren.
      Die Dunkelheit begann aus ihrem Innersten zu weichen. Zog sich in die hinterste Ecke zurück. Dort harrte sie geduldig aus. Sie musste, erkannte Jayden, den Verstand beschäftigen. Der Finsternis keinen Raum bieten, sich einzunisten. Der effektivste Weg dies zu tun, war die Situation zu analysieren. Ihr Verhalten zu hinterfragen, dass sie an diesen Ort geführt hatte. Stolz war sie gewesen. Zu arrogant, um Hilfe und Ratschläge anzunehmen. Geblendet von dem vermeintlichen Wissen ihrer Überlegenheit. In dem stetigen Eifer fehlerlos zu sein, hatte sie sich ausschließlich auf ihre Fähigkeiten verlassen. Nicht auf die Macht. Wie ein hochnäsiges Kind hatte sie sich verhalten. Nicht wie eine Jedi. Auf diese Weise war ihr nicht nur Brian Pax Verrat entgangen, sondern Jol’nulos Falle gleichermaßen. Jetzt zahlte sie den Preis für die Unfähigkeit, sich von der Macht leiten zu lassen.
      Jayden konzentrierte sich auf ihren Atem. Sie fühlte, wie der Sauerstoff allmählich schwand. Die Tatsache, dass sie bald in die Macht übergehen würde, machte ihr keine Angst mehr. Sie war mit sich im Reinen. Hatte ihre Fehler eingesehen und ... Ein ohrenbetäubender Knall zerriss die Stille. Ein heißer Blitz durchfuhr ihr Innerstes. Sie stieß einen erschreckten Schrei aus und riss die Augen auf. Vor ihr, unterhalb des Holo - Projektors klaffte ein Manka Katzen großes Loch in der Wand. Rotes Licht glomm matt im Hintergrund und blendete sie. Mit der Hand schirmte sie die Augen von dem plötzlichen Lichteinfall ab. Rauchschwaden drangen in die Zelle. Jayden blinzelte verwirrt. Noch immer unter dem Schock der plötzlichen Explosion stehend. Ein Schemen erschien in der Öffnung. Er hielt etwas in der Hand. Einen Blaster?
      »Zeit zu gehen. Wir müssen einem Twi’lek die Lekku stutzen.«
      Jayden senkte langsam den Arm. Sie hörte die Stimme, wie durch Watte. Glaubte zunächst, dass der Verstand ihr einen Streich spielte. Nach wenigen Herzschlägen war aus unschlüssiger Vermutung Gewissheit geworden.
      »Kommt schon, wir haben nicht viel Zeit.«
      Dort im aufgesprengten Ausgang stand, Brian Pax.
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    • Sie,« Jayden musste sich Räuspern, um den kratzigen Rauch aus der Stimme zu drängen, » sind zurückgekommen.«
      Für einen Lidschlag schaute Brian sie an. Er presste die Lippen zusammen. Die Kiefermuskeln spannten sich an. Scham und Unsicherheit wehten ihr, getragen von der Macht entgegen.
      »Sieht so aus.«
      »Wie haben Sie mich gefunden?« Es war eine von hunderten von Fragen, die ihr in diesem Augenblick durch den Kopf gingen. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass er sie befreit hatte.
      »Wir haben keine Zeit,« drängte er, »ich werde Euch die Fragen beantworten. Aber jetzt sollten wir gehen. Die Zeit drängt. Wenn Ihr Jul’nulo aufhalten wollt, müssen wir gehen.«
      Die Antwort war nicht zufriedenstellend. Nicht annähernd. Aber Pax hatte recht, beschied sie. Sie wusste nicht einmal, wie lange sie eingesperrt gewesen war. Sie erhob sich. Die Beine waren steif und jeder Schritt wurde zur Qual. Jayden biss die Zähne zusammen und kam mit zittrigen Unterschenkeln beim improvisierten Ausgang an.
      »Wie lange war ich hier?« Sie steckte den Kopf durch die Öffnung und verweigerte Brians Hand, die er ihr helfend reichen wollte.
      »Einen Tag und eine Nacht.«
      Sie zuckte zusammen.
