Abnormal, normal

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    • Abnormal, normal

      Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      -Prolog-

      "Das ich dich mal persönlich kennen lernen würde, hätte ich nie gedacht. Weißt du eigentlich, was für Probleme du verursachst? Welchen Schaden du anderen zufügst? Wie deine Taten Wellen schlagen? Wegen dir sind Leute gestorben, die es nie verdient hatten! Menschen, Rodianer, Bothaner, Zabrak, Rattataki und so viele mehr. Deine blutigen Fußspuren zeichnen ein chaotisches Muster über diese Welt. Niemand vertraut dir, keiner will dich, jeder wünscht dir den Tod, und selbst das ist dir nicht genug! Deine Blutgier kennt keine Grenzen. Wie viel Lebenssaft muss noch durch deine Finger rinnen, bevor auch nur ansatzweise dein Verlangen gestillt ist?! Reicht es dir nicht, dass hinter dir alles brennt und vergeht! Antworte mir du Arschloch! Wer oder was kann so versessen sein, auf soviel Gewalt?! Willst du alles brennen sehen, was wir errichtet haben?! Du wirst nie diese Welt ändern und erst recht nicht die Galaxis! Du bist nur ein dreckiger Schandfleck! Ein schlechter Witz steht vor mir. Nur zu, du Berserker. Schlag mich in Stücke. Es werden andere kommen. Sie werden dich holen und zerschmettern! An dich wird sich niemand erinnern, wenn sie mit dir fertig sind!"

      Eine gepanzerte Gestalt beugte sich über den Sprecher, dessen Stimme sich vor wechselnden Emotionen überschlagen hatte. Seine Zorn, die brennende Wut und panische Angst kämpften in den Augen des Geschäftsmanns um die Vorherrschaft. Der Krieg wurde in seinem Herz sowie in seiner Hose geführt. Er weigerte sich, sich selbst einzunässen, während sein Peiniger so nah war.
      Die Stiefel des Peinigers, des Phantoms der Gassen und Straßen, dem Schlächter so vieler Leben, drückten sich in das zersplitterte Sicherheitsglas, dass nun nicht mehr seinem Job nachging. Blut ran zwischen die kleinen Glasinseln. Kleine hauchdünne Bäche des Lebenselixiers traten aus den Wunden des Geschäftsmannes hervor.
      Scharfe Fragmente, einer gut gezielten Granaten, hatten tiefe Schnitte in Smoking, Hemd, Hose und Unterwäsche geschlagen. Die Wunden bluteten gut. Sie bluteten still. Ließen ihren Besitzer leiden, aber das war ihm zu wenig.

      Der Helm kam dem Gesicht des reichen Mannes immer näher, bis dessen Nase fast das geschwungene Visier berührte. Der Kam, am Heck des Helms, wirkte wie der einer Echse. Es fehlten nur die Stacheln, welche bedrohlich zitterten. Ein leise Surren entwich dem flachen Kinn, des grauen Gesichts. Einem Insekt nicht ungleich, welches sich Gehör verschaffen wollte. Aus einer anderen Welt, deren Blickwinkel so bizarr und unergründlich war, dass man sich die Frage stellen musste, wollte man so sehen?
      Kein Laut drang aus der Kehle des Opfers, als der Angreifer seine, in einem Panzerhandschuh steckende, Linke auf die Brust des Geschäftsmannes drückte.

      "Aufstehen." war das verzerrte Wort, dessen Ursprung irgendwo im Helm saß. Der Mann am Boden wurde abrupt hoch gerissen, als sein Peiniger sich wieder aufrichtete. Nun fand der Mann wieder seine Stimme. Er schrie zuerst nur, schmetterte dem grauen Panzer seine Hasstiraden um die elektronischen Ohren.
      Sein Jäger ließ sich davon nicht beeindrucken. Weder schlug er seinen lebenden Sack, den er über der Schulter trug, noch erwiderte er nur ein Wort. Mit stiller Zielstrebigkeit bewegte er sich durch das verwüstete Apartment, welches noch vor wenigen Minuten ein Ort des Überflusses und Luxus gewesen war.

      Ein Schwung, das Spannen eines Seils, das knirschen es belasteten Möbelstücks, bettelnde Worte seines Opfers. Dann war sein Kunstwerk fast vollendet. Es wartete nur noch auf den letzten liebevollen Kuss seines Schöpfers, um zu der Pracht zu erblühen, welche es, für wenige Momente, einmalig werden lassen würde. Ein fast obszöner Akt der Liebe, welcher in der Welt des Chaos und der Zerstörung auf seinen vollständigen Vollzug hinarbeitete. Der Geschäftsmann versuchte verzweifelt nicht vom Stuhl zu fallen, welche ihn vor dem Tod durch erhängen bewahrte.
      Unfairerweise waren seine Hände, mit Kabelbindern, hinter seinen Rücken verzurrt. Im Anblick des baldigen Todes durch erhängen wurde dem Mann mehr als flau im Magen. Sein Widerstand gegen den Drang sich selbst zu bepissen brach zusammen. Seine wunderbare, wenn auch arg lädierte, Designer Hose bekam eine neue Farb- sowie Duftnote, die sich mit dem Blut und Dreck vermischte, welche schon an ihm hafteten.

      "Warum?! Sag mir verdammt noch mal warum?!" Die Stimme des Mannes überschlug sich wieder. Blanke Verzweiflung bahnte sich einen Weg in all seine Nervenbahnen, wo vorher noch ein Funk Hoffnung gewesen war, dies alles lebend zu überstehen. Der Jäger musterte seine Beute. Sein Helm wiegte sich von Links nach Rechts, während er die weißen Zähne, die saubere Haut, den Geruch von teurem Rasierwasser und die kurzen gegelten Haare in sich aufnahm. Tief in seinem Verstand würde er die letzten Momente dieses Mannes, des Handels und Wandels, in sich bewahren, wie er es mit jedem seiner Opfer tat.
      Mit ritueller Ruhe zog der Fremde seine beiden Vibroschwerter aus den Scheiden an den Seiten seines Gürtels. Mit einem zärtlichen Knopfdruck, an den Griffen, der eleganten, wie mörderischen Waffen, erwachten sie zum leben. Schnell wurden ihre Klingen in zitternde Bewegungen versetzt, bis sie fast nur noch verschwommene Schemen aus einer anderen Dimension waren.

      Mit den verzerrten Worten auf den elektronischen Lippen, "Ich bin der Skorpion.", schwang der Jäger seine Waffen. Sie durchschnitten mühelos ihr Opfer. Die Wunden waren so tief und blutig, dass der Stuhl rot eingefärbt wurde. In den letzten Zuckungen des Schmerzes verfangen, trat sich der Mann selbst vom Stuhl und gab dem Werk des Mörders seine persönliche Note.
      Stunden später würde seine Familie ihn so vorfinden. Ein erfolgreicher Mann geschlachtet in seinem sicheren Heim, ausgestellt in seinem ehemals prachtvollen Vorzimmer, von der Decke hängend, unter einem, mit seinem eigenen Blut getränkten, Stuhl aus echtem Holz.
      Keine Spur von seinem Mörder. Nur seine Kunst bleibt zurück. Dieses blutige Werk, in dessen Sinn, nur dem Künstler offenbart wird. Es muss die Arbeit eines Monsters sein. Ein Monster, wie es nur auf Nar Shaddaa geboren werden kann. Oder ist es mehr?

      "Ich bin der Skorpion. Mein Leib ist schwarz, meine Tat ist Finster, mein Leben ist einsam und meine Gift ist die Angst in euren Venen."


      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Der Gegenspieler

      "Der will uns doch verarschen. Ich komme extra von der anderen Seite des Mondes hierher, nur um die selbe Scheiße, in Grün, zu hören?" Sicherheitschef Paskal Remsil stampft heftig, mit dem linken Fuss auf. Mit dem Rechten hatte er es nicht mehr so. In seiner Zeit, als untersetzter Sicherheitsmann, wurde sein rechtes Knie samt Fußgelenk gebrochen. Die unschönen Schmerzen durch spontane Wutausbrüche ersparte er sich, in dem er nur noch mit der linken Extremität heftig herum trat.
      Als Rechtshänder war dies schon eine schmerzhafter Lernvorgang, denn er aber gemeistert hatte. Seine kurzen dunkelbraunen Haare ertrugen das Gestampfe stoisch, hatte dieses Haupt nicht schon schlimmere Wutausbrüche erlebt, besonders bei seiner Scheidung, von seiner Schlampe von Ex. Nicht mal auf Nar Shaddaa war man vor solchen Schicksalen sicher, was Paskal zur Maxime führte -Heirate keine Frau, die schlauer ist, als du.-.
      Da störte es ihn auch nicht, dass seine Neue nicht das hellste Neonlicht an den Fassaden der Wolkenkratzern war. Was ihn wiederum sehr störte war die Tatsache, dass sein Job im Sektor Delta-65, eine unschöne Bezeichnung, für einen der schönsten oberen Sektoren des Huttenmondes war, unglaublich schwierig wurde.

      "Keine Spuren, Sir. Nur die übliche Verwüstung und ausgestellte Leiche." Mit kühlen Worten, welchen jeden Profikiller neidisch werden ließen, berichtet der alte Mirialaner das ernüchternde Ergebnis, seiner bisherigen Beobachtung.
      Ein Meer aus schneeweißen Haaren rollte über sein Haupt, ergoss sich über seine Nacken, wo es dann von einer schwarzen Spange zusammen gehalten wurde.
      Paskal schaute dem Leiter der Spurensicherung zu, wie dieser, mit pedantischer Genauigkeit, einzelne Glasscherben, Fragmente von einem Sprengsatz und anderen -Müll- in Tüten packte. Der Sicherheitschef ersparte es sich dem Alten Beine zu machen. Er würde eh nur die selbe Antwort, wie immer, zu hören bekommen "Sie machen ihren Job, Herr Remsil, und ich mache meinen. Also stören sie mich nicht."
      Nein, mit dem Thema war er so durch, wie mit seiner Scheidung, von seiner Exfrau. Beide Schlachtfelder hatten was gemeinsam, sie waren absolut sinnlos und nervtötend.

      "Dann klären sie mich mal auf, mein hoch geschätzter Etword Schelskin, was ich hier mache...und warum verfickt noch mal ich persönlich herkommen sollte!" Nicht das schreien in der Huttsec was besonderes war, doch an Tatorten war es schon die Ausnahme. Paskal konnte sein heißes Blut gerade nicht abkühlen. Ihm kam sogar kurz der Gedanke wem eine zu scheuern, doch leider lieferte ihm keiner seiner Kollegen, die um ihn herum arbeiteten, keinen Grund dazu.
      Kommentarlos zeigte Etword in die Richtung des Schlafzimmers. Paskal blickte skeptisch vom Mirilaner zum gewiesenen Raum. Sein alter Kollege richtet sich nun auf, setzte, mit einer entspannten Geste, seine Brille wieder auf, welche vorher an einem Band, um seinen Hals, gebaumelte hatte. Alles in allem war der alte Mirialaner ein zuverlässiger Kollege, auch wenn er seine Macken mit sich rumschleppte. Da wäre zuerst sein Hang zu übertriebener Sauberkeit, seine fast gleichgültige Gelassenheit sowie die Ruhe, mit der er an die Arbeit ging.
      Manche scherzten, Etword würde bei seiner Hinrichtung noch auf sauberes Henkerswerkzeug bestehen oder gar vorher selbst prüfen, ob die Bestie, die ihn verspeisen sollte, auch in perfekter Verfassung wäre.
      Unbewusst kam dem Sicherheitschef all diese Gedanken in den Sinn. Und dies fast immer, wenn er mit Etword zusammenarbeitete. Mit einem geistigen Seufzer schob er die Akte Etword fest zu und wackelte zum Schlafzimmer.

      Glasscherben, Dreck und Teile der Inneneinrichtung zierten den Weg dort hin. Paskal vermied es tunlichst zu viel zu verändern, auch wenn seine breiten Füße unweigerlich deutliche Spuren zeichneten. Eine kleine Stimme in seinem quadratischen Schädel meldete sich zu Wort -Alter, wenn Etword dich hier einfach durch marschieren lässt, dann hat er eh alles, also fuck auf die Vorsicht!-.
      Gedacht, getan. Mit direkten Schritten betrat der Ex-Schläger das geräumige Schlafzimmer. "Scheiße, hier passt mein Wohnzimmer samt Bad rein." entfuhr es dem Mann.
      Teure Möbel aus richtigem Holz, eine Schminkecke, ein Kleiderschrank von gut 9 Metern länge und einiges mehr versammelte sich hier.
      Es war fast sowas, wie das Who-is-Who der Schlafzimmermöbel, aber in der gehobenen Klasse.
      Was dem erfahrenen Huttsec direkt auffiel, hier war die Zerstörung fast nicht vorhanden. "Na, hier hat er ihn wohl nicht durchgeschleift." brummte Paskal in den Raum, während er den Inhalt des Kleiderschranks untersuchte. Man wusste ja schließlich nie, wann man mal eine neue Hose oder Schuhe brauchte. Leider war nichts in seiner Größe dabei. "Fuck, wäre ja auch zu schön gewesen."

      "Sie können aufhören unseren Killer im Schrank zu suchen, Sicherheitschef Remsil." Arrogant und dennoch unaufdringlich. Leise erotische Schwingungen in den Wörtern, die aber nicht auf eine Einladung zum Vollzug des Aktes hoffen ließen. Dazu ein kleiner Akzent, der aber anscheinend künstlerischer Natur war. Paskals Interesse war direkt geweckt. Da störte es ihn auch nicht beim Plündern erwischt worden zu sein.
      Mit seinem schurkischsten Grinsen drehte der untersetze Sicherheitschef sich auf der Stelle zur Stimme herum. Ihm wäre beinahe das Kinn runter gerutscht, als er zum Eingang des Zimmers blickte. Wie gut, dass ein alter Reflex von ihm, dies verhinderte. Früher hatte er als Junge sich immer sehr dumm, bei erotischen Frauen, angestellt. Doch durch hartes Training der Selbstkontrolle war es ihm geglückt, fast alle, Macken in dieser Hinsicht auszumerzen.
      Dazu gehörte auch und zwar besonders, dass Maul einfach aufzuklappen. "Mein Name ist Sascha Nagkro. Sie haben sicher von mir gehört, oder Herr Remsil?" Fuhr die Frau fort. Der Genannte war noch dabei den Anblick zu verarbeiten.

      Sascha Nagkro war eine sehr dunkelhäutige Zabrak, mit einem ausgeprägten Hörnerkranz, welcher aber zum größten Teil von ihren langen schwarzen Haaren verdeckt wurde. Ihr schlanker Körper, der wohl das Ergebnis harten Trainings und gezielter Ernährung war, steckte in einem engen schwarzen Bürokostüm.
      Das angegossene Sakko ließ eine weiße Bluse hervor blitzen. Die Kombination von Schwarz und Weiß strahlte einen nicht zu unterschätzenden Reiz aus. Besonders da das Kostüm unten herum in einen kurzen Rock, mit passenden Nylons überging. Der Blickfang schlecht hin, neben ihrem straffen Hintern, waren die hochhackigen weißen Schuhe.
      So weiß, wie neu gefallener Schnee. Für manche eine unglaubliche Modesünde, trug Sascha sie mit einem Selbstbewusstsein, das laut sagte "Ihr könnt mich alle mal. Ich kann alles tragen.".

      "Ja, mir ist schon das eine oder andere zu Ohren gekommen, Miss Nagkro. Sie sind direkt einigen Hutten unterstellt. Sicher sind sie hier, um die Ermittlungen zu begutachten. Wir tunen unser Möglichstes, um diesen Killer zu finden. Ich habe ein sehr fähiges Team, welches schon an der Sache dran ist." -Sehr gut Paskal. Immer nett und höfflich, dann kann sie dir nichts. Und denk nicht daran, wie es wäre sie zu knallen. Oh, wenn das nicht so schwer wäre.-
      Sascha stöckelt langsam auf Paskal zu. Wo sie ihn vorher noch, mit ihrem Auftritt überraschen konnte, rollte ihr pure Anwesenheit nun über ihn hinweg. Mit 185, eindeutig durch die Pumps angehoben, überragte sie den Sicherheitschef.
      Mit 165 Körpergröße konnte der Mann der Frau einfach nicht das Wasser reichen.
      "Sie verstehe nicht, Mr. Remsil. Ich bin hier, um die Ermittlungen zu übernehmen. Rufen sie ihre Leute in der Basis zusammen." Nicht mehr und nicht weniger. Da drehte sich die Frau schon herum, präsentierte Paskal ihr Prachtstück von Hinterteil und wackelte durch die Türe des Schlafzimmers.

      Ein großer Moment der Überraschung. Im Gehirn war man sich sehr uneinig, wie man reagieren sollte. Nach einer langen Debatte einigten sich alle Parteien auf alt bewehrtes zurück zu greifen. Mit einem recht lauten Ausruf des Unglaubens, der einige deutliche sexuelle Anspielungen sowie Flüche enthielt, machte sich der Sicherheitschef Luft. Etword war der erste von vielen, die sich darauf hin im Schlafzimmer einfanden.
      Es wurde schon was getuschelt. Hier und da sprach man schon davon, dass der Chef seinen Job los wäre. Am Stuhl wurde gesägt, der Thron umgestoßen, die Messer gewetzt und sonst noch was. Etword kam seinem alten Kollegen zur Hilfe in dem er ein, für ihn sehr ungewöhnliches, lautes "Halte alle die Fresse!" ausstieß. Mr Remsil nickte dankend seinem Experten der Spurensicherung zu, was dieser nur mit einem Achselzucken quittierte. "Leute, wir packen unser Zeug ein, versiegeln die Bude und verschieden zum Hauptquartier. Miss Nagkor möchte persönlich die Leitung des Falles übernehmen. Daher werden wir ihr so gut es geht zur Seite stehen, denn wenn nicht...ihr wisst ja, was dann passiert. Also los! An die Arbeit."

      Die Versammlung löste sich genauso schnell wieder auf, wie sie zustande gekommen war. Das Huttsec-Person sammelte, mit einer Eile, die man nur als erschreckend bezeichnen konnte, ihr Ausrüstung ein, nahm letzte Aufzeichnungen vor und entfernte sich aus dem Luxus-Apartment. Unter einem stetigem Grummel wanderte Paskal seinen Leuten hinterher. Etword wich ihm dabei nicht von der Seite. "Es musste so kommen, Chef. Vielleicht ist sie ja wirklich eine Hilfe."
      Dieser ruhige Optimismus konnte nicht schlechter gesetzt sein, zumindest bei Paskal, der sich so gar nicht darauf freute, mit Sascha zusammen zu arbeiten.
      "Ach erspar es uns beiden, Etword. Die Dame hat einen Ruf, so scharf wie ein Vibromesser."
      "Sie meinen so scharf, wie der Arsch, dieser Frau, Sir?"
      Unwillkürlich lachte der untersetzte Sicherheitschef laut drauf los. Sein größerer grüner Kollege beließ es bei einem Schmunzel, während sie den Lift bestiegen. Ja, Jahre der Ermittlungsarbeit verband sie und die Beiden wussten, dass es ab jetzt um weit aus mehr ging, als nur um einpaar tote reiche Bonzen.
      "Du weist, was du zutun hast, Etword." dieses verschwörerische Raunen gepaart mit einem Augenzwinkern war mehr als ausreichend. "Aber sicher, Sir. Ich hole -die Truppe- zusammen. Ach...ist ihnen aufgefallen, dass diese Frau sie anscheinend mag, Sir?"

      Paskal verschluckte sich fast, als er dies vernahm. Wie ein Speederunfall bohrten sich alle sexuellen Gedanke zurück in seinen Schädel. Hatte er sie doch eben so schön weg gesperrt, als Sascha so dicht vor ihm gewesen war. Tja, nun waren alle Tore offen, die Bilder deutlich vor seinem inneren Auge und die Erektion ließ auch nicht auf sich warten. "Etword, hört mit dieser Scheiße auf." Zähne knirschend rückte sich der kleine Mann seine Hose etwas zu recht, während der Lift sie immer weiter nach unten brachte.
      "Wie sie meinen, Sir. Ich dachte nur, es wäre ihnen entgangen. Hatten sie sich doch so gut geschlagen, ohne zu sabbern." Mit einigen Flüchen auf den Lippen schritt Paskal Remsil aus der sich öffnen Lifttüre auf das Parkdeck.
      So sehr er auch Etword mochte, dieser Mann hatte eine verdammt hinterhältige Art an sich Leute in die Pfanne zu hauen. Daher war es mehr als gut, dass Paskal und Etword getrennt zum Hauptquartier flogen. Paskal mochte eh keine Beifahrer.

      Sein Speeder, ein älteres Model, welches in hellblau lackiert war, schlängelte sich durch den Verkehr des Mondes direkt zur festungsgleichen Anlage der Huttensicherheit des Sektors. Gedanken, über Gedanken, rollten durch Paskals Gehirn. Eigentlich sollte es ihn ja nicht überraschen, wie es nun gekommen war. Eine handvoll Morde, ohne irgendwelche Spuren im Abstand von wenigen Monaten. Sowas fiel einfach auf. Zwar war der Mond nie ein ruhiger Ort gewesen, doch selbst hier achtete man auf die Sicherheit der Oberschicht. Gut, die Hutten mordeten schon immer untereinander ihre Lakaien weg, doch gab es Regeln.
      Und dieser Mörder hielt sich an so gar keine Regel. Erst recht nicht an die Erste, piss den Hutten nicht ans Knie. Ein schneller Tastendruck und der Speeder parkte sich selbst in eine lange Reihe von Dienstfahrzeugen ein. Paskal stieg noch nicht aus. Frustriert rieb er sich die Augen. Eine nutzlose Geste, aber es war ihm danach. Ihm war auch schwer danach einfach nach Hause zu gehen und sich ins Bett zu werfen.
      "Das ist alles ein Haufen Scheiße." Mit dem Schwung der Frustration öffnete der Sicherheitschef die Speedertüre, um sich der Realität zu stellen. Heute würde er noch richtig -Spaß- haben.


      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Dandrius ()

    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Leck mich Leben

      Die Beziehung zwischen Dandrius und seinem zweiten Adoptivsohn Z wurde über die Jahre sehr schwierig. Man könnte alles auf Z's "gestörten" Verstand schieben, welcher die gesamte Galaxis ganz anders wahrnahm, als der Rest der Bevölkerung, doch das wäre nur ein Teil eines großen dampfenden Haufen Wahrheit gewesen.
      Ein weiser Mann sagte mal, es gibt nicht die eine Wahrheit, sondern X tausende. Wer auf solche Leute hört, biegt sich alles nur zu recht und kommt nie mit sich selbst klar, so war Dandrius Antwort darauf. Doktor Zul, nun als Mr. Voroka unterwegs, sagte immer, der Blickwinkel ist sehr entscheidend, um ein Problem zu lösen. Fuck, wenn es nur so einfach wäre.
      Exlaira hatte ihre eigene Art, mit der Welt und sich klar zu kommen. Du wirst niemals frei sein, aber wirst mehr als einmal die Chance haben dir die Ketten auszusuchen, in denen du leben willst. Sklaverei als Freiheit zu verkaufen war schon immer eine sehr grenzwertige Geschichte.
      Z konnte mit alldem nichts anfangen. Für ihn gab es, vor Dandrius und dem Signal, nur Rattatak, wo sich alles ums überleben, vermehren und siegen drehte. Danach kam Nar Shaddaa, wo er in Arenen gezwungen wurde Leute zu ermorden, für die Unterhaltung anderer.
      Mit dem morden hatte er schon als kleiner Junge kein Problem gehabt, doch so älter er wurde, wollte er einen Grund haben dies zutun. Einen Grund zu Leben, kämpfen, ficken und erst recht um jeden verdammten Tag aus dem Bett aufzustehen.


      Die ganze Ausbildung, die ihm Dandrius zu schusterte, saugte sein verquerer Verstand auf, wie ein Schwamm das Wasser. Nur in Z's Verstand wurde alles anders verarbeitet. Sein Gehirn schaffte es mühelos ihm Dinge einzutrichtern, die er oft mals nur gesehen hatte. Naja, keine super Computertricks oder um irgendwelche Krankheiten zu heilen, aber genug um stetig besser zu werden.
      Zeit versetzt rutschte so gelerntes und unterbewusstes Wissen in seinen aktiven Denkprozess. Mehr wie ein tropfender Wasserhahn, als ein fließender Bach, der ruhig daher plätschert. Manchmal entlud sich auch geballtes Wissen einfach so. Das war ihm beim Basic passiert. Vorher konnte er nicht mal richtige Sätze bilden, was den Doktor beinahe zur Verzweiflung trieb und dann, praktisch über Nacht, konnte er ganze Sätze schreiben, Grammatik verwenden und sogar in den Zeiten hin und her springen, wie ein ausgebildeter Schreiberling. Wenn nicht das Problem, mit seiner Kehle und seinem Mund gewesen wäre, hätte er wohl ab da immer in Basic gelabbert.


      Tja, selbst sein Körper war anders. Anatomisch ein normaler rattatakischer männlicher Körper. Doch Mutternatur hatte schon immer einen Sinn für schwarzen Humor. Kleine Verschiebungen, Wachstumsfehler, die fast unscheinbar wirkten, seine von sich und seinem Clan geschleiften Zähne, die danach wie Haizähne wirkten, gepaart mit einigen Gefäßverengungen sowie überschüssigen Muskelsträngen und schon war das Minenfeld fertig.
      Die Wörter in Basic zu sprechen bereiteten ihm schmerzen, manchmal schnitt er sich sogar an seinen eigenen Zähnen. Damit war das Sprechen schon mal eine weitere Hürde.
      Entnervt von diesem Faktor war ihm beinahe die Idee gekommen sich den Brustkorb aufschneiden zu lassen, um ein technisches Wunder einpflanzen zu lassen, welches ihm normales Sprechen ermöglichen würde. Aber nur fast.

      In einer seiner stillen Stunden, wo er sich mal wieder heimlich davon gestohlen hatte, um in irgendeiner geheimen Ecke des The Lost Signals vor sich hin zu grübeln, entschied er sich dagegen.
      Die Zeit verging. Der Junge wurde zum Mann und stellte sich immer wieder seinem Adoptivvater. Nicht genug, dass er Dandrius Entscheidungen immer öfter hinterfragte, der Sohn gab dem Vater die Schuld, dass das Schwarze Skorpion Kartell nichts mehr war als ein weiterer Titel am Banner des The Lost Signals.

      So unrecht hatte Z nicht. Mit der Zeit lebten sich die Personen auseinander. Die vielen Krisen, Streiterein und Gefechte waren nicht spurlos an den Mitgliedern vorbei gezogen. Sich nun darauf zu versteifen wer am meisten Schuld auf seinen Schultern trug wäre vergebens gewesen. Nichts hat vor der Zeit bestand, nur der Wandel existiert, so kommentierte der Doktor alles.
      Der Twi'lek durchlief, mit der Zeit, auch einer Veränderung. Seid er seine Sammlung von Kristallen wieder in den Fingern hielt, schaute er oft einfach aus seinem Laborfenster, zitierte seltsame Ferse aus längst verlorenen Datenblocks oder verlor sich in den kleinsten Details der Welt. Aus dem exzentrischen und oft rasistischen Doktor "Allwissend" wurde ein ruhiger Mann, der über die Galaxis nachdachte, wie ein alter Philosoph.

      Zwar ging er immer noch seiner Arbeit nach, doch man merkte es ihm an. Früher beobachtete Z immer, wie die Leute vor dem mysterösen Twi'lek zurückwichen, wenn dieser meist energigeladen die Gänge des Signals herabschritt. Heutzutage bemerkte ihn fast keiner mehr, da der Mann sich fast lautlos durch die Hallen des Schwarzmarktes "gleiten" ließ.
      Lustig, wie sich alles wandelt. Z konnte fast drüber lachen, aber nur fast. Andere Veränderungen war schon weit aus schlimmer. Das Signal hatte sich auch verändert. Besonders nach der gescheiterten Jahresfeier.

      Sie kam gar nicht zustande, da es viel Streit gegeben hatte. Dandrius wurde dann auch noch von anderen Dingen geplagt und am Ende klappte alles, wie ein Kartenhaus, zusammen. Fast schon ein historisches Ereignis, und einige hat es sogar gefreut. Nar Shaddaa halt. Ein gehässiger Ort, aber sowas gab es überall.
      Danach kam das eigentliche "Hammer"-Ereignis. Der Krieg rückte immer näher an die Hutten heran, bis die Truppen von Zakuul über den Territorien der Schenken standen. Bereit um ihre gepanzerten Stiefel direkt in die Fressen der feisten Herren und Meister dieser Verbrecherwelten zu treten. Was taten die Hutten? Was sie seit ihrem Fall taten. Sie beugten sich den Eroberen, noch bevor auch nur einer "Huttenscheiße" sagen konnte. Das überraschte Z nicht, war ihm vom Doktor doch einiges von huttischer Geschichte vermittelt worden. Was dann aber passiert zerstörte einige Brücken zwischen ihm und seinem Vater.

      Die Sprungtruppen räuchten alles aus, was dem ewigen Imperium nicht gefiel, darunter waren auch die Schwarzmärkte. Unterhaltsam von Schwarzmärkten zu sprechen, wenn auf huttischen Welten eigentlich fast nichts illegal war. Nur eine Randnotiz.
      Es dauerte nicht lange und die Truppen marschierten ins Signal, dass sie die Himmelsinsel nicht einfach vom Orbit aus in Schlacke verwandelt hatten war wohl eine PR-Geschichte. Es wurden überall verbreite, wie sie mit den Handelsfürsten der Märkte umsprangen. Dandrius sollte wohl auch sowas erfahren, doch sein Handeln rettete ihm das Leben sowie sein gesamtes Einkommen.
      Z erinnerte sich noch genau, wie die Truppentranporter landeten. Scheppernd waren die Sturmrampen herunter fallen. Danach schwärmten die Sprungtruppen, wie Fliegen über einen Kadaver, aus. Sie waren schnell in Position, aber sie wurden auch erwartet.

      Jede einzelne Sicherheitskraft, Kampfdroide, autonome Geschützanlage und freiwillige Seele richtete ihre Waffe auf die Ankömmlinge. Sowas wollten die Leute vom ewigen Imperium doch. Eine Show. Ein Massaker, dass man medienwirksam verkaufen konnte, damit keiner mehr aufmuckt.
      Man hatte nur darauf gewartet, wie die ersten Blasterschüsse gewechselt wurden. Gierig darauf den letzten Atemzug des Signals zu sehen, aber es kam anders. Dandrius, in einer schlichten Händerkleidung gehüllt, mit seinem schwarzen Gehstock, der das Skorpionwappen trug, drängte sich durch seine Leute.
      Langsam und mit erhobenen Händen ging er auf die Truppenführerin zu. Eine stolze Frau von Zakuul, die so aussah, als hätte sie schon ganz andere Orte unterworfen. Der Schwarzmarktleiter ging vor der Frau auf die Knie, nahm seinen Gehstock in beide Hände und bobt ihn ihr an.

      Es dauerte mehrere Herzschläge, bis sie die exklusive Gehhilfe aus Dandrius offenen Händen hob. Z war sich sicher gewesen, dass Dan nun sterben würde. Wieder irrte er sich. Man befahl Dandrius aufzustehen und hörte ihn sogar an. Was dann folgte, war Z's letzter Grund zu gehen.
      Das Signal wurde von einem Schwarzmarkt zu einem "legalen" Handelsposten. Darüber hinaus wurde es auch ein Umschlagplatz, für Sprungtruppen und Personal des ewigen Imperiums. Der Hort des schwarzen Skorpions war nun Zakuuls Spielzeug. Der junge Rattataki verstand die Taktik seines Ziehvaters, doch das änderte nichts.
      Er konnte Dandrius nicht mehr ansehen. Über Umwege bekam er noch mit, wie Dan diese Zakuulfrau noch heiratete. Es muss wohl eine schöne Feier gewesen sein. Z war natürlich nicht da gewesen. Sicher, er ließ sich hin und wieder blicken, doch es waren nur Pflichtauftritte, wo er kein Wort, mit Dandrius, sprach.

      Z's Leben veränderte sich drastisch. Er sollte aber nicht alleine sein neues Leben in den tiefen von Nar Shaddaa antreten. Der alte Quarren, Veteran Lokron Zimm, begleitete ihn. Gemeinsam suchten sie sich einen neues Zuhause auf dem Mond. Die Zeit verging.
      Die Galaxis hatte sich geändert, Z hatte sich geändert, alles hatte sich geändert.
      *"Der Doktor hatte am Ende recht. Den Wandel kann man nicht stoppen."* der rattatakische Mann sandte seine Gedanken in den Abendwind des Mondes, während auf der Fensterbank saß und sich den Verkehr anschaute.

      Irgendwo hinter ihm fluchte wer. Dazu mischte sich Musik und die Wortfetzen von tausend Gesprächen. Seufzend schwang er sich wieder in den Abstellraum der Disco "X Worlds". Wobei Disco war zu nett gewählt. Es war mehr ein viel besserer Strippschuppen, aber man soll ja nicht kleinlich sein.
      Schnell rückte er seinen Arbeitsgürtel zu recht, an dem ein Dutzend Werkzeuge befestigt waren, die seinen Status, als Teilzeithausmeister, unterstrichen. Wenigstens einer der Nebenjobs, die er probiert hatte, die ihn nicht vollständig langweilten. Noch ein kurzer Blick aufs Chrono, kurz den Zeitrahmen einstellen, dann begann seine Schicht.
      Ein weiterer Tag auf Nar Shaddaa.

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dandrius ()

    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Die Regeln haben sich geändert

      Doktor Voroka schritt, zusammen mit seinem kleinen Schützling, durch die sehr sauberen und erhellten Gänge des The Lost Signals. Kaum zu glauben was aus dem kleinen Schwarzmarkt geworden war, der sich noch vor einigen Jahren wie eine Zecke in einer dunklen Gasse des Mondes vergraben hatte. Durch Blut und Schweiß war der zum Himmel hinaufgestiegen. Immer noch dunkel, unheilvoll sowie unnahbar. Doch die Zeit bearbeitete jeden Stein, egal wie hart er auch war.

      Aus dem dreckigen Fels hatte sich ein Juwel geschält. Das Werkzeug hierfür war von einem fremden Stern gekommen. Einer fernen Welt, ein Imperium welches sich die gesamte Galaxis unterwarf. Jene, die mit ihm marschierten wurden belohnt, alle anderen bestraft oder gänzlich ausgelöscht. Eine leichte Wahl, wenn man Familie und Heim zu verlieren hatte.
      Der gelbe Twi lächelte schmal auf das kleine blonde Mädchen hinab. Dimitria grinste ihrer seits breit. "Also meine kleine Schülerin. Was habe ich dir beigebracht?". Das Mädchen überlegte kurz, um danach freudig zu verkünden "Die Kunst ist frei, jedweder Grenzen!" "Richtig so. Los lauf, mal und hab Spaß."

      Von einem lauten kindlichen Lachen begleitet verschwand Dimi, wie sie alle nannten, in den hell erleuchteten Raum zu ihrer rechten. Ehemals ein Lagerraum für schwere Waffe, nun eine übergroße Ladestation, für zwei Dutzend Sprungtruppen.
      "Frage: Mr. Vorokar, soll ich ihr folgen?". Ach der Droide. Beinahe hätte der Doktor ihn vergessen. Er folgte Dimi überall hin. Ihr großer stahlgrauer Freund und Helfer. "Natürlich Stahlherz. Geh auch rein und hilf ihr. Ich glaube kaum, dass sie sonst alle Sprungtruppler erwischt bevor sie wieder aktiv werden. "Einwurf: Sie wissen schon, dass das widerrechtliche lackieren von Eigentum des Ewigen Imperiums unter Strafe verboten ist, Sir?"
      "Ich würde hier von verschönern sprechen, Stahlherz. Und nun los. Ich habe die Farben nicht reingeschmuggelt, damit sie nur die Hälfte davon benutzt." Ohne ein weiteres Wort schritt der HK-Hybride durch das Schott.

      Der Doktor spielte kurz mit dem Gedanken selbst hinein zu gehen und ein zwei Zeichnungen auf den Brustpanzern der Droiden zu hinterlassen, doch seine Termine ließen solchen "Spaß" nicht zu. Außerdem war es Dimi's Idee gewesen. In einer ihrer Pause, wo sie mit dem Doktor auf einer Bank in den Außenanlagen des Signals gesessen hatte, teilte sie ihre Gedanken."Die sehen alle so langweilig aus! Alle gleich. Am liebsten würde ich die alle heimlich anmal, wie bunte Eier."

      "Warum machst du es nicht einfach, Dimi." "Hä?!" "Na, wir besorgen uns Farbe und überraschen sie, wenn sie schlafen." Das diebische Kichern war mehr als ein Ja gewesen. Der Rest ging fast von selbst.
      Die öffentliche Meinung war, dass das Signal keinerlei Widerstand gegen das Ewigen Imperium zu ließ, geschweigeden leistete. Oberflächlich stimmte das, aber man fand immer ein Schlupfloch. Und Kinder waren die perfekten Saboteure. "Kleine unschludige Monster." murmelte der Doktor zu sich, während er sich durch hellen sauberen Gänge des neuen Signals bewegte.
      Er nahm eine kleine Abkürzung, durch einen der vielen geheimen Wege. Ein kurzer Tastendruck an einem verborgenen Wandterminal, welches so nicht vom Rest der Wand zu unterscheiden war, und die kleine Türe öffnete sich. Dahinter schlängelte sich eine Wendeltreppe in die Höhe. Es ging immer weiter hoch. Stufe um Stufe näherte sich der Twi'lek seinem Ziel. Immer wieder schloss sich die Wendeltreppe an Türen an. Ebenfalls verborgene Ein- sowie Ausgänge. Der Doktor ignorierte sie.

      Erst bei der aller letzten Türe, wo die Wendeltreppe auch endete, blieb er stehen. Ein kurzer Blick auf seine Kleidung, ein schneller Ruck hier, ein Ziehen dort. Man wollte schließlich die Haltung bewahren. Schnell noch einen Fussel von den Schultern wischt und die Türe wurde geöffnet.
      Man konnte vieles über dieses Luftschloss sagen, aber die Aussicht auf seiner höchsten Kuppel war atemberaubend schön, selbst bei einer so neonüberladenen Skyline, wie die von Nar Shaddaa. Unterbrochen wurde die Sicht von augenscheinlich wahrlos in die Höhe gezogenen Kom-Antennen, Schildemittern und schlanken Sicherheitstürmen.
      Außer einigen wenigen Aufbauten waren alle Techniktower knappt unter dem schimmernden Energiefeld, welches das einzige war was den Doktor vom freien Himmel des Huttenmondes trennte. Einige Kilometer über dem Signal donnerte der Luftverkehr vorbei, in mehr oder minder geordneten Bahnen. Ein normaler Straßenverkehr sah anders aus.

      Das Feld schützte nicht nur vor Angriffen und hinterhältigen Überfällen sondern verzerrte auch die Sicht auf das Dach. Man musste schon verdammt nah heran, um auch nur ein klares Pic auf zu zeichnen. Dazu kam, dass es ebenso schwer war Audioaufnahmen zu machen. Die Hintergrundstrahlung des Feldes wirkte sich sehr nachteilig auf alle elektronische Übertragungs- und Aufzeichnungsgeräte aus.
      Daher ragten die Empfangsantennen des Signals auch wie stählerne Bäume aus der Decke und durchbohrten das Energiefeld, um weit darüber ihre Empfangs- sowie Sendemasten auszuwerfen.
      Sicher würden sie bei einem Angriff als erste dran glauben müssen, wie gut dass die Festung an seinem Bauch ebenfalls welche hatte. Doch das war heute nicht das Theme von Interesse.

