Haus Elentaar | Provinz Taar

    • Erklärung zu den Quellensymbolen

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      - öffentliche Erklärungen aus zweiter Hand (Berichte in den Medien)
      - Gerüchte
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      Nach längerer Zeit ohne jegliche Presseaktivitäten seitens von Count Orcin Elentaar tritt jener am Morgen vor die versammelte regionale Presse wie auch einige Vertreter der überregionalen Presse und spricht in einer fünfzehn Minuten lang andauernden Rede über die Traditionen und Werte von Alderaan, über die lange Geschichte des Planeten, welche trotz der Zwistigkeiten zwischen den einzelnen Häusern und dem noch immer schwelenden Streit um den Thron eine kulturelle Blüte hervorgebracht hat. Im letzten Teil seiner Rede wendet er sich explizit an alderaanische Bürger, die wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder anderen Gründen von ihrem Grund und Boden vertrieben wurden oder aus Angst um ihr Leben flüchten mussten:
      Wie schon während der Krise um die Heros-Provinz sei Haus Elentaar bereit, Flüchtlinge aufzunehmen und jenen ein neues Heim zu bieten, die darum bitten würden. Von Pressevertretern daraufhin eingehender befragt, ob es sich um eine Stellungnahme zur derzeitigen Avon'schen Politik handle, reagierte Count Elentaar ausweichend-höflich und wiederholte sein Angebot ein weiteres Mal, da es ihm ein Anliegen sei, die alderaanischen Traditionen der Gastfreundschaft hochzuhalten.
      Weitere Pressevertreter versuchten, den Count auf eine Erklärung zur überstürzten Hochzeit seiner ältesten Tochter, Viscountess Carvalis Stormtide-Elentaar mit Viscount Tarion Stormtide festzunageln, da es bislang dazu noch keine Presseerklärung, sondern nur die formelle Bestätigung der Vermählung gegeben hat. Auch hierzu wollte sich der Count nicht äußern und verließ die Pressekonferenz untypischerweise bereits zum bereits vorher festgelegten Zeitpunkt auf den Arm seiner Gemahlin gestützt. Allgemein ist der abgehärmte Zustand des Counts offensichtlich, er scheint deutlich an Gewicht verloren zu haben. Im Anschluss an die Pressekonferenz wurden in einschlägigen Klatschforen Mutmaßungen zum angeschlagenen Gesundheitszustand des Counts laut.


      In Künstler- und Denkmalpflegekreisen halten sich derzeit gerade in den Forenumgebungen der sozialen Medienplattformen hartnäckige Gerüchte, dass führende Kleinunternehmer planen, sich um die Denkmalpflege-Ausschreibungen in der Provinz Western-Convoyer zu bewerben. Allgemein scheint die Stimmung positiv zu sein, dass erfahrene Leute, welche die Taar-Provinz zu bieten hat, die Nase vorn haben könnten, was die Vergabe der als lukrativ eingeschätzten Ausschreibungen angeht.
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      Nicht zu unterdrückende Gerüchte aus der Nähe der Count-Familie sprechen davon, dass die älteste Tochter Viscountess Carvalis Stormtide-Elentaar bereits nach wenigen Monaten Ehe in anderen Umständen sein soll. Bislang ist der Konzertgeigerin bei öffentlichen Auftritten nichts anzusehen, sie begleitet ihren Gemahl nach wie vor bei vielen offiziellen Terminen und steht mit einem freundlichen Lächeln und stets geschmackvoll gewählter Kleidung an seiner Seite. Hofnahe Journalisten spekulieren längst darüber, dass sich die einst als rebellisch geltende älteste Elentaar-Tochter seit ihrer Eheschließung gewandelt haben soll, da sie in der Öffentlichkeit stets als mustergültige Gattin auftritt, andere vermuten, dass dies reine Fassade sei.
      Die lokalen Foren verzeichnen einen Anstieg der "Baby-Wetten" um etwa 300%, seit Carvalis Stormtide-Elentaar mit ihrer glücklich verheirateten Schwester und inzwischen zweifachen Mutter Amelira van Arden-Elentaar beim Shopping in Stargaze gesichtet wurde - Klatschmagazine haben sich vor allem auf die Kleidung der beiden Countstöchter und ihre Einkaufsziele gestürzt, unter denen sich auch zwei Geschäfte mit Babybekleidung und -spielzeug befanden.