      »So lange?« Sie erhielt keine Antwort. Sie trat in einen schmalen Gang hinaus, der ebenfalls mit Metallplatten ausgekleidet war. Mit ihrem Austritt aus ihrem Gefängnis fühlte sie die Verbindung zur Macht in gewohnter Stärke. Sie zog die Brauen zusammen. Wie konnte das sein? Sie wusste, dass es Mittel und Wege gab, einen Machtnutzer gefangenzuhalten. Seine Verbindung zur Macht einzuschränken. Im alten Jedi Tempel von Coruscant hatte es einen Inhaftierungsblock für Sith und Sith Kreaturen gegeben. Erbaut, um sie für alle Zeit gefangen zuhalten. Für diesen Zweck waren die Zellen mit Cortosis verstärkten Durabeton errichtet worden. War das hier ebenfalls der Fall gewesen? Jayden erkannte, dass sie ihre Überlegungen vertagen musste. Brian hatte sich in Bewegung gesetzt. Das Blastergewehr im Anschlag bildete er die Vorhut. Sie stiegen über einen deaktivierten Sicherheitsdroiden hinweg. Er lag, mit mehreren Einschüssen in der Chassis ausgestreckt im Gang. Sie blickte auf den Schrotthaufen hinab. Droiden Wächter. Darum hatte sie keine Lebewesen gefühlt. Der Weg führte sie nach wenigen Schritten zu einem Turbolift. Augenscheinlich war ihre Zelle in einem abgesonderten Bereich, wo es keine anderen Gefangenen gab.
      Der Repulsorlift jagte an die Oberfläche. Jayden stützte sich unauffällig an der Wand ab, während Brian Pax in einer routinierten Bewegung das Energiepack wechselte.
      »Danke,« sagte sie in die Stille hinein. Pax wandte den Blick und nickte.
      »Es war nichts Persönliches, wisst Ihr?«
      Sie blickte in die blauen Augen. Fühlte die Klarheit der Worte in der Macht.
      »Ja.«
      »Dann seid Ihr nicht böse?« Er klang unschlüssig. »Nein.«
      »Ich wäre stinksauer.«
      »Ihr seid kein Jedi.«
      »Welch ein Glück für die Galaxis.« Er lächelte schief. Offenbar um die Unsicherheit zu kaschieren. Sie ließ ihn in dem Glauben, nicht zu wissen, wie es in ihm vorging. Ihre Gedanken wurden klarer. Und mit ihnen kam die Erkenntnis zurück. Sie hatte versagt. Hatte den Abgeordneten nicht beschützt. Sie atmete tief durch und holte ihr Jedi Sende – Signalempfänger hervor. Sie hatte Empfang.
      »Was habt Ihr vor?«
      »Ich muss meinen Meister von meinem Versagen berichten.«
      »Damit würde ich an Eurer Stelle warten.«
      »Was sollte das bringen? Jol’nulo ist entkommen. Der Abgeordnete ist sicherlich tot und..«
      »Ist er nicht. Ihr solltet mehr Vertrauen in die Macht haben.« Er zwinkerte ihr auf eine Art und Weise zu, die Jayden nicht einordnen konnte.
      »Woher wollt Ihr das wissen?« Sie schaute ihn mit zusammengezogenen Brauen an.
      »Weil es über sämtlichen Frequenzen gemeldet worden wäre. Man knipst nicht einfach einen Politiker aus und breitet den Mantel des Schweigens darüber.«
      Sie dachte mehrere Herzschläge darüber nach, ehe sie erkannte, dass Pax Worte Sinn ergaben.
      »Sagen wir, ich glaube Euch. Wie wollen wir verhindern, dass Jol’nulo seinen Plan umsetzt? Wir haben keine Ahnung, wo er sich befindet.«
      »Ihr habt keine Ahnung, wo er sich befindet,« korrigierte Pax sie. Jayden zog die Brauen zusammen und die Luft hörbar ein.
      »Ihr wisst, wo er ist?«
      »Nein.« Er grinste sie spitzbübisch an. Sie rollte mit den Augen.