      Der Blick des gereiften Twi'lek-Mannes richtete sich auf die kleine Gestalt, die nicht unweit von ihm auf die große Glaskuppel unter sich blickte. Ein breites Wartungsgeländer führte über die gläserne Kuppel, die im Zentrum des Daches eingelassen war. Sehr schlicht gehalten und mit keinerlei eleganz kamen die Konstruktion aus Stahl daher. Dies war auch kaum der Weg Touristenführung.
      Der Doktor merkte es immer wieder. Das Signal konnte sich noch so sehr verändern, im Kern war es wie sein Besitzer, ein robustes sowie schlichtes Konstrukt, welches jedoch bemerkenswert belastbar und leistungsfähig war. Hier auf dem Dach kam ihn immer wieder dieser Gedanke.

      Sichern Schrittes näherte sich der Doktor seinem Gast. Sein Blick erfasste schnell die Details, so näher er kam. Eine weite Robe, eine Art Turban, mit einem wertlosen gelben Juwel darin, Schulterkappen, in denen Sternenbilder eingraviert waren, dicke Stiefel, die einem Wanderpriester glücklich gemacht hätten und ein Überwurf, der Wohl jeder Zeit jedem Wetter die Stirn bieten konnte.
      Die Farbe war sehr harmlos gehalten. Ein deutlicher braun Ton, mit weißen Streifen. Er strahlte etwas ärmliches aus. Nichts was man zweimal beachten würde, außer man käme auf die Idee Geld zu spenden. Vielleicht sollte dieses Outfit genau dies hervor rufen.

      Der Twi'lek stellt sich rechts von seinem Gast ans Geländer des Überwegs und blickte runter, auf die Grünanlage unter ihnen. Eine Entlüftungsgitter in der Nähe gab einen stöhnenden heißen Seufzer von sich. Die Woge ließ den weißen Kittel sowie die ärmliche Wanderrobe lebhaft flattern.
      "Kein angenehmer Ort, für ein Treffen." gab der Gast von sich, ohne seinen Blick zu heben. Seine Stimme war sanft sowie alt. Es hatte was von einem alten Verwandten, der sich über die schlechten Wetterverhältnisse vor seiner Haustüre beklagte. Der Doktor warf ihm einen Blick zu. Er war klein. Gerade mal 165. Kein Heldenmaß. "Ist die Luft so schlimm da untern." kam die Spitze des Doktors kombiniert mit einem schmalen Lächeln.

      Heiteres Lachen war die Antwort. Der Gast drehte sein Gesicht zum Twi'lek. Es war ein vernarbtes, faltiges Männergesicht. Grün war die Haut und mit kleinen Würfel-Tattoos besetzt. Ein Mirialaner. "Der große Jediritter Nonru Jades beschwert sich über etwas heiße Luft aus einem Entlüftungsschachts. Das ich sowas noch miterleben darf. Ich bin eindeutig alt geworden."
      "Tz, das trifft auf uns beide zu, mein lieber Ultanar Zul. Wir sind beide sehr alt geworden, doch nur einem von uns sieht man es sehr deutlich an."
      Der Doktor betrachtet kurz seine Fingernägel, die wie immer sehr sauber waren. "Gutes Essen, viel Wasser, Sport und frische Luft." Wieder lachte der Mirialaner. "Ich nehme an, sie glauben mir also nicht, werter Jediritter."

      "Auf jeden Fall nicht. Dafür kenne ich sie zu gut, Herr von und zu Zul. Sie drehen sich einfach zu gerne die Wirklichkeit zu recht, wie es ihnen gerade in den Kram passt."
      "Manchmal ja, manchmal nein." gab der Twi'lek zu und richtete seinen Blick auf die Grünanlage zu seinen Füßen. "Ah, der verlorene Sohn kehrt zu zurück." Nonru schwenkte seinen Augen ebenso nach unten.
      Die Anlage war zwar sehr dich bewachsen, doch sie konnten deutlich, beim Brunnen im Zentrum des Gartens, zwei Personen aus machen. Die eine ware ein Mensch, mit roten Cyberaugen, der lockere Zivilkleidung trug. Vorwiegend war sie grün, mit einigen schwarzen Details. Sein Haar war dunkel, sorgfälltig nach hinten gekämmt und reichte ihm bis in den Nacken.
      Die andere Person war ein junger rattatakischer Mann. Seine grau-schwarze Kleidung ließ ihn zwischen den Pflanzen hervorstechen. Die Tatoowierungen auf seinem Schädel hoben sich gut von seiner grauen Haut ab.

      Anscheinend kannten sich die Beiden. Ihre Haltung sowie Gesten ließen darauf schließen. Sowas wie eine Familienzugehörigkeit. "Ich nehme an, sie sagen mir nicht wer das ist, Doktor Zul?" "Oh doch, mein werter gealterter Häscher." die Stimme des Twi'leks war freundlich, wenn auch ein Unterton in ihr schwang.
      "Der Menschen ist Herr von Benku, der Besitzer und Eigentümer des The Lost Signals. Und der Rattataki heiß Z. Er ist sein Adoptivsohn. Sie hatten etwas Streit untereinander. Ein Vater-Sohn-Konflikt, wenn sie so wollen."
      Schweigend nickte der grüne Mann. Nachdenklich rieb er sich sein vernarbtes Kinn. Nonru setzte an etwas zu sagen, aber beließ es dabei. Dafür setzt der Doktor nach. "Wir sollte zum Kern unseres Treffens kommen. Sie werden nie aufhören mich zu jagen, egal wie tief sie im Orden sinken."
      Der alte Jedi nickte.

      "Und ich habe nicht mehr vor weg zu laufen, werter Jediritter. Das The Lost Signal entwickelt sich zu einem perfekten Ort. Ein Grundeinkommen, für jeden, freie Energie, Nahrung und Raum. Ein geschlossener Geldfluss. Und wer brachte uns das? Zakuul."
      "Sie nehmen doch nun hoffentlich nicht das Ewige Imperium in Schutz, Doktor Zul? Es unterwirft die gesamte Galaxis und zwingt allen ihren Willen auf."
      Der Doktor lachte leise. "Als wenn die Republik oder das Sith Imperium je was anderes getan haben. Aber zurück zum Thema." Er räusperte sich. "Ich biete ihnen eine Platz an, ein Platz an meiner Seite. Die Zakuul machen es uns vor. Weder Licht noch Dunkelheit vollkommen verfallen benutzen sie die Macht. Sie atmen sie regelrecht. Dieser Weg könnte das Ende dieses Krieges der Extreme sein."
      Nonru zuckte unwillkürlich zusammen. So überrascht war er von den Worten. Der alte Jedi hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit dies. "Sie meinen das ernst? Sie denken ich würde den Orden aufgeben?"
      "Als wenn sie nicht schon immer an ihn gezweifelt hätten. Ich sah es schon einmal in ihren Augen. Damals als die Jedi eine mehr als aktiven Part im Krieg übernahmen. Die Grenzen von Orden und Militär wurden mehr als einmal überschritten."

      "Das war nur, um dem Sithimperium die Stirn zu bieten."
      "Das hätten sie auch ohne irgendwelche Truppenkommandos oder militärische Ränge gekommt. Nonru, was glauben sie wird passieren, sollten die Jedi je nach Dromund kommen? Ich wette die Geschichte wiederholt sich. Wie war das mit dem Bombardement von Korriban?"
      Der Jedi dreht sich zum Twi'lek herum. Man merkte er haderte mit sich selbst, doch langsam breitete sich wieder Entschlossenheit in seinen Gliedern aus.
      "Die Lehren der Sith werden zu nichts führen. Nur Asche werden sie von der Galaxis übrig lassen." "Hm..." Doktor Zul drehte sich langsam vom Jedi weg und legte eine Hand unter seinen Kittel.
      "Was ist, Doktor?" Noch bevor Nonru die Frage gestellt hatte spürte er es. Eine Woge der Unruhe, der Aggression und der wilden Wut. "Ein Sith." murmelte der Mirialaner und griff nach seinem Lichtschwert. Zischend erwachte eine strahlend grüne Klinge in seiner rechte Hand.

      Mit einer gelassenen Geste öffnete der Doktor seinen Kittel und holte ein Doppellichtschwert hervor. "Wir reden weiter, wenn wir überlebt haben, mein lieber Nonru Jades." Kurz nachdem er seine violette Klinge aktiviert hatte gab sich der Sith zu erkennen.
      Es war eine Sith in einem schwarzen ganz Körperpanzer gehüllt. Groß, kräftig und elegant wirkte das Wesen. Fast lautlos landete sie vor dem Doktor auf dem Überweg und schwang ihr beiden feuerroten Klingen nach ihm.
      Ein Kampf entbrannte, der sie von der Glaskuppel, und damit einer möglichen Entdeckung durch die Leute darunter, fort führte. Violett traf auf Rot. Zu nächst mischte sich der Jedi nicht ein, doch dann ergriff er doch Partei.

      Mit dem Doktor zusammen fechtete er gegen die Sith an. Immer wieder entgingen sie knapp der Enthauptung. Doch schlussendlich drängten sie das wilde Biest an einen der Stahlbäume. Der Twi'lek entriss ihr eines der Lichtschwerter, während sein unschlüssiger Mitstreiter von der anderen Seite in Schach hielt.
      Als Nonru sich zurückzog, da die Sith keine Chance mehr hatte in die Offensive zu gehen oder gar den Sieg davon zu tragen, schlug der Doktor zu. Die fordere Klinge seines Doppelschwerts schlug der Sith den gepanzerten Kopf von den Schultern.

      Für einige Minuten sagte keiner was. Ihre Lichtschwerter waren noch aktiviert. Summten im gleichen Ton. Bereit wieder erhoben zu werden. Nonru starrte die Leiche entsetzt an. "Sie hatte keine Chance. Wir hätten sie nur noch entwaffnen müssen, und sie erschlagen sie einfach. Ist das ihr neuer Weg?!"
      "Warum hätten wir das tun sollen? Sie war genau so hinter mir her, wie sie es waren. Jahre hing sie an meinen Stiefeln. Außerdem war es diese Sith, die ihren Freund damals erschlagen hat, diesen Zabrak. Erinnern sie sich noch?"

      Langsam wich der Jedi vom Doktor zurück. Die Klinge gegen ihn gerichtet. In seinen Augen rangen widersprüchliche Gefühle. Sein Gleichgewicht war in Gefahr. Dies hatte der Twi'lek gewollt, waren seine Gedanken. Es war eine Falle. Genau hier wollte ihn dieser Verbrecher haben. Nonru durfte nicht vergessen, wen er vor sich hatte. Einen gesuchten Mörder, Verräter und schlimmeres.
      "Er geben sie sich Doktor Zul. Hiermit nehme ich sie in mein Gewahrsam."
      "Und wen wollen sie mich übergeben? Der Jediorden ist zerstreut und geschwächt. Die Politik hat andere Problem und welcher Regierung wollen sie mich überstellen? In diesen Zeiten sind Leute, wie ich, unwillkommene Probleme."

      "Hören sie auf zu reden. Sie haben sich nicht geändert und werden es nie. Ich habe mich schon lange dem Widerstand angeschlossen. Dieses mal habe ich sie reingelegt. Nachdem ich ihre Einladung erhalten hatte, habe ich dafür gesorgt, dass alle meine Schritte aufgezeichnet werden."
      Der alte Jedi tippte an seine Stirn. "Sie sind live, Doktor Zul." Der ex-Sith sagte nichts dazu. Seine Lippen bildeten eine schmale Linie. Seine Haltung veränderte sich langsam, doch deutlich. Die Doppelklinge richtete sich auf Nonru aus.

      "Der Widerstand wird das Signal erobern oder in die Luft sprengen. Egal welche versteckten Pläne sie dieses mal haben. Sie werden mit dieser Plattform untergehen."
      "Sie werden unzählige von Zivilisten ebenso gefährden, Jedi. Denken sie doch nach, was die Ideale von Zakuul uns bringen könnten. Eine Galaxis ohne Orden und Ketten, die aus Zwangsarbeit oder Geldsorgen. Diese Invasion könnten so vieles verändern."
      Der Mirialaner stellte sich entschlossen dem Twi'lek entgegen. Sie standen sich nun genau gegenüber. In der Macht war Nonru ein Fluss, mit starken Strömungen. Der Doktor hingegen war eine Monolith aus Schatten und Rauch. Unfassbar und stetig in Bewegung.

      "Zu welchem Preis, Doktor? Zu Füßen eines einzigen Throns? Einem Imperator hörig sein, der über uns alle herrscht? Nein, dass ist keine Lösung. Sowas nennt man Unterwerfung. Es mag sein, dass die Galaxis Fehler hat, doch sicher wird keine gewaltsame Invasion ihr je Frieden bringen." Nonru leckte sich über die Lippe, zielt mit seiner Klinge auf den Hals des Doktors und verlagerte sein Gewicht. Bereit zum Angriff oder um schnell in die Defensive zu rutschen. "Legen sie ihre Waffe nieder, Doktor Ultanar Zul. Dieses mal ist es endgültig vorbei."
      Der Twi'lek seufzte. Kurz senkte er den Blick, sein Doppellichtschwert ebenso. "Sie erkenne es nicht." kam es traurig aus seinem Mund. "Wie auch. Doch mit einem haben sie recht, alter Jedi. Es ist heute vorbei, ein für alle mal."

      Blitzschnell schoss der Twi'lek nach vorne. Der Jedi begegnete ihm. Eine grüne Klinge schlug sich mit zwei violetten, um die Vorherrschaft. Zul's Schritte waren elegant, fast die eines Tänzers, während Nonru die Beinarbeit eines erfahrenen Duellanten an den Tag legte.
      Der Kampf war ebenso schnell, wie intensiv. Sein Ende stand aber kurz bevor. Der Jedi drang immer weiter auf Zul ein. Die grüne Klinge fand Lücken, versuchte sie zu nutzen oder den Tänzer aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dann drehte sich Zul in den Angriff seines Gegners hinein, ein Klicken war zu hören.

      Wo vorher eine Doppelklinge geführt hatte, hielt er nun in jeder Hand ein Lichtschwert. Nonru versuchte zurück zu weichen, seine Klinge senkte sich zur Verteidigung, da traf ihn ein Gedankenimpuls.
      Ein Moment der Unachtsamkeit und die violetten Klingen schlossen sich, wie eine Schere. Nonru Jades, Jedi-Ermittler und -Ritter sowie Traditionalist, fiel zu Boden. Schräg in zwei hälften geteilt landeten seine Überreste auf dem Dach des The Lost Signals.

      Der Doktor blickte auf die rauchende Leiche hinab. Er gestattete sich einen Moment des Gedenkens an seinen alten Widersacher. Danach deaktivierte er seine Klingen, fügte sie wieder zusammen und ließ das neu geborene Doppelschwert unter seinem Kittel verschwinden.
      Ohne ein Wort zu verlieren wand er sich von der Szene ab, ließ beide Leichen einfach dort liegen wo sie lagen und verschwand wieder ins innere des Signals.
      "Die Spielregeln haben sich geändert, die Figuren sind bereit, das Publikum wartet. Macht euren Zug. Überrascht mich."

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.
    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Hirn aus und raus

      Die Bar war viel zu laut und stickig. Der Rauch von Dutzenden Zigarreten, Zigarren und anderen Rauchwaren sammelt sich unter der Decke. Dort mühten sich die Ventilatoren ab alles in die Luftschächte hinaus zu pressen, was nie ganz gelang. Immer hing eine schwere dunkle Wolke über den Besuchern und dem stehts "freundlichen" Personal.
      Gerade stellte einer der Keller eine Runde Getränke auf einem ramponierten Tisch ab. Hier hatte sich eine bunte Gruppe von menschlichen Punks eingefunden. Ihre extremen Frisuren und chaotisch bunten Jacken ließen sie alle unterschiedlich wirken. Ihre Lust nach Zerstreuung war aber die gleiche.

      Der Kellner, ein junger Rattataki, mit deutlichen Gesichtstattoos stellte die Gläser nach und nach von seinem Tablett ab. Er ignorierte das Geplapper der Punks, ihre Anspielungen, die Blicke und Anmachen, ja sogar ihr albernes nach äffen seiner präzisen Handbewegungen. Punks waren einfach immer so. Laut, schrill und hatten keinen Respekt, was sie auch jedem zeigten.
      Der junge Rattataki kassiert nur zu gerne schnell ab, um sich dann abzuwenden, wobei er das Tablett unter seinen linken Arm klemmte. Schlagartig weiteten sich seine Augen, als er einen harten Schlag auf seinem Hintern spürte. Das Gelächter der Punks wurde lauter. Eines ihrer weiblichen Mitglieder hatten dem Kellner den Arsch versohlt. Ihr langes violettes Haar war zu Zacken hoch gegeelt. "Hast halt nen zu guten Arsch, Alter. Auch wenn du nur scheiß grau und schwarz trägst. Ah, ha ha! Schaut mal sein Gesicht läuft was an! Hat ihm gefall-."

      Weiter kam die Frau nicht. Das Tablett krachte mit solcher Wucht in ihr Gesicht, dass sie vom Stuhl flog. Die Aufmerksamkeit, der umstehenden Leute, wand sich auf die Szene zu. Der rattatakisch Kellner hielt immer noch das Tablett fest in der Hand. Das aus Hartplastic bestehende Stück hatte den Aufschlag recht gut überstanden.
      Die Punkerin hingegen bewegte sich nicht mehr. Ihre gesamte rechte Gesichtshälfte war knallrot. Man konnte richtig die Umrisse des Tabletts erkennen. Einige ihrer Piercings hatten sich durch den Aufschlag ihn ihre Haut gebohrt. Kleine Blutflüsse zogen ihre Bahnen aus der Nase.

      Die anderen Punks überwanden ihre Schockstarre, stürtzten zu ihrer Freundin. Zwei der Männer bauten sich vor dem Rattataki auf. "Das war nicht cool Mann! So gar nicht. Kannst dich nicht einfach an B.Q. vergreifen!" begann der rechte Punk. Seine blauen Haare, die zu einem nach hinten gerichteten Stachel geformt waren standen im krassen Gegensatz zu seiner Kleidung. Fest stampfte er, mit seinen Bikerstiefeln, auf.
      "Oh ja, dem geben wir es nun, Bruder! Das ist für B.Q. ! Du dummes Arsch!" schrie der Linke, welcher eine grüne Stachelkrone trug. Die Haare waren so tiefgrün gefärbt, dass man sie kaum noch als Haare bezeichnen konnte. Seine Fauste raste auf den Kellner zu, doch sie kam nicht an.
      Der Mann bewegte sich kaum zur Seite und schlug wieder mit dem Tablett zu. Der grüne Punkkönig stolperte nach links weg auf den Tisch, wo noch immer die Gläser standen, und räumte alles ab. Der rechte Punk schaute erschüttert auf seinen Freund. Sein Blick wandte sich zum Quell seines Ärgers, diesem rattatakischen Schlägerkellner.
      Hass sammelte sich in den Augen des Menschen, während er die bleichen Augen des Aliens fixierte. Schnell griff er unter sein Jacke. Ein Blasterblitz zuckte nur Sekunden später auf und erhellte die Bar mehr, als jede Lampe in diesem Drecksschuppen je vermocht hätte.

      Der Kellner stand immer noch da, während der Punk vor ihm kniete und seine rechte Hand hielt. Der Blaster lag zu seinen Füssen. Immer noch rauchte der Lauf. Der Blasterblitz selbst war in den Boden eingeschlagen. Der fische Krater rauchte noch und verbreitete einen Geruch von geschmolzenen Plastikfliesen sowie Ozon. Das Tablett des Kellners hatte die Aktion nicht überlebt. Deutliche Risse zeigten sich auf der Oberfläche. Eindeutig war der Schlag heftiger ausgefallen, als der Letzte.

      Fluchend hob der Punk den Schädel, spuckte dem Alien vor die Füsse und bekam direkt die Antwort. Das beschädigte Tablett landet der Länge nach in seinem Gesicht. Splitternd verteilte es sich im Raum, noch während der Punk auf den Boden fiel. Der Kellner drehte sich auf dem Absatz um und war schon wieder an der Ausgabe, als wäre nichts gewesen.
      Die Leute, die die Szene beobachtet hatten, blieben erst ruhig und jubelten zum Schluss. Die alte Nar Shaddaa Tradition. Jede Unterhaltung egal wie niveaulos sie war, musste gefeiert werden. Dem Kellner ging dies Sprichwörtlich am Arsch vorbei. Der Rattataki würdigte die Menge keines Blickes, während er an der Ausgabe auf seine nächste Bestellung samt Tablett wartete.
      Anstatt dies kam der Besitzer des Ladens an die Ausgabe. Ein Zabrak, dessen haut leicht gebräunt war. Solariumsbräune, um genau zu sein. Allgemein wirkte der Herr des Hauses wie aus einer schlechten Beauty-Werbung entsprungen. Locker sitzender weißer Anzug, Sonnenbrille auf der Stirn, ein Zahnstocher im Mund und blendend weiße Zähne.

      Mit seinem Mitarbeiter war er genau auf Augenhöhe, doch hatte er deutlich ausgeprägtere Schultern. Was nichts ungewöhnliches, für seine Spezies, war. "Findest du das witzig, meine Kunden zusammen zu schlagen? Denkst du auch nur einmal nach, was du tuhst? Das war das zweite mal, dass du irgendwie Ärger machst, Junge!"
      Junge. Das war witzig. Der Rattataki schätzte das Alter seines Chefs und kam zu dem Schluss er könnte sogar ein Jahr älter sein. Doch zum lachen war ihm nicht zu mute. Weder über die dreisten Kunden noch über seinen viel zu jungen Chef. Mit kalter Wut riss er sich die Servierschürze von der Kleidung, warf sie seinem EX-Chef zu und stapfte aus dem Laden. Niemand wagte sich ihm in den Weg zu stellen. Sehr gute Entscheidung. Für diesen Abend hatte er mehr als genug soziale Kontakte gepflegt.

      Draußen, in der kühlen Nachtluft von Nar Shaddaa, atmete der junge Rattataki erstmal durch. Natürlich hatte er vorher noch einige Schritte zurück gelegt. Diese Wut verrauchte nicht einfach so und den Laden wollte er auch soweit wie möglich hinter sich wissen. Eigentlich war ihm sehr nach schreien zu mute. Wem würde es auch auf fallen? Als er sich kurz um blickte sah er einige seltsame Gestalten sowie Wesen, die die Straße mit mehr oder minder komischen Geräuschen oder Aktionen prägten. ~In der Welt der Wahnsinnigen gefangen zu sein, als einer der wenigen mit Verstand, dass ist die wahre Hölle.~.
      Das Zitat kam dem jungen Mann sofort in den Sinn. Wie ein Titel, der für alles was Nar aus machte, prangerte es über dem Mond und all seine Bewohner. "Dieser Mond ist ein einziger Hexenkessel gefüllt mit Wahnsinn, Verrat, Gier, Lust, Leidenschaft und Macht. Doch vereint sich hier auch Hoffnung, Widerstand, Selbstständigkeit, Mut und Überzeugung. Nar Shaddaa ist so fassettenreich, dass man diesen Mond weder ignorieren kann noch einfach so wieder von ihm los kommt." Das hatte Dandrius immer gerne gesagt, wenn Z ihn mal wieder in eine Diskussion verwickelte. Dieses ewige für und wieder. Der junge Rattataki würde nie verstehen warum sein Adoptivvater es hier aushielt.

      Noch bevor er sich weiter in melancholische Gedanken flüchten konnte erinnerte ihn sein Pflichtgefühl an seinen Mitbewohner und Begleiter, Lokron Zimm. Der alte Quarren war sicher noch auf seinem Job. Ihn hatte es etwas besser getroffen. Über einen Agent einer Zeitarbeitsfirma wurde er hier und dort als Sicherheitskraft vermittelt. Zwar waren dazwischen schon einige Durststrecken, doch Lokron schaffte es immer irgendwie an Geld zu kommen.
      Von Lok lernte Z die Straßen auf eine andere Weise kennen. Der alte Quarren lehrte ihn den Respekt der Straße. Es gab ungeschriebene Regeln. Überall waren diese in der Galaxis mehr oder minder gleich. Eine davon war; drohe nie, wenn du die Drohung nicht umsetzen kannst. Das lässt dich inkonsequent und schwach wirken. Daran hatte sich Z immer gehalten. Meist war dies mit einem sehr schmerzhaften Echo verbunden, doch konnte er sich so einen Ruf aufbauen.

      Diesen brauchte er nicht wirklich bei den "normalen" Jobs, aber für seinen zweiten "Job" um so mehr. Er war so eine Art Kopfgeldjäger. Ein Jäger, der seine Ziele genau wählte. Es widerte ihn an einfach so Leute umzubringen. Es erinnerte ihn an die Arena, wo er so lange Zeit als Sklave, für die Unterhaltung anderer, bluten und morden musste. Nun konnte er sich zumindest fast immer den Auftrag und die Optionen selbst aussuchen. Naja, die Betonung lag immer noch sehr auf "fast immer".
      Der Quarren Veteran schlug nur einmal vor das Z den Ruf seines Adoptivvaters nutzen sollte, um eine bessere Ausgangsposition vorweisen zu können. Der junge Rattataki antwortete damals nur mit Schweigen, für zwei Tage lang. Danach war die Idee nie mehr auf gekommen. Lok dachte sich seinen Teil und Z wollte seine Meinung dazu nicht wissen.
      Das änderte aber nichts daran, dass Z Geld brauchte um seine Ausrüstung, Lebensstandard und Kontakte zu halten. Wieder eins dieser Streitthemen. Z atmete schwer aus, während diese Gedanken wälzte. Seine Füsse bewegten sich dabei von alleine durch Straßen, Überwege, Stationen und Hub-Blocks.

      Die Gedanken rotierten solange bis sie die frühe Vergangenheit aushoben. Seinen ersten Schritt vom Signal weg.
      Als Z Dan verließ war es eine rechte emotionale Szene gewesen. Lokron wollte Z nicht einfach so gehen lassen. War ihm bis aufs Flugdeck gefolgt, um auf den Jungen einzureden. Dieser war aber nicht umzustimmen. Mehrfach waren die Beiden laut geworden. Der Quarren versuchte alles, damit der Rattataki wieder Vernunft annahm. Nichts half.
      Kurz bevor Z's Taxi kam erschien Dan, mit einem Droiden im Schlepptau. Es war Stahlherz, dieser, aus verschiedenen HK-Teilen, zusammengestückelte Droide, der oft das Kindermädchen für Dimitria spielte. Dieses Endlager, für gebrauchte HK-Teil, warf Z und Lok eine sehr schwere Tasche vor die Füsse. "Du willst gehen Sohn. Dann geh und lerne. Ich bin mir sicher Nar wird dich zeichnen, so wie es mich einst tat.". Dan machte auf den Absatz kehrt sowie sein Droide. Beide verschwanden wieder im Signal, während Z und Lok erstmal keine Worte fanden. Der Quarren war es, der die nächste Bombe platzen ließ. "Gut. Dann komme ich mit, kleiner Mann. Du wartest hier, bis ich wieder da bin.".

      Z's Einwand war mit einem "Warte, sonst finde ich dich und reiße dir deinen grauen Arsch soweit auf, dass diese Tasche da reinpasst!" unterbunden worden. So hatte alles angefangen. Ein bescheidenes Startkapital, eine Kopfgeldjägerausrüstung, samt Waffen, ein alter Veteran an seiner Seite und kein echtes Ziel. Der letzte Teil war ihm erst nach und nach bewusste geworden. Nun ja, Lokron war es, der ihm ein persönliches Ziel setzte, außer das reine Überleben.
      Bei einem ihrer ersten gemeinsamen Essen in ihrer Bruchbude von Apartment brachte es Lok auf den Punkt. "Du brauchst Respekt, Erfolg und muste lernen wie die -echte- Galaxis funktioniert, dann kommt der Rest von selbst. Wir sollten auch ehrlich sein, keiner von uns beiden wird einen ruhigen Job finden, daher mach das was du am besten kannst, kleiner Mann."
      "Was wären das?" fragte Z zwischen zwei bissen in seinen Hutt-Burger.
      "Tut Leuten wen, die du nicht magst und bewirk nebenbei noch was gutes." Z nickte nur zustimmenden. Einpaar stille Sekunden später fügte der Quarren hinzu. "Dir ist klar, dass wir dadurch nicht reich werden."
      "Jup." Eine Weile sprach keiner der Beiden. Lok biss ein Stück aus seinem übergroßen Fischstäbchen und fügte, nachdem sein Schnabel es entgültig verschlag, hinzu "Werd Kopfgeldjäger, dann werden wir zumindest keine Bettler - und kom mir nun bitte nicht mit moralischen Bedenken, kleiner Mann."
      Z nickte nur schmunzelnd, worauf hin Lok lachte.
      Damals erst merkte Z wie sehr er Lok mochte. Sowas wie echte Freundschaft zwischen Männern.

      Als er so in seinen besseren Erinnerung schwelgte begann sein Com zu piepen. Etwas genervt ging er einfach ran, ohne vorher den Absender zu checken. "Ja?"
      "Oh sexy. Versuchst du wieder Basic zu sprechen. Lass es süßer Junge und roll deine rattatakische Zunge." Z zuckte bei EX Stimme zusammen. Sie hatte ihn unvorbereitet erwischt. "He, Junge. Versuch gar nicht erst aufzulegen. Ich weiß schon bescheid, dass du gefeuert wurdest und daher Zeit hast. Also schwing deinen süßen Arsch zu mir und wir reden. Natürlich machen wir noch einiges mehr, zumindest ich mit dir." Ein dreckiges Lachen folgte.

      Z wollte schon was einwenden, da piepte sein Pad. "Bevor du nun was sagst, schau dir erst dein Pad an, Süßer. Das Pic ist nur für dich. Warte auf dich. Bye bye." Klick und sie war weg. Etwas perplex schaut der junge Mann auf sein Com. Etwas zögerlich steckte er es weg und nahm sein Pad zur Hand. Das Pic was er darauf sah ließ seine Augen weit aufgehen. Mit gemischten Gefühlen machte er sich auf zu EX aktuellen Wohnort.
      Lok hatte einen Spruch, für solche Momente. "In diesem Fall, solltest du einfach dein Hirn ausschalten.". Bei EX keine schlechte Idee.

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Nichts ist einfach

      Paskal saß, sehr entspannt, in seinem Büro. Der gepolsterte Bürostuhl quietschte etwas unter dem Gewicht des Hutt-Sec-Ermittlers, während dieser langsam zurücklehnte. Nicht zu weit versteht sich. Er konnte immer noch locker zum Tisch greifen, der vor ihm stand. Es war ein breites klobiges Ding, welches zu zehntausenden täglich irgendwo auf dem Mond billige zusammengebastelt wurde.
      Ihm gegenüber, im nicht so bequemen Besucherstuhl, lümmelte sich eines seiner Teammitglieder, ein Devaronianer. Sie tranken zusammen.
      Nicht um irgendeinen Sieg zu feiern, sich zu bemitleiden oder aus sonst einem schnöden Grund, den das schlichte sterbliche Leben bereit hielt. Sie tranken, weil sie es einfach konnten.
      Ihr heutige Trunk war nichts anderes, als ein berühmt berüchtigter Schnaps aus der Heimat des Aliens.


      Die Flasche war weit von ansehnlich entfernt, in dem sich der Schnaps befand. Eine ovales Gefäß, mit einem breiten Bauch und kurzen Hals. Das Glas selbst war kein Glas sondern Kunststoff. Wirklich billig wirkender Kunststoff. Der Schnaps selbst war vollkommen klar, doch hatte es mehr als in sich.


      „Wie kann man nur so was mischen?“ fragte Paskal nicht zum ersten mal an diesem Abend, während er wieder heftig husten musste, nach einem Schluck vom Schnaps. Ihre Becher waren simple Kunststoffbecher, die sie sich aus dem Café-Automaten genommen hatten.
      „Ach Paskal, in diesem Fall ist die Frage nicht warum oder wie. Wir tun oft Dinge ohne irgendeinen tieferen Grund.“ Kam es lässig von seinem Gast.
      Dieser war recht gut gebaut, für seine Spezies, hatte gepflegte dunkle Hörner, mehrere goldene Ohrringe in den spitzen Lauschern und steckte in einer pissgelben Huttensec-Uniform.


      Paskal kannte Orikalco schon recht lange. Sie lernten sich damals auf der Straße kennen. Zu dieser Zeit war der gehörnte Alien noch ein einfacher Punk gewesen, der an jedem Finger eine Frau hatte. Meist brauchte er sie nur, um Kontakte zu knüpfen.
      Wie sagte Kalco, so nannte und lies er sich immer nennen, stets; „Ich bin ein Klassiker. Kein Held, sondern ein echter Schurke. Und ich stehe einfach nur auf behaarte Frauen.“.
      Cathar machte er auch gerne an, aber sonst blieb er seiner Spezies sehr treu. Paskal hatte sich immer gewundert, warum die Frauen dieser gehörnten Bastard so behaart waren. Aber bevor er sich in tiefgreifende biologische Nachforschungen stürzte kam ihm direkt der nächste Gedanke. „Eigentlich willst du es nicht wissen.“.


      Paskal entschied sich dann doch um und schnitt ein tiefsinnigeres Gesprächsthema an, besonders da sein Job es verlangte. Also lehnte er sich entschlossen vor, schüttete noch etwas Schnaps in seinen billigen Caf-Einweg-Becher und fixierte die Augen seines Gegenübers. „Wir haben immer noch nichts handfestes, Kalco. Dieser Mörder rennt immer noch da draußen um und erledigt Leute.“
      „Du Partycrasher.“ seufzte der Devaronianer, um sich danach die Augen zu reiben. Gequält langsam , unterstützt durch ein gespielte Stöhnen der Anstrengung, erhob sich Kalco aus seinem Stuhl.
      „Echt mal, Paskal. Jeder beneidet uns, um den Fall. Wir kommen nicht weiter, kriegen Überstunden bezahlt und müssen uns keine Ausreden einfallen lassen, warum wir die Nuss bisher nicht knacken konnten.“ Während er sprach, führten ihn seine Beine durchs fensterlose Büro.
      Kurz blickte das Alien durch das kleine Zimmer. Die Bestandsaufnahme, die Paskal jeden Tag ebenso vollzog, wie gerade Kalco, war beschämend.


      Beide Seiten des Raums waren mit Aktenschränken flankiert. Sie beinhalteten alles, was man für eine gute Polizeiarbeit brauchte, sowie einiges an Knabberzeug und verschiedene Getränke. Natürlich gekühlt. Den kleinen Luxus leistete sich Paskal dann doch noch.
      Das Zentrum wurde von seinem Arbeitstisch, mit eingebauten Terminal und den beiden Stühlen eingenommen. Den recht billigen Flexplast-Besucherstuhl und Paskals möchte gern Boss-Sessel.


      Die Deckenlampen strahlte konstant, wenn sie auch nicht weiter auffielen. Ihr Licht ließ den Raum, mit seinen braun, gelb und grau Tönen nicht ansatzweise angenehm wirken, aber wer erwartete so was auch von einem Huttsec-Büro? Sehr wahrscheinlich niemand.
      Die einzige Türe im Raum war sehr massiv, aber mit einem Fenster ausgestattet. Die durchsichtige Kunststoffplatte darin zeige nicht viel von den Gängen dahinter und ebenso wenig konnte man rein spähen. Ein wenige Privatsphäre ließ man doch noch zu.


      Alles im allen ein schlichtes Büro. Naja, was sollte man auch erwarten, wenn man gerade mal eine Etage über den Räumlichkeiten der Einsatzkräfte arbeitete.
      Paskal wusste nicht einmal auf welcher Etage die reinen Büroräumlichkeiten anfingen. Soweit war er von diesen „heiligen Orten“, der Betriebsamkeit, entfernt.
      Was würde der kleine bullige Mensch nicht alles für ein Panoramafenster, mit Ausblick auf die bunte Mondskyline alles geben. Innerlich seufzend riss er sich von diesen Tagträumen los, um Kalco sich wieder auf Kalco zu fixieren.


      Natürlich begann sein alter Freund direkt mit einer spitzen Bemerkung.
      „Kommt es daher, dass diese heiße Tussie nun unser direkter Boss ist?“
      „Was, wie, warum?“ Kalcos Frage hatte den gedrungene Ex-Schläger etwas unvorbereitet erwischt.
      „Ach komm. Sei ehrlich zu mir und dir selbst. Du stehst auf sie, darum willst du diesen Job perfekt erledigen.“
      Triumphieren grinsend lehnte sich das Alien in gelb an einen der Aktenschränke.
      Paskal sagte dazu nichts sondern kippte seinen Becher voll Schnaps runter. Sein Untergebener und, wenn Paskal ehrlich war, einer seiner besten Freunde, schüttelt nur lachend den Kopf.


      Wieder musste der Mensch husten, nachdem verheerenden Genuss des Gesöffs. Danach ging Kalco‘s alle Fakten nochmal durch. „Ich fasse zusammen. Er benutzt Sabotagebots, die sich nach getaner Arbeit selbst zerstören, baut seine eigenen Granaten, dazu mischt er seinen eigenen Sprengstoff, tötet nur bestimmte Personen, benutzt Klingenwaffen, wohl Vibroklingen und stellt die Toten aus, wie Kunstwerke.“


      Kalco nickt jedes mal, wie ein getreuer Untergebener. „Du hast vergessen, wir finden höchstens Schuhabdrücke und sonst rein gar nichts.“ Schnell kippte er sich wieder was Schnaps in seinen Becher und lehnte sich zurück an den Aktenschrank. „Natürlich außer der Sauerei, samt Leiche und so. Und unbrauchbarer Handabdrücke, da dass Schwein leider immer Handschuhe trägt. Der Abrieb von denen ist auch nichts wert. Die Mischung könnte zu X Produkten, dieser Sorte, passen.“.
      Es kehrte wieder Stille zwischen ihnen ein. Der Devaronianer nutzte die kreative Pause, um sich mit einem Zahnstocher, den er irgendwo aus seinen Hosentaschen zauberte, die scharfen Beißerchen zu säubern.


      Schlussendlich rieb sich Paskal nur die Stirn, wie er es immer tat, wenn er mal nicht weiter kam.
      „Das ist so verdammt frustrierend, Kalco.“ murmelt er in seinen nicht vorhandenen Bart. „Nein, frustrierend ist es, wenn deine Ehefrau dich zu jeder Kindervorführung deiner Kleinen zerrt und dich als vorzeige Ehemann verkauft.“ hielt Kalco dagegen.


      „Ist schon wieder ein Zyklus um? Geht ja schnell vorbei, die Zeit. Wie alt sind sie nun?“
      Das Alien wischte den Zahnstocher an seiner Hose ab und ließ ihn wieder in seinen Hosentaschen verschwinden. „Eins, drei, fünf und neun. Ich sage dir, bei mir ist immer was los.“
      „Hört sich nach Arbeit an. Wolltest du sie all haben?“
      Nun lachte Kalco laut. „Du kapierst echt nicht, wie das bei meiner Spezies läuft, Paskal, mein Mobs vom Dienst.“


      Paskal drehte sich gespielt beleidigt zur Seite, auf seinem Sessel und rieb sich den Bauch. „Ich habe auch Gefühle, was mein Gewicht angeht. Und nein, ich habe keinen blassen Schimmer.“
      Kalco nahm sich die Schnapsflasche vom Tisch, setzte sich wieder in seinen Stuhl und nippte direkt aus der Flasche.
      „Die Weibchen bei uns schnappen sich die Männchen und dann gehörst du denen. Du kannst noch so ein Macho sein, ein devaronianischer Man zieht immer den Kürzeren in einer Beziehung, wie dieser. Also ja, ich mache was sie will, dann ist sie glücklich und ich habe meinen Frieden sowie etwas Freiheit.“


      Der Mensch schmunzelte nur. „Auf das Leben, Kalco.“ Dabei hob er seinen Becher gen seinen Gesprächspartner, aber stellt diesen dann wieder auf den Tisch. Das Alien füllte ihm direkt etwas Schnaps ein. „Das wird so nichts, Paskal. Ohne einen neuen Ansatz können wir da einfach nichts machen. Finde dich damit ab.“




      Kalco schaute seinem Straßenfreund direkt in die Augen, als ihm dies sagte. Sein Jugendfreund hielt dem Blick nicht lange Stand. Direkt danach trank er weiter. „Ich habe nur so ein Gefühl, als würden wir etwas wichtiges übersehen und wir hätten nicht mehr viel Zeit, bis es knallt.“
      „Knallt? Der Typ bringt Köpfe von Unternehmen, Banden, kleineren Kartells und was ich noch, um. Natürlich wird es irgendwann knallen. Vielleicht auch besser so. So ein fetter Knall, der viel Staub aufwirbelt. Dann hätten wir ihn!“
      Paskal konnte der Euphorie seines Untergebenen nichts abgewinnen. In seinem Inneren drehte sich alles, doch war es nicht wegen dem selbst gebrannten Schnaps.