      Unter dem vielversprechenden Titel "Kunst verbindet Provinzen - von Taar nach Western-Convoyer" ist unlängst eine kleine Reportage im lokalen Provinzsender TaarOne auf Sendung gegangen, welche den Aufbruch einer kleinen Gruppe sehr junger Restauratoren des taar'schen Traditionsunternehmens "Orlac und Söhne" zum bisher größten außerprovinzlichen Auftrag begleitet. Die jungen Leute und deren zwei erfahrene Restauratorenkollegen, welche die Gruppe anführen, wurden vor dem Aufbruch zu ihren Hoffnungen und Erwartungen befragt, die Reporter begleiteten sie in ihr Privatleben und filmten auch deren Hobbys und Lebensumfeld, sodass sich ein vielseitiges und lebensechtes Bild der Künstler ergeben hat, die von ihrer Heimat aus aufbrachen.

      Snippets, die aus eigenen Videos, Tagebuchartigen Bonmots und Selfie-Bildern von der Reise bestehen, ergänzen die Reportage und machen die Berichterstattung zu einem sehr persönlichen Dokument Zeitgeschichte, welches sowohl die Träume und Vorstellungen gerade von Mittzwanzigern aus der Taar-Provinz, aber auch ihre Sorgen und Befürchtungen für die Zukunft mit einfangen konnten:

      "Ich kann's kaum erwarten, mit einem anderen Stil zu arbeiten als dem, was uns hier in Taar geboten wurde - andere Künstler, andere Arbeitsweise. So bleibt der Job immer spannend und ist mehr als eine bloße Arbeitsstelle, sondern Leidenschaft pur. Man weiß nie so genau, was einen nun erwartet, muss sich auf Umgebungsbedingungen und Pfusch am Bau einstellen, der vielleicht vor hundert Jahren irgendwann mal gemacht wurde - aber ich liebe es!" - Janeya Losaar, Bildhauerei-Studentin und Restauratorin

      "Angesichts dessen, was hier in den letzten Jahren los war, ist es umso wichtiger, dass Kunst erhalten wird. Irgendwann müssen unsere Kinder und Kindeskinder mit dem leben, was wir getan und versäumt haben zu tun, dabei sollen ihnen Dekmäler, Bauten und alles, was Generationen vor uns geschaffen haben, ein Zeugnis dessen sein, worauf es im Leben ankommt und was man lieber vermeiden sollte. Umso wichtiger ist unsere Arbeit, damit auch in hundert, zweihundert oder fünfhundert Jahren alderaanische Bürger mit dieser Brücke zur Vergangenheit leben können." - Merrin Orlac, ältester Sohn des Unternehmensinhabers und Erbe von "Orlac und Söhne"

      "Hey, das wird eine totale Sause - neue Leute kennenlernen, an neuen Orten arbeiten, ein bisschen Spirit von hier mit nach dort bringen und von dort was hierher mitnehmen - das wird voll die Künstler- und Provinzenverständigung. Und wenn die Mädels von Western-Convoyer auch so scharfe Uniformen tragen wie die Countess, dann kriegt mich da keiner mehr so schnell weg - he, jetzt hör doch mal auf ..." - Preston Wood, auf Filigranarbeiten spezialisierter Restaurator, im Bild von seinem Kollegen Imahiel Lerdon ordentlich geknufft