      »Könntet Ihr zur Abwechslung einmal sachlich bleiben?«
      »Für eine Jedi seid Ihr ungeheuer ungeduldig.«
      »Und Ihr habt für einen Schurken erstaunlich viel Gewissen.«
      »Schurke? Klingt richtig nett, wie Ihr das sagt.« Sein Grinsen wurde breiter. Jayden verzog ihre Miene. Widersprüchliche Empfindungen durchzogen sie. Sie holte tief Luft und räusperte sich.
      »Jol’nulo.«
      »Richtig. Es ist ein Schuss ins Blaue. Könnte aber funktionieren. Dafür bräuchte es jedoch die Hilfe vom SID.«
      Jayden schaute ihn unverständlich an. Er sprach in Rätseln.
      »Ich verstehe immer noch nicht, worauf Ihr hinauswollt.«
      »Ganz einfach. Die sollen sein Kom orten. Dann fliegen wir hin und schnappen uns diesen Huttensohn.«
      »Klingt ziemlich vage.«
      »Vertraut mir.«
      »Ganz sicher nicht.«
      »Dann vertraut mir nicht. Es reicht, wenn Ihr mir folgt.«
      »Es wird nicht funktionieren.«
      »Habt Ihr einen besseren Plan?«
      Eine innere Stimme warnte sie davor, Brian erneut zu vertrauen. Sie war eine Jedi. Brauchte seine Hilfe nicht und ... hatte ihre Lektion gelernt. Jayden schüttelte den Kopf und aktivierte den Jedi Sende – Signalempfänger.
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    • Jaydens Finger krallten sich in den Mantel. Wäre da nicht das beruhigende Flüstern der Macht, aus dem sie Gelassenheit und Ruhe zog, hätte sie Angst verspürt. Brians Flugstil war aggressiv, waghalsig und rasant. Eigenschaften, die sich schwer mit der Konstellation des Coruscanter Verkehrs in Einklang bringen ließ.
      »Wir können Jol’nulo nur aufhalten, wenn wir lebend ankommen,« schrie Jayden über den Flugwind und den umliegenden Verkehr hinweg in sein Ohr.
      »Habt Ihr etwa Angst?« Das Grinsen war deutlich aus seinen Worten herauszuhören.
      »Macht Euch nicht lächerlich. Es ist keinem geholfen, wenn Ihr hier, wie vom Krayt - Drachen gebissen an einem Speeder oder einer Mauer zerschellt.«
      »Ihr habt Angst.«
      »Das Signal wird stärker. Wir müssten ihn gleich sehen.« Jayden schaute an Pax vorbei. Ihr Blick huschte über die unzähligen Verkehrsteilnehmer, die bei konstanter Geschwindigkeit der Straße folgten. Ein schwarzer Gleiter, der mit drei Personen besetzt war, stach ihr ins Auge. Auf der Rückbank saß, deutlich erkennbar ein gelbhäutiger Twi’lek.
      »Da vorne.«
      »Festhalten Jedi.« Pax erhöhte den Schub und Jayden fühlte, wie die Schwerkraft an ihr zerrte. Sie umschlang Brians Hüften reflexartig und schloss für einen kurzen Moment die Lider. Es gibt keine Gefühle. Es gibt Frieden. Das kreischende Zischen eines Blasterbolzen riss sie jäh aus den Gedanken.
      »Schätze, sie haben uns bemerkt,« rief Brian über die Schulter. In der Hand eine Blasterpistole. Der Speeder schwankte, als er ihn einhändig steuerte. Jayden hörte die Schüsse, die er abgab. Ihr Magen zog sich zusammen. Sie war zu Untätigkeit gezwungen. Nicht mehr als ein Beobachter. Erfolg oder Misserfolg der Mission lagen nicht mehr in ihren Händen. Ein Umstand, der Unbehagen in ihr auslöste. Sie rang den Impuls nieder, tätig zu werden. Die Macht wusste, was sie tat, rief sie sich in Erinnerung. Selbst wenn sie ihr Lichtschwert noch hätte, wäre ein Einsatz undenkbar. Der Flug des Speeders war zu unberechenbar, um sich auf die Sitzbank zu stellen. Zumindest für ihre Fähigkeiten. So blieb ihr nichts weiter übrig, als darauf zu vertrauen, dass ihr skurriler Begleiter wusste, was er tat. Brian lenkte den Speeder um Hindernisse herum, denen er im letzten Moment auszuweichen schien. Dabei feuerte er bei jeder sich bietender Gelegenheit auf den schwarzen Gleiter, der in waghalsigen Manövern versuchte, sie abzuschütteln.