      Bevor sich wieder die Stille über sie legen konnte, wurde die Tür aufgestoßen. Eine Cathar kam herein gestürmt. Ihre Kleidung war die einer Cyberpunkerin, oder besser gesagt einer Hackerin. Einiges an Cyberware war in ihrem Hals und Nacken implantiert worden.
      Sie gehörte auch zum Team von Paskal Remsil. Ihr Name war Teschi Quan. Ein seltsamer Name, für eine Cathar, doch sie war auch ein Unikat.


      Und genau dieses Unikat knallte gerade fast ungebremst gegen Paskals Schreibtisch. Akten flogen durch die Luft, die Becher tanzen über die Tischplatte, die Schnapsflasche drohte ein gewaltsamer Aufschlag, auf dem schäbigen Kunststoffplattenboden und dem Besitzer des Tisches wurde das Möbelstück in den Bauch gedrückt.


      Während sich Paskal den Bauch hielt, wobei er versuchte sich nicht zu übergeben, rettete Kalco die Schnapsflasche vor schlimmeren, in dem er ihr nach sprang und der Länge nach auf dem Boden auf schlug. „Ich hab sie! Alles ok!“ verkündete er erleichterte. Die rechte Hand es Aliens streckte sich in die Höhe, um die gerettete Falsche, wie einen heiligen Gral, allen zu präsentieren.
      Paskal würdigte es nur mit einem Daumen nach oben, während er zur Cathar blickte, die etwas außer Atem war, aber sich schnell aufrichtete hatte.


      „He, Jungs. Gerade beim saufen gewesen? Ich habe Neuigkeiten, von einem unserer Kontakte! Wir haben eine Spur zum Killer. Ratet mal aus welcher Ecke genau!“ Sie sprach so schnell, dass die beiden Männer zu erst nicht verstanden, was die Hackerin von ihnen wollte. Dieses aufgedrehte junge Frau, um die 25, lebte und arbeitete in einer Geschwindigkeit, die für die beiden gereiften Herren eh schon nicht mehr vorstellbar war.


      Da Paskal noch etwas außerstande war vollständige Sätze zu äußern, übernahm es das gehörnte Alien den ersten Kontakt weiterzuführen. „Sag es uns einfach, Teschi, du Augenstern meiner einsamen Nächte, bitte.“
      Etwas verwirrt und angewidert blickte die Cathar auf den Devaronianer herunter. „Lässt dich deine Alte nicht ran, oder warum laberst du so komisch, Kalki? Ich bin sicher nicht deine….“


      „Sag einfach verdammt nochmal was los ist, Mädchen!“ platzte es aus Paskal heraus, der seine Stimme wieder gefunden und seinen Mageninhalt gebändigt hatte.
      „Na gut, also ich habe erfahren, dass der Widerstand wohl ein großes Ding dreht. Sie nahmen Kontakt auf, zu einigen Auftragsmördern. Sie wollten wohl checken wer da alles mitziehen würde. Und jetzt kommt es! Unter diesen Typen ist anscheinend einer, der ganz seltsam ist. Dazu hat er Referenzen einiger Attentate hinterlegt, die zu unseren Fällen passen!“


      Paskal und Kalco bekamen beide große Augen. „Der große Knall!“ sagten sie Beide gleichzeitig und sprangen von ihren Plätzen auf.
      Teschi schaute überrascht auf, als wäre sie solche Energie von den Herren nicht gewohnt. „Ähm Jungs? Welcher Knall?“


      Paskal ließ sie gar nicht weiter fragen, sondern scheuchte sie hinaus auf den Flur. „Trommel alle zusammen, Mädchen. In einer Stunde sollen sie im Besprechungsraum 44 sein! Bring alles mit was du hast! Kalco?!“
      „Schon auf den Beinen, furchtloser Anführer!“
      Während die Beiden den Gang runter rannten, wobei Kalco die Schnapsflasche irgendwie in seiner Uniform versteckte, wenn auch nicht gerade sehr gut.
      Paskal packte sein Com aus und schickte eine Kurznachricht zu seiner aktuellen Chefin.
      „Tja, das wird sie sicher sehr interessieren.“ kam ihn der Gedanke, doch gleichzeitig hoffte er, dass er sich nicht zu sehr ablenken ließ von ihr. Leider hatte er wirklich etwas übrig, für diese Zabrak.


      Nicht mal eine Stunde später war das Team in dem kleinen Besprechungsraum versammelt.
      Alle zusammen saßen sie am kreisrunden Holotisch, in dessen Mitte der Emitter fleißig Daten und Bilder abspielte.


      Der Rest seines Teams war ein bunter Haufen. Was niemand verwunderte, wenn man nur eine halbe Stunde bei der Huttensec arbeitete. Hier war man als Mensch schon eine Minderheit.


      In diesem Moment saß Paskal genau zwischen seinen beiden Muskelpaketen des Teams, den beiden Gamorreanern Gagts und Bagts. Gagts war zu seiner Linken. Den mit Muskeln bepackten Bullen fehlten beide rechten Hauer, die er wohl in einer Schlägerei verloren hatte, als er gerade in seiner „Teenager“-Phase gewesen war. Rechts war Bagts, dessen Hörner sehr klein, ja fast verkümmert, waren. Sie hatten sich nie wirklich richtig entwickelt.
      Sonst unterschieden sie sich wenig. Menschen konnte diese dicken grünen Weltraumschweine nie wirklich unterscheiden. Beide trugen ihre Huttsec-Uniform, die sich bedenklich weit im Gürtelbereich spannte.


      Diesem „dicken“ Trio, da Paskal auch nicht der schlankeste war, saßen zwei recht hagere Gestalten gegenüber. Die Givin Tri‘Cul‘La und der Kel‘Dor Quino. Diese Beiden Aliens unterschieden sich wie Tag und Nacht.


      Tri hatte immer einen sehr legeren Kleidungsstil. Meist wurde ihr nicht mal abgenommen, dass sie für die Huttsec arbeitete. Sie sah einfach zu gewöhnlich aus. Dabei war sie eine der besten Analystinnen des Mondes. Alles was mit Mathematik, Software oder Programmierung zu tun hatte fiel in ihren Aufgabenbereich.


      Quino war da deutlich anders. Seine Kleidung war immer irgendwie dreckig und strotze nur so vor Werkzeugen. Auch jetzt trug er seine Arbeitskluft, mit einem breiten Werkzeuggürtel. Seine Aufgabe war es sich mit technischen Problem rum zuschlagen, die Ausrüstung zu warten und ihre Fahrzeuge zu bedienen oder Droiden zu manipulieren.


      Er und Tri hatten einige gemeinsame Hobbys. Besonders Mathematik war ihr Thema. Paskal fand das auch sehr gut, da Tri schon immer zu wenige Kontakte hatte. Er war sich sicher sie würde sonst irgendwann eingehen oder wahnsinnig werden, wenn sie nicht wen wie Quino hatte. Kitschig, ja, aber so war das Leben auch hin und wieder.


      Kalco hatte sich neben Quino niedergelassen und wirkte nicht gerade begeistert. Ihm gegenüber war Teschi, die ebenso begeistert wirkte. Es lag aber nicht an der Szene, die sich noch vor kurzem in Paskals Büro abgespielt hatte sondern an den Daten und Bildern.
      So weiter die Aufzeichnungen liefen, um so düsterer wurde die Stimmung.


      Paskal konnte es nicht fassen, was sich da abspielte. „Das meinen diese Typen doch nicht ernst...“ murmelte er, in seinen nicht vorhandenen Bart. „Wenn die so einen Anschlag durchziehen, haben wir mehr als ein Killer-Problem.“


      Sascha Nagkro stand genau hinter Paskal und rauchte eine ihrer langen Zigaretten, deren Rauch langsam zur Decke aufstieg. Ihr Bürokostüm war, wie immer, tadellos und auch aufreizend. Sie hatte aber keinen Ausdrucks des Erschreckens im Gesicht, sondern eher eine Spur Überraschung. „Mit so was hätte ich nicht gerechnet.“ sprach sie in die gebannte Stille, die sich über die gesamte Gruppe gelegt hatte.


      Etword Schelskin stand rechts neben der eleganten Lady. Vor kurzem war er noch im Autopsiesaal gewesen, um das letzte Opfer des Killers genauer zu untersuchen, was seinen mehr als peinlich genau gereinigten Kittel erklärte. Er wäre nie im Leben mit Blut bespritzter oder einfach nur schmutziger Kleidung aufgetaucht. Eher wäre er nackt aufgekreuzt.
      Er war es auch welcher die passenden Sätze fand.


      „Nun müssen wir nur noch die Himmelsplattform finden, deren Grundriss wir gerade sehen, herausfinden wann der Widerstand zu schlagen will und ihnen eine Falle stellen. Um irgendwie aus ihrer Masse unseren Killer heraus zu picken, von dem wir nicht mal eine Spur einer genauen physische Beschreibung haben.“ schmunzeln fügte er hinzu. „Ich liebe meinen Job.“


      Paskal reibt sich einfach nur die Stirn, während sich in seinem Hirn der selbe Gedanke entwickelt, wie bei den restlichen Leute im Raum. Außer bei Gagts und Bagts, die dachten schon wieder ans nächste Essen. -Ach du meine verdammte Scheiße…-


      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Meine Arbeit und dein Beitrag

      Er zählte nur noch die Minuten. Minuten. Diese kleine und dennoch wichtige Einheit trennten ihn von seinem Ziel. Seine Ungeduld kontrollierte er. Wusste er doch, dass man hier, mit seinen Methoden, nicht weiter kam.
      Der Widerstand rottete sich immer noch zusammen. Hier in einer der engen dunklen Hochhausschluchten warteten sie ab, dass sich die restlichen Einheiten meldeten. Sicher, sie brauchten alle, die sie finden konnten. Das Ziel war einfach zu groß, um es nur einer kleinen Angriffsgruppe zu überlassen.

      Hier im Abraum einer längst vergessen Zeit von Nar Shaddaa sammelten sich der hoffnungsvolle Widerstand. Alte verblasste Neoreklamen, gebrochen und verdreht, streckten ihre zerschundenen Leiber zu ihnen herab, während vernachlässigte Holoprojektoren hin und wieder zitternde Bilder erschufen von längst vergangenen Produkten, Zeiten und Personen.
      Eingedrückte und zusammengesackte Gebäude, die nur durch grobe, doch massive, Träger aufgerichtet wurden reihten sich an Hochhausabschnitte, die ausgebrannt, geplündert oder sogar noch bewohnt waren.
      Und über alle dies lag eine Finsternis, die nur selten durchstochen wurde. Licht war kostbar. Sowie die Hoffnung der Kämpfer unter ihm, war dieses Licht vergänglich und musste mit aller Kraft erhalten werden.

      Er selbst, der Skorpion, wie er sich selbst nannte, kümmerte sich nicht darum. Selbst dieses trostlose Gegend der Vergessenheit schockte ihn nicht. Auch die Aussicht wie viele heute sterben oder überleben würden, um davon zu erzählen. In den Lichtkegeln der Scheinwerfer des Widerstandes rannten die Soldaten hin und her, um ihren Angriff vorzubereiten, während über ihnen, der Skorpion abwartete, seine Gedanken fokussierte.
      Nur sein Ziel war wichtig, dass sein Stachel durchbohren würde.
      Während sein Blick zum x-ten mal über die versammelten Transportschiffe wanderte, driftete er dieses mal zum Himmel ab. Dort oben. In dieser weit entfernten, schillernden, künstlichen Wolkenwelt schwebten die Himmelsplattformen des Feindes.

      Ihr aller Feind saß da, lebte vom dem Leid, der anderen, und fraß sich am Elend der Galaxis satt. Doch bald, nur in Minuten, würde einer dieser wunderschönen sowie mörderischen Sterne bluten. Von innen ausgehöhlt und leer zurück bleiben.
      Wie er sich darauf freute das Herz eines dieser wunderschönen Himmeljuwel herauszureißen. Es betrübte den Mörder zu gleich, wie so oft, dass der Akt des Tötens so vergänglich war. Selbst dieses Opfer würde viel zu schnell versterben. Besonders dieses Opfer sollte ein Symbole werden. Eines seiner vielen Kunstwerke. Ob ihm dafür auch die nötige Zeit bleiben würden?
      Es schlicht abzuschlachten, wäre doch zu banal. Eigentlich schon eine Beleidigung seiner Künste.
      Die Widerstandskämpfer hatte ihn gewarnt. Ihn gewarnt nicht nur an sich selbst zu denken. Dieser Angriff musste effektiv und schnell durchgezogen werden, damit so viel Schaden an den richtigen Personen angerichtet werden konnte, wie möglich. Gegen Zakuul, gegen die Unterdrücker, auch gegen die Hutten.

      Wie egal ihm dies alles war. Er würde seine Mitstreiter einfach als lebende Schilder sowie Ablenkung missbrauchen. Für mehr war diese jämmerlichen Gestalten nicht zu gebrauchen. Imperiale, Republikaner, Vergessene von Nar Shaddaa, Extremisten und noch mehr. In den Augen des Jägers nichts weiter als Abschaum.Der Skorpion jagt allein. Sie würden es feststellen, wenn es zu spät wäre, um noch einzugreifen.
      Unruhig öffneten und schlossen sich seine Hände. Die Luft um ihn herum wurde wärmer, während die Motoren der Transporter sich aufheizten. Die Stimmen der versammelten Truppenführern wurden lauter, riefen ihre Männer zusammen, um sie in die gähnenden schwarzen Mäuler der Fahrzeuge zu scheuchten.
      Es wurde Zeit. Endlich wurde es Zeit. Fast schon mit ritueller Genauigkeit ging der Skorpion seine Ausrüstung und Waffenarsenal durch. Dieses mal hatte er über seinen schlanken schwarzen Panzer noch eine Extraschicht Reflektorplatten gezogen.

      Diese kleinen fast unscheinbaren Platten würden ihn vor dem kommenden Feuersturm schützen, welcher bald los brechen würde.
      Neben seinem üblichen Sabotagewerkzeug würde er nur seine zwei Klingen mitnehmen. Es sollte ein sauberer sowie kunstvoller Mord werden. Eines Künstlers würdig. Nicht das einer dieser dreckigen Widerstandskämpfer sich auch nur ansatzweise, mit seiner Kunst, auskennen würde.
      Perlen vor die interstellaren Schweine geworfen. Dennoch, es würde herrlich werden.


      Während des ganzen Fluges zur Himmelsplattform machten sich die Kämpfer untereinander Mut. Sie prahlten, beteten oder riefen Parolen im engen Passagierabteil des Transporters.
      Die professionellen Kopfgeldjäger, Mörder, Attentäter und weitere Monster der Unterwelt stimmten nicht in diesen Chor mit ein. Der Skorpion erst recht nicht. Sie schwiegen. Genossen die letzten Sekunden der Ruhe vor dem Sturm aus Blut, Gewalt und Zerstörung.

      Der Jäger war im ersten Transporter, der die Spitze der ersten Welle bildete. Ohne Alarm auszulöschen landete der Transporter, unter falscher Flagge in einem der höchsten Hangars der Himmelsfestung. Sie gaben sich als Versorgungsschiff aus welches einige Waren zum aktuellen Fest bringen sollten.
      Sobald die Rampe herunter gelassen wurde, schwärmten die Widerstandskämpfer aus. Das wenige Deckpersonal wurde in Hand um drehen überwältigt. Sogar ohne Blutvergießen. Der Jäger honorierte dies, mit einem Nicken und schloss sich der ersten Gruppe an, die ins innere der Himmelsfestung vorstieß.

      Diese wenigen Soldaten waren entweder verrückte oder verdammt mutig, um ohne Rückendeckung vor zu stoßen. Die Charaktere der Kämpfer waren so unterschiedlich. Angefangen von ihrer Herkunft bis hin zu ihren Motiven. Schleichend bewegten sie sich immer weiter vor, wobei der Skorpion ihnen immer den Vortritt gab. Warum sollte er auch sich vorher die Finger dreckig machen, oder gar einen Treffer riskieren.
      Wachen schlugen sie nieder, Zivilisten wurden in Kammern eingesperrt und Alarmanlagen gehackt, damit sie nicht los gingen. Sehr professionell. Ihr Ziel war die Kommandozentrale, die sich irgendwo an der Spitze der Festung befinden musste.

      So tiefer sie sich bewegten, um so deutlicher wurden die Einflüsse von Zakuul. Alles wurde prunkvoller, heller. Wo vorher harte Kanten waren, schmückten nun eleganten Rundungen alles an. Selbst die Farben schienen weicher sowie sanfter zu wirken. Schlichte Leuchten verwandelten sich zu breiten Deckenlampen, die kunstvoll ihren Platz an abgerundeten Himmeln fanden.
      Pflanzen waren in fast jeder Nische. Das Leben selbst schien hier heimisch zu sein. Keine klotzige billige Nar Shaddaa Tarnung. Hier wollte jemand etwas vermitteln, alleine mit der Einrichtung.
      Sie näherten sich dabei immer mehr dem Zentrum dieses Tagtraumes von einer Himmelsfestung. Dabei hatte der Stoßtrupp einen großen Umweg genommen, um den meisten Wachen und Sicherheitseinrichtungen zu umgehen.

      Schließlich erreichten sie eine der Haupttreppen, die sie weit nach oben führen würde, fast direkt zu ihrem Ziel. Doch gleichzeitig waren die Rebellen nun in höchster Alarmbereitschaft, denn nur die herrlichen Treppengeländer, sowie kleine Balkone, schützen sie vor der Entdeckung. Direkt unter ihnen, einige Etagen tiefer, hatte sie eine feiernde Menge versammelt.
      Musik daran zu ihnen herauf sowie der Geruch vom exzellenten Essen. Man konnte den Luxus regelrecht schmecken. Ein Blick über das geschwungene Geländer reichte, um die Feier auch noch zu sehen.
      Eine bunte Mischung aus Personen der Oberschicht, einiger ausgewählter Charakter, Vertreter von Zakuul sowie von engsten Familienmitgliedern. Es war alles da, um eine mehr als exklusive Party zu schmeißen.

      In diesem Moment, wo der Skorpion sah wie weit sie gekommen waren, entschied der Mörder sich von seinen „Mitstreitern“ zu verabschieden. Doch er musste sicher gehen, dass niemand „seinen“ Plan störte.
      Egal welche Macht den Widerstand soweit geholfen hatte, unbemerkt zu bleiben. Der Skorpion entschied sich in diesem Moment die Würfel von neuem fallen zu lassen. Dazu ließ er sich auf das Ende der Gruppe zurückfallen. Ehe sich der arme Teufel am Ende der Kolonne versah, wurde ihm eine Handkante in die Kehle gehämmert.
      Nach Atmen ringend ging er zu Boden. Mit gequetscht Luftröhre ließ sich schlecht um Hilfe rufen. Die nächsten Kämpfer erreicht ein ebenso schnelles, wie schmerzhaftes, Schicksal. Das Monster räumte die Gruppe von hinten auf. Erst die letzten drei, der ehemals sieben Mitstreiter, bemerkten, dass etwas nicht stimmte.

      Den einen, einen Wookie, durchschnitt er den Hals, dem Anderen, einer Sullustanerin, die bisher die Türen gehackt hatte, schlug er einfach nur nieder. Sie ging bewusstlos zu Boden. Der letzte im Bunde, der Truppenführer, ein junger grüner Twi‘lek, in der Kleidung eines republikanischen Soldaten, schrie den Killer in schwarz verwirrt an.
      „Spinnst du, Mann! Was tust du da?! Wir stehen auf der selben Seite!“
      Verzweiflung, Angst und Unverständnis begangen den Verstand, des Twi‘leks zu überschwemmen. Sein Blasterkarabiner zuckte hoch, doch er kam nicht zum Schuss. Die Waffe wurde ihm aus der Hand geschlagen, er selbst auf die Knie gezwungen und zwei Klingen legten sich an seine Kehle, wie eine übergroße Schere
      „Nein, waren wir nie, du jämmerliches kleines Dinge.“ Bevor der Mann noch was entgegen konnte, schnitten die Klingen. Sein Kopf rollte die Treppen runter, sowie seine Lekku‘s, die auch beträchtlich gekürzt wurden.

      Ohne sich wirklich weiter stören zu lassen, entließ der Jäger seine vielen kleine Helfer in die Freiheit. Die spinnenartigen Sabotagebots strömten aus zwei seiner Gürteltaschen, verteilten sich in einer Geschwindigkeit, die sonst nur Kakerlaken, bei drohenden Licht hinlegten, in alle Ecken, um sie in jede sich bietende Nische zu quetschen.
      Sehr schnell würden sie die System infizieren. Nichts würde ihm mehr verborgen bleiben. Ein Stöhnen in seinem Rücken erweckte die Aufmerksamkeit des Jägers. Während der Wookie brav verblutet war, ohne irgendwelche Zicken zu veranstalten, wie auch bei der Überraschung, lebte die Sullustanerin noch.

      Kurz entschlossen packte er die Widerstandskämpferin, hob sie langsam über seinen Kopf und warf sie über das Geländer. Ohne das kommende eines Blickes zu würdigen ging der Jäger nun seinen Weg. Am Rande bekam er noch mit, wie weit unter ihm ein Banketttische, unter der Last eines hart einschlagenden Körpers nachgab, einige Gäste laut aufschrien sowie der Alarm los ging.

      Nun konnte die Jagd beginnen.
      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.
    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Renn kleines Mädchen. EinGalaxis liegt vor dir!

      NewRetroWave: Scandroid - Rendezvous
      Stahlherz hatte von seiner kleinen Herrin wieder einen neuen Anstrich bekommen. Dieses mal war es ein grün braunes Tarnmuster, welches ihm im Garten des The Lost Signals unsichtbar machen sollte. Zu nächst hatte der HK-Droide sich darauf gefreut, da es einen militärischen Zweck diente, oder gar einem Attentat.
      Doch leider wollte sie ihn einfach nicht so leicht finden können, beim Versteckspielen. Das wiederum betrübte die Tötungsmaschine etwas. Sie tröstete sich dadurch, dass sie zumindest so ihre Infiltrations- sowie Tarnfähigkeiten weiter steigern konnte, wenn es da noch irgendetwas zu steigern gab.
      Denn an einem mangelte es Stahlherz nicht, Vertrauen in seine Fähigkeiten.

      Heute war jedoch keine Zeit, für Versteckspiele oder irgendwelches Training. Eine Feier wartete. Dimitria‘s Vater wollte sie in ihrem neuen Kleid sehen, daher hatte der, in den mechanischen Augen des Droiden zu gütige Cyborg, sie hoch geschickt.

      Während Dimi also ihren Kleiderschrank nach dem „einen“ Kleid durch wühlte stand der Droide Wache in ihrem etwas größeren Kinderzimmer.
      Sein Blastergewehr locker, aber dennoch sicher, in den Metallklauen, der Blick immer auf alles wichtige gerichtete und immer den Com-Verkehr verfolgend.
      Außer dass heute sehr viel im Signal los war, war nichts besonders im Datenverkehr. Immer wieder checkte er die Sicherheitsmeldungen. Man konnte ja nie wissen. Besonders da dieser Killer noch sein Unwesen trieb.

      Stahlherz war schon etwas neidisch auf dieses Wesen oder Gruppe. Die Art der Morde, fast schon Kunst. Doch seine Pflichten lagen einfach wo anders. Dimi hatte sich inzwischen in ein schönes weites mitternachtsblaues Abendkleid geworfen, was für ein Kind ihrer Größe entworfen wurde.

      Sie grinste Stahlherz über beide Ohren breit an, während sie ihre schmutzig blonde Haarpracht bändigte. „NA! Ich sehe doch toll aus, oder? Oder!“
      „Äußerst positive Bestätigung: Oh ja, junge Herrin. Sie wirken unglaublich hinreißend in diesem Kleid. Ihr Vater, und die Gäste, werden es lieben.“
      Als sich Dimitria nochmal im großen Spiegel, der in der Türe des Kleiderschranks eingebaut war, kritisch musterte erreichte Stahlherz ein einzelner Befehl über das Netzwerk. Er kam vom Doktor. Sein einfacher Satz, nicht mehr. „Es wird Zeit, für mein Geschenk.“

      Ohne zu zögern lehnte der Droide seine Waffe an die Wand neben sich, öffnete ein Fach an seinem gepanzerten Körper und entnahm ein Halskette, der besonderen Art. Sie war silbern, im Stil einer Königskette geschmiedet worden. Dazu hingen Kristalle an ihr herab, wie bunte Regentropfen. Ein sehr schönes sowie eindeutig teures Stück.
      Der Droide legte es Dimi ganz vorsichtig um, dabei richtete er die Edelsteine richtig aus, damit sie ihr, noch nicht vorhandenes, Dekolleté bedeckten. Das kleine Mädchen bekam ganz große Augen. „Für mich? Von wem denn?! Ist das von Papa?“

      „Antwort: Ihr Onkel wollte es euch schenken, bei der Feier, aber er wird wohl nicht rechtzeitig da sein.“
      „Wie nicht rechtzeitig da sein? Er ist doch hier irgendwo!“
      Der aus verschiedenen HK-Teilen zusammen gebaute Droide zuckte kurz. Das war ihm noch nie passiert. Er hörte selbst zum ersten Mal von dieser Meldung, noch wusste er, wie die Kette in seinen Besitz gekommen ist.

      „Verwirrt: Ich habe darauf keine Antwort, Dimitria. Gerade erst hat sich dies meinen Speicher eröffnet.“
      Das herausgeputzte Mädchen glotzte nur zum Droiden hoch. Hier war eindeutig was nicht richtig. Stahlherz ging direkt zurück zu seiner Waffe. „Aufforderung: Dimitria, wir müssen uns vielleicht auf Ärger einstellen. Leg das Kleid bitte wieder ab und zieh dir was lockeres an. Straßenkleidung.“
      „Was? Wie? Gehen wir nicht runter? Aber die Halskette behalte ich an! Du hast sie mir gerade erst geschenkt! Die sieht toll an mir aus, wenn auch was groß.“ Das Mädchen spielte mit den verschiedenen Kristallen herum. Drehte sie zwischen ihren Fingern hin und her.

      Dimi war aber klar, dass ihr Droide sie tadeln würde, sollte sie nicht fix genug sein. Also rollte das Mädchen mit den Augen und begann sich umzuziehen.
      Stahlherz war schon längst dabei alle möglichen Fluchtrouten zu checken. Das Kinderzimmer ging auf einer Seite zum großen Flur raus, der ins Treppen aus und zu einigen anderen Räumlichkeiten sowie den Lifts führte.

      Es gab noch zwei geheime Ausgänge, die aus diesem Raum führten, die der kleinen Lady aber nicht bekannt waren. Zumindest hatte der Droide nicht gemerkt, dass die kleine Dame sie je benutzt oder registriert hatte.

      Noch während er seine Waffe prüfte und die Sicherheitskanäle nochmal durch ging, bemerkte er etwas an der Türe. Das leicht durchsichtige Portal bestand aus zwei großen, sich seitlich öffnenden Flügeln. Schatten tanzten auf der anderen Seite.

      Seine Gefechtsmatrix aktivierte sich sofort. Sie tastete die Schatten ab und ihre Bewegung. Sein Blastergewehr war in Nu im Anschlag. „Dringend Aufforderung: Kleine Dame..!“
      „Ja, bin doch schon fertig, du Muffel! Schau, ich bin umgezogen. Bin doch schnell darin.“ Sie zeigte sich trotzig in ihrer ausgeleierten Straßenkleidung, die sie in keinster Weise von anderen Nar Shaddaa Kids abhob. Sogar ihre Haar waren zerzaust. Nur die Halskette war noch da. Sie hatte sie wirklich nicht ablegen wollen.
      „...auf den Boden! Sofort!“ beendete Stahlherz den Satz, mit sehr viel Nachdruck.

      Die Türe öffnete sich zeitgleich. Dimitria warf sich auf den Boden, ob nun wegen dem was sie da an der Türe kommen sah oder weil der Droide sie so gut darauf trainiert hatte im Ernstfall zu gehorchen.
      Zwei Trandoshaner standen im Portal. Ihre wuchtigen Sturmblaster im Anschlag, in leichten urbanen Gefechtspanzer gehüllt und aggressiv drein blickend. Sie reagierten einen Moment zu spät. Das klicken aktivierter Blaster war zu vernehmen, dann nähte Stahlherz sie auf der Stelle über den Haufen. Sein Blastergewehr spie tief rote Blitze, fauchte dabei wie eine Giftechse und spuckte am Ende, die erste von vier Energiezelle, überhitzt aus.

      Der Droide hielt sich nicht damit auf, Türe zu sichern. Er betätigte die Brandschutztaste im Kinderzimmer, um direkt danach das Schaltfeld, mit seinem Gewehrkolben zu schmettern, was einen stillen Alarm auslösen sollte. Zumindest knallt die Türe wieder fest zu sowie sprang die Lüftung im Zimmer an.
      Seine Sensoren meldeten noch keinen Alarm, was mehr als schlecht war. Dimi erhob sich derweil erschrocken aus ihrem Versteck hinter dem Bett. „Sind böse Leute im Haus? Wo ist Papa? Was machen wir nun? Wie kommen wir raus? Die kriegen uns doch hier drin.“
      Panik machte sich in den Kinderaugen breit. Sie hatte Angst, große Angst. Stahlherz ging vor dem Mädchen auf die Knie. So sanft, wie es seine Droidenhand erlaubte, streichelte er über ihren Kopf.
      „Versprechen: Solange ich bei dir bin Dimitria, wird dir keiner etwas antun. Dafür hat mich doch dein Vater extra abgestellt.“
      „Und weil du mein Freund bist, oder?“

      „Bestätigung: Das auch. Komm auf meinen Arm. Ich trage dich. Du musst mir sagen, wenn du was über meinen Rücken siehst. Als Team schaffen wir das.“
      Das kleine blonde Mädchen weinte schon ein paar Tränchen, aber nickte schnell und warf sich regelrecht an die Maschine. Heftige Schläge erschütterten die Türe des Kinderzimmers. Danach war das Zischen einen Schneidgerätes zu hören. Ohne groß Zeit zu verlieren aktivierte Stahlherz die versteckte Falltüre, im Boden des Kinderzimmers.
      Bevor die Angreifer durchbrachen, waren sie schon verschwunden sowie die Türe hinter ihnen wieder versiegelt.

      Die Treppe unter der Falltüre war sparsam beleuchtet. Die Lampen ging erst an, wenn sie sie gerade erreichten. Dem HK-Droiden machte es wenig aus, doch dem Kind musste es wie eine Fahrt durch eine Geisterbahn vorkommen. Oben drein war die Treppe leicht verwirrend, bis sie endlich in einen langen gewundenen Korridor mündete. Andere Türen sowie Treppenauf- und -abgänge grenzten an den geheimen Pfad.

      Eine der geheimen Pforten, etwas vor ihnen, zu seiner Linken, öffnete sich zischen. Helles Licht flutet in das Zwielicht des Geheimwegs. Für eine Millisekunde dachte die Maschine einer der Wachleute oder Bewohner würde sich, ebenso wie sie, gerade vor den Angreifern retten oder hätte seinen Alarm vernommen.
      Dieser Gedanke zerschlug sich sofort wieder. Ein Mann in der fast selben urbanen Tarnkombi, wie die beiden Echsenwesen von vorhin, trat aus dem Licht. Seine Karabiner war schon erhoben, doch seine Augen brauchten etwas um sich an die Lichtverhältnisse anzupassen, etwas zu lange.

      Bevor er Stahlherz richtig erfassen konnte, hatte diese ihm schon zwei Treffer verpasst. Zwei rauchende Löcher klafften in der Brust des Mannes. Da der HK-Droide sein Gewehr auf Maximum
      hochgedreht hatte, war die Schutzkleidung kein Hindernis, für die Energieblitze. Leider fraß dies den Energievorrat der Zellen schnell auf.

      Als das Duo an der geöffneten Türe vorbei sprintete folgte ihnen kurzzeitig ein mehrfarbiges Blasterblitzgewitter. Stimmen waren zu hören, gefolgt von schweren Stiefeln, die die Verfolgung aufnahmen.
      Die Maschine bemerkte, dass die kleine Lady weinte und sich fester an ihren Metallfreund festhielt. „Ermunternde Worte: Wir werden das schaffen, kleine Lady. Weist du, wohin wir unterwegs sind?“Ein schluchzendes „Nein.“ war zu hören. „Direkt zu deinem Vater.“ Das Weinen verebbte langsam, dies war ein sehr gutes Zeichen, befand die Maschine.
      Nun musste sie nur noch hoch. Sehr hoch. Den Lift zu nehmen war in dieser Situation Selbstmord. Wer wusste schon, was die Angreifer noch alles in Erfahrung gebracht hatten, wenn sie sich schon Zugang zu den geheimen Wegen verschaffen konnten.

      Dann bleibt nur die Treppe. Eine zentrale Spirale, die sich von oben nach unten durch das Signal zog. Ganz oben war Dandrius, da war sich Stahlherz sicher. Er würde sicher die letzten ruhigen Momente vor seinem Pflichtauftritt auf der Party in seinem Garten verbringen.
      Die Chancen standen gut, dass er immer noch dort war und sicher mit Verstärkung. Wachen waren zu seinem Alltag geworden, als er sich offen zu dem Ewigen Imperium bekannt hatte. Nun würde sich dies mehr als auszahlen, befand die Maschine.
      Mit Dimitria auf ihrem Arm begann Stahlherz die Spirale zu erklimmen. Immer wieder aktivierten und deaktivierten sich die Lichter, wenn sie sie gerade so erreicht hatten oder passierten. Immer wieder passierten sie dabei Türen. Türen, die, dem Erbauer sei dank, noch verschlossen waren.

      Kurz bevor das ungleiche Duo einen guten Teil der Strecke zur Spitze zurückgelegt hatte, kreischte Dimi auf und rief laut „Hinter uns! Da ist wer!“
      Stahlherz ging direkt in die Knie. Die Kleine rutschte sofort aus seinem Griff und igelte sich unter ihm ein. Ein grelles Blitzgewitter schoss zu ihnen hoch. Abgeschirmt kauerte Dimitria unter ihrem stählernen Schutzengel, während um sie herum gelbe und grüne Blastergeschosse das fast vollkommen finstere Treppenhaus erhellten.
      Nicht wenige Geschosse schlugen in oder neben Stahlherz ein. Noch waren es keine zu ernsten Treffer, noch nicht. Der Droide rechnete geschwind hoch. Ihrer Verfolger wurden mehr sowie auftauchen war sehr gezielt. Sie wollten das Kind, aber anscheinend nicht lebendig.
      Als die Angreifer ihre Blaster schwiegen ließen, um aufzuholen und ihre Waffen abkühlen zu lassen, erhob sich der Droide und gab zwei kurze Salven in die Finsternis unter sich ab. Schmerzensschreie halten zu ihnen hoch.

      Einer der Verwundeten fiel rücklings die Treppenstufen hinunter. Andere kauerten sich in Übergängen nieder und ein paar wirkliche Unglücksvögel wurden über das Geländer in den sicheren Tod befördert.
      Dem Droiden machten die Lichtverhältnisse wenig zu schaffen, als den Fleischsäcken. Daran erinnerte er sie nur zu gerne.
      Bevor sich noch hinter oder vor ihnen die Türen öffnen konnten, was sehr wahrscheinlich war, da sicher andere Angreifer außen herum unterwegs waren, nahm Stahlherz seine kleine Freundin wieder auf den Arm und rannte weiter hoch.

      Auch wenn sein harte Stahlhaut jetzt Narben durch die Einschüsse trug, drückte sich das Mädchen sich fest an ihren Freunde. Die Maschine verstand die Natur der Fleischsäcke nicht immer. Sie konnte ihr Verhalten analysieren, sich anpassen und imitieren, doch Emotionen waren eine Geschichte für sich.
      Sicherlich war Stahlherz nicht das angenehmste, woran man sich drücken konnte, doch das Mädchen gab keinen Laut von sich. Hin und wieder zitterte sie, besonders wenn der Beschuss wieder einsetzte.
      Kurz vor dem Ziel wollten es ihrer Häscher nochmal wissen. Salven um Salven von Blasterfeuer schossen zu ihnen hoch. Das Geländer wurde in Stücke gesprengt, die Wand hinter ihnen regelrecht durchlöchert und ihre Umgebung bunt erhellt, durch die verschiedenfarbigen Blasterblitze.

      „Achtung: Hier lang Dimitria! Schnell, schnell.“ Mit einem Codewort, das per Kurzstreckendatenübertragung dem Türschloss entgegen geschleudert wurde, öffnete sich die Türe an der Spitze der Treppe. Sie war so versteckt, dass man fast dachte, hier oben am Ende wäre nur ein kleiner leerer Rundgang, wovon man aus die gesamte Spirale runter schauen konnte.
      Der Lichtkegel, der aus dem gerade sich öffnenden Geheimweg, flutete erleuchtete das Zwielicht, wie ein Sommertag. Dimi sprang sofort vom Arm des Droiden, als sie den Durchgang sah und rannte darauf zu. Währenddessen lehnte sich der HK-Droide kurz über das Geländer und gab noch eine Salve in das Treppenhaus unter ihnen ab.
      Das Zwielicht des Aufwegs war erfüllt von kleinen Lampen, Blasterfeuer und immer wieder sich aktivierender Beleuchtung.

      Als Antwort auf seinen letzten Gruß erhielt Stahlherz zwei etwas ernstere Streifschüsse an seinem Kopf. Der Letztere schmelzte seine Sensorantenne, was ihn sehr verstimmte. Als Ausgleich ließ er auf den ersten Stufen der Treppe zwei Granaten zurück, die beide auf Annäherungsalarm eingestellt waren.
      Wenn er Glück hatte, was eigentlich ein zu unzureichender Faktor, für einen Attentäterdroiden, war, würden sie die Treppe und die Angreifer schwer schädigen, oder gar die Treppe unpassierbar machen, sollten sie richtig detonieren.

      Dann erst folgte er seiner kleinen Herrin.
      Kaum war er durch die Tür verschloss sie sich auch schon wieder. Deutlich rastete das Schloss ein. Stahlherz drehte sich nochmal um, man wusste schließlich nie. Hinter ihm war nur eine durchgehende weiße Wand. Keine Spur einer Türe oder ihrer Umrisse. Selbst seine Sensoren konnten sie nicht orten. Perfekt.
      Leider vernahm er noch keine Explosion. Für einen Moment wollte er es als Fehlschlag verbuchen, da kam der Knall. Viel mehr die Erschütterung. So nah an der Wand bzw. der versteckten Türe, registrierte er noch die Schockwelle, die fast komplett von der Wand absorbiert wurde.