      "In einer Zeit, in der Alderaan nicht zur Ruhe kommt und Provinzen auf eine grausame Art und Weise Krieg führen, müssen wir zeigen, dass der Frieden eine viel erstrebenswertere Zeit ist, in der durch unser kulturelles Erbe alle etwas lernen und vor allem auch etwas erkennen können. Eine Waffe schwingen und jemanden töten kann jeder, aber sich mit Leib und Seele mit Kunst beschäftigen, das braucht einen ganz anderen Mut. Man darf nicht feige sein, wenn man eine Statue restauriert, die mindestens vierzig Mal so alt ist wie man selbst. Ein falscher Schritt und man hat etwas unwiederbringlich zerstört, das es in dieser Form nicht wieder geben wird. Ich hab' Ehrfurcht vor solchen Momenten, in denen mir das aufs Neue klar wird." - Talassa Eversong-Halloran, Restauratorin für Großdenkmäler

      Der neunzigminütige Beitrag hat in den öffentlichen Foren von TaarOne eine positive Resonanz gerade junger Nutzer erhalten, sodass inzwischen auch mit den Lokalsendern der Provinz Western-Convoyer verhandelt wird, dieses Porträt der motivierten, jungen Denkmalpfleger auch in der Zielprovinz ausstrahlen zu lassen. Betrachtet man das Echo auf die offizielle Bestallung von 'Orlac und Söhnen' durch die Regierung von Western-Convoyer und die Tatsache, dass "Orlac und Söhne" bereits in der Vergangenheit bei Restaurationsaufgaben (Renovierung des 'Arguile Family Monument' in der Dominion National Mall, City Of New-Empyr tätig geworden ist, so scheinen sich recht viele Bürger eine Intensivierung der Provinzbeziehungen zu wünschen. Bisher blieb eine offizielle Stellungnahme des Hauses Elentaar zu diesem Umstand aus, es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Umstände den Medienexperten des Hauses nicht unbekannt sind.
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      In der Count-Lerwin-Kaserne unweit der Residenz der gräflichen Familie soll unbestätigten Gerüchten aus Militärkreisen nach derzeit rege Tätigkeit ausgebrochen sein: Gerät wird verladen, Vorräte in Container gepackt, Soldaten scheinen sich zum Aufbruch bereit zu machen. Bislang gibt es zwar noch keine offizielle Erklärung zum Geschehen, aber es wird allgemein vermutet, dass Count Orcin in den aktuellen Bardrice-Stormtide-Konflikt einzugreifen gedenkt, da es immerhin auch um die Interessen seiner Tochter Carvalis, der derzeit amtierenden Viscountess Stormtide-Elentaar, und dem in knapp vier Monaten zu erwartenden Stormetide'schen Erben geht.
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      Nach der Abstimmung im alderaanischen Adelsrat und die umstrittene Stimmabgabe durch den Vertreter von Haus Elentaar, Count Orcin Elentaar, wurden am Morgen des heutigen Tages die Pressevertreter regionaler und überregionaler Medien zu einer Pressekonferenz geladen, bei der sich der Count gewohnt ruhig und gelassen zeigte. Der inzwischen in den mittleren Sechzigern befindliche Count wirkte sichtbar gealtert, hielt sich gebeugt und wurde beim Gehen von seiner Gemahlin Isadora gestützt. Von dieser körperlichen Schwäche unbeeindruckt, antwortete er mit klarer und tragender Stimme auf die Fragen der verschiedenen Medienvertreter zur zurückliegenden Abstimmung. Gerade wegen des durch Haus Huyoan vorgeworfenen Verrates an Haus Thul und des stattgefundenen Loyalitätsbruchs äußerte sich der Count wie folgt:

      "Nun mögen laute Stimmen verschiedener Häuser Elentaar die einzige Schuld daran zuschieben, dass das hohe Haus Thul gegen Haus Organa das Nachsehen hatte. Ich bitte dabei die Diplomaten und Hausvertreter zu bedenken, dass es mit den unsrigen Stimmen insgesamt 34 für Haus Panteer und damit das letzte Königshaus waren und sich unter den Abstimmenden für Haus Organa einige befanden, die einst Thulnah oder zumindest diesen nicht offen opponierend agierten. Ein Stimmverlust kann kaum am Handeln eines einzigen Hauses festgemacht werden, sondern zeigt auf demokratische Weise, wie es seit jeher unseren stolzen alderaanischen Traditionen entspricht, dass eine deutlichere Mehrheit für einen anderen Ausgang zustande gekommen ist. Diese Entscheidung zu akzeptieren ist ebenfalls Teil unserer Kultur, wie es Alderaans Werten entspricht.