      »Tod nützt er uns nichts,« schrie Jayden über eine Blastersalve hinweg, »wir müssen das schnell zu Ende bringen. Bevor ein Unschuldiger getroffen wird.«
      »In diesem Sektor gibt es keine Unschuldigen. Ich mache mir mehr Sorgen, dass er Verstärkung holt oder uns vorher pulverisiert.«
      »Großartig.«
      »Keine Sorge Jedi. Ist nicht das erste Mal, dass ich auf einen fahrenden Gleiter schieße. Ich weiß, was ich tue.«
      »Ich habe befürchtet, dass Sie das sagen würden.«
      Statt einer Antwort lenkte Brian Pax den Speeder in eine scharfe Rechtskurve. Sie verließen die Hauptstraße und rauschten in eine beengte Gasse. Der Verkehr war hier zwar übersichtlicher aber durch die vielen Hindernisse, die bautechnisch in die Flugbahn ragten, war die Verfolgung nicht minder gefährlicher. Blasterbolzen zischten an Jaydens Kopf vorbei. Sie runzelte die Stirn und stieß einen Seufzer aus. Diese unzivilisierte Ballerei war nicht nur unpräzise, sie war darüber hinaus auch Zeitverschwendung.
      »Gebt mir den Blaster.«
      »Was?«
      »Den Blaster. Her damit.«
      »Seit wann schießen Jedi?«
      »Ihr wärt überrascht.«
      »Denkt daran. Die Mündung immer schön nach vorne halten.« Er reichte ihr die Waffe über die Schulter nach hinten.
      »Ich versuch, es mir zu merken.« Jayden nahm den Blaster an sich. Das ungewohnte Gewicht fühlte sich sonderbar an in ihrer Hand. Grob und plump. Kein Vergleich zu einem Lichtschwert.
      »Fliegt ein Stück weiter nach links.«
      Sie griff nach der Macht. Blendete die Umgebungsgeräusche vollständig aus. Sie fokussierte den Blick auf den Gleiter. Die Zeit schien, sich zu verlangsamen. Das Mündungsfeuer der Gangster blitze auf. Bolzen jagten stumm an ihr vorbei. Sie legte an, zielte und schoss. Wie durch einen Zog wurde ihr Geist in die Wirklichkeit zurückgezogen. Schwarzer Qualm stieg aus dem Repulsor Triebwerk auf. Der Gleiter geriet in Schleudern und schließlich ins Trudeln.
      »Ein meisterhafter Schuss Jedi. Ihr habt den Antrieb voll erwischt.«
      »Ich weiß.« Jayden reichte ihm die Waffe zurück. Aus der Entfernung konnte sie erkennen, wie der Beifahrer aus dem Gleiter geschleudert wurde und in den unendlichen Tiefen der Häuserschluchten verschwand. Der Gleiter steuerte auf eine verlassene Landeplattform zu. Dicke Rauchschwaden folgten seinem Flug. Wenig später schlug er auf. Funken spritzten empor. Stoben in alle Richtungen, als das Fahrzeug über den Boden schilderte. Ein Verladedroide wurde von den mechanischen Beinen gefegt, ehe die Karosserie ihn in zwei Hälften teilte. Pax folgte der Schneise im sicheren Abstand. Die Bruchlandung endete an der Mauer einer Lagerhalle. Krachend verbog sich die Chassis des Gleiters am Durabeton. Metall ächzte auf. Wie der verzweifelte Seufzer eines Sterbenden. Dann war alles still. Brian bremste den Speeder ab und blickte auf den Trümmerhaufen.
      »Hoffen wir, dass dieser Huttensohn überlebt hat.« Eine gewaltige Detonation zerriss die Stille. Jayden fühlte, wie die Druckwelle gegen ihren Körper brandete. Das, was von dem Gleiter übrig war, wurde von einem Feuermantel umhüllt und zerfressen.


      Fortsetzung folgt
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