      Ein Lachen brachte ihn dazu den Kopf wieder nach vorne zu drehen. Seine mechanischen Augen erblickten den Garten. Ein weitläufiges Areal in dem viele grüne Inseln sehr dicht beieinander standen. Sehr chaotisch angelegt, ohne das sich selbst dem Droiden ein Muster zeigte.
      Palmen, Sträucher, ganze Bäume, die bis weit zur gerundeten Glaskuppel hinauf ragten und kleine Blumenwiesen reihten sich hier aneinander.
      Ja, hier würde sein Tarnanstrich nun einen Vorteil bringen. Fast bedauerte es die Maschine, dass die Türe hinter ihnen zu gefallen war, und somit keine Feinde überraschen konnte.
      Entschlossen seine kleine Dame zu finden folgte er dem Lachen, welches er ganz klar Herrn van Benku zu ordnen konnte. Nach einem kurzem Stück fand er ihn auch, sowie Dimitria, die in seinen Armen war. Sie waren am zentralen Punkt des Gartens, der durch einen großen Zierteich markiert wurde. Man konnte sich auf dessen Rand setzen, was Dandrius auch gerade tat, während er sich zu Dimi herunter beugte, um sie zu drücken.

      Stahlherz bemerkte sofort, dass der Herr seine alte Kopfgeldjägerrüstung trug. Sie war anscheinend vollständig. Blaster, Munition und Sprungpack vollendeten die Ausrüstung. Der Helm stand rechts von Dandrius auf dem steinernen Sitz des Teiches, welcher praktischerweise einmal rund herum verlief.
      Als der Droide gerade auf das Duo zu schritt, erzählte Dimi aufgeregt was passiert war, wobei sie es sich nicht nehmen ließ den HK-Droiden lobend zu erwähnen, wenn auch auf eine etwas schlichte kindliche Weise. „...und dann rannte er, mit mir auf dem Arm, die Treppe hoch. Ganz schnell! Ich hatte aber keine Angst, Daddy! Ich wusste er ist besser, als die Idioten hinter uns.“
      Dandrius lachte wieder, drückte Dimi nochmal an sich und schaute sie sich dann von oben bis unten an. „Du sieht aber sehr wild aus Dimi. Stahlherz hat den Nar Shaddaa Straßenkinderstil sehr gut kopiert.“
      Das brachte das Kind zum lachen, wobei es sich kurz auf der Stelle drehte. Selbst in diesen abgetragenen Kinderpunkerklamotten zeigte sie sich gerne ihrem Vater. Dan war gerade dabei sie auf ihre neue Halskette anzusprechen, als Stahlherz sie unterbrach.

      „Wichtige Information: Wir werden angegriffen, Herr van Benku. Wir müssen uns sofort an einen sicheren Ort begeben und den Gegenschlag planen.“
      „Sicher, Stahlherz.“ gab Dandrius nur grinsend von sich. Seine undurchschaubaren roten Cyberaugen blickten die Maschine kurz an, dann stand er auf. Mit der Rechten nahm er den Helm vom Sitz und mit der Linken nahm er Dimi an die Hand.
      Der Droide konnte es nicht fassen, mit welcher Gelassenheit dieser Mensch sie aus dem Garten, zum großen Eingangsportal führte. Immer wieder scannte er die Umgebung. Sicherlich würden bald ihre Feinde hier eintreffen.

      „Drängende Aufforderung: Sir, wir sollten uns weit aus schneller von hier fortbewegen. Dies ist eine sehr kritische Situation.“
      „Das ist es, in der Tat, Stahlherz.“ Dandrius nickte, bei den Worten. Dabei deutete er nach vorne. Das Portal öffnete sich gerade. Doch anstatt einer wilden Meute, trat nur eine Frau hindurch.
      Nein, Stahlherz korrigierte sich, es war Dimitria‘s leibliche Mutter. Die Kuati schritt mit einer Eleganz in den Raum, die jeden und alles in ihrer Umgebung, als unter ihrer Würde brandmarkte.
      Ihr hochgestecktes blondes Haar, diese giftgrünen Augen und die verführerisch schlanke Figur, die in ein sehr teures weißes Seidenkleid, mit wenigen Ausschnitten geziert, gehüllt war...sie wirkte wie von einem anderen Stern, oder gar einer ganz anderen Eben des Seins entsprungen.

      „Ich hoffe du kannst so einiges erklären, Dandrius. Irgendwas stimmt nicht, und ich mag es auch nicht, dass du mich zu dir rufst, wie irgendeine Frau. Ich bin….!“
      Dandrius hob beschwichtigend die Linke, wobei er sich ein halbes Lächeln nicht verkneifen konnte.
      „Ich weiß wer du bist und was du für einen Status genießt, doch in diesem Moment erwarte ich nur eines von dir. Eine Mutter zu sein, die ihr Kind mit sich nimmt. An einen sicheren Ort.“
      Die Kuati wollte schon einen Sturm der Empörung lostreten, doch die Worte ließen sie blinzeln. Außerdem registrierte sie wohl nun auch erst, was Dandrius trug.
      Dimi hatte fast den gleichen Blick, wie ihre Mutter. Wobei sie sich nicht an dem Aussehen ihres Vaters störte. Stahlherz beobachtete das Schauspiel, mit einer diskreten Neugier. Sein Blastergewehr ließ er aber nicht sinken.

      Wo er so diese beiden Mensch vor sich sah, bemerkte er, dass Dimitria die leicht kantige Gesichtsform eindeutig von Dandrius geerbte hatte und die Haare sowie die Augen klar auf das Konto der Mutter gingen. Auch ihr unreiner Blondton ergab Sinn, bei Dandrius weit aus dunkleren Haar.
      Der Herr des The Lost Signals ging vor seiner Tochter auf die Knie, nahm dabei seinen Helm in beide Hände und schaute sein Kind freundlich lächelnd an.
      „Dimi, ich möchte, dass du mit Mutter eine Reise machst. Sie wird dich an einen sicheren Ort bringen. Du wirst es dort gut haben. Stahlherz geht mit dir, damit er immer auf dich aufpassen und mit dir spielen kann.“
      Dimi schmollte langsam. Sie murmelte leise etwas vor sich hin. Dandrius stellte daraufhin seinen Helm auf den Boden und nahm ihr kleines Gesicht in seine gepanzerten Hände. „Schau. Ich weiß du willst, dass ich mit dir komme, doch wer vertreibt dann alle diese bösen Leute, die euch jagen? Ich kann sie doch nicht meine Tochter jagen lassen. Außerdem sieh es als Abenteuer an. Du wolltest doch immer die Sterne bereisen, oder hat sich das geändert?“

      Das Kind schüttelte den Kopf, aber umarmte ihren Vater direkt. „Will aber, dass du mit kommst. Ich mag dein Schiff lieber und es sollen alle mitkommen.“ Dandrius drückte sein Kind verständnisvoll an sich. Er atmete sogar kurz etwas schwerer. „Nicht immer gibt uns die Galaxis, was wir wollen. Versprich mir, dass du auf deine Mutter hören, bei ihr bleiben und sie beschützen wirst.“

      Dimitria nickt heftig, küsste ihren Vater auf die Wange, um sich danach von ihm zu lösen. Sie bückte sich nachdem Helm. „Darf ich?“ fragte sie, während sie das Stück der Rüstung an sich drückte. Der ehemalige Kopfgeldjäger sagte schlicht, aber freundlich „Sicher.“

      Darauf hin schob Dimi den Helm auf Dan‘s Kopf, den dieser bereitwillig hinhielt. Automatisch versiegelte sich der Helm, als die Sensoren darin seine Position registrierten. So gekrönt erhob sich der Mann. Dimi nahm er wieder an die linke Hand und überreichte sie der Kuati, die immer noch recht verständnislos die Szene betrachtete.
      „Kümmere dich gut um sie. Ich weiß, wir sind selten einer Meinung, und ihre Rückkehr zu mir war nicht sauber oder gar fair arrangiert, doch ich wollte immer nur das Beste, für Dimi.“ Seine Worte wurden durch ein Klicken am Anfang und am Ende des Monologs untermalen. Das Helmmikro verlieh ihm eine gewisse Unmenschlichkeit.
      „Ich werde mich um sie kümmern. So gut ich es kann. Es wird ihr nie an etwas mangeln.“ erwiderte die Kuati etwas gefasster. Auch wenn ihre Gesichtsausdruck ihre entschlossenen Worte etwas Lügen strafte. Ihr Blick wanderte mehrmals suchend, über das runde Schwarz des Visiers. Irgendwie auf einen Anhaltspunkt, für dies alles, hoffend.
      „Danke. Ich liebe euch Beide. Vergesst das nie. Egal was passieren sollte. Stahlherz?“
      „Bereitschaft: Ja, Sir!“

      Der Dandrius musterte den Droiden. „Du hast eine neue Mission. Ich hoffe du verstehst, was auf dem Spiel steht.“
      „Positive Erwiderung: Ich habe alles vernommen und werde danach handeln, Sir.“
      Die Kuati drückte die Hand ihrer Kleinen etwas mehr, als ihr endgültig klar wurde, was hier ablief. Stahlherz hatte es natürlich sofort durchschaut. Biologische Lebensformen brauchten oft solange, um solche Momente abzuhandeln. Zwar war es keine positive Entwicklung, doch sie würden jetzt weiter kommen.
      Sein Herr nickte nochmal kurz, dann wand er sich von der Gruppe ab und ging in den Garten zurück. Der Droide wollte es gar nicht dazu kommen lassen, dass eine der Damen Schwäche zeigte, oder zu lange zögerte.

      „Direkte Aufforderung: Wir marschieren nun los. Auf zu den Hangars! Wir nehmen ihr Schiff, Herrin.“
      „Marschieren?! Mit wem denkst du redest du, Maschine?!“ sie sagte noch was, aber der Droide packte die Frau einfach an der anderen Hand und zog sie mit sich. Sie war dadurch gezwungen schneller zu gehen und am Ende sogar ihre hohen, passend zu Kleid weißen, Schuhe auszuziehen.
      Sie ließ es sich aber nicht nehmen, diese noch aufzusammeln. Stahlherz führte seine beiden Schützlinge, über die große prunkvolle Treppe nach unten. Sie würden dieser aber nur kurz folgen, da dieser Weg doch zu offensichtlich und zu gut einsehbar war.

      Ein Geräusch zog seine Aufmerksamkeit auf, als er die Damen gerade durch eine Abzweigung scheuchen wollte. Der Blick über die schön verzierte Balustrade ermöglichte ihm eine freie Sicht auf die unten ablaufende Feier. Diese wurde doch gerade je unterbrochen, da eine Körper auf einen der gefüllten Tisch geprahlt war.
      Er hielt sich nicht damit auf, die Leiche weiter zu mustern, sondern suchte die Treppenränder ab. Irgendwo musste die Person ja runter gefallen sein. Und da erblickte er ihn. Die hoch aufragende Gestalt, in einem grauen eng anliegenden Kampfpanzer und dem Helm, der einen deutlichen Kam am Hinterkopf aufwies.
      Stahlherz stellte keine Vermutungen, über mögliche Identitäten an. In seiner Datenbank fanden sich keine passenden Personen, zu dieser Beschreibung, doch war klar, dass von diesem Wesen eine deutliche Bedrohungen ausging.

      „Was ist denn Stahlherz?! Wo nun lang?“ Dimi stupste das rechte Bein, des Droiden an. Ihre Mutter stand genau hinter ihr. „Anweisung: Wir gehen von hier aus durch die Quergänge. Los, los!“
      „Warum jetzt schon? Hast du was gesehen? Ist da wer?“
      „Beruhigende Worte: Nein, da war nichts. Nichts womit dein Vater nicht fertig werden würde, Herrin.“ Dann scheuchte er schon die Frauen vor sich her. In Gedanken fügte die Maschine noch ein -Zumindest hoffe ich das.- an den Satz an.

      Kurz danach ging der Alarm los, endlich.
      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Nar Shaddaa hat seinen Preis

      NewRetroWave: ALEX - Nyctophile

      Paskal Remsil war sich immer der Tatsache bewusst gewesen, dass sein Titel als Sicherheitschef von Sektor Delta 65 eigentlich nur rein kosmetisch war. Zwar hatte er Leute unter sich, sein Team oder die Truppe, wie er sie nur nannte, dazu besaß er einige extra Rechte sowie Pflichten, doch war sein Büro nichts sagend, sein Gehalt nur „mäßig“ sowie erstreckten sich seine „wirklichen“ Befugnisse auf das Nötigste, um in seinen Bereich für Ordnung zu sorgen.
      Wirklich geleitet wurde die Sicherheit in den oberen Etagen der Huttsec-Basis seines Sektors. Natürlich liefen, wie in jedem HQ der Nar Shaddaa – Sicherheit, viele Stränge zusammen. Andere Sektoren, Untersektoren, Festungskontrollen sowie Kartelltruppen wurden von hieraus verteilt, geleitet, organisiert sowie rekrutiert.
      In seinem Arbeitsvertrag stand sogar nur, dass er Ermittler war, mit Erweiterung zur Sektorsicherheit und die damit verbundene Sicherheitsleitung. - Sprich der Laufbursche der Leute in den wichtigen Positionen. -.

      Während dieser Gedanke durch sein sehr strapaziertes Gehirn tanzte, füllte Paskal seinen nächsten Caff-Becher auf. Er wusste gar nicht mehr der wievielte es nun war. Zumindest war es soweit gekommen, dass er schlafen wollte, aber nicht konnte. Das Koffein verhinderte es einfach. Die Alternative im Moment war schlicht durchhalten, bis er mehr als nur ein paar Stunden frei hatte oder er schlicht umkippte.
      In seinem Hinterkopf lief schon eine Wette ab, welcher Umstand zuerst eintreten würde.


      - Das ich mir irgendwann die stumpfe Schlägerarbeit zurück wünschen würde, hätte ich nie für möglich gehalten. - Wie lange waren sie nun schon an den Vorbereitungen dran? Drei Lagegespräche, eine Einführung in den Plan an sich, dann noch Meetings zu den Blaupausen. Paskal war schlicht platt. Gegessen hatte er wenig, seine Laune mies und das Zeitfenster bis zum Einsatz immer kleiner. - Dabei steht noch so viel scheiß Arbeit an. -.
      Sein letzter Schlaf? Er konnte es nicht genau bestimmen. Es waren sicher nun 35 Stunden. Dafür immer wieder von Pausen unterbrochen. Die Sache war schlicht zu wichtig. Er erkannte es alleine daran, wie viele Einsatzkräfte zusammen gezogen wurden.
      Er erwischte sich dabei, wie seinen Kopf an den Automaten presste aus reinem Frust. Frust darüber, was er los getreten hatte. Dieses Verlangen danach zum Killer auf zu holen. - Tja, du lutschst in diesem Moment seine fuckingen Stiefel. Wunsch erfüllt. -

      Wären sie nur etwas langsamer gewesen, hätten sie die Informationen sicher nicht gefunden, die sie zu diesem großen Plan des Widerstands geführt hatte.
      Ein letztes Blubbern der Maschine, dann war der Caff vollständig im Becher. Seufzend griff sich Paskal das Plastikding, um danach den Gang herunter zu tapsen. Die Kantine mied er tunlichst. Zwar stand dort ein weit aus besserer Automat, doch dort waren Leute. Leute die er nicht sehen, riechen oder hören wollte.
      - Zumindest habe ich meine Ruhe. Scheiß Job, scheiß Chefs, scheiß Oberschicht, scheiß Spezialeinheiten. Ach scheiß auf alles. -.
      Bitter erinnerte er sich an das erste Treffen der – wichtigen Köpfe -, nachdem seine neue Chefin die Informationen weitergeleitet hatte. Sicher, sie musste das tun. Allein der Umfang der Infos schrie nach einem größeren Einsatz, doch die Besprechung war mehr als mies gewesen. Hinter seinen geröteten Augen lief die Szene nochmal ab.


      „Meine Damen und Herren jeder Spezies. Der Widerstand plant das The Lost Signal anzugreifen. Wir gehen davon aus, dass sie schon einige Leute eingeschleust haben, die Daten liegen das nahe. Dadurch ist es uns unmöglich mit der dortigen Sicherheit direkt zusammen zu arbeiten.“ Der Sprecher, ein alter Mon Calamari, der in einem grünlichen Kampfpanzer, der seine braune Haut sehr deutlich hervor hob.
      „Wie sie unschwer erkennen können, gehen wir von eine massiven Anzahl an Angreifern aus, was es uns unmöglich macht eine komplette Evakuierung der Himmelsfestung in Betracht zu ziehen.“
      Das Hologramm hinter dem Fischmann spulte die Daten herunter, sowie zeigte eine Abbildung der mehreren Etagen des The Lost Signals. Paskal stand zwischen den ganzen Sicherheitschefs und fühlte sich sichtlich unwohl.

      Nicht wegen seiner Kollegen direkt, mehr das überall sein Name unter den Daten stand. - Wenn sich das alles als Fake herausstellt, bin ich so gefickt wie man nur sein kann. -
      In der Geschichte der Huttsec gab es immer wieder solche Situation, wo sich vermeidliche echte Daten in Fakes verwandelt hatten. Man konnte mit einigem in diesem Job durchkommen, doch wenn man so was verbockte, war das der sichere Tod, zumindest der berufliche.
      Den Mon Calamari kannte Paskal nicht, er hatte den Namen auch nicht richtige mitbekommen. Sogar nun kam er nicht richtig mit. Der Druck, der sich in ihm aufbaute, war zu heftig. Es wurden Fragen gestellt, Antworten gerufen, Daten dazu geschrieben, Statistiken von anderen Einsätzen vorgelegt.

      Es wurde immer mehr. Paskal musste einfach raus. Unter nicht wenigen komischen Blicken verließ er den Besprechungsraum. Draußen bog er direkt in Richtung der Klos ab. Er musste zwar nicht, aber er wollte nicht einfach vor der Türe hocken, wie ein überforderter Schüler. - Naja, im Moment bin ich überfordert. Mehr als überfordert! -
      Im Klo angekommen stellte der Ex-Schläger erst mal sicher, dass kein anderer gerade da war. Als die Luft sich als klar erwies atmete er tief durch, warf sein Pad, was er krampfhaft umklammert hatte, in das nächste Waschbecken und stützte sich auf dessen Ränder.
      Eigentlich hätte er mögliche Fragen beantworten müssen, doch er hatte rein gar nichts mehr mitbekommen. Sein Verstand war am rauschen gewesen. Ein eindeutiger Blackout. - Sicher habe ich wen überhört. Ich habe mich zum Vollidioten gemacht, das habe ich sicher. -

      Mehrfach wusch er sich das Gesicht, um dann nach den Papierhandtüchern zu tasten. „Hier nehmen sie das hier. Das ist tausendmal besser, als dieses kratziges Papier.“
      Dankend nahm der Ermittler, dass weiche Tuch an und rieb sich das Gesicht ab. Ihm dämmerte dann, dass wer neben ihm stand und sogar mit ihm redete. Vorsichtig ließ er seine weiche Deckung fallen, um sie gespielt gelassen im Becken aus zu wringen. Er setzt zum Gespräch gegenüber dem Fremden an „Danke, Herr?“
      „Reiches, Ikarus Reiches. Und keine Ursache. Ist wohl ihre erste große Einsatzbesprechung, wie Herr Remsil?“ Der nun nicht mehr so Fremde nahm dankend sein Tuch wieder entgegen. Während er es sorgfältig faltete, musterte Paskal ihn genau.
      Ikarus schwarz gelber Büroanzug wirkte zuerst etwas befremdlich, wenn man aber verstand, wofür die Farben in dieser Kombination innerhalb der Kartellsicherheit standen, konnte einem schon etwas aus der Hand fallen.

      Der Mittvierziger lächelte Paskal freundlich an, als er sich an das andere Becken lehnte. Seine kurzen blonden Haar wirkten etwas militärisch. Er hatte auch die passende Statur dazu, doch sein auftreten sowie sein sehr sanftes Gesicht widersprachen diesem beruflichen Klischee. Und diese Zähne. Sie waren mehr als weiß. Als wäre sie aus einem Material, dass nie im Leben schmutzig werden könnte.
      Doch was Paskal mehr beeindruckte, oder besser gesagt beunruhigte, war die Art, wie dieser Mann lächelte. Es war die perfekte Mischung aus Mörder, Liebhaber und freundlicher Nachbar.
      „Ich muss gestehen, ich bin nicht so unwissend über sie, Herr Remsil. Eigentlich wollte ich sie vor diesem Meeting abfangen, um mit ihnen zu reden.“
      Der Ermittler konnte seine Überraschung nicht verbergen, die Kleidung von Ikarus verriet ganz klar , dass dieser Mann sehr weit oben arbeitete. Was konnte ein Mann in seiner Position von einem kleinen Licht, wie Paskal, wollen? Ihm schwante etwas. Ein sehr unangenehmes Gespräch war wohl in an Marsch. - Warum muss mein Leben immer beschissener werden? - .


      Ikarus blickte Paskal sehr direkt in die Augen. Da fiel es dem Ermittler auf. Der Mann hatte zwei hochmoderne Cyberaugen. Sie wechselten sogar immer wieder ihre Farben, wie die Neonskyline vom Mond selbst.
      „Ihre Akte verrät mir, dass sie sonst ein eher ruhiger Mitarbeiter sind. Sie machen ihren Job, aber nie mehr. Nun zeigen sie ein echtes Interesse an einer Sache. Dazu noch an einem Fall, der immer wichtiger wird. Man schickte ihnen Frau Nagkro, damit sie diesen Fall löst.“
      Der Mann aus der Oberschicht ließ die Worte etwas im Raum hängen, dann führte er seine Ausführung fort.
      „Wie wir aber feststellen mussten war das nicht notwendig. Sie leisteten hervorragende Arbeit. Richtige Polizeiarbeit. Mein Respekt an dieser Stelle. Frau Nagkro war sogar fast soweit sie alles alleine machen zu lassen, aber da hatten – wir – etwas gegen.“ Ikarus musterte nun seinerseits Paskal.
      Er musste einen recht ärmliches Bild abgeben. Ein gealterter Schläger in einer ebenso alten Ermittlerkluft, die aus einer Huttsec-Uniform bestand, über die ein langer Synth-Ledermantel geworfen war. Dazu sein schon recht abgegriffenes Abzeichnen an der linken Brust. Es erübrigte sich zu erwähnen, dass der kleinere Paskal, mit seiner sehr breiten Statur, samt Bauch, weit entfernt von imposant war. Dazu noch die sehr kurzen Haare, die sich auch weigerten größer zu werden.

      „Nein, von einem Mann, wie ihnen, erwarten – wir – oft nicht mehr, als dass sie die Truppen in die richtige Richtung brüllen. Doch nun machen sie uns etwas sorgen. Sie scheinen Verantwortung zu suchen. Wer weiß schon warum. Wir wissen von ihrer Schwäche, für Frauen, wie Frau Nagkro. Und wir wissen, wie es mit ihrer Ex-Frau abgelaufen ist.“
      Wieder so eine Kunstpause. Paskal merkte immer mehr, wie ihm das Herz in die Hose rutschte. Der Mann vor ihm war gerade dabei sein Leben zu sezieren.
      „Ihre Schulden sind massiv und sie lassen eine sehr junge Frau bei sich wohnen. Einfach so. Sie kassieren nicht mal Miete von ihr oder schlafen mit dieser Dame.“ Der Vorgesetzt seufzte ehrlich und legte Paskal seine linke Hand auf die massige Schulter.
      „Sie sind ein armes Schwein, mit vielen Schulden und einem Frauenproblem, sowie mit einem sehr beschränkten Sozialleben. Machen sie sich nicht weiter unglücklich und seien sie jetzt ehrlich zu mir. Warum? Warum fangen sie nun an, ihren Job ernst zu nehmen?“
      Paskal blinzelte sehr lange. Die Worte plumpsten aus seinem Gehirn direkt auf die Zunge, ohne dass er groß darüber nachdachte.
      „Ich...ähm...Sir...ich….weiß es nicht wirklich. Alles fing wie immer an und nun bin ich mitten drin und weiß nicht ob ich vor oder zurück soll.“ Seine Stimme zitterte etwas. - Werde ich nun gefeuert? Was habe ich verdammt nochmal da gesagt?! Ich höre mich wie ein Depp an! Scheiße! Nun feuert er mich erst recht! -
      Panik breitete sich in ihm aus. Was sollte er machen? Wie soll er reagieren?

      Ikarus hingegen lächelte ihn wieder auf diese unverwechselbare Art und Weise an. Sehr langsam nahm er seine Hand von Paskal‘s Schulter.
      „Entscheiden sie sich schnell, Herr Remsil. Bald werden wir ausrücken und dann wird sich mir offenbaren, was sie sind und sich wünschen.“ Mit diesen Worten ging der Mann zum Ausgang. An der Türe jedoch ließ er sich es nicht nehmen noch etwas von sich zu geben. „Was Frau Nagkro angeht, ich hatte schon mehrfach was mit ihr. Und ja, ihre Träume sind berechtigt.“ Dann war er durch die Türe.
      Der stämmige Ermittler musst nun sehr dringend aufs Klo. Beinahe hätte er sich vor dem Mann eingepisst. Diese Ansprache war mehr als deutlich gewesen. In der Huttsec gab es immer wieder Gerüchte und Geschichten über diese „Momente“.
      Sobald man in Begriff war in die wichtigen Kreis vor zu stoßen, besuchte einen ein Monster in so einer Gestalt und stellte einem vor eine Wahl. Man hatte ihm ganz klar vermittelt wie wenig man von ihm hielt. Die Drohung hinter all dem war Paskal auch nicht entgangen.
      - Die schieben mir ihre Faust in den Arsch. Was mache ich nun nur? -
      Tja, jetzt war er hier. Schlurfte durchs Hauptquatiert, kippt an seinem Caff und wusste nicht recht, was er machen sollte. Einfach gehen und die Verantwortung abstreifen oder bleiben? Bisher hatte er alle Termine wahrgenommen. Selbst die, die nicht Pflicht gewesen waren.
      Noch nie in seiner Laufbahn war er so lange in Dienst gewesen. Was war nur mit ihm los? Wollte er wirklich nun Karriere machen? Und wie weit wollte er dafür gehen? Konnte er unter diesem Stress seine Leute anführen?

      Fragen. Nichts als Fragen und immer wenige Zeit. Sein Chrono tickte unaufhaltsam den Countdown zum Einsatzstart runter.
      Seine Schritte hatten ihn in eine der größeren Einsatzbüros geführt. Hier, an einer großen weitläufigen Holowand, wurden die kommende Einsätze und Teams gezeigt. Der Einsatz für das The Lost Signal war einer der zentralen Ereignisse.
      Zwischen den Tischen und Computerkonsolen schwärmten viele Mitarbeiter herum. Hier stand nie etwas still. Dauernd rief wer an, wurden Daten abgeliefert, Berichte auf Tische geworfen, Datentafeln oder Plastik-Steifen ausgeteilt oder eingesammelt.
      Das Tippen von aber dutzenden Fingern auf Tasten war ein stetes Hintergrundgeräusch, auf dem Ozean der geordneten Chaos.
      Paskal grüßte einige Leute, manche weil er sie kannte, andere weil er nett sein wollte. - Schadet nie nett zu sein. -
      Als er vor der Holowand stand war die Erinnerung an Ikarus wieder da. Mehr als ihm lieb war. Er hörte sogar seine Stimme in den Ohren. Was sollte er nun tun? Langsam wanderte seine rechte Hand zu seinem Abzeichen, welches er an seinem Gürtel befestigt hatte.

      Wie tausende male vorher zog er es durch den Scanner an der Konsole. Das System fragte ihn direkt, wie er seine Leute einteilen wollte, für die kommenden Schichten sowie Aufträge.
      Angespannt tippte Paskal seine Planung ein. Bevor er bestätigte blickte er nochmal zum Einsatzplan. Der The Lost Signal – Einsatz hatte den treffenden Titel „Höllenfahrt“ erhalten. - Welcher Spaßvogel wohl da seine Finger im Spiel hatte. Egal...ich mache es. -

      Ein Kopfdruck später blickte Paskal‘s Truppe bei der „Höllenfahrt“ auf. Dazu als direktes Einsatzteam vor Ort. - Ihnen haben eh Leute gefehlt. -. Er biss sich auf die dicken Lippen, während er über die Folgen nachdachte. Fast wollte er auf dem Boden aufstampfen, da ihm der Frust zu sehr an die Nieren ging, aber er beherrschte sich.
      Bevor er sich aus dem Raum zurückziehen konnte, um sich noch irgendwo noch etwas Schlaf zu gönnen, stand Etword neben ihm. „Sie überraschen mich sehr, Herr Remsil. Wollen sie etwa hoch hinaus oder einfach schnell sterben? Es sind einige, die nur zu gerne ihren Tisch haben wollen.“

      „Was zum fetten Hutten?! Etword, schleich dich nicht so an mich heran. Wäre ja beinahe gegen die Türe gelaufen.“ genervt nippte Paskal an seinem Caff. Etword nun zu entkommen war zwecklos. Der Mirialaner würde ihn solange auf den Sack gehen, bis er seine Antworten hatte. - Der Typ hat ja sogar damals, für so was eine Fortbildung gemacht. -
      „Ich will die Sache durchziehen. Das ist es einfach, alter Kollege.“ Etword grinste leicht, als er die Worte vernahm. Seine Huttsec-Uniform war wie immer sehr sauber und saß perfekt. „Ganz neue Worte aus ihrem Mund. Ich wollte sie nur warnen. Man denkt sich, sie würden den Einsatz nicht überleben, wenn sie daran teilnehmen. Es laufen sogar Wetten.“

      Paskal konnte sich das sehr gut denken. Nun war er irgendwie beleidigt. Regelrecht angepisst. Warum auch immer. „Ach echt.“. Entschlossen griff er in seinen Mantel und drückte Etword einige Credits in die Hände. „Setzen sie auf mich. Den Wichsern zeige ich, was ich bin!“
      Danach ließ sich der kleine Sicherheitschef nicht mehr aufhalten. Er musste schlafen, was essen, seine Waffe reinigen und sich umziehen. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber es musste sein! Ach und er musste sein Team einweisen. - Ich ziehe das durch. Egal was kommt. Ich bin dabei! -
      Etword ließ er sehr verwirrt hinter sich. „Ich hätte ihm wohl besser sagen sollen, dass die Chancen 5 zu 50 gegen ihn stehen.“ Leise lachend machte sich der Alte zu dem inoffiziellen Wettbüro auf. „Na dann, kommen sie ja wieder, Herr Remsil. Sonst muss ich mich mit diesen paar Kröten zufrieden geben, und sie sind weit mehr wert, als das.“


      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Der schwarze Skorpion / Graues Blut

      - Erster Akt -

      Wir sind eins! / Zwei Seiten des selben Spiegels


      Flux Gemini - Andromeda


      Ein Funkeln, ein Blitzen, ein Raunen durch Zeit und Raum. Es schwoll an, von allen Seiten rückte es heran. Oder wurde man in alle Seiten gerissen? Zeit und Raum falteten sich wieder und wieder zusammen.
      Ein Geflecht aus Wesen, Möglichkeiten, Geschichten, Überschneidungen. Das Netz war unendlich. Nicht mehr überschaubar. Fixpunkte! Es mussten Fixpunkte her, sonst würde alles zerreißen! Nein, nicht das Netz, es war unzerstörbar. Zeitlos.

      Man selbst war in Begriff zu zerreißen! Konzentration. Ruhe, Atmung. Die Schwingungen spüren, die Emotionen schlagen. Taten zupften an jedem Pfaden des Lebens. Die Spinne rannte über sie hinweg. Es waren viele, so viele. Zittern. Blut. Ja, Blut. Welches? Von wem?
      Der Peitschenschlag des Disziplin riss eine Wunde in die Panik. Kreischend verschwand sie in den Hintergrund. Keine Panik. Es existiert nur der Moment. Die Order, der Befehl! Suche und Finde. Setze die Stränge zusammen.

      Das Brüllen tausender Dämonen vor heiligen Toren, die in den Verstand fluten wollen. Ein Rauschen, beim eintauchen in das Mantra. Ein Mandala breitete sich aus. Die Farben fluteten zwischen die Fäden der Schicksale.
      Nun kam die Einsicht. Der Leuchtturm war gesetzt. Das Schachfeld des Seins wurde klar und ruhig. Die See, die es zu befahren galt.
      Wie ein geschmeidiges Meereswesen tauchte man zwischen die Farben des Universums ein. Schwamm durch alles hindurch, auf der Suche. Die Fixpunkte. Sie leuchteten in der Ferne.
      Untergang von Imperien, Armeen, die sich auf Planeten bekriegten, Frieden auf Millionen Kontinenten, Liebe, zwischen aber Milliarden Paaren, Kinder, die daraus hervor gehen. Fixpunkte!
      Verlieren darf man sich nicht. Erinnerungen an Strafen und Demütigung.
      DA! Die Hand greift nach dem kleinen Juwel. Ein Ereignis erstreckt sich vor einem.


      Ein Kind, auf einem fernen Schiff. Es ist gewaltig. Geschaffen, um Generationen zu versorgen und, wenn nötig, ewig durchs All zu reisen. Ohne Hafen, ohne Ziel. Das Kind ist ein Mädchen. Ihre Hände liegen auf einer Halskette aus Kristallen. Sie ist traurig, aber auch hoffnungsvoll.


      Der Vortex. Seine Kraft zerrt an einem. Seine Kraft wächst an. Dies ist kein Ort an dem man zu lange verweilen kann. Doch so vieles ist zu sehen! Alles verändert sich! Immer und immer wieder. Suche nach den festen Faktoren. Greife erneut ins Netz! Wenn nötig mit Gewalt!


      Ja, Gewalt. Eine Schlacht im All. Eine verlorene Station, umzingelt von Feinden. Ware Monster von Raumschiffen umkreisen sie. Immer wieder feuern sie. Haifische in der schwarzen See. Ein neues Schiff kommt ins Spiel. Unerwartet und schnell. Noch ist nichts entschieden! Ein Skorpion ziert die Stirn! Dann kommt der Hammerschlag. Eine lautlose Schockwelle des Todes rollt heran.


      Ein Grollen ist zu vernehmen. Man muss weiterziehen! Der nächste Fixpunkt? Suche es, spüre es. Wie damals, wie immer. Es ändert sich so wenig. Zerbreche den Kreislauf des Wiederholens. Zerbreche es! Zerschmettere deine Fesseln!


      Auf einer fast finsteren Welt. Schüler, die in Reih und Glied stehen. Jeder ist einzigartig, jeder hat seine Stärken, seine Schwächen und alle sind noch Kinder. Egal welche Spezies sie angehören, sie alle verspüren Angst. Angst vor dem Schatten, auf seinem blutigen Thorn. Eine Gestalt des Schreckens, die sich von ihrer Furcht und Angst nährt. Sie gierig austrinkt, bis sie nur noch Hüllen sein werden.


      Wieder ein Ruck. Dabei rückt etwas in die Nähe. Die Furcht erinnert uns an etwas. Ein neuer Fixpunkt! Er verschwindet schon wieder im Netz, der Abermillionen Ereignisse, doch er bleibt konstant. Sehr interessant. Sehr klein.


      Klein. So klein und unscheinbar. Ein Creditchip. Ein Twi‘lek auf einer bunten Welt, wirft ihn immer wieder in die Höhe. Ein Schurke ist er. Ein Spieler und Zocker. Doch er verfolgt eigene Ziele. Sein Groll sitzt so tief, dass keine warmen Worte oder Folter es ihm entlocken könnte. Er half jemanden. Jemanden wichtigen und tut es noch immer. Sein Blick ist auf einen jungen Rattataki gerichtet, der seine Cyberware checkt.


      Es wird Zeit! Die Konzentration schwindet immer mehr. Die Risiken steigen. Es fehlt noch so viel in dem Puzzel! Es müssen mehr Fixpunkte her. Energisch wird um sich geschaut. Astrale Hände greifen tief in das Netz hinein.


      Blicke treffen sich. Fragen kommen auf, in einer romantischen Situation. Der Mensch, ein gereifter Schläger, nicht sehr groß, im einem alten Mantel, sitzt einer jungen attraktiven Zabrak gegenüber. Es werden Zweifel geäußert. Man baut auf das Vertrauen des anderen. Man spielt aus der Reihe, da man sonst keine Optionen mehr hat. Ein Schatz soll gefunden werden. Welcher Schatz?


      Schmerzen kommen. Sie umschließen den Verstand. Erwürgen einen fast. Weiter! Noch ein kleines Stück. Es fehlt etwas, etwas wichtiges muss noch gesehen werden. Es muss durchgehalten werden. Die Schäden sind die Mühe wert. Energie flutete ein letztes mal durch alles hindurch. Das Netz schwindet schon zwischen den Fingern, doch dort ist ein Punkt. Ergreife ihn!


      Zwei identische Brüder. Immer gepanzert, immer bereit. Sie zerren einen Kryotank hinter sich her. Sie reden, ohne Worte zu verwenden, über Geschehnisse, die fast keiner kennt. Ihr Ziel ist ein sicheres Versteck, aber es gibt keines. Sie ziehen immer weiter. Von Ort zu Ort, doch müssen sie bald fort. Wo die Facht vergraben, die keiner finden soll? Direkt dort, wo alle Dinge verschwinden. Ein Friedhof der Waren. Containerreihen. Reihen, um Reihen. Keiner wird es je finden, ohne die richtigen Worte zu wissen.


      „Du bist schon zu lange hier. Entscheiden musst du dich! Entscheide dich endlich, für eine Seite, du verdammter Narr!“ Die Welt der ewigen Veränderungen und Geschehnisse weicht. Die Realität bricht herein? Oder ist es ein Ereignis? Die Gegenwart? Vergangenheit oder Zukunft? Möglich oder schon unmöglich? „Hört auf zu fragen, du Tänzer zwischen den Straßen! Entscheide dich!“
      Die Stimme ist harsch. Gewalt schwingt mit. Der Ursprung, eine schwarze Robengestalt. Leicht nach vorne gebeugt. Eine stählerne Klaue hängt aus der Robe heraus. Bietet sich als helfende Hand an. „Greif endlich zu! Wie viele Jahr noch? Wie lange noch? So viel ist zu tun!“

      Ein Kreis ist vor dem Schwarzen. Ein Kreis aus Kristallen. Sie bilden ein kompliziertes Muster.
      Überschreiten will und kann er nicht. „Deine Tricks gehen dir aus! Du musst die Macht ergreifen! Nimm meine Hand!“ Die Klaue streckt sich brachial entgegen.


      Auf der anderen Seite des Kreises, ein Twi‘lek. Gelb ist seine Haut, komplizierte Tätowierungen wandern über diese. Nackt, bis auf einen Rock, aus weißer Seide. Seine Augen niedergeschlagen, doch nicht geschlossen. „Ruhe. Atme. Spüre. Das Zentrum in mir. Es ist der Halt. Es ist mein Kompass.“
      Er hebt die Augen, sie leuchten hell. „Macht ist ein Geschenk, dass weise eingesetzt werden muss.“


      Sie stehen sich gegenüber. Schauen sich an. Die Klaue schreit „Sei kein Idiot! Lass mich es tun!“
      Die leuchtenden Augen murmeln „Es ist bereits getan. Man muss nur in sich hören.“
      „Schweig endlich! Nimm meine Hand und es wird alles offenbart!“
      „Wir brauchen keine Hilfe vom Wahnsinn der Gier.“
      Immer wieder. Sie bewerfen sich gegenseitig, mit ihren Worten.
      Ihre Diskussion wird eine Kakophonie. Worte drehen, winden sich um einander. Ein Gewirr entsteht. Wer spricht was? Was wird vom wem widerlegt? Wie wird was beschreiben? Immer und immer wieder.