      Die vier Stimmen von Haus Elentaar sind mit der Überlegung an Haus Panteer gegangen, dass wir vor allem Alderaaner sind, nicht die taubstummen Gefolgsleute der Galaktischen Republik oder des Sith-Imperiums. In den vergangenen Jahren waren uns beide Seiten keine wirkliche Unterstützung, und ich warne die Häuser ausdrücklich davor, sich zu sehr in alderaanexterne Konflikte zu involvieren, solange wir unsere eigenen nicht wirklich beilegen können. Von diesen gibt es im Augenblick genügend und es liegt bei uns, nicht abermals zu einem Schauplatz von Stellvertreterkonflikten und deren Folgen zu werden. Heros ist nicht vergessen!
      Alderaan ist nur dann stark, wenn wir unsere Interessen, aber auch unsere Probleme im Blick behalten, ohne uns zu sehr einer externen Macht anzudienen. Die Stimme der Vernunft mag an manchen Tagen leise sein, sie mag auch ohne pompöse Paraden, geschwenkte Fahnen und opulentes Gepränge daher kommen. Doch sie ist noch immer vorhanden und sie wird nicht verstummen, selbst wenn andere uns dafür Verräter nennen mögen.

      Auch wenn Haus Panteer dieses Mal in der Abstimmung die schwächste Kraft darstellte, so liegt zwischen den Unterstützern von Haus Thul und jenen von Haus Panteer nur eine Differenz von drei Stimmen. Ein Verhältnis, das die Hoffnung erneut aufkeimen lässt, dass ein Miteinander der Häuser als Grundgedanke wieder erstarkt, anstelle von expansionistischen und militaristischen Interessen. Haus Elentaar war und wird stets daran interessiert sein, Alderaan zu stützen und seinen Einfluss darauf verwenden, dass unsere Werte gewahrt bleiben. Damit wende ich mich an diesem Tag klar an jene, denen ein humanitäres, friedliches und konstruktives Miteinander ebenso wichtig ist wie Haus Elentaar: lasst uns gemeinsam dafür wirken, dass unser schöner Planet mitsamt seinen Traditionen und seiner stolzen, langen Geschichte unser Fokus bleibt. Für Alderaan!"

      Nach diesen letzten Worten verneigt sich der Count in Richtung der Medienvertreter und verlässt, gefolgt von den Familienmitgliedern und Sicherheitspersonal, die kleine Bühne, welche sowohl mit den Farben Elentaars als auch Alderaans beflaggt war. Beobachtern von außen dürfte beim Blick in Diskussionsforen, aber auch im öffentlichen Diskurs der Bürger untereinander auffallen, dass eine Mehrheit der Bürger den pazifistischen Kurs der Countfamilie zu begrüßen scheint, wenngleich es nicht gerade wenige Stimmen gibt, die einen Vergeltungsschlag von Thul nicht nur befürchten, sondern für unausweichlich halten.
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    • Ein Tag von Blut und Feuer - Provinz Taar, Alderaan