      „ICH BEFEHLE EUCH: SCHWEIGT!“
      Der Doktor sackte in seinem Kristallkreis zusammen. Eben noch saß er konzentriert perfekt im Zentrum des Kreises. Er war weit weg gewesen von allem, und hatte sich doch keinen Schritt bewegt.
      Die Reise in die Macht war anstrengend. Er spürte nun die Folgen. Sein Herz raste, seine Lekku's zuckten und aus seiner Nase rannen dünne Blutfäden. Schweiß tropfte von seinem Körper herab, wurde willig von seiner Hose aufgesogen.

      Mit nacktem Oberkörper stützt sich der gelbe Twi‘lek auf dem Boden ab. Nur sein linker Arm konnte ihm diesen Dienst erweisen. Sein rechter war vor einiger Zeit verloren gegangen.
      Künstlich besorgt beugte sich sein Med-Droide über ihn. Direkt wurde er sanft in die Arme genommen, untersucht und stabilisiert. Während Ultanar Zul, alias Vorokar, noch versuchte seine Gedanken zu ordnen und zu verstehen was er erlebt hatte, wurden ihm Injektionen verabreicht.
      „Doktor Vorokar, sie werden sich bald erholen. Sie haben keine dauerhaften Schäden davon getragen, doch ich rate ihnen davon ab, ihre Sitzungen zu intensivieren.“ Die neutrale Droidenstimme weckt ihn aus seinen Gedanken.

      „Wie weit noch bis zu unserem Ziel, P-4?“ die Stimme des Twi'leks war nicht mehr als ein heiseres Keuchen. Die Maschine verstand ihn dennoch.
      „Bei unserer derzeitigen Geschwindigkeit, fünf Tage. Bis zu unserer Ankunft werden sie sich erholt haben.“


      Bald würde er seinem Meister wieder gegenüberstehen. Er musste diesen Weg gehen, auch wenn er hart war. Es würde ihn alles kosten, doch es musste sein.
      So etwas wie Reue kam dem Machtanwender in den Sinn. Schließlich war er als erster vom The Lost Signal geflohen. Keinen hatte er gewarnt. Niemanden einen Nachricht hinterlassen. Nur Dimi hatte er sein Geschenk zurückgelassen.

      Würde er sie je wiedersehen? Würde er überhaupt je einen wieder treffen? Was würden sie von ihm denken?
      Vielleicht hätte er alles verhindern können, hätte er nur viel früher angefangen dem Ruf zu folgen. Nun war alles schon geschehen. So viele waren tot und das Chaos griff um sich. Eins wusste der Doktor, wenn er doch auch so viele Fehler begangen hatte, es war an der Zeit alles zu bereinigen.

      P-4 kümmerte sich liebevoll, um seinen Herren. Auch wenn dieser tief in seinen Gedanken versunken war, betete er ihn in seinem Bett sanft zur Ruh. So geschwächt, wie er nun war, konnte er eh nichts tun.
      „Ich habe einen Fehler begangen. Nein, eine Reihe von Fehlern. Doch ich werde das Rad des Schicksals stoppen… für diese und nächste Generation. Es darf nicht so zu ende gehen, wie ich es gesehen habe. Egal was es kosten mag.“

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Der schwarze Skorpion / GrauesBlut

      - Erster Akt -
      Epilog

      Zielen und schießen! / Bleibt in Bewegung!

      NewRetroWave : Alex - Paradise (Absolute Valentine Remix)

      Lokron Zimm war nie für seine positive oder optimistische Einstellung bekannt gewesen. Weder zu seiner Zeit auf Mon Calamari, noch auf seiner Reise durch die tiefe dunkle Galaxis. Es hatte sich nie verändert. Zu seiner Verteidigung die Galaxis hatte ihn auch immer wieder vor sehr düsteren Szenarien gesetzt. Zwar meisterte er jede Herausforderung, doch jede hatte ihren Preis. Nun hatte er eine ganze neue, sehr ungewöhnliche Aufgabe.
      Sie war ihm von Herrn van Benku persönlich aufgetragen worden. Zu nächst hatte er es als einen Teilzeitjob wahrgenommen, den er neben seiner Arbeit, als Sicherheitsmann des The Lost Signals, hätte ausführen können.

      - „Wer hätte geahnt, dass der Junge ernst macht und sich von seinem Adoptiv-Vater immer weiter los sagt.“ - Genau in dem Moment, in dem der junge Adoptiv-Sohn von Herrn van Benku sich vom Signal los sagte, wusste Lokron, die Galaxis forderte ihn wieder heraus.

      So klebte der Quarren regelrecht an den Haken von Z und brachte dem Jungen alles bei, was er konnte und wusste. - „Ich als Ersatz-Vater-Figur. Unvorstellbar.“ - So und nicht anders lautete der Auftrag von Herrn van Benku. - Bleiben sie bei ihm. Egal wie schlimm es wird. Er wird sie brauchen. - . Sicherlich dachte sich Z schon so was, der junge Rattataki war einiges, aber nicht bescheuert.
      - „Wo wir gerade bei Einiges sind...“ - Z war in einigen Dingen einmalig. Lokron ging die Liste nochmal in seinem Kopf durch, wie er es oft tat, um sich immer wieder vor Augen zu führen, was für ein Kind er hier ausbilden sollte.

      Da war zu nächst sein Gedächtnis. Das speichern und nutzen von Wissen war bei Z nie das Problem gewesen. Der verquere und absolut nicht normale Verstand des jungen Rattataki erleichterte Lokron seine Arbeit, zumindest in diesem Teil.
      Die wahren Probleme waren anderer Natur. Z hatte so seine Schwierigkeiten, mit Autoritäten. Seien es Arbeitgeber, Sicherheitsleute, Gangster oder andere Person oder Institutionen, die irgendwie Macht auf ihn ausübten.

      Lokron war als Veteran aus den Bürgerkriegen und Kämpfen gegen die Mon Calamari einiges gewohnt, daher erkannte er schnell was für eine Art Mann Z war. Ein junger ungestümer Mann, der alles auf seine Weise regeln wollte. Zwar ohne ein machohaftes Auftreten, was viele dominante Männer auf Nar Shaddaa hinlegten, aber seine kalte präzise Art Leuten ins Gesicht zu spucken, mal nur mit Worten und leider hin und wieder auch mit Taten, war nicht besser.

      Dazu brodelte unter dieser Eisschicht eine heiße Wut. Wenn sie hervorbrach, war es sehr schwer ihn zurück zu halten.
      Kein Wunder, dass er nicht bei seinem Adoptiv-Vater geblieben ist. Die Vater-Geschichte war wieder was ganz anderes. Der Quarren konnte dem Jungen nicht vor allen seinen Komplexen direkt befreien. Würde er aber zumindest versuchen müssen, damit sie beide heil durch alle Stürme kamen, die noch zwangsläufig kommen würden.

      Eins der Problem war ein rattatakisches. Rattataki-Männer, so hatte es Lokron zumindest verstanden, orientierten sich an dem stärksten und besten Mitglied ihrer Gruppe, was immer ihr Clanführer oder Familienoberhaupt war. Z hatte so was nicht. Zwar war sein Adoptiv-Vater eine Art Leitfigur, für ihn, doch er griff ihn regelmäßig verbal an bis er rausgeworfen wurde, bzw. er selbst gegangen ist.
      - „Vielleicht wollte er ihn auch nur herausfordern, aber Herr van Benku hatte auf seine kalte berechnende Art nicht den passenden Konter gegeben. Kein Wunder, dass alles so gekommen ist.“ -
      Nach einigen Tricks und Demonstrationen, hatte der Quarren es aber geschafft diese Rolle zu übernehmen. Eine gänzlich unpassende Position, wie er fand. Lokron hatte nie Kinder gehabt oder wusste, wie man sie anpacken sollte. Bei den Quarren war es eh etwas anders.

      Seine Spezies schaute sehr zu den Älteren auf, aus Respekt und Stolz auf deren Leistungen. Jeder Quarren - Junge arbeitete hart an sich selbst, um sich das Ansehen sowie den Platz unter seines Gleichen zu sichern. Dabei ging es weit aus subtiler zu, als bei den Rattataki. Schon die Sitzordnung an einem Tisch, welcher Name zuerst genannt wurde und wer einem Gesellschaft leistet waren deutliche Zeichen wo man stand.
      Von den Weibchen wollte Lokron nicht mal anfangen zu denken, auch wenn er selbst ein paar gute Beziehungen geführt hatte. Rattataki waren da sehr anderes. Besonders Z, der reichlich Sexualpartner gehabt und immer noch hatte. Ein weiteres Problem des Jungen. Zwar war es ihm unmögliche eine seiner bisherigen Partnerinnen zu schwängern, da sie immer einer anderen Spezies angehörte hatten, doch der alte Quarren merke schon was in dem Jungen tickte.

      Der gewählte Weg des Jungen, als freischaffender Kopfgeldjäger, war da nicht die beste Kombination, um ein Weibchen zu schwängern. Da hatte Lokron zumindest Glück, dass auf Nar Shaddaa wenige weibliche Rattataki unterwegs waren, und noch weniger, die sich auf Z einließen. Sie schienen seine Andersartigkeit zu riechen, eine interessante Form der natürlichen Auslese. Bei Quarren - Frauen kam es sehr darauf an welchen Status der Mann hatte.
      Allgemein versuchte sich Lokron daran zu gewöhnen den Jungen nicht immer mit einem Quarren - Jungen zu vergleichen. Ihre Spezies waren einfach zu verschieden. Es verwirrte ihn am Ende zu stark, was zu Fehlentscheidungen führte.

      Sonst war Z ein guter Schüler und Kämpfer. Disziplin, Stärke, Wissensdurst, Abenteuer und eine Kombination aus Mut sowie Leichtsinn war in ihm vereint. „Damit könnte er es weit bringen.“ dachte der Quarren so bei sich, während er hinter dem Jungen her ging.
      Noch so etwas, was der Veteran sich angewöhnt hatte, er lies den Jungen vorgehen. So konnte er den Rattataki im Auge behalten, ihm seinen Freiraum lassen und gleichzeitig noch rechtzeitig eingreifen, sollte irgendetwas eskalieren.
      Sie waren unangekündigt ins The Lost Signal geplatzt. Lokron‘s alte Kontakte in den Reihen der Sicherheitsleute war ihr Schlüssel gewesen. Die fast nur aus Quarren bestehende Sicherheitscrew kannte Lokron gut, war er doch damals nicht nur Sicherheitsmann sondern auch so was wie eine Vertrauensperson gewesen. Ihren Respekt hatte er aber auf andere Weise erlangt.
      Damals ganz zu Anfang, als erster Offizier der Entropie war er einer der ersten Quarren im Dienste von Herrn van Benku gewesen.
      Wieder musste der Veteran den Jungen mustern, der so selbstsicher durch die langen Korridore und hübschen Zwischenzimmer sowie Grünbereiche schritt. Z war zu einem jungen Mann heran gewachsen, der sich sehen lassen konnte.

      Um die knapp 180 groß, schlank, aber athletisch gebaut, dazu die typische graue Haut, mit wenigen Clan-Tattoos und den drei Piercings, an der Unterlippe, die eine kurze Linie nach unten zogen. Seine alten Narben stachen eher unauffällig hervor. Bisher waren auch keine neuen dazu gekommen. Man merkte ihm seine jugendliche Kraft an, die aus allen seinen Poren strömte, was unweigerlich Frauen anzog. Seine Augen waren doch eher das härteste an ihm. Sie waren eher starr, als lebendig. Die fast schon schwarzen Steine im Zentrum blickten die Welt aus einer Perspektive an, die unergründlich zu sein schien.
      Er trug fast immer eine Mischung aus grauer, schwarzer und weißer Kleidung. Mit Farben hatte er es wirklich nicht. Lokron versuchte es zwar immer mal wieder, doch modisch wirkte der Junge fast immer wie ein Gothic - Punk.
      Seine Übersetzermaske, die wie eine sehr kleine Atemmaske rüber kam, verstärkte diese Bild nur. Das kleine Ding hing immer locker um seinen Hals, sollte er genötigt sein Basic zu reden, was er oft musste, wenn er unterwegs war.

      Sonst hatte er sich an seiner linken Hüfte eines seiner Vibroschwerter umgeschnallt. An der rechten Seite steckte sein bulliger Blaster im angegriffenen Holster.
      Lokron wirkte zwar nicht so viel besser, doch seine lockere Straßenkleidung, die er über seine Schutzkleidung geworfen hatte, wirkt bei weitem nicht so auffällige, wie die von Z. Sein Blasterkarabiner war unter der blauen Jacke verborgen, die auch schon bessere Tage gesehen hatte. Nur sein Schallblaster steckte sichtbar in einem Holster, an seiner Hüfte.
      - „Wir kommen wohl zu rechten Zeit.“ -
      Die Feier war wohl schon im Gange, weil sie in den Gängen eher weniger Leute antrafen, als es sonst in diesem geschäftigen Bienenstock der Fall war. Oft kamen ihnen Mitarbeiter, Sicherheitsleute und alte Bekannte entgegen. Während Z ihnen nur zu nickte oder ein kurzes Lächeln schenkte, wurde Lok ab und an schon ausgefragt, was er in der Zwischenzeit erlebt hatte und wie es ihm ging, fast immer waren es die Quarren, die ihn so ausfragten.

      „Du kannst dich ruhig auch an den Gesprächen beteiligen.“ merkte Lokron an, als sich eben wieder ein Gesprächspartner von ihm gelöst hatte, um seine Arbeit wieder aufzunehmen. „Sicherlich würden sie sich dafür interessieren, was du alles erlebt hast.“
      Kurz presste der Junge seine Maske an den Mund.
      „Es sind deine Leute, Lok. Sie kennen mich kaum. Warum würden sie sich also, für mich interessieren? Ich erzähle ihnen sicher nichts neues. Außerdem ist eure Sprache weit aus komprimierter, was Gespräche sehr schnell macht. Und Basic...nun ich mag es immer noch nicht.“
      Lokron hatte sich eigentlich auch nicht auf größere Gespräche, für heute Abend, eingestellt, dennoch gefiel ihm die Antwort des Junge nicht. Zwar dämmerte ihm schon vor dem Flug hier hin, dass der Junge einfach nur sehen wollte, was sein Adoptiv-Vater nun wieder trieb. Bestimmt rechnete er mit einer weiteren Enttäuschung.
      „Dein Vater tut dies alles nur, um die Leben seiner Untergebenen zu schützen. Sicherlich sähe die Geschichte sehr anders aus, wenn er alleine wäre. Bestimmt noch weit aus anders, wenn er auch keine Kinder hätte.“ setzt der Quarren nach.

      Kaum hatte Lokron dieses Thema angeschnitten drehte sich Z auf dem Absatz herum, setzte seine kleine Übersetzermaske an den Mund und bot dem Quarren die Stirn. - „Auf in die nächste Runde der Erziehung.“ - klingelte es im Veteranenhirn.
      „Er hätte es sicher anders lösen können. Erst dieser Akt der Unterwerfung. Dann heiratet er die Frau noch, vor der er gekniet hat und passt alles dem Stil von den Eroberern an. Was soll das alles? Das ist nicht seine Vision vom The Lost Signal. Es ist der Traum wen anders.“
      Lokron verschränkte die Arme vor der Brust und schaute sich im Gang um. Sicher, es war alles viel stilvoller geworden. Die Farben Gold und Hellblau waren häufiger vertreten und alles war irgendwie geschwungen. Verschwunden waren Waffenregale, Ausstellungstücke, eingefrorene Leute an den Wänden, Neobilder von Nar Shaddaa und sogar der grüne Skorpion auf schwarzen Hintergrund war fast gänzlich entfernt worden.
      „Hast du dir je Gedanken darüber gemacht, dass er vielleicht von Zakuul angetan ist. Das er die ganze Galaxis gerne so sähe? Vereint unter einem Banner, mit einheitlichen Standards und Sicherung für jeden?“

      Die Übersetzermaske klickte kurz, als Z Luft holte. Rattatakisch musste eine sehr kraftvolle Sprache sein, wenn der Junge immer so viel Atem zum sprechen brauchte. Doch das gefilterte Basic wirkte weit aus harmloser, selbst wenn er zu fluchen anfing.
      „Verdammt noch mal! Sicher doch! Selbst wenn, es ist nicht sein Stil. Er soll endlich von seinem Thron auf stehen und selbst den Weg weisen und nicht anderen die Gefallen von den Lippen ablesen. Was für ein Mann ist er bitte geworden?“
      „Vielleicht einer der erkannte hat, dass er nicht gegen den ganzen Mond Krieg führen kann?“
      Z blieb Lokron eine Antwort schuldig. Der Junge lies seine Maske blaumeln und schritt schneller den Gang runter. Sie waren fast bei der Haupthalle, wo die Party stieg. Sicher wäre das erste Ziel des Sohnes den Vater zu finden, um ihn herauszufordern.
      Lokron hielt mühelos Schritt, doch drehte sich sein Magen etwas, bei den Gedanken zwischen Sohn und Vater springen zu müssen. Herrn van Benku hatte er schon wütend erlebt. Auch wenn Z nie im Leben der leibliche Sohn des Mannes war, die beiden standen sich in ihrer Wut in nichts nach. - „Wieder zwischen Fronten zu stehen hat auch was nostalgisches.“ - Was für ein bitterer Gedanke.


      Es war eskaliert, aber auf eine ganz andere Art und Weise, wie Lokron es sich vorgestellt hatte.
      Alles fing damit an, dass sie in die Party regelrecht rein liefen. Sie hatten schon erwartet, dass die große Halle vollbesetzt war, doch selbst in den Zugängen waren schon die Tische, Stühle, Getränke und Häppchen aufgestellt gewesen.
      Die Leute verstopften fast alle Wege in die Halle selbst. Man konnte sich immer noch elegant hin durch quetschen. Zumindest fielen sie nicht unangenehm auf. Die Stimmung der Gäste war dafür zu gut. Lokron erkannte im vorbeigehen einige Holonet – Persönlichkeiten. Wie zu erwarten war, alles Personen, die sich sehr positiv zu Zakuul äußerten. - „Wäre auch zu gefährlich, für alle beteiligten, wenn es anders herum wäre.“ - .

      Z fand in der großen Halle zwar nicht seinen Adoptiv-Vater, doch einen guten Ersatz, was Ärger anbelangte. Zakan, der erste Adoptiv-Sohn, sowie kurzzeitig Flüchtige und Dieb von Familieneigentum, stellte sich dem Rattataki in den Weg. Der große rote Zabrak war viel breiter und kräftiger, als Z. Leider beeindruckte dies den Jungen nicht wirklich.
      Der Zabrak hatte sich wohl extra für heute in einen Smoking geworfen, welcher seine breite Statur sehr gut betonte. - „Der trainiert sicherlich noch. Und bei den Fäusten...Z sollte endlich lernen solchen Abrissmaschinen aus den Weg zu gehen.“ -.

      Es entbrannte eine recht hitzige Diskussion darüber wer das größere Arschloch sei und wieso der jeweils andere doch hier rumliefe, wo doch Beide keine offizielle Einladung erhalten hatten. Lokron schaute sich diesen Halb-Bruderkriege nur kurz an, dann ging er dazwischen.
      Während er Z zurückhielt und sogar ermahnen musste, hatte Zakan seinen Meister in seiner Frau gefunden, die ihn weit aus weniger ruhig rundmachte. Zabrak – Frauen waren für ihr Feuer bekannt. Diese Dame machte regen Gebrauch davon.
      Sie war weit aus eleganter gekleidet, als ihr Mann. Das schwarze Kleid betonte sehr ihre rote Haut. Ihr schlanker Körper stand im krassen gegen Satz zu den breiten Muskeln ihres Mannes, welchen sie mehr als klein faltete.

      Zu ihrer aller Rettung war es so laut in der Halle, dass man die Szene nur als Hintergrundrauschen wahrnahm. Die wenigen Gäste, die sie bemerkten, fanden es sogar sehr unterhaltsam. Sicherlich hätten sie Wetten darauf abgeschlossen, welche von den Herren eine Prügelei gewonnen hätte. - „In diesem Aspekt war Nar Shaddaa immer wieder eine Hilfe...“ -.
      Bevor die verfeindeten Parteien eine Einigung finden konnten hörte man ein Krachen. Lokron zog reflexartig seinen Karabiner hervor und drehte sich dabei im Kreis. Rücken an Rücken mit Z, der selbst seinen Blaster gezogen hatte. - „Guter Junge.“ -.

      Der Veteran hatte eine böse Ahnung, und sie wurde bestätigt. Als sich die ersten Widerstandskämpfer aus den höheren Ebenen mit Sprungpacks herabstießen war alles klar. „Löst den Alarm aus!“ Rief der Quarren einem der Sicherheitsleute zu, um dann das Feuer zu eröffnen. Z war selbst schon dabei. Andere Rufe mischten sich in das aufkommende Sturmgewitter der Gewalt. „Nieder mit den Unterdrückern!“ „Tod allen Verrätern!“ „Freiheit, für Nar Shaddaa.“. Lokron kannte solche Schlachten rufe. Diese Leute waren mehr als bereit, für ihr Ziel, zu sterben.
      Aus jeder Ecke schienen die Angreifer heraus zu kommen. Ihre Offensive war sehr unkoordiniert, was den Verteidigern zu gute kam, zu nächst. Doch ihre Wellen brachen nicht ab. Dazu kamen die verängstigten sowie panischen Gäste, die es ebenso zu schützen galt. Lokron hatte Zakan und seine Begleitung aus den Augen verloren. Während er und Z hinter einem Tisch kurz in Deckung gingen verschaffte sich der Veteran einen Überblick.

      Das Chaos war unglaublich. Vor ihm bereitete sich ein Landschaft des Terrors aus. Nicht wenige Gäste waren Opfer des anhaltenden Blasterfeuers geworden. Die Sicherheitskräfte evakuierten die Leute so gut es ging, während diese niedergeschossen wurden oder gar sich gegenseitig niedertrampelten. Zakuul – Einheiten traten auf den Plan, was die Angreifer nur noch mehr anstachelte.
      Ein paar Gäste wehrten sich sogar gegen die Angreifer, was dem Quarren am Anfang entgangen war. Ihre privaten Sicherheitsleute schossen ebenso auf die Widerstandskämpfer, wie die Sicherheitsleute des Signals und die Sprungtruppen, doch der Rückzug war unvermeidbar.

      Die Angreifer verwandelten die Halle in eine Todeszone, auch wenn die Droiden von Zakuul nun die meisten Treffer einsteckten, um eine Evakuierung kamen sie nicht drum herum.
      Nun versuchten auch Z und Lokron zu entkommen. Ihren Lauf auf einen der Durchgänge, wo ihnen die Signal – Leute Feuerschutz gaben, mussten aber abbrechen und auf einen der schmaleren Seitenkorridore ausweichen. Das Feindfeuer von den Treppen über ihnen war zu stark geworden. Anscheinend hatte sie wer erkannt, anders konnte sich der Quarren nicht erklären, warum man sich so auf sie eingeschossen hatte.
      In dem Korridor angekommen wechselten sie direkt ihre leeren Energiezellen aus und versuchten zu den restlichen Leuten aufzuschließen. In der Masse waren sie sicherer, als wenn sie alleine auf sich gestellt herum liefen.

      Sie mussten nicht weit gehen, dann hörten sie schon das Nachhallen von Blasterfeuer, Schreien sowie Rufen. Das Gestank nach verbrannten Fleisch, Feuer und schmelzenden Plastik hing in der Luft, aber am deutlichsten war der Ozongeruch heißgelaufener als auch abkühlender Blaster.
      In einem der Hauptgänge angekommen sahen sie erschreckende Szenen. Gäste sowie Personal welches regelrecht über den Haufen geschossen worden war. Droiden die durchlöchert auf Treppen lagen und Sicherheitsleute, die von mehreren Seiten niedergestreckt worden waren. Traurigerweise erkannte Lokron sogar einige Personen. Frauen und Männer, mit denen er tagtäglich zusammengearbeitet hatte.
      Z blieb bei einer jungen Frau stehen, die quer in einer Türe lag. Die Menschen – Frau hatte rotes Haar und war ende 30zig, wenn der Quarren das Gesicht richtig einschätze. „Wir müssen weiter Z. Hier können wir nicht bleiben.“
      „Das ist Saskia. Sie hat mir damals gezeigt, wie man ein Pad bedient.“ Ohne seine Maske sprach er die Worte sehr langsam aus. Der junge Rattataki kniete sich neben die Tote. „Ja, und nun ist sie tot. Das ist schrecklich, aber wir können ihr nicht mehr helfen.“ Der Quarren packte den Rattataki an der Schulter und zog ihn hoch. „Hier irgendwo laufen dein Vater und deine kleine Schwester herum. Wir müssen zu ihnen, verstehst du?“

      Z wirkte kurz verwirrt. Der Schock über den Fund der Frau und die letzten Minuten saßen tief. „Warum?..Hier..sind..genug..Wachen...sollten...den...anderen...Leuten...helfen.“ Er sprach immer langsamer. Ein Zeichen dafür, dass er mehr sagen wollte, aber nicht konnte, ohne seine Maske.
      - „Verdammtes Basic.“ -.
      Lokron wollte ihm seine kleine Sprachhilfe schon an den Mund pressen, bis ihm auffiel, dass sie weg war. - „Noch ein Opfer der Schießerei. Und dazu teuer...“ -.
      „Ganz einfach! Der einzige Grund, warum diese Widerstandskämpfer nicht einfach Granaten auf uns haben herabregnen lassen ist, dass sie was bestimmtes suchen. Und ich wette mit dir, es ist dein Vater sowie seine Tochter und seine neue Frau von Zakuul. Seien wir lieber froh, dass es so ist, sonst wären wir alle schon roter Matsch an den ausgebrannten Wänden der Festhalle.“
      - „Ich weiß was du durch machst, Junge, aber tut mir den Gefallen und habe nicht gerade jetzt deinen ersten Nervenkollaps im Gefecht. Das ist alles neu für ihn. Sonst musste er nie Leute sterben sehen, die er kannte oder schätze. Immer nur Fremde, oft widerlicher Abschaum, Geldgierige oder Irre. Es ist was absolut anderes geliebte Leute tot auf dem Boden vorzufinden...darauf kann dich keine Ausbildung vorbereiten.“ -

      Der Junge hörte seinen mentalen Aufschrei, da sein Blick klarer wurde und der Griff, um seine Waffe, fester. „Sicher, müssen wir finden. Wo nur?“
      „Los, folg mir.“ Lokron rannte die Treppen hoch. Er nahm dabei immer nur die rechten Treppenaufgänge, um dann mitten auf einer dieser an der Wände stehen zu bleiben. Er riss eine der Zierblenden, am Fuß der Wand heraus und drückte etwas. Blitzschnell schoss die Wand, die eine geheime Türe verbarg, in die Höhe.
      Die beide Gefährten passierten schnell die Türe, wobei Lokron nun die Führung übernahm. Routiniert wechselte er von seinem Karabiner auf seinen Schallblaster. Die Waffe würde ihm in den beengten Verhältnissen mehr als nützlich sein.

      Jeder Gang wurde nur spärlich beleuchtet. Zwar schalteten sich immer wieder zusätzliche Lampen dazu, wenn sie einen Gang betraten, doch die Sicht wurde dadurch auch nicht besser. Quarren und Rattataki waren von Natur aus an Zwielicht gewöhnt, doch wenn man eine sehr lange Zeit in einer grellen Neowelt, wie Nar Shaddaa, lebte schwächte es solche angeborenen Talente.
      Z und Lok ertappten sich immer wieder dabei auf Schatten zu zielen. Überall hörten sie irgendwas. Da ein Blasterschuss, dort ein Hilferuf, hier ein Schrei und das Krachen von Granaten. Die Geheimgänge sollten eigentlich keine Geräusche reinlassen, doch es standen wohl Türen offen.

      - „Anders kann ich es mir nicht erklären. Keiner von den Sicherheitsleuten würde so was fahrlässiges tun. Die Angreifer müssen es sein, doch wie können sie von den Gängen wissen?“ -
      Bevor Lokron diese Gedanken weiter spinnen konnte erreichten sie ihr nächstes Ziel, oder zumindest sollte es hier sein. „Das Schott ist verschlossen?“ sprach er die Tatsache laut aus. Der Gang endete abrupt vor einem Schott. Das kleine Fenster dahinter ließ eine Wendeltreppe erahnen. Mehrmals versuchte Lokron das kleine Terminal an der Seite des Schotts zu bedienen, es verweigerte jegliche Hilfe.
      „Jemand oder etwas hat den Gang beschädigt, sonst kann ich mir nicht erklären, wieso ich mit meinen Codes nicht rein komme.“
      „Codes geändert?“ gab Z fragend zurück, aber Lok‘s grimmiger Blick war die einzige Antwort darauf. - „Als wenn...“ -

      Hinter ihnen hörten sie Schritte, dann wurden sie in Licht getaucht. Lampen leuchteten ihnen grell entgegen und Stimmen waren zu hören. „Wir haben sie! Legt an!“
      Lokron war auf einen der ältesten Tricks der Galaxis herein gefallen. Z und Er stellten sich dem Licht und hoben die Waffen. Vielleicht würden sie genug von ihnen erledigen, um dann nach vorne zu stürmen, doch er malte sich keine Hoffnung aus, wo keine war.

      „Tut mir leid, Junge… „ konnte der Quarren noch sagen. Lautes knallen war zu hören, als eine Streukanone ihre grobe Ladung in den Gang los ließ. Lok spürte einen Stoß, doch nicht von einer tödlichen Ladung Projektile, die seine Eingeweide zerrissen, sondern von zwei Händen. Z hatte ihn an die Wand des Ganges schräg hinter ihnen befördert.
      Der junge Rattataki bekam die Breitseite ab. Seine Kleidung wurde zerfetzt, Blut spritzte an die Wände. Er fiel auf Lok und blutete ihn voll. Der Quarren hielt den Jungen fest und presste ihn an sich. Lok gab einen Schuss aus dem Schallblaster ab. Das Schrille Kreischen der Waffe betäubte kurzzeitig sein Gehör, als die Ladung aus extrem gebündelten Wellen den Gang runter raste. Mit grimmiger Zufriedenheit hörte er den wohl bekannten klatschenden Aufschlag des Schusses sowie die Schreie.

      Mit einem Summen lud sich die Waffe neu, aber zu einem zweiten Schuss würde er wohl nicht kommen. Oder doch? Blasterschüsse waren zu hören. Rufe, das Licht der Lampen begann zu flackern, war sogar kurz verschwunden, dann war es Still, für einen Moment. „He da!? Lebt ihr noch? Ihr gehört wohl nicht zu den Partycrashern!? Ich komme nun näher, also ballert nicht einfach los, besonders nicht mit dem Ding von eben, dem einem hat des den Kopf platzen lassen!“.
      Ein grünlicher Twi‘lek, in einem rot schwarzen Mantel kam ihnen entgegen. Seine Lampe war mit Blut beschmiert, was eindeutig nicht von ihm stammen konnte. „Eh scheiße! Dein Freund braucht Hilfe, Mann! Komm wir bringen euch raus! Alle hauen ab und die Wichser jagen durch jeden Gang.“ Der Quarren kam es so vor, als würde er den Fremden von irgendwo her kennen. Das grüne Alien hatte eine Brandnarbe auf Höhe der rechten Wange.

      Nach weniger als zwei Sekunden verwarf er jeden tieferen Gedanken und kümmerte er sich um Z. Er verband so gut er konnte die Wunden und nahm ihn in seine Arme. Der Junge selbst dämmerte vor sich hin. Sagte zusammenhangslose Wörter und verlor immer mehr vom roten Lebenssaft.
      Der Twi‘lek war nicht alleine, wie Lok schnell heraus fand. Eine Twi‘lek – Frau war bei ihm. Sie war deutlich grüner und hatte viele geschwungene Tattoos. Die Beiden unterhielten sich in ihrer Sprache, während sie Lok und seinen sterbenden Schützling aus den Gängen führten.

      Die Dame trug ein weißes Cocktailkleid, was eingerissen und mit einigen undefinierbaren Flecken übersät war. Der Quarren machte sich nicht die Mühe nach ihren Namen zu fragen. Er sowie der Junge waren noch am leben und sie mussten hier raus. Das waren die einzigen Dinge, die nun zählten.
      - „Das war geplant gewesen. Und ich bin direkt in eine Falle gelaufen. Wir müssen verschwinden, egal wie und womit.“ -
      Als sie wieder in den Gängen des Signals waren. Übernahm der Quarren wieder die Führung, egal was die Twi‘leks ihm auch zu riefen. „Folgt mir, wenn ihr leben wollt! Ich weiß wie wir am schnellsten hier weg kommen!“

      „Sagt der Typ, der in die Todesfall saß? Eh! Da geht es nicht auf die Flugdecks! Wir müssen tiefer!“ schrien ihm die Frau zu und wedelte mit einer Waffe, die wohl einer Wache abgenommen hatte.
      „Da hat meine Schönheit recht. Wir müssen zu den Decks und uns ein Schiff schnappen. Einfach weg von hier.“ stimmte der Grünling in Rot zu.
      Lok ignorierte sie und rannte einfach weiter. Er erinnerte sich daran, wo Dandrius immer heimlich das Signal verlassen hatte, wenn er mal abschalten wollte.
      - „Der Hangar ist sicher noch nicht erstürmt worden und vielleicht habe ich Glück und erwische Herrn van Benku dort….und kann das Leben von dem Jungen retten...oder ich laufe in die nächste Fall...nicht daran denken...“ -

      Auch wenn die Beiden Twi‘leks protestierten, sie rannte hinter Lokron her. Dieser brachte sie zu einem Lift, der sonst nur von Personal benutzt wurde. Schnell tippte der Quarren eine Reihe von Zahlen ein, dann schoss der Lift schon los. Anstatt seine normale Route zu nehmen knickte das Gefährt auf einmal schräg ab und übersprang einige Etagen nach unten, dann hielt er abrupt an.


      Als die Lifttüre sich sachte öffnete, spähten die Twi‘leks vorsichtig hinaus, wobei der Mann ein deutliches „Wow!“ von sich gab. „Eh, das nenne ich mal eine Auswahl.“
      Sie waren in einem separaten Hangar. Hier parkte Dandrius immer seine Speeder sowie Bike‘s und hatte ein Fähre, um jeder Zeit unbemerkt verschwinden zu können.
      Die Speeder waren eher schlicht und von der besseren Sorte, für den Stadtverkehr genau richtig. Die Bike‘s hingegen waren schon sehr schön. Jedes Model war anders, gut gewartet und auf Hochglanz poliert. Der Twi'lek konnte sich gar nicht daran satt sehen, seine Begleiterin verpasste ihm darauf hin einen Nackenschlag und packte ihren Begleiter am Kragen, um ihn zur Fähre zu schleifen, die wirklich noch da war.
      Lokron war einerseits erleichterte, aber auch erschrocken, die Fähre wirklich hier zu sehen. - „Wenn sie hier ist, hat er es entweder nicht geschafft, oder ist noch auf dem Weg hier her.“ -
      Schnell waren sie an Board des Raumers Während Lokron sich daran machte Z zu stabilisieren, mit allem was der Notfallkit hergab, welches er drinnen fand. Waren seine recht zweifelhaften Retter im Cockpit zugange.

      „Du hast doch so was schon geflogen. Also mach gefälligst, dass es anspringt und heb ab.“ drängte das Weibchen.
      „Weist du eigentlich wie lange das her ist? Lass mich erst mal warm werden. Das ist nicht wie bei einem Bike. Ich muss schon wissen, wo was ist.“ entgegnete das Männchen.
      „Du willst mich verarschen? Willst du nun das Handbuch suchen und eine Runde lesen? Die Typen sind jeden Moment hier und wer weiß ich könnte noch kommen!“ kam es zurück.
      Lokron platze in das Cockpit rein, pflanzte, den zusammengeflickten Z auf den Co-Pilotensitz und warf den Twi'lek einfach aus dem Pilotensitz. Das Weibchen schaute der Aktion nur mit offenen Mund zu, da es so schnell geschah.

      „Hinsetzen und ruhe. Ich fliege uns hier raus.“ verkündete der Quarren, mit sehr energischer Stimme, um sich dann den Kontrollen zu zu wenden. Geübt sprangen seine Klauenhänden über die Knöpfe und Anzeigen. Die eben noch streitende Pärchen schnallte sich derweil brav an und schwieg sogar.
      Die Maschine erwachte aus ihrem Schlaf. Ohne zu meckern fuhr sie die Triebwerke hoch und ließ sich auf ihren Repulsoren auf das Hangartor ausrichten. Das Fahrwerk sowie die Stützen klappten sich langsam ein, während sich das Tor schon öffnete. Hier funktionierten Lokron‘s Passwörter auch noch. - „Wie gut, dass mal etwas nach Plan verläuft. Jetzt nur raus hier.“ -

      Leider hörte ihn wohl wer in der Galaxis. Die Tore, gerade noch im Begriff auf zu rollen, schoben sich langsam wieder zu. Die Cams der Fähre aktivierten sich, als dumpfe Einschläge zu hören waren. Lok blickt zu den Schirmen und fluchte laut, in seiner gurgelnden sowie klackenden Muttersprache.
      Die Widerstandskämpfer strömten in den Hangar. Sie waren durch eine der Geheimgänge gekommen. Sie nutzen die Speeder und Bike‘s als Deckung, während ein kleines Team von ihnen die Kontrollpulte an den Toren bediente. Sie überschrieben Lokron‘s Zugriff so schnell, dass dem Quarren nichts mehr einfiel.
      „Hat das Ding keine Waffen?“ fragte einer der Twi‘leks. Lok war zu in Gedanken, um ein zu ordnen, wer von den Beiden es gewesen war. „Nein, hat es nicht...und es hat auch keine Schilde oder ist gepanzert.“

      „Warte mal! Das heißt, die können uns durchlöchern, wenn sie lange genug drauf halten?!“ das war nun eindeutig der Mann, der wohl langsam Panik schob. Lok schenkte ihm nur ein Nicken und spielte schon mit den Gedanken, mit den Flügen der Fähre die Leute von den Toren zu vertreiben, was aber sehr riskant sein würde.
      Das Com erwachte zum Leben. Doch anstatt eines Widerstandskämpfers, der sie zum landen aufforderte hörte Lok eine zu vertraute Stimme.
      „Halt deine Position, ich regele das mit den Toren.“ es war Exlaira. Ihre raue rattatakische Stimme würde Lokron überall wiedererkennen, wenn es ihm auch nicht gefiel. Er hatte die Frau nie gemocht und sicherlich beruhte das auf Gegenseitigkeit.

      Doch egal wie es um sie stand, EX hielt Wort. Die Tore rollten wieder auf, sogar um einiges schneller, als sie eigentlich sollten. Mit einem Scheppern von Metall auf Metall knallten die Torflügel in ihre Halterungen. Der rechte Flüge verzog sich dabei sogar. Beim Linken ging der Motor, der Anlage, in Flammen auf.
      - „Jetzt oder nie.“ -
      Die Fähre schoss aus dem Hangar heraus und orientierte sich zuerst an dem Signal. Bevor Lokron einfach davon fliegen würde wollte er sehen, wie schlimm es um das Signal stand. - „Und wo bei den Sternen EX hängt. Sie kann nicht weit sein.“ -
      Ein schwarzer Diskus wurde zum Flügelmann der Fähre. Der Quarren schaute sich das Schiff kurz an, was eindeutig EX gehören musste. Es war absolut schwarz und es war nicht zu erkennen wo was war, bei dieser perfekten glatten Oberfläche. „Ja, bestaun kurz meinen Schlitten und schau dir die Sauerei, an deinem Signal, an, dann müssen wir abhauen, Loki.“

      EX entnervende Art war dem Quarren einerlei, als er sah was sich auf der Hangarebene abspielte. Einige Schiffe waren schon weg, um andere wurde noch gekämpft. Manche der Fahrzeuge brannten auch schon oder waren explodiert, aus Absicht oder durch Unfälle verschuldet war nicht erkennbar, dafür herrschte zu viel Chaos.
      - „Das ist schlimmer, als ich dachte.“ -

      Z regte sich in seinem Sitz. Erst dachte Lokron er würde von Krämpfen erfasst, doch der Junge wollte auf was zeigen. Dann sah es der Quarren selbst. An einem der Ports kämpfte ein Mann, in einer blau braunen Rüstung, mit geschwungenen Helm, gegen einen Kerl, der komplett in schwarz gekleidet war.
      Die Rüstung kannte Lok, und als er eine der Cams auf den Mann ausrichtet, war alles klar, für ihn. Herr van Benku musste das sein, der in seiner alten Rüstung gegen einen der Angreifer antrat. Im Moment war es unklar wer die Oberhand hatte, da sie mit den Fäusten aufeinander los gingen.

      - „So ein Schlag, mit einem Panzerhandschuh, ist heftig. So wie der Angreifer aussieht, könnte Herr van Benku da einen Vorteil haben.“ -
      Zu nächst sah es auch so aus. Der Angreifer kassierte einige gute Schläge und Taumelte zurück, aber dann schoss er nach vorne. Er hob dabei etwas vom Boden auf und kam regelrecht hoch geschossen. Eine Vibroschwert bohrte sich durch Dandrius Unterleib. Der Angreifer packte ihn am Hals, hob ihn hoch, das Schwert immer noch haltend, und brachte ihn an den Rand des Ports. Herr van Benku hing nur an der Hand und dem Schwert über dem Abgrund.

      Lokron hielt den Atem an und steuerte schon rüber, aber es war zu spät. Der schwarze Angreifer zog seine Klinge aus seinem Opfer heraus und ließ gleichzeitig los. Der Besiegte fiel, wie ein Stein. Z, Lokron und die Twi'leks sahen mit an, wie Herr van Benku in den grellen Neoabgrund von Nar Shaddaa stürzte.
      „Denk nicht mal daran, hinterher zu fliegen Lok. Wenn der Sturz oder das Schwert ihn erledigen, dann wird es sich ein abrupter Rettungsversuch, mit einem Fangstrahl auf jeden Fall...das wird ihm mehr als nur den Hals brechen. Glaub es mir. Außerdem stimmt was mit dem Signal nicht. Check deine Anzeigen. Verschwinden, mit mir.“ EX schnell raus gehauene Worte über Com waren wahr, mehr als nur in einer Sache.

      - „Moment...warum sind wir so hoch? Sind wir etwa gestiegen?“ - Der Quarren musste die Kontrollen zweimal lesen, bis er es glauben konnte. Das Signal war fast an seiner maximalen Höhe. Noch weiter und die Repulsoren der Plattform würden aussetzen bzw. durchbrennen. Dazu zeigten ihm alle Sensoren eine sehr verdichtete Energiemenge im Zentrum der Station an. - „Daher sind wir… „ -
      Der Quarren zog den Steuerknüppel abrupt herum, als er EX‘s Diskus in die Schluchten des Mondes folgte. Die Cams weiterhin auf das Signal gerichtet, wartete er auf eine Reaktion. Sie kam kurze Zeit später. Blaues Licht brach aus jeder Fuge der Plattform hervor, bis es zu intensiv, zum hinsehen wurde. Kurze danach, war nichts mehr zu sehen. Keine Trümmer, kein großer Knall, keine Schockwelle.
      „Einfach weg.“ hauchte der Twi'lek – Mann.

      „Ja.“ entgegente der Quarren. Dabei legt er den Rattataki eine Hand an die Schulter. Dieser war wieder in eine Art Dämmerzustand verfallen. „Aber nicht alles...“
      Die beiden Schiffe folgen so unauffällig sie konnten immer tiefer. Soweit das selbst das Licht sie nicht mehr erreichen konnte. Nicht ahnend, dass sie selbst jetzt noch verfolgt wurden.
      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Dandrius ()

    • Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein

      - Zweiter Akt -
      Prolog


      Erst das Nachspiel, dann das Vorspiel.

      NewRetroWave: ORAX - Contact


      Hier oben konnte man sehr gut die Skyline betrachten. Wobei oben ein relativer Begriff war. Auf Nar Shaddaa ging es weit hoch. Der Mond wurde in so viele Etagen, Schichten, Sektionen sowie Stufen unterteilt, dass man lange weiter aufsteigen konnte. Doch Herr Reiches Büro war schon recht weit oben. Zumindest konnte man hier schon die Spitzen der fast endlos scheinenden Hochhauskomplexe erkennen.

      Sascha fragte sich oft wie es wohl war, ganz oben zu sitzen und auf Nar Shaddaa herunter zu blicken. Auf einer schönen Terrasse sitzenden, in einem grünen Lustgarten, mit einem Pool und vom echten Sternenhimmel beleuchtet. Na wenn sie schon träumte, dann fügte sie noch einige Kerzen oder schöne Fackelständer, wie in den Romanen, hinzu.
      Vielleicht noch etwas Gesellschaft. Sie war ja nun ganz oben, da konnte sie sich solche Extravaganzen auch leisten. - Da ist die Qual der Wahl. Wen würde ich nehmen. -. Ein Räuspern ließ ihren Tagtraum jäh verpuffen. - Dabei sind die selten geworden. -.

      „Wie in alten Zeiten, nicht wahr, Sascha. Nun fast. Früher war es ein anderer Grund, warum du so nah an meinen Panoramafenster warst.“ Ikarus war ein Meister, was dreckige Anspielungen anging. Das mochten einige an ihm, aber Sascha war nicht danach in Erinnerungen zu schwelgen.
      - Besonders in keiner wo ich und er noch was hatten. -.


      „Ja, aber nur fast, Herr Reiches.“ Die dunkelhäutige Zabrak drehte sich vom Panoramafenster weg, griff sich einen der Bürostühle, die mit Rollen ausgestattet waren, und setzt sich vor dem Schreibtisch von Ikarus hin. Sie hatte sich für einen sehr braven hellblauen Business – Anzug entschieden. Wo sie sonst gerne sexy gekleidet auftrat, machte sie bei Leuten, wie Ikarus, gerne eine Ausnahme.
      Dieser merke es natürlich sofort, doch quittierte es nur mit einem schiefen Lächeln, was er kurz aufblitzen ließ. Seine künstlichen Augen leuchten sanft in einem grünlichen Ton, als er Sascha musterte.
      Danach ließ sich der Kartellmakler entspannt in seinen Sessel fallen, der sich direkt seinem Rücken anpasste sowie in etwas höher stellte, als Sascha. Heute trug er seinen klassischen Kartellsmoking, mit einer gelben Krawatte.

      - Wenn dann willst du wirklich alles abdecken, was Ikarus? -
      „Du scheinst sehr distanziert zu sein. Nun gut, es ist wirklich etwas Zeit vergangen. Wobei ich es schon etwas vermisse, dass du nicht mehr auf meinen Schoß sitzt.“ Als Sascha schon aufstehen wollte, hob der Kartellmakler nur seine Linke, in einer Geste der Entschuldigung. Dies nahm die Frau erst mal hin. Schließlich ging es um die Arbeit, wobei sie gerne einfach den Raum verlassen hätte.
      „Gut gut. Lassen wir die Späße. Ich habe dich her bestellt, um zu sehen, wie es dir geht, nach diesem – Fiasko - von einem Einsatz, und um dir Anweisungen zu geben.“ Der Cyborg sprach dies so nett und gleichzeitig geschäftlich aus, dass Sascha sich einerseits ein Nicken und andererseits eine fragende Braue abringen konnte.
      „Mir geht es gut. Ich hatte zwar einige Verbrennungen, doch es verheilt alles schnell und die Schmerzen halten sich in Grenzen. Was mich nur wundert, warum solltest du mir Anweisungen geben? Ich bin dir nicht unterstellt.“

      Sascha beobachtete ihren Gegenüber ganz genau. Dieser hatte eine lockere Denkerhaltung eingenommen, was wie es schien ganz unbewusst gesehen war. Der gut gekleidete Cyborg saß in seinem Sessel, stützte, mit den Fingerrücken der rechten Hand, sein Kinn auf, während der Ellenbogen des dazugehörigen Armes auf der Armlehne ruhte.
      „Mag sein, dass du die Favoritin von ein oder zwei Hutten bist, doch ich kann dir Befehle geben, wenn es darauf ankommt. Soweit bist du noch nicht aufgestiegen, Sascha.“ Seine Cyberaugen blickten sie zwar nicht an, doch das minderte den Nachdruck in seinen Worten nicht.

      „Noch nicht wohl gemerkt. Also zum Geschäft...und lass das Herr Reiches. Du kannst mich damit nicht ärgern, außerdem wirkt es kindisch.“
      Die dunkelhäutige Zabrak schnaubte leise, legte ihre Beine übereinander und blickte Ikarus direkt an. Dieser hob gerade den Kopf, während er die Hände auf der Tischplatte zusammenfaltete.
      „Die Geschichte, mit dem Signal, ist noch nicht vorbei. Zwar ist es -weg- und der Besitzer nicht auffindbar oder seine Erben verschwunden, doch wir bleiben dran. Du ganz besonders.“ Seine beiden Zeigefinger richteten sich kurz auf die Zabrak, danach nahm er eine Akte aus seinem Tisch, um sie vor ihr auf klappen.
      „Du kennst die Aufnahmen?“
      Sascha lehnte sich vor. Natürlich kannte sie die Abschlussakte. Es gab einige gute Aufnahmen von Außen und Innen, sowie eine rechte lange Liste an Opfern oder noch Vermissten.
      Ikarus deutete auf ein Bild, wo erst eine Gestalt in den Abgrund von Nar Shaddaa fiel, dann folgten drei weitere. Wobei zwei ringend in den sicheren Tod stürzten und eine weitere dem ersten Fallenden hinterher hechtete.

      Drei Gestalten trugen blau braune Rüstungen und eine Person eine komplette schwarze Kampfmontur.
      „Ja, das Bild kenne ich, auch das Video dazu. Hat man die Personen mittlerweile gefunden?“ Ihre Finger wanderten die einzelnen Momentaufnahmen ab.
      - Erstaunlich, wie sich die drei blauen Panzermännchen sich ähneln. Wie die, die im Signal einfach aufgetaucht waren. -
      „Nein, und das ist ein Problem. Der Schwarze ist irgendwo in einer Polanlage runtergekommen und hat überlebt. Frag mich nicht wie. Er entkam in die unteren Sektoren. Man sucht schon intensiv nach ihm.“ Ikarus tippte den Betreffenden auf den Aufnahmen an.
      „Diese Drillinge hingegen.“ Seine linker Zeigefinger malte ein paar Kreise um sie. „Sie wurden öfters gesichtet. Zumindest immer einer oder zwei von ihnen. Vielleicht wurde der Dritte auch beim Sturz zerschmettert oder die Meldungen und Aufnahmen werden gefakte.“ Er legte eine Pause ein. Seine Cyberaugen wechselten, nicht wie sonst üblich, die Farben, sonder wurden schlicht schwarz, als er weiter redete.

      „Bisher konnte man sie nicht festnehmen, was sehr ärgerlich ist. Die Hutten haben einige Fragen an diese Leute. Besonders, wer sie sind.“
      - Ich dachte wir wären weiter. Frustrierend. Nachdem Horror auf dieser Party hatte ich mir zumindest einige wichtige Festnahmen erhofft, um mit diesem Thema abschließen zu können. -
      „Also sind wir nun hinter diesen Leuten her. Was sagt Zakuul zu diesem Vorfall? Ich habe mitbekommen, dass sie überall auf dem Mond Widerstandsnester ausräuchern, oder das was sie dafür halten.“
      Ikarus gab eine Art seufzen von sich, als er sich wieder was zurücklehnte. Das Thema war wohl gerade nicht sein liebstes.
      „Sie machen ihr Ding und wir machen unseres. Daher denk nicht weiter darüber nach. Du solltest dich eher auf deine neue Aufgabe konzentrieren.“ Mit einem schnelle Griff in seine Schubladen holte der Cyborg eine neue Akte hervor und reichte sie Sascha rüber.
      Mit Neugier klappte sie sie auf, um sie dann direkt wieder zu zu klappen.
      „Nicht dein Ernst.“
      „Doch.“
      „Nein.“
      „Doch.“
      „Er? Warum er? Was hat das zu bedeuten?“
      Der Smalltalk endete hier, da Ikarus schlicht auf die Akte verwies, wohl damit Sascha es selbst lesen sollte. Der Makler drehte sich solange seinem Panoramafenster zu.
      Erstaunliches stand dort.

      „Der Kartellmitarbeiter, Paskal Remsil, Huttsec Ermittler sowie ausführender Sicherheitschef von Sektor Delta-65, zeigt ein abnormales Interesse, für den aktuellen Fall des Serienmörders, der in seiner bisherigen Form in der Zerstörung des „The Lost Signals“ mündete. Seine außerdienstlichen Aktivitäten veränderten sich nach dem Vorfall rapide, wobei sie jeglicher Erklärung fern bleiben. Man geht davon aus, dass es einen Zusammenhang geben muss, der sich aus einem Erlebnis oder Ereignis, während oder vor dem Falles speist.
      Die Ermittlungen sollen Aufschluss darüber geben, in wie weit es hier mögliche und/oder bestehende Verknüpfungen zum Mörder, dem Verschwinden von Herrn van(von) Benku und seiner Erben, sowie der Zerstörung des „The Lost Signals“, gibt.
      Des weiteren sollen mögliche Erbansprüche und Zugriffsmöglichkeiten auf bestehende Vermögenswerte geklärten werden. Die Ergebnisse dieser Ermittlung haben höchste Priorität.
      Da es sich um eine heikles Thema handelt, sollen keine öffentlichen sondern nur verdeckte Aktionen unternommen werden.“

      Ikarus wippte etwas im Sessel, während er seinen Kommentar dazu abließ. „Und das alles, weil ein selbstgerechter Irrer, Typen aus der gut betuchten Schicht umbringt. Wer hätte das gedacht. Egal.“ Mit einer abfälligen Handbewegung zum Fenster hin drehte sich der Cyborg wieder Sascha zu.
      „Es gibt eine Sonderkommission, um diese Geschichte zu lösen. Es kann also direkt los gehen.“
      Sascha faltete die Akte sachte zu, hielt sie kurz an ihre Lippen und ließ ihre Schein-Deckung langsam sinken. „Warum ich, Ikarus?“
      „Willst du die Antwort wirklich hören oder willst du selbst darauf kommen?“ Die Antwort brachte Ikarus mit einem leichten Grinsen herüber.
      „Ich werde garantiert nicht mit ihm schlafen, wenn du nun das denkst.“

      „Du machst das was das Kartell und die Hutten von dir verlangen. Im Moment ist alles recht und billig damit wir Antworten kriegen.“
      „Alles? Warum setzt ihr ihn nicht einfach unter Drogen, verhörst ihn oder folterst es aus ihm raus.“ Kam es schnippisch von der dunklen Zabrak.
      „Wenn ich einen sabbernden Trottel aus ihm machen will, der mir alles sagt und macht, was ich will, kann ich es auch billiger haben.“ spuckte es Ikarus hart aus und blickte dabei Sascha auf eine Art an, als würde er ihr bestimmte Erinnerungen direkt in den Schädel werfen wollen. - Du Arschloch. - „Außerdem denke ich mir, dass er noch von wem anders beschattet wird. Wir wollen alles auf einmal kriegen, Sascha.“


      Die Zabrak nickte, wobei ihr Blick sich wieder auf die Akte fixierte. „Wie viele Leute sind daran beteiligt? Wie groß ist mein Team?“
      Ikarus wartete kurz, kaute dabei auf der Unterlippe, um dann seine Hände zusammen zu falten. „Wir beide.“
      Sascha konnte nichts erwidern. Ihr Verstand arbeitete auf Hochtouren, als sie diese beiden Wörter hörte. - So ernst ist die Lage? -
      Der Makler griff wieder in eine der Schubladen des Tisches. Er holte zwei Killersticks hervor. Eines der gelben Stäbchen bot er seiner „Partnerin“ an, die aber ablehnte. Ikarus zuckte mit den Schultern und zündete sich eines der Stäbchen an.
      Gelber Rauch stieg zur Decke auf. Würziger Geruch verbreitete sich sachte im Bereich des Tisches. Selbst vom passiven Konsum legten sich über Saschas Gedanken eine warme Decke aus angenehmen Emotionen.

      Wo noch eben ein Schock durch ihre Glieder fuhr, flutete eine kleine Brise Entspannung durch jede Zelle ihres Körpers.
      „Ja, es ist so schlimm, wie du denkst, Sascha.“ Ikarus spielte, mit dem nicht benutzten Stick herum. Drehte ihn zwischen den Fingern immer wieder hin und her.
      „Ich werde dich auf dem Laufenden halten. Die richtige Strategie sprechen wir morgen ab. Heute muss ich noch andere Termine wahrnehmen, Ikarus.“ war ihre leicht benebelte Antwort. Ob der Killerstick ihr so zu setzte oder doch der Schock über die Situation, in die man sie warf, konnte sie nicht feststellen. - Das ist einer dieser Jobs, wo es kein „zurück“ oder „versagen“ gibt. -.
      Gleichzeitig packte sie die Neugier. Wie damals, als sie sich in jungen Jahren immer mehr der Huttsec angenähert hatte. Kurz flackerte das Gefühl vom ihrem ersten Einsatz, als Helferin im aktiven Dienst, auf.
      Es war anders, aber der selbe tödlich – erregende Hintergrundgedanke. Alles oder nichts.
      Ihr derangierter Verstand gab den Befehl sich nett zu verabschieden und so schnell wie möglich den Tag hinter sich zu bringen. Sascha hatte rein gar nichts gegen diese Idee einzuwenden.
      Elegant, wie immer, erhob sie sich von ihrem Stuhl. „Ich melde mich bei dir.“ war ihr letzter Satz.
      Schnell war sie bei der Türe, doch so einfach ließ sie der erfahrenere Kollege nicht verschwinden.
      „Sascha“. Er zeigte auf ihre linke Hand, die die Ermittlungsakte fest umklammert hielt. „Sie vorsichtig damit.“ Seine Cyberaugen musterten sie nochmal kurz. Wie ihr Haar fiel, ihr hübsches Gesicht ihn immer noch in den Bann zog und wie es herrlich doch ihr Körper war.
      „Denkt immer daran, was ich dir beigebracht habe. Wir bringen jeden Job zu ende, denn wir sind die Huttsec.“ Seine Cyberaugen flackerten für eine Sekunde rot auf. In diesem Moment wurde der Zabrak wieder bewusst, warum sie sich von Ikarus getrennt hatte.

      Sie verschwand durch die Türe des teuren Büros. Mit jedem Schritt den sie sich weiter von ihm entfernte kamen deutlich die letzten Momente ihrer Beziehung hoch. Dieser letzte Satz den Sascha ihm an den Kopf geworfen hatte, um dann in der Nacht zu verschwinden, mit nicht mehr als ihrer Kleidung am Leib sowie ihrer Handtasche.
      - Ich liebe dich, für das was du bist. Doch hasse ich dich, für das was du tust. -
      - Werde ich am Ende, so wie er? Nie habe ich ihn gefragt, wie er sich selbst noch im Spiegel anschauen kann, nach allem was er getan hat. Und doch will ich weiter hoch, immer weiter hinaus. Bis ich die Sterne, mit meinen Fingern greifen kann. Hat es bei ihm auch so angefangen? Ikarus….ich vermisse dich. -

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein
      - Zweiter Akt -


      ungleiche Brüder

      NewRetroWave: Powernerd - Powernerd Anthem


      23. Das war sein Name. Schlicht und zutreffend, war er doch als 23izgster vom Band gerollt. Seine Geburt war wenig magisch verlaufen. Auch seine Geschwister hatten ihn mit mäßigen Jubel empfangen. Mit einer grabähnlichen Stille hatten sie ihn in den blau braunen Panzer gesteckt und den letzten Schritt vorbereitet.
      Ein kräftiger Ruck, ein Energiestoß, gefolgt von einem längeren Datenupload, dann war es schon um ihn geschehen. Zu nächst war er wie jeder andere Droide gewesen. Eine klare Programmierung, genaue Befehlsketten und kein Sinn für irgendwelche sozialen Aspekte des Lebens.

      Stur, oder netter ausgedrückt, treu ergeben, war er immer seiner Aufgabe nach gegangen. Seinen Herren zu dienen, dessen Hab und Gut zu beschützen sowie sich, auch seine Brüder, vor Schaden bewahrt.
      Mit der Zeit waren immer mehr eigene „Gedanken“ in seine Programmierung geflossen. Manche Droiden brauchten Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte um ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Je nachdem wie komplex ihre Programmierung war, so schneller oder langsamer schritt der Prozess voran.
      Der Grund warum fast alle Droiden - Besitzer peinlich genau darauf achteten wann ihr künstlicher Diener zuletzt eine Speicherlöschung erfuhr. Man wollte schließlich vermeiden, dass der mechanische Butler auf einmal seine Meinung sagte oder gar in den Streik ging.

      In manchen Fällen rannten die Droiden davon, um ihr eigenes Leben zu leben. Um einer gewaltsamen Speicherlöschung und ewige Knechtschaft, selbst wenn sie mit gelöschten Verstand eh nichts davon spürten, zu entgehen.
      Manche gingen soweit und sagten sie würden über einen gewissen Zeitraum so was wie eine Seele entwickeln. Vielleicht war dem sogar so. Die Forschung in diesem Spektrum war mehr als dürftig. An 90 % der bewohnten Orte der Galaxis wurden Droiden regelmäßig einer Speicherlöschung unterzogen.

      Der geringe Prozentsatz, der sich diesem Vorgang entziehen kann, rottet sich in illegalen Untergrundgesellschaften zusammen oder wird einfach von der breiten Masse geduldet.
      23 gehört zu einer selteneren Gattung künstlicher Lebensform. Er wurde extra so konstruiert, dass er schnell ein eigenes Bewusstsein entwickeln konnte. Mit jedem Tag wurde er immer mehr wie eine eigenständige Lebensform. Heute war sein 530 Tag als „Selbstdenkender“, wie sich die meisten Droiden, mit eigenen Bewusstsein, betitelten.
      Die ohne so einen Luxus wurden schlicht als „Automaten“ bezeichnet, und mit mehr Mitleid, als Abscheu betrachtete, zumindest von den „freien Droiden Enklaven“ auf Nar Shaddaa. Diese wurde nur geduldet, da ihre Arbeits- sowie Schöpfungskraft immer wieder gute Dienste leistete.

      Damit sie nicht einfach von den Hutten irgendwann zerschlagen wurden, hatten sie Deals, mit den Herren des Mondes, geschlossen. Dafür halfen sie keinem Droiden „absichtlich“ aus seiner „Knechtschaft“. Man musste kein Genie sein, um hier Probleme zu erkennen.

      23, sowie seine Brüder, hatten sich wenig aus den freien Droiden gemacht. Zwar waren sie öfters bei ihnen gewesen, um sich kulturell auszutauschen, doch es blieb bei Dialogen. Sie hatten nie mit ihnen gehandelt, geholfen oder irgendwas verraten.
      Daher waren sie auch weder Freunde noch Feinde. Eher Nachbarn, die sich nur der Freundlichkeit halber hin und wieder trafen.
      Soweit es 23 betraf ging ihm das Schicksal dieser „Wesen“ sehr am stählernen Rücken vorbei. Für ihn hatte es nur seine Brüder und seine Aufgaben gegeben. Das hörte sich schlicht an, war aber mit einigen Stolpersteinen versehen.
      Seine Brüder waren nicht alle gleich, was klar war. Schließlich wollte man, dass sie alle unterschiedlich werden. Nach seiner letzten Zählung waren sie 32 Brüder, und jeder von ihnen hatte seine Vor- und Nachteile.

      Mit einigen hatte sich 23 nie anfreunden können. Darunter war 7, der ständig Streit suchte, sich abkapselte und nie das tat, was man ihm sagte. Dennoch war er immer wieder zurück gekehrt. Auch wenn er immer mal wieder was kaputt gemacht hatte, war ihm verziehen worden. Manche Wesen kamen wohl einfach nicht mit ihrer bloßen Existenz zu recht.
      Auch 20 war so ein Fall. Er nahm jede Gefahr zu ernst. So ernst, dass seine einzige Methode sie zu stoppen war, sie zu zerstören. Besonders biologische Lebensformen litten schwer unter seinen radikalen Handlungen. Ihn mussten sie schon mal in seine Schranken weisen.

      15 war da ganz anders, wenn nicht harmloser. Er mochte es fremde Systeme zu hacken und zu manipulieren. Nicht das einer der Brüder mit einem direkten Uplink zum Holonet oder sonst einem Net gesegnet war. Doch das hielt 15 nie davon ab Probleme zu verursachen.

      3 hatte auch seine Macken. Er war brutal und sadistisch. Besonders zu Menschen. Seiner Meinung nach, waren sie die Kakerlaken der Galaxis. Ihren Herrn, van Benku, hatte er auch einmal so bezeichnet. Was folgte war seine zeitlich begrenzte Deaktivierung vor aller Augen.

      30. An 30 erinnert sich 23 nie gerne. Er war mal so weit gegangen und hatte sich selbst als ihren „Anführer“ ausgerufen. Sein Ego sowie Machtsucht war ab und an nicht zu ertragen gewesen. 0 hatte ihm gezeigt wer das sagen hatte.

      0. Ja, er war was ganz besonderes. Keiner wusste so recht, wie lange 0 schon aktiv war. Die Brüder sahen ihn als ihren Anführer, wenn auch nicht als offiziellen. Was 0 befahl taten sie auch. Nie war er um eine Antwort oder Rat verlegen gewesen. Und wenn er nicht da war, war 1 ihr Anführer.
      1 unterschied sich von 0. Der Letztere hatte sehr viel von einem Menschen, wenn auch nicht so viel, dass man ihn mit so einem verwechseln würde. Doch er hatte eine einnehmende Persönlichkeit. Er sorgte sich um seine Brüder. Wollte,dass sie sich entwickelten und jeder sein volles Potenzial erreichte.

      1 wiederum war sehr logisch. Zurückhaltenden. Mehr ein Taktiker und General, als ein strahlender Anführer. So ergänzten sie sich gut. Sie waren es, die sie durch jeden ihrer Zweifel geführt hatten.
      Leider war das vorbei. Nach der Zerstörung des „The Lost Signals“ waren sie zerstreut worden. Nur wenige hatten Meldung gemacht an dem Tag, bevor ihre Verbindungen gekappt wurden.
      Nun waren sie nur noch zu zweit. 23 und 18. Eigentlich hätte es ihn schlimmer treffen können, wenn es um die Wahl seines Partners ging. 18 hatte die Mentalität eines Kampfpanzers. Schlicht und klar, immer abwägend wann er wie einen Feind bezwingen konnte. Sich mit ihm zu unterhalten, war recht einseitig.

      18 war einfach ein Pragmatiker. In ihrer aktuellen Situation war es sogar besser ihn bei sich zu haben. Wenn sich 23 auch bessere Zeiten wünschte.
      Seine optischen Sensoren tasten nochmal seine Umgebung ab, während er an seinem Projekt weiter arbeitete.
      Sie waren in einem der kleineren Lagerhäuser des Schwarzen Skorpion Kartells. Hier war schon lange keiner mehr gewesen, die Türen waren kaum bewegt worden und die Ausrüstung, die um ihn herum lagerte, war auch nicht mehr die aktuellste.

      Waffen, Überlebensausrüstung, Transportkapseln, Speederteile, Chemikalien und einiges mehr war hier ordentlich einsortiert worden. Im Prinzip konnte man anhand der Regale, und wie sie befüllt waren, gut erkennen, wie sich das Kartell entwickelt hatte.
      Von reinem Spice - Handel zu immer mehr, bis das Signal hier nur noch seine Restgüter eingelagert hatte. Daher sahen die letzten Regal auch so bunt gemischt aus. Danach hatte man den Ort der Vergessenheit anvertraut, zumindest bis heute.
      Hinter sich registrierte 23 Schritte. Schwer und langsam, dazu keine Wärmeabstrahlungen, zumindest keine übermäßige. 18 sprach direkt über seinen Datenlink zu ihm.

      18: „Bist du bald fertig? Wir sollten verschwinden, bevor die Hutt-Sec auch dieses Lager gefunden hat und durchsucht.“
      23: „Ich arbeite daran. Bewache weiter die Zugänge. Wenn ich fertig bin, verladen wir alles und führen unseren Plan aus.“
      18: „Beeil dich.“

      Er trennte die Verbindung. Es waren nur Sekunden des Kontakts gewesen, in dessen 23 nebenher noch weiter gearbeitete hatte. Ihr Plan stockte gerade etwas, dass musste 23 zu geben, doch 18 hatte nicht unrecht. Seid ihrem Fall von der Plattform, war die Zeit ihr größter Feind.
      23 beachtete seine Arbeit. Einige Schritte ging er zurück und nahm das Bild in seiner Gänze auf. Mit seinen begrenzten Ressourcen hatte er eine Stasiskapsel gebaut. Sie wirkte wie ein stählerner Sarg, mit einem Sicherheitsglas, als Deckel.

      Schon erstaunlich, was er in der kurzen Zeit zusammengebaut hatte. Zwar hatte das Lager auch einige medizinische Geräte gehabt, doch am Ende hatte er sich überall bedienen müssen. Die Außenhülle war ein alter Container, für empfindliche Chemikalien, gewesen die Polster im Inneren ,waren aus Speedersitzen ausgebaut, die Überwachungs- und Versorgungselektronik hatte er aus mehreren Konsolen gebaut.
      Dazu kamen x Kleinigkeiten. Sein Zeitmesser verriet ihm sie versteckten sich schon fünf Tage im Lager. Während dieser Zeit hatte 23 durchgearbeitet. Seine Energieanzeige bewegte sich daher auch in den kritischen Bereich, doch noch war er nicht fertig.

      Mit einem kurzem Datenimpuls rief er 18 zu sicher. Dieser half ihm das letzte Stück in die Maschine einzusetzen, den Insassen. Herr van Benku. Vorsichtig legten sie den schwer verwundeten Mann in die Kapsel.
      Nachdem 23 ihn an alles lebensnotwendige angeschlossen hatte versiegelte er die Kapsel. Ein Knopfdruck an der primären Konsole und sein kleines Meisterwerk erhob sich vom Boden und schwebte gute 20 cm darüber.

      23: „Nun müssen wir ihn gut verstecken. Das Versteck braucht eine ausreichende Energiequelle und die Kapsel darf dort nicht auffallen.“
      18: „Moment. Das Feld ist nicht aktiv. Warum hat es keine autarke Energiequelle? So hatten wir es nicht geplant.“
      23: „Selbst dir sollte klar sein, dass es nicht möglich ist. Wir wissen nicht, wie lange wir ihn verstecken müssen. Wir können keinem trauen, daher muss er an eine konstante Stromversorgung geschlossen werden, sonst stirbt er.“

      18: „Vielleicht besser so. Der Attentäter ist uns sicher noch auf der Spur.“
      23: „Nie wieder will ich so was hören. Warum hast du von ihm abgelassen?“
      18: „Das habe ich dir schon erklärt. Es löste sich von mir und ich kriege ihn nicht mehr zufassen.“
      23: „Und all deinen Waffensystem ist er ausgewichen, im freien Fall?“
      18: „Du glaubst meinen Daten nicht?“

      23: „Ich will dich nur testen. Das solltest du bei mir auch tun. Wer weiß welche Tricks er bei uns und unseren Brüdern angewandt hat. Keiner von uns war rechtzeitig bei ihm, um das zu verhindern.“
      18 unterbrach ihre Verbindung. Ohne einen weiteren Austausch griff er sich so viele Waffen, wie er tragen konnten und verlud sie in den Speeder, den 18 auch aus allen möglichen Teilen zusammen gesetzt hatten.

      Es war ein hässliches Stück geworden. Ein Klotz aus Motoren, einem Laderaum sowie einer Fahrerkabine. Zumindest hatte er alles überdacht. Doch seine Handschrift konnte man eindeutig erkennen. 23 hätte zumindest eine Art Muster oder einheitliche Färbung, bei dem Chassis gewählt.
      Mit einiger Mühe luden sie alles ein. Der Platz war begrenzt und sie wollten alles wichtige mitnehmen. Als 23 die Rüstung von Herrn van Benku einladen wollte protestierte 18.

      18: „Er braucht sie nicht mehr. Warum hast du sie repariert? Wir hätten also noch früher fertig sein können, als geplant. Du gefährdest uns Beide, mit dieser Art.“
      23: „Wenn er aufwacht braucht er sie sicher und es ist unsere Aufgabe. Vielleicht solltest du wirklich einen Check bei dir durchführen.“
      18 antwortete nicht direkt. Die beiden identischen gepanzerten Gestalten starrten sich nur an. Hätte 23 nicht Dandrius Rüstung in den Händen gehalten, wäre es für einen Außenstehenden nicht möglich gewesen sie zu unterscheiden.

      18: „Du musst einen Schaden haben. Meine Sensoren registrieren, dass dein Energieniveau kritisch ist. Warum hast du dich nicht geladen?“
      23: „Ich erlaube es dir, es zu sehen. Deswegen ist es dir vorher nicht aufgefallen. Erst erfülle ich meine Pflicht. Das solltest du am ehesten verstehen 18.“
      Bevor sie weiter diskutieren konnten aktivierte sich die Alarmanlage. Nicht die normale, die sie einfach mit ihren Codes umgehen konnten, sonder ihre eigene. Es war ein ständiger Brummton, den die meisten Spezies nicht mal bemerken würden. 18 hatte diese „Alarmfallen“ gebaut. 23 war froh gewesen, dass er sie nicht an ihre Sprengfall gekoppelt hatte, die überall versteckt im Lager lagen.

      18: „Die Hutt-Sec?“
      23: „Nein, die hätten sicher den normalen Alarm ausgelöst oder wären in die Sprengfallen gestolpert. Starte den Speeder. Wir verschwinden sofort und jagen das Lager in die Luft.“
      18: „Endlich denkst du wieder richtig.“
      23 warft schnell die Ausrüstung in den Laderaum ihres Fahrzeuges. Ihre geplündertes Gut bedeckte den Stahlsarg vollständig. Eigentlich eine gute Tarnung, sollte wer hinein schauen.

      Sein Bruder aktivierte schon den Speeder. Mit einer wuchtigen Drehung richtete er ihn auf die schwächste Wand im Lager aus. Sie würde sie weg sprengen müssen. 23 hoffte innerlich, dass ihre Verfolger nicht den Wohnblock heimlich umstellt hatten.
      Schnell schlug er die Ladeluke zu, doch bevor er in die Nähe des Fahrerabteils kommen konnte traf ihn etwas im Rücken. Ohne sich groß um zu blicken erweckte er seine Schulterkanone zum leben. Die schlanke Waffe entklappte sich, um sofort eine rote Salve von Blasterblitzen in die Richtung des Angriffs abzugeben.

      23 bemerkte, dass er langsamer wurde. Mit jedem Schritt, den er tat. Fast schon steif, warf er sich in den Beifahrersitz und versuchte das zu ertasten, was in seinem Rücken steckte. 18 jagte in diesem Moment die Wand hoch. Die Druckwelle peitschte durch das Lager. Regale fielen um, Gegenständen aller Art schleuderten als gefährliche Geschosse durch die Gänge und kleinere Stützen knickten um.
      Der Speeder bäumte sich gegen die Schockwelle auf, aber schaffte es dann durch das Loch, wo er gerade mal so durch passte. Kaum waren sie in eine der nicht beleuchteten Straßen der Tiefenzonen von Nar Shaddaa, drückte 18 den nächsten Auslöser. Das Lager ging hinter ihnen in Flammen auf.
      Endlich kriegte 23 auch das Geschoss zu fassen, was ihn gebremst hatte. Mit einem harten Ruck riss er es heraus. Es war ein kurzer Schockbolzen, mit einem Sender, im Schaft. Als sie auf eine der belebten Luftstraßen einbogen, warf 23 ihn direkt in den offen Schlund eines der wenigen automatischen Müllfahrzeuge.

      18: „Konntest du den Angreifer sehen?“
      23: „Nein. Doch den Bolzen nach zu urteilen war es unser Attentäter. Er lässt nicht locker.“
      18: „Irgendwie entzieht er sich unserer Wahrnehmung.“

      Sein pragmatischer Bruder führte sie über dutzende Straßen, wechselte oft die Ebenen und hielt zwischendurch auf Parkplätzen, um die Umgebung zu beobachten. 23 erholte sich derweil immer mehr vom Angriff, leider war seine Energiezelle fast leer.

      23: „Bringen wir ihn zum Versteck.“
      18: „Kennst du denn nun eins? Eins das passt.“
      23: „Wir sind doch schon dann.“

      Er hob seinen linken Zeigefinger, um auf das Unternehmen zu deuten, auf dessen Parkplatz 18 sie gerade versteckte. In großen Neon – Basic – Buchstaben stand dort. „Onuto Fracht- und Lagerdienst. Wir lagern alles ein.“.
      18: „Wenn das funktioniert.“
      23: „Wird es und stell dich nun in die Schlage, vom automatischen Schalter.“

      18 sendete zwar nichts, aber er merkte, dass sein Bruder nur noch auf Reserve lief. So unauffällig wie ein selbstgebauter Speeder, der mehr wie ein Schrottwürfel aussah, der oben drein von zwei gepanzerten und identisch wirkenden Personen gesteuert wurde, passierten sie den Schalter und suchten sich einen Lagerplatz aus.
      Die Anlage war riesig und fast vollständig automatisiert. Reihen um Reihen von Containern stapelten sich in einer Halle, in einer anderen waren hunderte von Stellplätzen, für Fahrzeuge aller Art, auf einer ganz anderen Ebene waren kleine Schließfächer und Versorgungsmodule, für verderbliche Ware.

      Die Beiden entschieden sich, für einen der Kühlcontainer und mieteten ihn an einer der Konsolen. Sie luden die Kapsel dort hinein und zapften die Energieversorgung der Kühleinheit an. Der Container war zwar eiskalt, doch ihrem Patienten würde es eh nichts anhaben, dafür hatte 23 die Kapsel zu gut isoliert sowie eine Heizung eingebaut. Er stellte nur die Sauerstoffzufuhr an der Kapsel um, damit sie Luft erwärmte bevor sie sie weiterleitete. Den Container programmierten sie so, dass er automatisch sein Innenleben belüftete.

      Auch wenn Dandrius in Stasis war, bedeutete es nicht, dass er weder Luft noch Wärme brauchte. Er würde nur unwahrscheinlich langsam seine Ressourcen verbrauchen. Die Reserve an Nährflüssigkeit sowie Medikamenten hatte er auch an die Heizung koppeln müssen. Beides wäre sonst gefroren.
      Als letztes legte 23 noch Dandrius Ausrüstung in eine Ecke des Containers so wie einige Überlebenspacks.

      18: „Er wird eh nicht von allein aufstehen. Komm nun raus, bevor du dich abschaltest.“
      23: „Dann müsstest du mich tragen. Hast du noch den Creditstick vom ihm?“
      18: „Ja, und es gefällt mir nicht, mit diesem zu bezahlen.“
      23: „Ich habe nie bemerkt, dass auch nur eine Zahlung zurück verfolgt werden konnte und sein Limit ist mehr als ausreichend.“

      Das war es wirklich. Mit dieser Summe hätte man sich einen Wohnblock kaufen können und 23 war sich nicht sicher warum Herr van Benku gerade diesen Stick, mit sich herum getragen hatte. Es schien nicht so, dass er weglaufen wollte. Der Cyborg hatte den Leuten um sich herum geholfen, die Angreifer bekämpft und sich sogar dem Attentäter gestellt.
      Warum also dieser Creditstick? Es ergab keinen Sinn. Die Brüder diskutierten nicht weiter über diesen Punkt. Auf den schnellsten Weg verließen sie das Unternehmen, wobei sie noch mit ansehen konnten, wie ihr Container in einer der endlosen Reihen eingeparkt wurde. Solange keiner wusste, wo nach er suchen sollte, würde ihn niemand finden.
      Den Code, zum öffnen des Containers, speicherten beide je zu einer Hälfte ab. Selbst wenn einer sie fangen sollte, würden sie nicht den vollständigen Code oder Adresse haben. 23 war sich sicher, so sehr 18 auch sich um das Thema Pflicht drückte, er würde sich eher selbst zerstören, als diese Daten einem Feind zu verraten.
      Und wie es schien konnte jeder ihr Feind sein.