      Viele der Bürger aus der Provinz Taar führen ein friedliches, zurückgezogenes Leben, oftmals mit dem zufrieden, was sie haben und zufrieden damit, diesen Besitz mit ihren Liebsten zu teilen. Wie flüchtig jedoch selbst ein einfaches Glück sein kann, zeigt sich an diesem eigentlich vollkommen normalen Tag, der bei Sonnenaufgang über den Bergen und Hängen der Provinz so ereignislos zu beginnen scheint wie viele andere zu vor. Als die beiden schlanken Großkampfschiffe des Ewigen Imperiums gegen Nachmittag am Himmel über Taar erscheinen, heulen die Luftschutzsirenen ihr schrilles Lied und rufen die Bürger zur Flucht in die unterirdischen Bunkeranlagen, welche schon seit Generationen als Zuflucht vor äußeren Feinden dienen. Wo das Militär anderer Häuser einen wenig erfolgreichen Luftkampf beginnt, gibt es in der Provinz Taar keine Luftstaffeln, keine großen Kampfverbände, die versuchen könnten, ihre Bürger zu retten, seit jeher pflegt Haus Elentaar die Tradition, sich im Zweifel unter der Erde und tief in den Bergen zu verstecken, bis der gröbste Sturm vorübergezogen ist. Doch eine solche Taktik ist nur bei Kriegen erfolgreich, in denen eine gewisse Vorwarnzeit herrscht, in denen Angreifer frühzeitig ausgemacht werden, um die Bevölkerung zu warnen...

      Überhaupt nicht darauf vorbereitet, von einem übermächtigen Feind aus der Luft angegriffen zu werden, verlieren gerade in den ländlichen und abgelegenen Gebieten viele in der ersten Stunde des Angriffs bereits ihr Leben, als sie versuchen, sich irgendwo in Sicherheit zu bringen. Der berühmte Südhang am Fuße von Mons Paralus, dessen Eiswein nicht nur in der Provinz Taar eine bescheidene Berühmtheit erlangt hat, wird von den Bomben der Schlachtschiffe vollständig eingeebnet, kurz danach folgt die in einem touristischen Erholungsgebiet liegende pittoreske Siedlung Lavaan, von deren gemütlichen kleinen Häusern und der angeschlossenen Künstlerenklave mit den hochfliegenden Träumen und faszinierenden Ideen nur Trümmer und Feuer übrig bleiben. Gerade die Bürger ausserhalb der Städte sind zu weit von den jeweiligen Bunkern entfernt, um sich schnell genug in Sicherheit bringen zu können, sodass ihnen nur ein ausgesprochen wechselhaftes Glück als Lebensretter bleibt.

      "Wo ist Sa'rassa?" Eng an die Seite ihres Mannes gedrückt, blickt Countess Isadora in die Richtung ihres ältesten Sohnes, der leicht den Kopf schüttelt.
      "Sie war auf Shoppingtour in Ireen, zumindest hat mir das heute mein Assistent gesagt." Hektisch tippt Baron Ontaris auf sein Datapad ein, aktualisiert den Terminkalender, den er sich mit seiner Ehefrau teilt, dann lässt er das Pad auf die Knie sinken. "Shoppingtour. Ich erreiche sie nicht." Dröhnend schlagen weit über dem Schutzbunker der Familie die Energiestrahlen auf dem Stadtschild ein, selbst in der Tiefe noch als deutliches Echo zu hören.
      "Wenn sie in Ireen unterwegs war, dann hat sie dort sicher einen Bunker erreicht. Dafür haben ihre Leibwächter ganz sicher gesorgt," lässt sich der weizenblonde Arric van Arden vernehmen, dessen ruhige Bedachtheit verrät, dass er nicht zum ersten Mal in einer so lebensbedrohenden Situation steckt. Während er seinen siebenjährigen Sohn Olvan auf den Knien wiegt, versucht seine Ehefrau Amelira, den verunsichert quäkenden Loran zu trösten, der mit seinem dreiviertel Jahr noch gar nichts mit dem Lärm und der Nervosität der Erwachsenen anfangen kann.
      "Das Netz scheint zusammengebrochen." Baron Ontaris klingt inzwischen sehr beunruhigt, von allen Kommunikationsmöglichkeiten abgeschnitten zu sein, behagt ihm nicht.
      "Sie war nicht allein unterwegs, selbst wenn sie selbst nicht weiß, was zu tun ist, ihre Begleiter wissen es. Bleib ruhig, mein Sohn, mit Deiner Unruhe kannst du ihr auch nicht helfen," schaltet sich der Count ein, der in den letzten Wochen sehr hager geworden ist, vor allem seit der skandalumwitterten Adelsratssitzung, aus der er die Änderung des politischen Kurses kundgab,
      "Es wird ihr schon gutgehen," sagt Isadora beruhigend zu ihrem Ältesten und greift dessen klamme Rechte, um die Hand einmal fest und verbindlich zu drücken. "Im Augenblick können wir nur warten."