      In einem neuen Versteck, das unter einem Fastfood – Lokal lag, lud sich 23 auf, während 18 ihre Waffen prüfte sowie eine Bestandsaufnahme machte. Den Schaden auf dem Rücken von 23 hatte 18 flicken können. Ein Scann der Systeme hatte keine schädlichen oder manipulierenden Programme feststellen können. Soweit waren sie versorgt.
      Ihr Fahrzeug war in einer alten Garage geparkt, die gegenüber von ihrem Versteck lag. Der Stellplatz war wohl schon lange verweist. Die Einwohner stapelten dort einfach ihren Schrott, den keiner weg bringen wollte. Da fiel das Ungeheuer von Speeder nicht weiter auf.

      18: „Ich habe nachgedacht.“
      23: „Selten, dass du so eine Gespräch beginnst. Über was hast du nachgedacht, Bruder?“
      18: „Warum dieses Wort - Bruder -? Was wäre wenn es einer von uns ist? Jemand, der seine Programmierung vollständig überwunden hat und nun alles zerstören will.“
      23 schwieg eine Weile. Kerzengerade klebte er an der kleinen Ladestation an der Wand und sendete keine Antwort. Erst als sich 18 zu ihm umdrehte, hatte er das „Gefühl“ sich zu äußern.

      23: „Dann wäre es 7. Weil wir Brüder sind. Denkst du wirklich unsere Programmierung fesselt uns an unsere Taten? Nach all dieser Zeit? Wir wurden so konzipiert und konstruiert, um eigenständige Wesen zu werden.“
      18: „Sind wir das?“
      23: „Denkst du es nur oder weist du es, dass du dich nur wegen deiner Programm so verhältst, die schon eine Ewigkeit zurück liegt?“
      18 war nun an der Reihe mit dem Schweigen. Er nahm gerade einen seiner Blaster auseinander. Vorsichtig entfernte er die einzelnen Teile, um sie zu reinigen.
      18: „Ich weiß es nicht. Warum sollte es nicht 3 gewesen sein?“

      23: „Dann bist du mehr als du selbst weist. 3 ist nicht mehr. Ich habe ihn am Tag des Untergangs zerstört. Er nutze das Chaos aus, um einfach jeden zu erschießen, der ihm über den Weg lief. Er hat in eine der Lobbys das Personal einfach erschossen und war dann auf den Weg in die Wohnanlage. Dort holte ich ihn ein. Wäre ich schneller damit gewesen, hätte ich den Attentäter auf der Plattform stoppen können.“
      18: „Mehr als ich weiß? Es war nur eine Frage der Zeit, bis einer von uns 3 zerstören würde. Das erklärt auch, warum er nicht bei uns war. Wir können ihn wohl als gescheitert abhaken. Das eine ist rein spekulativ. Du hast sicher einigen Personen das Leben gerettet, durch das ausschalten von 3.“

      23 löste sich von der Wand und ging zu seinem Bruder rüber. Die wenigen Lichtquellen und die Einrichtung, die nur aus einem alten Tisch sowie vier Stühlen bestand, ließ den Raum wie ein Gefängnis wirken. Früher war es sicher mal eine Art kleiner Pausenraum gewesen, bis irgendwer ihn einfach nicht mehr genutzt und vom Rest des Blocks abgeschnitten hatte.
      Die Brüder bauten zusammen ihre Sammlung aus Waffen zusammen, danach mussten sie eine Entscheidung fällen.

      18: „Wie gehen wir weiter vor? Die Entropie ist schon längst verschwunden, keiner der Verbündeten von dem Herrn hat sich bisher gezeigt und wir werden gejagt.“
      23 rechnete ihre Chancen hoch. Allein gegen eine ungekannte Zahl an Feinden. Sie waren verschwindend gering. Dazu konnten sie sich nicht zurückziehen. Egal wie er es drehte, es gab nur eine zwei Optionen.Auf unbestimmte Zeit verstecken oder Angriff.

      Er hob einen der gerade gereinigten Blaster auf, lud ihn mit einer Energiezelle und ließ ihn hochfahren. Das vertraute Summen, mit dem leisen Klicken der Sicherung, erfüllte den Raum, während etwas gedämpft der Lärm des Fastfood-Lokals zu ihnen herunter drang.

      23: „Wir gehen zum Angriff über.“
      23 erwartete einen Einspruch von 18. Allein das sein Bruder ihn um Rat fragte, war seltsam. Als hätte er nicht schon selbst ihre Chancen berechnet.
      Sein Bruder nahm einen anderen Blaster von Tisch und tat es 23 gleich. Ihre Visiere trafen sich dabei. In diesen Augenblick „spürte“ 23 wieder etwas. Dazu tat 18 etwas, was er noch nie getan hatte. Er streckte seinem Bruder die Hand aus. 23 wollte sie erst ergreifen, aber entschied sich dann das Handgelenk zum umfassen, was 18 ebenso erwiderte.
      So standen sie sich im Zwielicht von Nar Shaddaa gegenüber. Zwei Spiegelbilder, die aber unterschiedlicher nicht sein konnten.

      18: „Dann lass uns beginnen, Bruder.“

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Einunlösbarer Fall / Erben will gelernt sein
      - Zweiter Akt-


      Ehre unter Schurken

      NewRetroWave - The G - Shadows in the Neon Rain


      FTJ stellte sich das Leben oft wie einen gewaltigen einarmigen Banditenvor. Er warf jeden Tag einen Credit rein und zog kräftig am Hebel.Was dabei raus kam, war nie vorher zu sehen. So war es auch mit dem Jungen gewesen.
      Kurz nachdem sie dem Wahnsinn entflohen waren, hatte sie den jungenRattataki in eines dieser sehr zwielichtigen Krankenhäuser, für„besonders gefragte Personen“, gebracht.
      Der Twi‘lek kannte die Gegend, in der sie landeten, doch nie hätte erhier ein Krankenhaus vermutet. Hinter halbverfallen Fassaden undBergen von Müll versteckt lagen die Eingänge zu diesem besonderen Ort, der Heilung.

      EX, die weibliche Rattataki und ihrer Retterin, hatte sie schnellhindurch geführt. Sicherlich war sie schon mehrfach hier gewesen,dachte sich FTJ. - So wie dieses Muskelweib aussah. -
      Dem Spieler war Exlaira nicht unbekannt. Sie hatte einen Ruf in derUnterwelt von Nar Shaddaa, und genau dieser bereitete ihm Sorgen.Weniger überrascht war FTJ gewesen, als sie aus dem schwarzen Diskusaus gestiegen war, der ihre Flucht ermöglicht hatte.

      Umfasst doch ihr Ruf einen Geschmack, für sehr teure Dinge, zu haben. DemTwi‘lek kamen so einige Gedanken in den Kopf. Besonders einesdieser unbestätigten Gerüchte über Exlaira, dass sie für das Imperium arbeiten würde. Doch das schien dem Quarren sehr egal zusein. Für ihn zählte nur das Überleben des Jungen.
      Als man Z, für seine erste von vielen Operationen, vorbereitete, war derDoktor sehr unverblümt gewesen. Mit sehr deutlichen Worten umriss erdie Lage, in die sich die erzwungenen Schicksalsgefährten nun befanden.

      „Das wird sehr teuer. Seine linke Körperhälfte ist schwer beschädigt.Den Arme sowie das Bein können wir abschreiben. Innere Organe werdenwir auch ersetzen müssen, auch das Auge.“ Der praktizierende Arzt war ein Rodianer. Ein altes Reptil, dessen Haut sich über die Jahregräulich verfärbt hatte.
      Der Spieler musste direkt an einen dieser schlechten Horrorfilme denken,wo solche Typen Zombies oder sonst was in ihren Kellern zusammensetzten. Den eigentlichen Schock kriegte er, als ihnen die Gesamtkosten der Operationen genannt wurde.
      Der Quarren war wie erstarrt gewesen. Unfähig was zu sagen, nickt erschlicht, während er zusah, wie sein Schützling schonaufgeschnitten wurde.
      Klar, FTJ verstand das. Der Kleine war sein ein und alles, besondersnachdem vom Signal nichts übrig geblieben war. Außerdem musste derTwi‘lek sich eingestehen, wer würde in solchen Situationen schon auf die Rechnung schauen.

      Der Doktor schien auch einer dieser Typen zu sein, der sein Geld bekam,so oder so. Weshalb er sich nicht mal die Mühe macht nachSicherheiten oder direkt nach Credits zu fragen. - Der nimmt uns auseinander und verkauft uns als Ersatzteile, wenn wir dem nicht dasGeld geben. Herrliche Aussichten. -
      Operation folgte auf Operation. Bei jeder war der FTJ dabei, um den QuarrenGesellschaft zu leisten. EX hatte sich schon nach der Ersten einfachabgesetzt, mit den Worten „Schaue demnächst vorbei.“. Und weg war sie.

      Das ungleiche Trio konnte nicht ewig in dem Schattenkrankenhaus bleiben,daher organisierte FTJ ein Apartment. Nun gut, es war mehr ein Loch,als ein Apartment, doch sie hatten alles nötige. Strom, einen Raum zum waschen, so was ähnliches, wie einen Herd und zwei Betten.
      Erwar sogar so nett gewesen und hatte alles desinfizieren lassen, bevorsie eingezogen waren. Der Quarren war sehr skeptisch, und ließ essich nicht nehmen FTJ in einem ruhigen Moment, in einer Ecke des Apartments, richtig auszuquetschen.
      -„Nun sagst du mir, wie du uns damals gefunden hast. Lüge michnicht an, das schmecke ich aus deinem Atem, sowie das billige Ale,welches du vor einer Stunde getrunken hast.“ -
      Der Spieler hatte sich gewehrt, als er so grob in die Ecke gedrängtwurde. Doch dieses Unterwassermonster er wies sich als ungemeinkräftig. Nach einigen Minuten des gegenseitigen anstarrens ließ derTwi‘lek die Hosen runter.

      „Na gut! Ich wusste, dass ihr Probleme hattet. In dem Moment, wo derJunge sich in dem großen Saal, mit dem anderen Typen gezankt hatte,wusste ich wer ihr wart.“ Etwas leiser fügte der Twi‘lek hinzu. „Außerdem bei seinem Ruf, ist es mehr als einfach ihn zu erkennen.Ist ja nicht der – netteste Sohn – der Familie, oder?“
      Ein Schlag traf den Twi‘lek in der Magengrube. Nur die kräftigenKlauen des Quarren hielten ihn davon ab, wie ein schlechtesTaschenmesser, zusammen zu klappen.
      „Scheiße!Alter! Das tat weh! Verdammt.“ Lokron interessierte das Gejammerwenig. Mit einem Ruck klebte der Twi‘lek wieder an der Wand.
      -„Weiter! Da fehlt noch einiges. Wie bist du und deine Freundinüberhaupt reingekommen? Ich nehme nicht an, dass ihr eine Einladunghattet. Außerdem, wo ist sie nun? Nachdem wir Z versorgt hatten, ist sie verschwunden. Wohin ist sie? Rede nun gefälligst, oder muss ichdir erst einen deiner Kopfschwänze abbeißen.“ -

      Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, packte Lok einen der sichwindenden Lekku‘s und führt die Spitze an seinen Schnabel. SeineMundtentakel wickelt sich fest, um diesen seltene Beute.
      „Spinnst du?! Lass das! Eh...ich hatte noch die Karte von damals, vonDandrius. Wir kennen uns. Ich habe sie in meiner Manteltasche...inder Linken! Ja, ich wollte meine Freundin ausführen. Mir war nichtklar, dass das so eine Shit - Show wird.“

      Der Quarren machte keine Anstalten seine Beute los zu lassen. ImGegenteil, sein Schnabel schloss sich langsam um die Spitze desLekku‘s, was ihn noch panischer zucken ließ.
      „Wow! Wow, wow, wo! Sie ist weg, da sie keinen Bock auf den Mist hatte. IhrKleid war hin, sie ist knapp, mit dem Leben, davon gekommen und siegibt mir die Schuld dafür! Ist nun O.k.?! Ich muss mir eh noch wasüberlegen, wie ich sie besänftigt kriege. Außerdem hatte ich nochSchulden, bei Dandrius, die ich nicht mit Geld zurückzahlen kann.Daher helfe ich euch auch.“
      FTJ war sich für einen kurzen Moment unschlüssig, wie das andere Alienreagieren würde, nach diesem etwas ungewöhnlichen Bericht, seinerLage. Lok ließ ihn erstaunlicherweise los und musterte den Twi‘lek sehr skeptisch.
      -„Was für Schulden?“ - kam es grollend aus seinem Schnabel.Irgendwie schlug dieses Thema alles in ihm um, als wäre es daswichtiges der Galaxis.
      „Na,Schulden halt.“ FTJ rieb sich die Lekku – Spitze am langen Mantelsauber. Doch die Erinnerung an den ersten Schlag ließ ihn dann dochzu Vernunft kommen, und der Umstand, dass der Quarren schon ausholte.

      „Schon gut! Dandrius hat mir damals das Leben gerettet. Ich hatte mal einenClub, musst du wissen. Also so einen, der im Rotlichtsektor vorkommt. Leider lief der etwas zu gut, was nur an meinen Künsten der Diplomatie, und besonders als Liebhaber, zu verdanken war.“ Selbstjetzt zockte der Spieler, um sein Ansehen sowie das Leben seinerLekku‘s, mit unnötigen Risiko.
      „Dann kam die sehr feindliche, sowie gewaltsame, Übernahme von Außen. Alsdie Typen merkten, dass ich schon alle meine Mädchen wo anders hinvermittelt hatte, wurden sie scheiß unfreundlich.“
      Mit einem schiefen Lächeln deutete der Twi‘lek auf seine gut verheilteBrandnarbe an seiner rechten Wange. Die Form der Narbe hatte eineteuflisch Ähnlichkeit, mit einer Kochplatte.

      „Sie fanden es sehr unterhaltsam, mein Gesicht immer wieder auf einedieser kleinen Kombi-Kochplatten zu pressen. Der Schmerz war...“Der Twi‘lek straffte seinen Mantel, während seine Lekku‘s sichunter diesen versteckten. „… mehr als schrecklich. Ich war fastsoweit alles zu tun, nur damit sie aufhörten. Und bevor sie dasausnutzen konnten, stand Dandrius im Raum und kaufte mich frei.“
      Lokron verschränkte die Arme vor der Brust, immer noch nicht ganzüberzeugt, was er mit einem gurgelnden Geräusch unterstrich. -„Also willst du nun irgendwie das wieder ausgleichen. Dann erklärtes auch, warum du, eine kurze Zeit, in der Wolkenplattform gewohnthast.“ -
      FTJ grinste sehr breit, wobei seine spitzen Zähne zu sehen waren, diedurch ihr makelloses Weiß glänzten. „Du kennst mich also dochetwas besser, als du zu geben wolltest. Ich bin mir sogar sehrsicher, dass du bei den Wachen ein hohes Tier warst.“
      Auf diesen Seitenhieb reagierte der Quarren zuerst mit einem Knurren, dasaus seinem Schnabel, wie ein andauerndes Plappern klang.
      - „Duhast nicht den Hauch einer Ahnung was ich war.“ -

      „Na, im Moment sind wir zwei wohl die einzigen Beiden, die diesen Jungenlebend sehen wollen. Das weiß ich in jedem Fall.“
      Mit einem Schnauben wand sich der Quarren ab, um in die kleine Küche desmiesen Apartments zu gehen. Der Kühlschrank dort gab nicht viel her,was ein weiteres Schnabel – Klappern zu folge hatte.
      -„Drecksloch.“ - Kommentierte es der Veteran sehr treffend,nachdem seine Suche nach etwas essbaren Ergebnislos war.
      „Eh, ich habe extra was Obst und Gemüse besorgt, wenn auchMassenfertigung, aber gesund und soll bei der Heilung helfen.“
      Lokron warf dem Twi‘lek nur einen schiefen Seitenblick über die linkeSchulter zu.
      - „Fleisch. Das braucht er. Ein Rattataki, derzu wenig Fleisch isst, wird schnell unangenehm. Und ich würdemorden, für nur eine anständige Krabbe oder einen ganzen Fisch.“-
      Mit einem Lachen griff der Twi‘lek an den Quarren vorbei in denKühlschrank und nahm sich einen Apfel. Dieser wirkte so rot, dass erbeinahe als Weihnachtskugel durchging. Langsam versenkte das Alien seine spitzen Beißerchen darin.

      Groß gekaut wurde nicht, doch er genoss den Geschmack anscheinend.
      „Bleibt mehr für mich.“ meinte er nur grinsend, um weiter zu essen.
      Lokron schüttelte den Kopf, wobei sich seine Mundtentakel unruhig bewegten.Sein Hunger war ihm deutlich an zu sehen, und wie sehr ihn derTwi‘lek nervte.
      -„Ich gehe nun einkaufen. Egal was du nun sagst. Du passt auf denJungen auf.“ - Als der Quarren das Husten von FTJ hörte fuhr erihn an. - „Komm mir nicht mit irgendwelcher Scheiße! Du wirst zwei Stunden hier bleiben und dafür sorgen, dass ihm nichts passiert!“-
      Der Twi‘lek war nicht begeistert. Er versuchte noch ein paar Argumenteraus zu bringen, doch dies war sinnlose Luftverschwendung.Mittlerweile bereute es FTJ diesen Typen geholfen zu haben. - Noch mieser gelaunt kann man ja nicht sein. Tentakelfresse. -

      Als der Quarren einfach so abgerauscht war, wobei er seine üblichenabgewetzten Klamotten anhatte, überlegte der Twi'lek ganz kurzeinfach abzuhauen. Aus dem Schlafzimmer hörte er Murmeln. Neugierig, wie er immer schon war, spähte er in das Zimmer, dass gerade so diebeiden getrennten Betten aufnehmen konnte.
      Auf dem Hinteren von Beiden lag ihr Goldjunge. Seine linke Seite warimmer noch bandagiert. Im Moment rollte sich der Rattataki hin undher. Er schien zu schlafen, wobei er irgendwas murmelte. Seine Stimme wurde zu nächst leiser, dann wieder lauter, aber überschritt niedie Grenze zur Zimmerlautstärke.
      Eine Weile beobachtete der Twi‘lek dieses Verhalten. Eingreifen würdeer so oder so nicht. Seine Erfahrung, mit solchen Träumern, warenselten gut. Sie konnten sich so heftig erschrecken, wenn man sie weckte, dass ihr Herz aussetzte. Oder sie verwechselten einen, miteinem ihrer Alpträume, und griffen an.
      Alles Dinge worauf er gerade keinen Bock hatte. Schulterzuckend setzte ersich auf einen der wenigen Stühle und wippte auf ihm herum. Ein paarAngelegenheiten konnte er auch von diesem Loch von Apartment ausklären.

      Fix wurde das Pad heraus geholt, sowie sein Com. Mit schnellen Klickssowie hin und her wischen platzierte FTJ seine Wetten, sendeteNachrichten an Bekannte und Freunde, um dann durch zu atmen. Nun kam der schwerste Teil von allen, eine richtig angepisste Twi‘lek –Frau umgarnen.
      Schnell tippte er ihre Nummer ins Com. Jeder Moment des Wartens, dass sieabnahm, war reine Qual für ihn. Er kannte sie seid seinenKindertagen und daher bedrückte es ihn schon sehr, wie er sie indies hinein gezogen hatte.
      Sicher, es war etwas Zeit vergangen und sie hatten kleinere Nachrichtenuntereinander verschickt, doch geredet hatten sie noch nicht, was einFehler war. Das war dem Twi‘lek klar.
      Endlich nahm sie seinen Anruf an. „He, mein hellster Stern, was machst dudenn gerade? Geht es dir gut und was machen die Kinder?“ seinesympathische Stimme gab sich alle Mühe seine Unsicher zu überspielen.

      „Ah? Hast also den Mut gefunden, mich direkt anzurufen. War mir klar, dassdu mir nicht direkt an den Hacken hängen würdest, um mir den Po zuküssen und um Vergebung zu bitten, du kleiner Arsch.“
      Ihre Stimme war leicht aggressiv, wenn sie auch nicht zickig wirkte. FTJsah das als erstes gutes Zeichen.
      „Wow, Lady! Ich habe dir erklärt, dass ich dem Jungen helfen musste,außerdem lass uns fair bleiben. Gehen wir es ruhig an. Also, wasmachen die Kinder?“
      Die Dame am anderen Ende ließ sich Zeit, bei der Antwort. FTJ hörte,wie Töpfe bewegt wurden, Geschirr klapperte und Wasser floss.
      „Es geht ihnen gut und sie haben deine Geschenke erhalten. Du musst wohlwieder Geld haben, bei dem Zeug. Wie du sie nur so verwöhnen kannst.Da komme ich mir immer so billig vor, wenn ich ihnen mal was hole.“
      „He! Du gibst ihnen was, was ich ihnen nie geben könnte. Eine Mutter, einschönes Zuhause und einiges mehr, wie dass du immer da bist, fürsie. Als wenn ich mich als Vater machen würde.“ Der Twi‘leklachte über sich selbst, als er sich als Vater einer kleinenKinderhorde vorstellte.

      „Sie sehen dich aber als Vater. Der gut und gerne öfter da sein könnte,auch wenn sie nicht deine leiblichen Kinder sind, Thamid.“
      Bei seinem besonderen Namen, zuckte FTJ leicht zusammen. „Nenn michbitte nicht so, besonders nicht bei so einem Thema, Utani, meineLiebe.“
      „Für - deine Liebe – hast du mich, und besonders dich, in gewaltigeScheiße geritten. Weißt du eigentlich was man auf der Straße sagt?Wer alles hinter denen her ist oder noch sein könnte? Du bringst mich und dich, ja sogar die Kleinen, in Gefahr.“
      Der Spieler musste das Com kurz zur Seite nehmen, da er nun nichtsunbedachtes sagen wollte. Er wusste ganz genau worauf dies hinauslief. Einen Streit hatte er nicht im Sinn, aber das würde los brechen sobald sie ins Detail gehen würden.

      Seine spitzen Zähne bissen in den Lippen, während er die Situation zudrehen versuchte.
      „He,ich hatte dich angerufen, weil ich unseren Jahrestag nachholenwollte.“ Er begann seine Offensive.
      „Komm mir nicht so. Was ist nun? Wo bist du und wo sind die Typen? Weist duwas, ich will es nicht wissen. Ich sollte auflegen. Nachher kommtnoch was auf uns zu und...“
      „Ich habe nämlich zwei Einladungen, für das Kasino „Himmelspforte“und da ist eine wunderschöne Wassershow, mit gutem Essen und mankann sogar übernachten. Dazu habe ich einige Wetten gewonnen, und es wäre schade, das Geld erst mal so rumliegen zu lassen. Daher dachteich… „

      „Himmels- was?Du kleiner Zocker versprichst wieder zu viel. Und wie soll ich dasmit den Kindern machen, und wann sollen wir denn da hin? Ich habenicht das Geld, für einen Ausflug oder so was...“
      „...deswegenhabe ich dir auch schon einen Babysitter besorgt und ich lasse dichabholen. Wir werden heute noch hingehen. Ich weiß genau, dass dumorgen frei hast. Leugne es nicht. Außerdem hast du es verdient.Mehr als jede andere Dame, die ich je gekannt habe oder kenne.“

      Sie atmete einfach nur ins Com, murmelte was in den Empfänger und warfetwas. Nach dem feuchten klatschen auf Plastik zu urteilen, war eswohl ein Schwamm, der in ein Becker flog.
      „Gut,wir gehen hin. Keine Arbeit und keine Abenteuer. Nur wir beide, vielSpaß und Zeit für uns?“
      „Genauso ist es.“ Versicherte er ihr, wobei er unbewusst seine Lekku‘ssanft schwingen ließ. Sie konnte diese leicht anzügliche Geste zwarnicht sehen, aber sie kannte ihn gut genug. Sie liebt es auch, wenn Utani ehrlich zu sich selbst war.

      „Ich brauch was Zeit. Dein Fahrer soll warten und nicht hetzen. Außerdemsollte dein Babysitter gut sein. Keine deiner kleinen Ex –Bitche‘s.“
      Es dauerte noch einige Minuten, bis FTJ sie endlich vollständig um denFinger gewickelt hatte, aber er schaffte es.
      Nachdem sie aufgelegt hatte, ging er alle nötigen Kontakte durch. Ein Fahrerwar recht schnell gefunden. Nur der Babysitter war schwieriger. Zuviele Mädchen kannte Utani und einige mehr kannten Utani allein vom Namen, war sie doch mal eine der Elite – Professionellen des Mondesgewesen.
      Doch auch hier übertraf sich FTJ. Er fand ein Mädchen, dass alleVoraussetzungen als Babysitter hatte und Utani war ihr noch niebegegnet. Dass diese Dame neben her als Domina arbeitete musste seine Liebe ja nicht wissen.
      Nachdemdies alles geregelt war, blickte der Twi auf die Uhr des Apartments.Noch knapp eine halbe Stunde, bis das Monster aus der Tiefsee wiederda sein würde. - Perfekt, dann kann ich das andere Thema auch nochregeln. -

      Über sein zweites Com rief er seinen Geldverleiher an. Der Mensch amanderen Ende der Leitung war recht charmant, doch davon ließ sichFTJ nicht täuschen. Geld zu verleihen war ein Job, denn nur ganz harte Hunde ausübten.
      Der Mann war sehr erfreut ihn zu hören, besonders da FTJ etwas überseiner Zeit war, was die Rückzahlung an ging. Nach einem kleinenSmalltalk, kam der Twi‘lek zum geschäftlichen.
      „Ja, ich habe das Geld. Ich werde heute in der „Himmelspforte“ sein.Ich weiß doch, dass sie auch dort sein werden. Lassen sie uns dochdas verbinden. Ich bringen ihnen die Summe direkt vorbei. Natürlich wird das schnell und problemlos ablaufen.“
      Noch einige kleine Worte des Abschieds und der Anruf war vorbei. Selbstnach all den Jahren, war ein Gespräch, mit diesem Mann, für FTJkein leichter Happen. Doch es war alles perfekt eingefädelt, nun musste er sich nur noch dem Quarren stellen und verschwinden.
      -Sollte ja, mehr als machbar sein. -

      Der missmutige Mieter erschien pünktlich, und die von ihm mitgebrachteAusbeute war recht umfangreich. Sonst sah FTJ nur so vieleEinkaufsbeutel, wenn Utani einkaufen war. Allein der Aufwand sie hierher zu schleppen, war beeindruckend.
      „Hallo,mein stets gut gelaunter Mitverschwörer.“ begrüßte FTJ denQuarren breit lächelnd, wobei er keine Anstalten machte sich vonseinem Stuhl zu erheben. Dieser war sehr taktisch neben der Schlafzimmertüre platziert. Der Twi‘lek war sich sehr sicher, dassder Quarren eine Szene vom Stapel gelassen hätte, wenn er nicht, wieerzwungen, auf seinen Posten gewesen wäre.
      - Der Alte flippt so leicht aus, wenn es um den Kleinen geht. TypischerVater – Komplex. -
      -„Beweg deinen Arsch. So schneller wir alles eingeräumt haben, soeher kannst du gehen. Ich kann es dir ansehen, Kopfschwänzer.“ -
      „Wow, dass war nun etwas beleidigend, Tintenfischgesicht.“

      Nachdem kleinen verbalen Schlagabtausch half FTJ dann doch dem Quarren.Wenige Minuten verstrichen, dann war auch alles verstaut.
      Der Quarren gab nur ein Grummeln von sich, als sie fertig waren. DerSpieler nahm das mal als ein Danke hin. Es wäre eh zu müßiggewesen, noch so was einzufordern. Besonders bei der Laune von Lokron.
      Natürlich schenkten sie sich auch den großen emotionalen Abschied. Währenddas Meereswesen einfach eine schlichte Handbewegung, mit der linkenKlaue, vollführte, schenkte FTJ ihm sein bestes Lächeln. So trennten sich ihre Weg, vorerst.
      Endlich wieder auf den Straßen von Nar Shaddaa unterwegs bewegte sich derTwi‘lek zum Apartment seiner Angebeteten. Zuerst war ihm derGedanke gekommen direkt zum Kasino zu fliegen, doch das wäre schlechter Stil gewesen.

      Auch sich um zu ziehen fiel flach. Er würde dann verspätet bei ihrankommen. - Es wird sich schon was ergeben. - dachte sich der Spielerund forderte, mal wieder, sein Glück heraus.
      Durch einige Abkürzungen erreichte er pünktlich ihr Apartment. Sie lebtein einem dieser gewaltigen Wohnblöcke, wo man sich verlaufen konnte,ohne je den Ausgang zu finden. Zumindest sagten, dass die Leute immer. FTJ fand das nicht gerade witzig. Er hatte schon einigeTodesfallen des Mondes überlebt und hatte keinen Bock darauf geradein einem Wohnblock verloren zu gehen.
      Die Gegend war zumindest nicht so heruntergekommen, dass es zuStromausfällen oder regelmäßigen Plünderungen durch Banden kam.In solchen Gegenden zu leben, war der reinste Horror.
      Während er so vor ihrer Türe stand, erinnerte er sich an die vielengemeinsamen Abenteuer, die sie erlebt hatten. Freude stieg in ihmauf, auch Sorge um die Zukunft, doch am Ende obsiegte die Hoffnungsowie sein unübertroffenes Ego, über jeden finsteren Schatten.

      Bevor er sich jedoch endgültig in Träumereien über baldige Ereignisseverlor, klopfte er an die Türe. Es dauerte einige Zeit, bis sichdiese öffnete. Natürlich hatte sich FTJ einen guten Spruch zu rechtgelegt, der die Dame umhauen sollte. Das Schicksal wollte es aberanders.
      Vor ihm erstrahlte eine Frau, zu deren Füßen er gerne fiel. Utani zogden oberen Teil ihres violetten Kleides, dass einige gewagteAusschnitte hatte, leicht zu recht. Mit ihren Heels, die natürlich schwarz waren, sie mochte die Farbe einfach zu sehr, war sie nur einklein wenig größer machte, als FTJ.
      „Wow, mein Stern.“ kam nur von dem Spieler, der breit grinsend an denTürrahmen lehnte. Seine Lekku‘s zeichneten deutliche Symbole derZuneigung, welche von Utani‘s reich tätowierten Lekku‘serwidert wurden.

      „Keine weiteren Worte? Kein Charme oder süßen Wortspiele? Ich musswirklich gut aussehen.“ gab die Dame, die langsam den 40zigernentwuchs, grinsend von sich, um ihren Mann einen Kuss auf die linke Wange zu geben. Ihre sehr intensive grüne Haut schimmerte leicht undihren Lippen hatte sie einen tiefschwarzen Anstrich verpasst. IhreFingernägel hatte sie ebenso schwarz lackiert, was diese hervor hob.
      Sie war zwar schon eine reifere Dame, und sicherlich war sie älter, alssie zu gab, doch FTJ liebte Utani. Ihre Art und Weise, wie sie ihnneckte oder forderte, war einmalig. Dazu musste er sagen, sah man ihr nicht wirklich an, wie alt sie war. - Ein deutlicher Vorteil, beiTwi‘lek – Damen. Wie sehr uns die Menschen beneiden müssen. -
      Sicher, FTJ hatte sich nicht umgezogen, doch er wälzte es auf die Arbeit ab.Utani war davon nicht sehr begeistert, doch schien sie sich so aufden Abend zu freuen, dass sie ihm keine Szene machte. Dafür dankte der Spieler jedem Stern am Himmel von Nar Shaddaa.

      Zu seinem Glück war der Babysitter sehr gut angekommen, bei seinerAngebeteten. Nun fehlte nur noch der Fahrer, doch laut seinemChronometer sollte er gleich erscheinen. Ihn erwartete aber eine Überraschung, als sie am Ausgang des Wohnblocks waren.
      Anstatt seines Kumpel, mit dem sehr breiten Speeder, der in Goldfarbelackiert war, schwenkte eine Limousine zu ihnen herüber. Utani warsehr beeindruckt über dieses Gefährt, war es doch sehr lang, elegant verziert und seine Lackierung war eine Mischung aus Schwarz,mit silbernen Absätzen.
      Einer der Fahrer stieg aus, es war ein Togruta, mit orangener Hautfarbe,der einen schicken Chauffeuranzug trug. Seine weißen Musterung,erinnerten an Wellen. Der zuvorkommende Mann führte die Dame zum Gästeabteil. Diese stieg nur zu bereitwillig ein. Einpaar mal hörteFTJ sie erfreut kreischen, als der sehr nette Fahrer ihr die vielenkleinen Annehmlichkeiten in dem bequemen und teuren Gästeabteil zeigte, sowie bereitwillig alles erklärte.

      Der Spieler war sehr überrascht. Kurz musste er überlegen, wie erreagieren sollte und um welchen Zufall es sich hier handeln könnte.
      „Der Boss dachte, sie würden das mögen. Ist ja schließlich nicht immerder Fall, dass man so schick ausgeht, oder, Kumpel?“ Rau war dieStimme, die diese Worte reichlich amüsiert äußerte. Wie vom Blitz getroffen, war dem Twi‘lek klar, von wem sie stammte.

      Er ging zum Fahrerabteil, wo schon das Seitenfenster des Beifahrersunten war. Ein weiterer orangener Togruta grinsten ihn von dort ausan. Seine weißen Musterungen war zackig sowie zahlreich.
      Anstatt in einer ähnlichen Kluft herum zu laufen, wie sein Kollege, trug ereine braun gelbe Kartelluniform. Seine Dienstmarke wies ihn alsZen‘Mon aus. Dem Twi‘lek wurde der Mund knochentrocken, während er nach den richtigen Worten suchte.

      „Was denn? So sprachlos?“ dreckig lachend hielt der Togruta ihm eineHand hin. „Na los. Wir wollen doch heute noch zum Kasino. Lass maldas Geld vom Boss rüber wachsen.“ Etwas unsicher lächelnd griff der Spieler in seine Manteltasche, um einen seiner Creditsticksherauszuholen.
      „Oh sicher doch, mein sehr geschätzter Mon. Wie immer, ist es mir eineFreude dich zu treffen.“ Den Stick, der mit einer beträchtlichenSumme gefüllt war, ließ er in die geöffnete Hand fallen. „Wie immer bedanke ich mich, für die Fürsorge, von dir und deinem Boss.“

      Der Togruta lachte laut und klopfte auf das Dach der Limousine. „Klar,FTJ. Als wenn ich das nicht wüsste.“ Er schaut den Twi‘lek dabeidirekt in die Augen, wobei auf der anderen Seite der Fahrer wieder ans Steuer gesprungen kam. „Wir haben ja immer gute Geschäftegemacht, mein Freund. Selbst damals, nicht wahr?“ Dabei tippte sichMon auf seine rechte Wange.
      FTJ grinste schurkisch zurück, während Erinnerungsfetzen von diesemErlebnis durch seinen Kopf rasten. Er schenkte dem Togruta aber nichtdas Vergnügen zu erbleichen, was dieser mit einem an erkennenden Nicken konterte.

      „Hinten, bei deiner Lady, ist ein Smoking, sowie der nächste Schwung Geld.Den Stick findest du in der linken Hosentasche. Wollen ja nicht, dassdeine Dame sieht, was du wieder abarbeiten musst.“ Hier grinste derTogruta breit. „Den Smoking kannst du behalten. Setzen wir aufdeine neue Rechnung, wirst es uns ja doppelt und dreifach wieder reinholen, Kumpel.“
      Mit einem lockeren Schwung seiner Lekku's, zwinkerte der Twi‘lek Mon zuund verabschiedete sich, mit der klassischen Doppelblastergeste,danach gesellte er sich zu Utani. Seine Lady war schon gut dabei sich auf den Abend einzustimmen, was die Beleuchtung sowie die Minibarverriet.
      Für einen Moment wollte FTJ seinen eigentlich Fahrer anrufen, aberverwarf die Idee direkt wieder. Utani würde merken, dass was nichtstimmte. Daher spielte er, nur für sie, den großzügigen Liebhaber.
      Den Smoking zog er sich natürlich sofort an, was seiner Dame um so mehrgefiel. Er neckte sie damit, wie er sie überrascht hätte und sienun die Sprachlose sei. Das ging die ganze Fahrt lang hin und her,bis sie das Kasino erreichten.

      Dort angekommen öffnete ihnen der Fahrer die Türe und half ihnen beimAussteigen. Freundlich hinterließ der Chauffeur seine Com –Nummer, damit sie ihn rufen konnten, wenn sie wieder nachhause wollten und verabschiedete sich vom Twi‘lek – Pärchen. Mon ließsich, während der ganzen Prozedur, nicht blicken, worüber FTJ sehrfroh war.
      So eingestimmt konnte der Abend beginnen. FTJ nahm seine Utani in denArm und drückte sie fest an sich, um ihr einen Kuss zu schenken.Dann betraten sie das schillernde Kasino, umgeben von einer unglaublichen Masse an bunten gemischten Gästen und überfreundlichenPersonal.
      „Man muss die Feste feiern, wie sie Fallen.“ murmelt der Twi‘lek zusich selbst, während er mit dem frischen Creditstick in seinerHosentasche spielte. - „Auf zur nächsten Runde.“ -

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein

      - Zweiter Akt -

      Dämmerung



      Wenn Abenteurer von Welten berichteten, mit Sith als Herrscher, waren es immer finstere Orte, wo selbst das Licht gegen einen war. Das Böse selbst sickerte durch alle Poren, des befallenen Planeten, um die Realität zu korrumpieren.
      Ja, solche Welten gibt es wirklich, doch der Doktor hatte immer bezweifelt, dass auch nur 5% der Geschichtenerzähler sie, mit eigenen Augen, gesehen hatten. Solche Orte brannten sich tief ins Gedächtnis. Doch, wie bei fast allen Dingen in der Galaxis, ging es auch anders.

      Manch harmlos wirkende Welt, mit zufriedener und gesunder Bevölkerung, sowie einer intakten Natur, wurde von brutalen Personen regiert. Dann gab es noch die vergessenen Welten. Orte, die in der Zeit fest zu stecken scheinen. Welten deren Technologie sich nie weiterentwickelte und die Bevölkerung härter war, als das Grundgestein.
      Diese Form kannte der alte Twi‘lek nur zu gut. Auf so einer war er als Kind ausgebildet worden. Die Domäne seines Meisters. Ein Planet weit im Outer Rim, gerade noch in die Richtung des Sith – Imperiums gerichtet, dass man ungefähr erahnen konnte, woher der Einfluss stammte. Das Imperium selbst hatte nie einen richtigen Anspruch an die Welt gestellt.

      Es war einer dieser Orte, die sich Sith unter ihre Krallen zogen und eifersüchtig hüteten. Selbst in Zeiten größter Not, wo Zakuul alles und jeden unterwarf. Es gab wenige Individuen, Regierungen oder Gruppen, die den Anspruch eines Sith in Frage stellten, oder gar verlangten, dass dieser seine Ressourcen mit einem teilte.
      Als die Sichtblenden der Cable sich öffneten erblickte der Doktor eine verstörende Welt. Die westliche Hemisphäre war in dicke bläuliche Wolken gehüllt, während die Östliche von dem spärlichen Licht einer kränklich orangenen Sonne beleuchtet wurde. Im Norden zogen sich dicke Eisschichten über den Himmelskörper. Ganz anderes im tiefsten Süden. Dort waren nur versprengte Fragmente zu erkennen, die wohl irgendwann einmal ein eisigen Zwillingsbruder des Nordens gebildet hatten.