      Spätestens in der dritten Stunde der willkürlichen Bombardierung von Gebäuden, Landschaft und des gesamten Landes zeigt sich, dass die friedfertige und seit Jahrhunderten pazifistischen Idealen zugewandte Provinz Taar dem brutalen, destruktiven Feind wenig bis nichts entgegen zu setzen hat. Auch jene, denen es gelungen ist, sich in die Bunker zu flüchten, müssen angesichts des groben Flächenbombardements fürchten, dass über kurz oder lang so viele Schäden entstehen werden, dass es nichts geben wird, wohin sich die Rückkehr lohnen wird.
      Mehrere Siedlungen werden schlicht ausgelöscht. Als der Stadtschild von Oltaar, der Provinzhauptstadt, nach drei Stunden Überbeanspruchung zusammenbricht, gibt es auch für die Bürger dort keine wirkliche Hilfe mehr - wenigstens hatten die Bewohner Oltaars genug Zeit, sich in den Bunkern zu verstecken, sodass sich die Todesopfer vor allem auf jene beschränken, die nicht flüchten wollten oder konnten. Doch von der berühmten Promenade der Stadt, auf denen einst junge Adelige flanierten und auf der sich heute eine bekannte Skulpturenmeile befindet, bleibt nur noch wenig Schönes übrig. Mit ausreichend innerem Sarkasmus könnte man auch behaupten, dass einige der Kunstwerke durch die Zakuul eine ganz neue Note erhalten - oder man der Nachwelt einen Gefallen durch ihre Zerstörung einen Gefallen getan hat.

      "Das können wir doch nicht überleben," flüstert Amelira ihrem Ehemann zu, während ihr Blick auf ihre Eltern gerichtet bleibt. Wenigstens ist Loran in ihren Armen in einen unruhigen Schlaf gesunken. Olvan beschäftigt sich mit seinem Datapad und einem albernen Spiel im Comicstil, dessen quietschende Laute laut durch den Bunkerraum des gräflichen Bunkers unter Oltaar klingen. "Hier unten sind wir sicher, Liebste - der Bunker liegt tief genug, dass das Ganze auch noch einige Tage weitergehen könnte. Es sind auch genug Vorräte da." Der ehemalige imperiale Offizier zieht seine Frau in eine feste Umarmung, gibt ihr in den schweren Stunden den benötigten Halt, während seine Gedanken zu den Lebewesen ausserhalb des Bunkers schweifen. Wieviele Opfer dieser Angriff fordern würde, konnte er nicht einmal schätzen. Aber seine Erfahrung sagte ihm, dass diese Stunden im Bunker die letzten friedlichen Momente für eine lange Zeit sein würden, wenn sie überhaupt eine Chance hatten, das alles zu überleben.
      Ontaris erhebt sich von seinem Polstersitz und läuft wie ein im Käfig gefangenes Tier im Bunker auf und ab - so lange, bis sich seine Mutter ebenso erhebt und ihren Sohn neben sich zieht, um leise mit ihm zu sprechen. Arric kann nicht verstehen, worüber sie sich unterhalten, doch er ist sich absolut sicher, dass es um Sa'rassa geht. Er hat die beiden oft genug miteinander erlebt, um zu wissen, dass sie eine schwierige Ehe mit mehr Tiefen als Höhen führen, auch dass bislang der ersehnte Erbe ausgeblieben ist, trägt zu vielen Mißstimmungen zwischen beiden Eheleuten bei. Erst in der Not zeigt sich, dass ihm etwas an seiner Frau liegt, denkt Arric und streicht seiner Frau über das locker zurückgebundene Haar. Wenigstens sind Amelira und die Kinder in Sicherheit. Wie es dem Rest seiner Familie im imperialen Raum gehen mag, kann er nur raten - und hoffen.

      Die Stunde der Not ist auch eine Stunde des Heldentums. Heldenhaft setzen die Mitglieder des Taar-Militärs dem Feind mit allem zu, was ihnen zur Verfügung steht, und das ist wenig genug. Andere helfen bei der Rettung der Bürger und lassen ihr Leben bei dem Versuch, Verschüttete zu evakuieren. Brände toben über Häuserzeilen, die noch wenige Stunden zuvor die heitere Gelassenheit des Taar'schen Baustils in Perfektion verkörperten.
      Während sich das von Haus Elentaar geförderte Jugendorchester direkt vom Probenraum in den Schutzbunker der Symphonie von Oltaar begeben kann, verliert es kurz darauf seinen planetenweit bekannten Dirigenten, der das Proben heute seinem Stellvertreter überlassen hatte, um mit seiner neuesten Muse - böse Zungen würden sie eher als Geliebte bezeichnen - eine Landpartie in die Berge zu unternehmen. Wenigstens ist diesen beiden ein Tod in den jeweiligen Armen des anderen vergönnt, ein letzter Höhepunkt vor der finalen Schlusskadenz, als eine der Zakuul-Bomben das kleine, zu Liebeszwecken angemietete Landhaus trifft und es dem Erdboden gleich macht.

      Als in der sechsten Stunde nach Beginn des unkoordinierten, aber dadurch nicht weniger zerstörerischen Angriffs die beiden Schiffe schließlich innehalten und sich Stille über das malträtierte Land senkt, sind die Schäden enorm, die Wunden geschlagen. So unspektakulär, wie sie gekommen sind, ziehen die Unheilsanrichter auch wieder zurück und hinterlassen Tod und Verzweiflung. Nur langsam trauen sich die Bürger der Provinz Taar wieder aus den Bunkern heraus und sehen sich mit einer Form von Zerstörung konfrontiert, die niemand wirklich in Worte fassen kann. Es waren nur sechs Stunden, die dennoch so unendlich viel verändert haben. Rauchschwaden schwängern die Luft, der Gestank nach verbranntem Fleisch wird durch Unmengen aufgewirbelten Staub angereichert. Zakuul hat den Bürgern der Provinz Taar eine bittere Lektion erteilt: auch die Hinwendung zu einer friedlichen Existenz schützt nicht davor, ein Opfer von willkürlicher Gewalt zu werden. Und während die verbliebenen Mitglieder der Ordnungskräfte versuchen, die Schäden zu schätzen und Hilfsbemühungen zu koordinieren, lässt sich doch nicht verhehlen, dass pure Zahlen nicht werden wiedergeben können, wie enorm die gerissene Wunde tatsächlich ist.

      "Euer Gnaden? Die Sicherheitskräfte haben Eure Gemahlin gefunden. Ich muss Euch eine traurige Mitteilung machen ..."
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      In den vergangenen Wochen ist es still geworden um Haus Elentaar - zumindest, was den Umgang mit der Presse und irgendwelche Events angeht, welche vor allem für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt sind. Seit den weitreichenden Zerstörungen der Provinz Taar durch die Zakuul'sche Flotte scheinen die Bewohner der Provinz sich wieder ganz auf sich selbst zu besinnen und auf eben jene Tugenden, die das pazifistische Volk von Bergbewohnern ausmachen: Zusammenhalt und Zähigkeit. Genau fünf Tage nachdem Sa'rassa, die Gemahlin des Barons und Erben Ontaris, wie auch ihr begleitendes Gefolge tot aufgefunden wurde, wird diese in einer stillen, dennoch würdevollen Zeremonie gemeinsam mit all jenen beigesetzt, die zum Opfer des Angriffs geworden und bis zu diesem Zeitpunkt geborgen werden konnten.

      Das Grab, welches den Überresten von insgesamt 2869 verstorbenen Bürgern der näheren Umgebung eine letzte Ruhestätte und den Überlebenden eine Erinnerung bietet, wurde inmitten des reichlich lädierten Stadtzentrums von Ireen ausgehoben und mit schroff gemeißelten Felsblöcken aus den taar'schen Gebirgszügen zu einem Mahnmal an das Geschehene umfunktioniert. Trauernde Bürger können die mittels Laser eingravierten Namen ihrer Lieben auf den von Wind und Witterung, aber auch den geschehenen Ereignissen unbeeindruckten Felsteilen lesen, und recht schnell hat sich dieses Massengrab, welche die bisher größten Einrichtung dieser Art darstellt, zur zentralen Gedenkstätte für all jene entwickelt, deren Lieben seit dem verhängnisvollen Angriff verschollen sind.
      Baron Ontaris selbst besucht den "Fels der Erinnerung", wie ihn die einfachen Bürger nennen, jeden Tag, und von Tag zu Tag werden von den Bewohnern der Provinz mehr Blumen, Holobilder und andere Erinnerungsstücke dort hingebracht, um die Verbindung zu den Verstorbenen nicht zu verlieren.

      Abseits der großen Trauer jedoch ist eine gewisse Aufbruchstimmung in der Provinz zu spüren, als die erste dumpfe Trauer verebbt ist und der Schock über die Ereignisse langsam weicht. Auf Geheiß des Counts wurden alle Zivilschutzbunker und verbliebenen öffentlichen Gebäude geöffnet, um obdachlos gewordenen Bürgern ein Übergangsheim mit einem Dach über dem Kopf zu bieten. Auch die gräfliche Familie geht mit gutem Beispiel voran und scheint sich nicht davor zu scheuen, bei allen Arbeiten mit anzupacken, soweit es ihnen möglich ist - bis auf den Count sind die Mitglieder der Familie unermüdlich in der Provinz unterwegs und spenden Trost, hören sich die Sorgen der Bürger an und versuchen, das Leid zu lindern.

      Doch trotz aller Zusammenarbeit zwischen den Bürgern, trotz vieler sich gegenseitig hilfreich entgegen gestreckter Hände, und der vielen Arbeit, die auf all jene wartet, welche sich zum Helfen bereiterklärt haben, ist doch der Geist des seit Jahrhunderten in Taar gepflegten Pazifismus nicht in jedem Herzen vorherrschend. Gerade die eistmals reicheren Viertel von Ireen und andere Siedlungen mit wohlhabenderen Bewohnern sehen sich einer Plage von Kriminellen ausgesetzt, die in zerstörten Häusern rauben und plündern und dabei nicht gerade zimperlich vorgehen, wenn ein Besitzer von seinen liebgewonnenen Erinnerungsstücken nicht lassen will. Gerade junge Taar-Bürger beteiligen sich an diesen Schandtaten, ob nun aus Verzweiflung oder schlicht allzu menschlicher Gier nach mehr Besitz, lässt sich schwer ermessen.
      Die Ordnungsbehörden sind durch diesen sprunghaften Anstieg ungewollter Kriminalität und die anderen, durch den Wiederaufbau anfallenden Aufgaben so überlastet, dass sie der Gewalt nicht Herr werden können und gerade nachts viele der Stadtviertel von Ireen nicht mehr sicher sind. Als Reaktion darauf haben sich - ebenfalls aus vielen jungen Leuten bestehende - Bürgerwehren zusammengeschlossen und versuchen, im Kleinen die Ordnung wieder herzustellen. Was in vielen friedlichen Jahren als undenkbar schien, hat die wütende Ewige Flotte in nur wenigen Stunden heraufbeschworen: Chaos, Gier und immer lauter werdende Rufe in der Bevölkerung nach einer harten Hand ...
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