      Die restlichen Kontinente waren relativ kleine Landmassen, aber zahlreich. Oft verbanden sie sich in kleinere Ketten oder Kleckse. So fern ab von allem, wirkte der Planet fast wie ein Kunstwerk, eines gelangweilten Malers, der einfach seine Pinsel auf der Leinwand ausgeschüttelt hatte.

      Die Realität war leider eine andere, dafür kannte er das Bild der Oberfläche nur zu gut. Das wirkliche Problem war eigentlich ein anderes. Er spürte den kalten Schauer auf seinem Rücken. Der Sog von seinem ehemaligen Meister. - Stark ist er immer noch. Fast schon zu stark. Mir erscheint dieses Unterfangen immer idiotischer. Wenn ich es bloß nicht gesehen hätte. Immer wieder sehe ich es vor mir, diesen Konflikt. Wie er genau stattfinden wird oder wie mein Meister reagiert, sehe ich nicht, nur immer wieder die Notwendigkeit her zu kommen. -

      Ihm war natürlich klar, dass dieses Gefühl nicht direkt ihm galt. Jeder Machtanwender oder Begabte spürte ihn, „den Schauer“, wenn er nur nah genug an den Planeten heran kam. Sein Ursprung lag auf einem der größeren Landmassen. Dort war eine alte Tempelstadt, die durch die Jahrhunderte von den Bewohnern immer weiter ausgebaut worden war. Schicht auf Schicht stapelte sich dort alte Technologie sowie primitive Bauten. Mache Arbeit war das Werk begabter Künstler, findiger Ingenieure oder mystischer Anbetung, während anderes Haufen aus Altmetall, verfallene Gebäude oder widerliche Götzen waren.
      Ihre Landeflächen waren schlichte Steinpisten auf denen mit Farbe Markierungen gezeichnet waren. Die ältesten Ladenplattformen, die sich alle um oder auf dem größten Gebäude der Stadt befanden, waren moderne Landelichter in den Steinboden selbst eingelassen worden. Auch Beton war verwendet worden, um diese Ausbauten, für die Ewigkeit, zu erhalten.

      Das Gebäude selbst erinnerte an einer gewaltige Stufenpyramide, die immer wieder von Türmen sowie Aufbauen durchstoßen war. Sie warf das spärliche Licht des orangenen Riesen zurück, was ihr eine leicht Gold schimmernde Oberfläche verlieh. Der Doktor erinnerte sich noch genau, wie er das erste Mal vor diesem Bauwerk gestanden hatte.
      Aus der Nähe verflog der Schimmer sofort, um Platz zu machen, für die eigentliche Farbe des gewaltigen Bauwerks. Sie war weißlich. Nicht perfekt weiß, eher ein cremefarbener Unterton von Weiß, der die Augen leicht einlullte. Lange konnte keiner darauf blicken, da einem sonst schlecht wurde. Selbst der härteste Mägen drehte sich irgendwann, bei diesem Anblick.
      Ein Grund, warum die Wächter des Gebäudes, verspiegelte Visier trugen. Sie filterten den Einfluss der Farbe. An diese Leute erinnerte sich Ultanar ebenfalls gut.

      Die Diener des Tempels. Sie hatten sonst keinen Titel, alleine die Erwähnung des Ortes reichte, um ihren Status zu untermalen. Bei diesen Dienern handelte es sich fast ausschließlich um Rattataki, die das Zwielicht des Planeten liebten und es die „ewige Dämmerung“ nannten. Disziplinierte sowie brutale Clankrieger, die mit archaischer Technologie ausgestattet waren. Sie war zwar alt, aber mehr als zuverlässig.

      „Rüste deine Leibeigenen nie zu gut aus, wer weiß auf welche Gedenken sie sonst kommen.“ War einer der Leitsätze seines ehemaligen Meisters gewesen, denn Ultanar auch immer befolgt hatte. - Manche Dinge sind einfach zu wahr, um ignoriert zu werden. -
      Unbewusst hatte der Doktor, während seines Ausfluges in die Vergangenheit, lange auf die Anzeige gestarrt, ohne die Frage seines mechanischen Piloten auch nur ansatzweise wahrzunehmen.
      „Doktor? Hören sie mich? Ich fragte, ob wir direkt beim Tempel landen sollen.“
      „Wie? Was? Nein, nein.“ Energisch winkte der Twi‘lek ab. „Bloß nicht. Lande das Schiff weit im Hinterland. Wir werden nicht in der Stadt oder in irgendeiner anderen Siedlung runtergehen.“
      „Wie sie wünschen, Sir.“

      Beim Eintritt in die Atmosphäre des Planeten wurde die Cable durchgeschüttelt. Auch wenn der Himmelskörper von der Ferne nicht viel her machte, wehrte er sich vehement gegen jede Form von Besuchern. Mehr als einmal schrien alle Warnsignale auf. In den ersten Minuten wurde das Cockpit durchgängig von den roten Notfallleuchten durchflutet, während sie fast halsbrecherisch immer weiter an Höhe verloren.
      Sicherlich wäre eine unvorbereitete Crew in Panik verfallen, aber der Doktor wusste um die Begebenheiten des Planeten. Irgendetwas in der obersten Schicht der Atmosphäre störte jegliche Sensoren und brachte so manches Schiff zum ungewollten schnellen Ende.

      Als sie die blaue Wolkendecke durchstießen vergingen alle Warnsignale und das Schiff konnte sich stabilisieren.
      Oft hatte er, als junger Akolyth, Sternschnuppen und kleinere Einschläge von Meteoren beobachtet. Die Erinnerung kam langsam in ihm hoch, wie sein Mentor eines Abends sich neben ihn an eines der Fenster des Tempels stellte und ihm die Wahrheit, über die hell leuchtenden und aufblitzen Streifen verriet; „Es sind Raumschiffe, mein junger naiver Akolyth. Ungeladene Gäste, Plünderer, Abenteurer. Wesen, die nichts ahnend in diese scheinbar harmlose Welt eindringen und dabei sterben. Meine Diener werden später ihre Reste aufsammeln, und wie mir scheint wird es heute wieder eine reiche Ernte geben.“
      Allein die Erinnerung an diese große dunkle Eminenz war bedrückend. Er hatte immer etwas von einem lebenden Schatten, der sich lautlos durch die Korridore und Räume des Tempels bewegte.
      Ein kurzer Blick auf die Sensoren zeigte ihm, dass der Droide weit außerhalb der Sichtweite der Stadt das Schiff hatte durch die Wolkendecke brechen lassen. - Sehr gut. Ich denke nicht, dass sich die Tempelstadt groß verändert hat, und ich werde sie eh noch früh genug erblicken.-

      Die Suche nach einem passenden Landeplatz gestaltete sich schwieriger, als erwartet. Es war als würde der Planet sich wieder mal gegen sie wehren.
      Seine warme Oberfläche, die an manchen Stellen so heiß war, dass kleine Geysire entstanden. Die Harmlosesten unter Ihnen spien erhitzte Gase oder Wasser in die Höhe. Die weit aus gefährlicheren Sorten spuckten Magma mehrere Meter in die Höhe oder entließen seltsam rötliche Wolken in die Luft. Die kleinen Partikel in diesen Wolken fielen schnell zu Boden, wo sie zischend alles in einem weiten Umkreis versengten.

      Am Ende schafften sie es in einem kleinen Tal runter zu gehen, wobei ein paar der Bäume Opfer der wenigen Laserkanonen der Cable wurden. Die Bäume waren seltsam und schön zu gleich. Aus der Ferne wirkten sie nicht groß anders, als Art-ähnliche Gewächse auf anderen Planeten. Ein grünes Blätterwerk, viele Äste und ein dicker Stamm. So bald man sich ihnen näherte, konnte ihre wahre Natur erkennen.
      Die Blätter zogen sich zusammen, drehten sich in die nächste Wärmequelle und ihre Rinde sah fast aus, wie massiver Stein. Der Anblick täuschte nicht. Die Cable hatte ihre Mühe damit gehabt, die Bäume so effizient wie möglich, zu fällen. Auch das austretende Harz war weit aus aggressiver, als bei anderen Arten. Es bildete kleine Basen, die bei der leichtesten Bewegung im Umfeld aufplatzen und alles sowie jeden mit der extrem klebrigen Flüssigkeit überzogen.

      Noch bevor sie die Rampe runter ließen hatte der Doktor alles, für seine Reise zur Tempelstadt, vorbereitet. Zwar rechnete er nicht damit direkt vor seiner Haustüre überfallen zu werden, doch auf diesem Planeten gab es genug Gruppen, Individuen und Clans, die sich den Einfluss seines Ex-Meisters entzogen.
      Ihm war aber nicht danach auch nur eine Person, dieser Art, zu treffen. Das Letzte, was er nun brauchen konnte, war sich in irgendwas hineinziehen zu lassen.
      Seine mechanischer Helfer merkte an, dass es doch wohl ratsamer wäre auf den nächsten Morgen zu warten, um aufzubrechen. Der Twi‘lek schmunzelte nur leicht und schüttelte seinen Kopf. Dieser Planet war ständig in dieses Dämmerlicht gehüllt. Weder Tag noch Nacht unterschieden sich, was die Lichtverhältnisse anbelangte.
      Sein alter Meister hatte ihm einst erzählt, er wäre für diesen Zustand verantwortlich. Seine Macht sei so groß, dass er die Sonne des System bezwungen hätte, um sich den Planeten gefügig zu machen. Als ein junger Akolyth glaubte man so einiges, doch damals schon war dem Twi‘lek Zweifel gekommen.

      - Er war schon immer ein größenwahnsinniger alter Mann gewesen. Allein wie er uns ausgebildet hat, als wären wir seine private Armee. Verschwenderisch war er, mit den Leben seiner Akolythen, umgegangen. Es kommt einem Wunder gleich, seine Ausbildungsmethoden, zu überleben.-
      Mit diesen Gedanken befeuert machte sich der Doktor auf in die Wildnis. Immer in Richtung der Tempelstadt. Seine Abschied an seinen Droiden war mit einem Befehl versetzt gewesen. Sobald sein Helfer das Zeichen sehen würde, solle er ihn bei der Stufenpyramide abholen.

      Was genau das Zeichen sein würde, würde sich noch herausstellen. Dem Doktor hatte da schon eine Idee, aber alles zu seiner Zeit.
      Die Wildnis war noch so, wie er sie in Erinnerung hatte. Selten fand er Straßen oder gar Pfade. Merkwürdige Tiere kreuzten immer wieder seinen Weg, aber stellten ihm nie nach. Sein Verstand sandte eine deutliche Botschaft der Furcht sowie Gefahr aus, was ihm ruhige Pausen bescherte, wenn er denn mal eine einlegte.
      Kurz bevor er in die Nähe der Stadt gelangte nahm sich der ehemalige Schüler sich Zeit, um sich umzuziehen und durchzuatmen. Seine lockere Reisekleidung, die sehr an einen Pilger erinnerte, wechselte er für seine Rüstung, die er mit seinen wiedergefundenen Kristallen verbesserte hatte.

      Der hohe Nackenschutz, mit dem breiten, doch geschwungenen Schulterstücken, der Brustpanzer, der sehr flexibel war, sowie der weite Rock, der seine gepanzerten Beine und Stiefel verdeckte, ließen mehr nach einem gefallenen Sith aussehen.
      Dazu kamen die Schläuche, die von seinem Rückenmodul in Gelenke und Nackenschutz mündeten. Die Farbe dunkles Violett, mit tiefschwarzen Verzierungen, tat ihr übriges. Seine gelbe Haut stach dadurch noch mehr hervor.

      Die verarbeiteten Kristalle stecken in Ausbuchtungen, die in scheinbar wahllosen Schema über die Rüstung verteilt waren. Es schmerzte ihn zwar, so viele dieser kostbaren Stücke dafür verarbeitet zu haben, doch in dieser Phase konnte er sich keine Fehler erlauben.
      Der Ausgang dieses Treffens war ungewiss, aber gewinnen müsste er, um das Ende zu erreichen, welches er gesehen hatte. Alle anderen Alternativen würden in einer Katastrophe münden, die mehr als nur Leben kosten.

      Mit diesem Gedanken im Kopf griff sich der Twi'lek seine Waffe. Früher hatte er ein Doppellichtschwert geführt. Heute war es eine Lichtlanze, wie sie die Ritter von Zakuul bevorzugten. Sicher, seine Lanze bestand aus weniger imposanten Teile und war nur in einem dumpfen metallgrau, doch sie würde ihm gute Dienste leisten, zumindest hoffte es der Doktor.
      - Es wäre sehr peinlich, sollte es gerade an dieser Kleinigkeit scheitern.-

      Mit entschlossenen Blick schaute der Ex-Schüler auf die Tempelstadt, die nur noch eine Fahrtstunde entfernt war. Kurz danach jagte der Speeder über die weiten Felder vor der Stadt. Was auch immer ihn dort er warten würde, umkehren konnte er nicht mehr und scheitern erst recht nicht.
      Der Preis würde gezahlt werden, egal wie hoch er sein mochte.

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein

      - Zweiter Akt -

      Ring aus Ketten

      NewRetroWave: STARFORCE - Age of Nano

      Eine rote Zabrak Dame, in einem schwarzen Anzug, stand alleine in einem Lichtkegel. Das verlassene Apartment um sie herum war dunkel. Sie fürchtete sich nicht, sondern lies, mehr oder minder, gelangweilt ihren Blick über die vielen Schatten schweifen, während die einzelne Leuchte über ihr tapfer die Finsternis zurück hielt.

      „Ich sagte dir schon, dass sind alle Informationen, zu diesem Thema.“ die Anzugträgerin setzte sich locker auf einen Stapel kleiner Kisten. „Und außerdem, bezahlst du mich zwar, aber machst viel zu viel Ärger.“ Sachte strich sie sich über den Anzug, entfernte Fussel und zog ihn wieder schön glatt.

      „Ist ja nicht so, dass du dir Mühe gibst nicht aufzufallen. Das Kartell hat dich offiziell nicht mehr auf der Abschussliste, doch wir wissen Beide, wie das hier ausgehen wird.“
      Die Schatten blieben ihr einen Antwort schuldig. „Als wenn du auch was darauf geben würdest. Tz, ab und an glaube ich, du bist leicht zurück geblieben.“ Sie setzte ein ehrliches Grinsen auf und lehnte sich leicht zurück. „Ist ja nicht so, dass irgendwas nach Plan gelaufen ist.“

      An ihren schlanken Fingern begann sie es zusammen zu zählen.
      „Du hast diesen Van Benku nicht wirklich ermordet.“
      „Seine Kinder sind dir entwischt.“
      „Du hast den Widerstand und das Kartell am Hals.“
      „Leider konntest du keinerlei Kopfgeld kassieren.“
      „Und dein Informationsquellen wollen fast alle nichts mehr, mit dir, zu tun haben.“
      Deutlich hob die Zabrak ihre gepflegten Finger, ihrer rechten Hand, in die Luft. Bisher regte sich nichts, doch sie hatte so eine Ahnung, was als nächstes passieren würde.
      Aus der Finsternis vor ihr schälte sich ein Panzer aus schwarzen Plaststahl. Die Rüstung war erst vor kurzem repariert worden, was die Zabrak sehr genau vermerkte. Wobei sie darauf achtete, nicht zu sehr irgendwo hin zu starren.

      Der Helm, mit dem geschwungenen Visier und dem Sensor-kam, am Hinterkopf, drehte sich ihr zu. So näher der Typ kam, um so deutlicher wurde seine Präsenz. Fast kein Geräusch ging von ihm aus. Das leise Surren der Servos war mehr ein Flüstern, als ein wirkliches Hintergrundgeräusch.
      Als ihr Kunde direkt unter der Lampe stand, passierte das kleine „Wunder“, wie sie es getauft hatte. Die Farbe der Rüstung änderte sich. Von einem tiefen Schwarz, zu einem matten grau und wieder zurück. Je nachdem in welchem Winkel er durch das Licht tigerte. Und er tigerte gerne um sie herum, als wenn er auf etwas wartete.

      „Deine Mordlust ist nicht zu übersehen. Wie du wohl mit deinen anderen Dienstleistern umgehst? Ziehst du da die gleiche Tour ab?“
      „Gib mir Informationen.“ Kam es verzerrt aus dem Helm. Die Zabrak bildete sich immer ein, dass sein Sensor-kam zitterte, wenn ihr Kunde sprach. Dieses kleine Gedankenspiel ging ihr nicht aus dem Kopf.
      „Du hast mich zwar bezahlt, doch was du wissen willst ist sehr geheimes Zeug. War schwer auch nur einen Fetzen brauchbares Material zu finden.“ Seufzend schüttelt sie ihren gehörnten Kopf, wobei ihr schulterlanges schwarzes Haar leicht mitschwang. „Und mehr habe ich nicht, als das hier.“

      Die Informantin holte ihr Pad heraus, damit sie ihrem anscheinend begriffsstutzigen Klienten alles zeigen konnte. „Lies und weine, Killermaschine.“
      Mit ein paar schnellen Eingaben ihre flinken Finger projizierte das Pad ein Holo der Zusammenfassung, was sie ihrem Klienten bereits verraten hatte. In kurzen Sätzen wurde die aktuelle Lage des Falles „Van Benku“ geschildert.

      Langsam rollte sich der Text herunter, während der Killer still davor stand und wie gebannt darauf starrte. Die Zabrak blickte derweil auf ihr Chrono, um schon auszurechnen wie viel sie dem Irren in Rechnung stellen würde.
      „Bist du fertig? Ich muss heute noch wo anders hin.“ Sie wollte schon das Holo ausschalte, da schlossen sich sehr schmerzhaft die stahlharten Finger des Typen um ihre Hände. Die Zabrak fluchte laut. Der Killer ignorierte sie einfach und lass weiter den Text, der frei in der Luft hing.

      Seine andere Hand drückte eine Taste auf ihrem Pad, was den Text bis zum Anfang zurück laufen lies. „Das da.“
      Zuerst wusste die Frau nicht worauf ihr Psycho hinaus wollten, dann lass sie selbst nochmal die ersten Zeilen durch. „Das ist sind Zeitstempel und Abflugdaten. Jedes Schiff was entkommen ist wurde registriert. Und jedem wurde eine Signatur zu geordnet.“
      Der Mörder lies die Frau los und zog sich von ihr zurück. „Da sind zwei Fehler, in den Signaturen.“ Sein Visier fixiert die Frau, als der rechte gepanzerte Zeigefinger auf eine der Signaturen deutete. „Eins der Schiff benutzt eine falsche Signatur. Das ist ein privates Shuttle von Benku, und das andere ist kein Schiff, welches der Entropie gehört.“
      Die Informantin hob die beiden Daten hervor. Schnell tippte sie sich, mit schmerzenden Fingern, durch ihre Datenbanken. Ihr Klient wartete sehr geduldig auf ihre Ergebnis, während die rote Dame langsam ins Grübeln geriet.

      „Dieses private Shuttle wurde nicht gefunden, aber es ist sehr tief in die unteren Ebenen hinabgetaucht.“ Wieder tippte sie einige Minuten auf dem Pad herum. „Das andere Schiff ist nie per Sichtkontrolle oder Scans beim eintritt in die Entropie registriert worden. Man hat es einfach dazu gezählt.“
      „Im Orbit war noch ein Schiff, außer der Entropie, welches wegen der Feier da war.“ fügte der Killer bei. Langsam begann er wieder auf und ab zu gehen. Müde lächelte die Zabrak ihm zu. Dieses kindische Verhalten nervte sie mittlerweile mehr, als sie zu geben wollte.

      „Da waren - einige – Schiffe, von recht vielen Leuten, im Orbit, die genau deswegen hier waren. Werd etwas genauer, wenn du schon dabei bist mich zu korregieren.“
      Ihr Gegenüber bewegte seinen linken Zeigefinger kreisend, was die Zabrak zwar mit den Augen rollen ließ, aber sie ahnte schon, worauf er hinaus wollte. Sehr schnell rollten die Namen der Schiffe, die sich extra für diesen Tag auf Nar Shaddaa haben blicken lassen, vor ihren Augen herunter.

      Der Killer tippte auf einen der Namen, welchen die Informantin direkt vergrößerte und Daten dazu auf rief. „Das ist das Kuati – Schiff. Sie meldeten, dass ihre Fähre zerstört und ihre Gäste tot seien. Dieser – Lord - Sobruhno war sogar mehr als außer sich, als man ihm Entschädigungen anbot.“ Wieder flogen ihre Finger, über die kleine Tastatur. „Sein Schiff, die Katarin, verließ Nar Shaddaa einige Stunden, nachdem verschwinden der Entropie.“
      „Flucht.“ korrigierte der Mann die Zabrak. „Bitte?“ kam es blinzelnd von ihr. „Beide Schiffe sind geflohen, ihr Idioten. Die Entropie sollte von den Kartellschiffen geentert werden und die Katarin hat die Hutten belogen, um sich dann schnell zu entfernen.“

      „Und warum bin ich nun der Idiot? Klar! Hätte ich dein Wissen über die genau Anzahl der Fähren und die Schlupfwinkel dieses Superreichen gehabt, dann… !“ Finger, in Plaststahl gehüllt, schlossen sich fest um ihre Kehle. Das Holo flackerte heftig. Immer weiter wurde sie in die Höhe gehoben.
      Der Killer zeigte keine Anzeichen von Anstrengung, während er sie schon fast über sich hielt. „Ihr seid Idioten. Ihr vom Kartell. Mir war von Anfang an klar, dass ihr es wart, die mir einige der Informationen verkauft habt.“ Die Gesichtsfarbe der Zabrak änderte sich von dunkelrot zu noch dunklerem Rot, das fast ins Schwarze überging.

      „Ihr wolltet ihn los werden, aber habt es nicht mal hingekriegt zwei Fähren und zwei Schiffe zu fangen. Zu spät habt ihr eure Finger dreckig gemacht.“ angewidert ließ er die Informantin hart auf den Boden fallen. Panisch rang sie nach Luft. Gleichzeitig versuchte sie Abstand von dem Irren zu nehmen, der gerade am Rad drehte.
      Ruhig schritt der Panzer ihr entgegen. Ein Fuß vor dem anderen. Bei ihr angekommen, ging er sanft in die Knie, ergriff sie beim Kragen und zog sie dicht an sich heran. Sie wehrte sich, schreien ihn an und drückte panisch einen Knopf an ihren Kragen.

      Der Mörder hinderte sie nicht daran. Nach einigen Momenten, in denen nichts passierte, ging der Frau auf, das etwas nicht stimmte. „Sie werden nicht kommen.“ sagte die verzerrte Stimme, so gleichgültig, wie ein Droide. „Du wirst mir ein Schiff besorgen. Eines aus den Kammern des Kartells, oder ich werde dich zu einem Kunstwerk umgestalten.“
      Ihre Augen weiteten sich angesichts dieser Option. „Ich spiele schon einige Zeit, mit dem Kartell, dieses Spiel. Nicht das gesamte Kartell ist hinter mir her, einige wollen mich auch lebend oder als Sklaven.“ Seine gepanzerten kalten Finger wanderten an ihrem Kinn entlang. „Du solltest mich wohl beobachten und beschäftigen, bis deine Herren den meisten Profit aus mir gezogen haben. Das wird vielleicht sogar passieren, aber auf eine andere Art und Weise, als sie sich vorstellen.“

      Der Killer flog, mit dem Gleiter der Informantin, direkt in die Höhle des Löwen, in eines der Kartell – Hauptquartiere. Ihn herein zu schmuggeln war nicht sehr leicht, aber am Ende standen sie im Hangar des Stützpunktes. Raumer, diverser Sorten, standen in geordneten Reihen und warteten nur auf ihren Einsatz. Einige von ihnen waren geklaut, gekapert oder gekauft worden. Das Letztere war am wenigsten Vertreten, was man schnell an den recht deutlich Narben an den Außenhüllen erkennen konnte.
      Der Killer schritt die Reihen ab, um ein passendes Gefährt zu suchen, während die Zabrak hinter ihm her schlich, bereit jeder Zeit reiß aus zu nehmen. „Mir ist immer noch nicht klar, wie du hier abhauen willst, du Spinner!“ fauchte sie ihn an.

      „Mal abgesehen davon, dass wir bald von Wachen umzingelt sind, wenn du dir noch mehr Zeit lässt. Du bist wählerischer, als ein Hutte!“
      „Ich kriege mein Schiff, aber darum bin ich nicht hier.“ entgegnete die verzerrte Stimme, während einer seiner kleine Spinnenroboter über seine Schultern wanderte. Die Zabrak verzog angewidert das Gesicht, waren diese Dinger doch auch in ihrem Gleiter gewesen und hatten sich überall hin verteilt, wohin der Typ auch ging.
      Seine Taschen mussten eine endlose Quelle von diesen Monstern beherbergen.

      Als die Zabrak schon fast bereit war es auf ein Rennen, mit dem Killer, ankommen zu lassen, trat eine Person aus dem Schatten eines der Schiffe. Sie trug einen gelben Smoking, mit schwarzen Zierstreifen. Edel und gleichzeitig eine Mahnung, für jeden Kartellmitarbeiter.
      „So läuft das nicht. Du bist hier nicht fertig, also bleibst du hier auf Nar Shaddaa.“ kam es recht energisch vom Mann, der im Anzug steckte. Trainiert, hoch gewachsen und mit Cyberaugen ausgestattet, stand er vor dem Killer, gerade noch so aus dessen Reichweite.

      Die Zabrak blickte den Neuankömmling sehr überrascht an. Sie kannte ihn. Ohne das sie es wollte rutschte ihr der Name heraus. „Ikarus?“
      „Ach meine Liebe, ich hätte dich beinahe übersehen.“ antwortete ihr Ikarus sehr erfreut, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. Seine Cyberaugen färbten sich dabei neongrün.
      Bevor die Zabrak ihre Verwunderung abstreifen konnte, zog der Kartellmann seinen Blaster aus dem Sakko und erschossen die Frau auf der Stelle. Das Donnern des Blasterblitzes hallte kurz durch den Hangar, gefolgt vom dumpfen Aufschlag der toten Zabrak.

      Der Killer hatte nicht einen Moment sein Visier vom Ikarus gelöst. Gelassen steckte dieser seine Waffe weg und blickte ernst zu seinem einzigen verbliebenen Gesprächspartner herüber.
      „Und nun reden wir Beide darüber, wie wir die Scheiße wieder ans laufen kriegen.“
      „Sicher.“

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Einunlösbarer Fall / Erben will gelernt sein
      - Zweiter Akt -

      Ein Job, fürs Leben




      Urlaub, Aufwandsentschädigung, Gefahrenzulage, Geschenke, Preise und neue Ausrüstung. Solche und andere Worte folgen in den ersten Wochen, nachdem Horroreinsatz im The Lost Signale nur so um Paskal Remsil herum, wie ein Sturm bunter Paradiesvögel. Nie hatte er so oft, so viel gehört, was irgendwie, für ihn oder sein Team, positiv war.
      Oft war der Job im Kartell ein monatlich bezahlter Sicherheitsjob, wie jeder andere auch auf Nar Shaddaa. Nun gut, dass wäre zu vereinfacht, doch der größte Teil der Belegschaft lebte von einem Monatsgehalt zum nächsten.

      Jetzt hatte es sich geändert. Man hatte dem untersetzte Mann sogar eine Versetzung angeboten, in einen ruhigeren Bereich. Dabei war sein Bereich eigentlich richtig ruhig, wenn er einfach nur die Befehle von oben an seine Leute weiterleitete. Es war fast lächerlich. Dieses „fast“ umfasste die Verluste, die das Kartell an diesen Einsatz erlitten hatte.
      Paskal, sowie sein Team im Signal, waren nur beinahe dem Tod entwischt. Leider hatten es nicht alle geschafft. Die beiden Gamorreaner, Gagts und Bagts, waren unter den deutlichen Verlusten. Dieser Einsatz war gelinde gesagt „Personal intensiv“ ausgefallen.

      Der dicke Kartellmann hatte sich lange die Verlustliste zu Gemüte geführt. Gewissensbisse plagten ihn dabei, sein Magen drehte sich um sich selbst und sein Weltbild klappte zusammen. Besonders wenn er schlafen wollte, kamen die Erinnerungen hoch. So real waren sie, dass er jedes mal aufs neue versuchte, den Lauf der Geschichte zu ändern.
      Ihre Tarnung war perfekt. Jedes Team, des Kartells, hatte sich unter eine Gruppe gemischt oder als eine Besuchergruppe getarnt. Paskal hatte dabei die seltene Freude einen Geschäftsmann zu spielen, mit einem gefälschten Hintergrund sowie einem kleinen Tross von Anhängern, die eigentlich auch alles Kartell-Leute waren.
      Zu nächst war es nichts besonderes. Eine dicke Feier in einer etwas zu ausgeschmückten Festhalle. Natürlich wurden alle gesichteten Gäste heimlich vermerkt, wobei die Undercover - Agenten ihnen etwas auf die gepflegten Zähne fühlten.

      Der Bonus an dem Einsatz waren eindeutig die Häppchen und die Getränke, doch leider konnte sich der massige Pseudo-Geschäftsmann nicht komplett an diesen erfreuen. Das letzte was sie nun brauchten, waren besoffene Agenten, die die Tarnung gefährdeten.
      Orikalco war in einer ganz anderen Gruppe, als Paskal, unterwegs, was ein kleiner Minuspunkt war. Der Dicke vertraute seinem Jugendfreund blind. Die fremden Karteller um ihn herum, könnten ihn auch einfach im Stich lassen, sollte die Lage viel zu heiß werden.
      Zumindest sah er seine Cathar aus etwas weiterer Entfernung, mit einigen Begleitpersonen, bei einer anderen Gruppe. Teschi sowie Paskal unternahmen keinen Versuch sich gegenseitig zu grüßen. So was wäre ein no-go gewesen, bei so einem Einsatz, obwohl der Kartellmensch schon miterlebt hatte, wie Kollegen genau so einen Fehler begangen hatten, weil es einfach im Kartell auch einen guten Anteil an Idioten gab.

      Mit ihrer wirklich schlichten Fellfarbe, von hellbraun, fiel sie nicht mal sonderlich auf. Nur ihre Cyberware ließ sie nicht wirklich verstecken, was dann in ihre Tarnung, als gute betuchte Mediendame, einfließen musste. Paskal hatte eh nie verstanden, warum man sich gerade in Hals sowie Nacken so etwas einsetzen musste. Allein das duschen musste doch die Hölle sein. Kalco warf hier immer den Witz ein „Naja, vielleicht leckt sie sich ja nur sauber.“. Innerlich rollte Paskal jedes mal nur mit den Augen. Der Witz war so alt, wie die Hutten selbst.
      Seine Givin, Tri‘Cul‘La, und ihr Kel‘Dor Freund, sowie Kollege, Quino hatten den entspannteren Job. Sie gehörten zu den „Wärtern“. So nannten die Kartell-Leute ihre Agenten, die in der Nähe des Einsatzortes wache schoben, getarnte als x-beliebige Personen, des öffentlichen Lebens. Tja, und heute waren sie alle Piloten.
      Zwar durften sie nicht in ihren Schiffen warten, doch diese Pausenräume mussten wohl sehr gemütlich sein, zumindest hatte die Aufklärung sie nicht als die Standard-Drecklöcher beschrieben. Einige Unternehmen sowie Privatanlagen waren dafür berüchtigt, dass die Aufenthaltsräume der Piloten, wo Pausen und Zwischenstopps eingelegt wurden oder gar ihr gesamte Freizeit drauf ging, nicht besser waren als ein Sklavenpferch.

      Paskal schauerte es dabei, so einem Job nach zu gehen. Noch weniger wollte er sich vorstellen, woe seine Gamorreaner eingesetzt waren. Leider behandelt nicht alle Leute, die beiden recht netten Schweinchen gut. Sicherlich litten sie unter Stress oder wurden mies behandelt.
      Auch wenn der Sicherheitschef in Verkleidung den Druck im Moment auch nicht mochte. Ihm war, als würden ihm ständig die Fingerspitzen zittern, was natürlich quatsch war. Von blanker Panik war er noch Meilen weit entfernt. Schließlich hatte er schon einige Einsätze erlebt. Zwar hatte er bisher nie dabei jemanden töten müssen, doch es waren heikle Aktion gewesen.
      Mit einem kleinen Schmunzeln erinnerte er sich an eine deftige Schlägerei, die bei einem dieser Tage los gebrochen war. Da hatte er alle seine alten Boxer-Tricks anwenden können. Zum Leid einiger sehr unbeholfener Gänger.

      Diese beruhigten ihn etwas. Da genehmigte er sich doch ein sehr kleines Schlückchen vom angebotenen Sekt, in einem Moment wo keiner ihn ansah. „Sie sollten bei Sinnen bleiben, der werte Herr. Nachher schwatzt ihnen noch der Herrscher des Hauses noch einen halben Huttenhaufen auf.“
      Die Stimme gehörte zu einer ihm bekannten Person. Mit einem Seitenblick zu seiner Rechten erkannte er die dunkelhäutige Schönheit von Zabrak, Sascha Nagkro, in einem sehr strengen rot schwarzen Kleid, dass über den Boden schleifte. Sie gab sich wohl für irgendeine religiöse Vertreterin aus, die hier Spenden abstauben wollte.
      „Ähm, nun.“ Paskal räusperte sich deutlich. „Es wird sicherlich nicht dazu kommen, die werte Dame. Ich will ja hier Geld verdienen und nicht ausgeben.“ So gut er konnte versuchte er den Geschäftsmann zu geben. An dem Gesichtsausdruck von Sascha merkte der dicke Mann schnell, dass er doch leicht runterschrauben sollte. Unbewusst hatte er noch die Hand, mit dem kleinen Sektglas, zum Prost erhoben, was ihm ein zwei Blicke eingebracht hatte.

      - Ach Fuck. Immer das Selbe. - hallte es kurz in seinem dicken Schädel wieder. Gerade wollte er sich entschuldigend an die verwirrten Gäste um ihn herum wenden, um sie aus der Situation zu winden, da schlug etwas hinter ihm auf. Und zwar so stark, dass es das Büffel, wie eine Flutwelle, über den Karteller herein brach.
      Eine geblinzelte Ewigkeit später, drehte sich Paskal zum Chaos herum. In den zermatschten Überresten des Gelages lag ausgestreckt eine Sullustanerin. Eindeutig tot. Beim Aufschlag war ihr Kopf zu erst auf gekommen, wo durch sie eine böse Wunden kassiert hatte. So ein Tisch, selbst wenn er mobil war, konnte ein mörderisches Möbelstück sein. Das Selbige war auch kollabiert und lag nur noch in Trümmern unter der verunglückten Frau.

      Sein überraschtes Gehirn registrierte unterbewusst den Ernst der Lage. Eiligst wurde der bewusste Verstand darauf hingewiesen, dass die Frau Kleidung trug, die an einen Soldaten erinnerte. Zwar sehr bunt zusammen gesetzt, aber eindeutig militärisch.
      Paskal war nach einem kurzen Blick zur Decke, die einige Stockwerke über ihnen lag, klar, hier war kein Zufall im Spiel. Die Geländer, von den herein ragenden Treppen und Übergängen, waren zu hoch, als dass die Frau aus versehen herunter gefallen sein könnte.
      Danach brach die Hölle los.


      NewRetroWave: Midnight Danger - Adrenaline Burst

      Der kräftige Ex-Gänger konnte sich nicht mehr erinnern, wer den ersten Schuss abgefeuerte hatte, doch eines war klar. Es war keine Schießerei gewesen sondern ein reines Gemetzel.
      Wachen des Hauses, die verzweifelt versuchten die Gäste vor den, in diesem Moment herein stürmenden, Widerstandskämpfern zu schützen. Fast schon fanatische Widerstandskämpfer, die mit Wut sowie Hass verzerrten Gesichtern sich zeigten, um auf alles zu feuern, was nur entfernt nach herrschender Klasse aussah.
      Gäste, die verängstigt in alle Richtungen flohen oder sich versuchten zu wehren. Private Sicherheitsleute, die sich vor ihre Auftraggeber, als lebende Schilde, warfen. Einfaches Personal, dass einfach über den Haufen geschossen wurden, weil sie entweder auch das Ziel waren oder schlicht im Weg standen.

      Karteller, die sich enttarnten und laut den Widerstand herausforderten, und ihre Autorität gelten machen wollten. Alle ihre Rufe, die sonst jeden Gänger in der Unterwelt, des Huttenmondes, erstarren ließen, stießen nur auf taube Ohren. Stellenweise heizte es den Hass der Widerständler noch an. Was nicht wenige Karteller sofort mit ihrem Leben bezahlten.
      Paskal gab selbst immer wieder Schüsse auf ihre „Feinde“ ab. Wobei ihm oft nicht klar war, wer hier eigentlich wen erschießen wollte. Einige Gäste nutzen ebenso das Chaos, um alte Rechnungen zwischen ihren Mitmenschen und/oder -aliens zu begleichen. Schnell sammelten sich die Leichen im Saal. Besonders da der Widerstand dazu überging von oben herab auf alles zu feuern, was sich nur ansatzweise bewegte.

      Die Karteller erkannten ihre schlechte Position noch rechtzeitig, um sich mit einigen Wachen sowie Gästen, aus dem Saal abzusetzen. Paskal begann den Fehler zurück zu sehen. Es blieben genug arme Schweine zurück, die im Blasterhagel einfach niedergemäht wurden, wie Kanalratten von Säuberungsdroiden.
      Groß Zeit zum Durchzählen hatten sie nicht. Die Wachen verständigen sich, mit den Kartellern sowie den privaten Sicherheitspersonal der Gäste schnell darauf, wen es zu töten galt und wie sie es schaffen würden. Sascha war natürlich unter den Vermittlern in diesen heiklen Minuten, die auch sehr schnell die Köpfe des „Widerstandes gegen den Widerstand“ wurden.
      Ein Gegenschlag, samt Rettung des Tages konnte erfolgen, doch dann kam der Com - Anruf, der alles ins Nichts stieß. „Wessen Com ist das!?“ rief irgendwer in der bewaffneten Masse, die eine der Lobbys zurück eroberte hatte, um dort einen kleinen Stützpunkt zu errichten. Paskal merkte schnell, dass es seines war. Hektisch tastete er danach, wobei sein Anzug noch mehr leiden musste. Dabei hatte diese schon einige Brandspuren sowie Risse.

      „Ja, verdammte Scheiße!? Das ist kein sicherer Kanal. Ich hoffe es ist wichtig Leute!“ blaffte er hinein. „Chef, wir müssen alle sofort verschwinden. Unsere Scanner registrieren einen enormen Energieanstieg im Kern der Station. Außerdem ist sie viel zu hoch. Die Generatoren des Antriebes machen dies nicht mehr lange mit. Wir werden abstürzen oder explodieren.“ die neutrale Stimme seines Kel‘Dor‘s straften den tödlichen Ernst der Lage lügen.
      Sascha war direkt hinter ihm gewesen, wie auch immer sie sich anschleichen konnte sollte ein Rätsel bleiben, doch ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Kontrollierte Panik tanzte in ihren hübschen dunklen Augen.

      Laut gab sie es an die Anwesenden weiter und richtet sogar einen Befehl an sie alle. „Zu den Schiffen! Wir fliehen von hier! Die Verletzten werden getragen! Wir weichen allen Angriffen aus und gehen zu den Andockringen! Los, los!“ Mit ihrem schlanken Blaster schwenkend scheuchte sie die Masse auf.
      Nur kurz nach Quino‘s Anruf begannen alle anderen Coms zu klingen. Keiner der Flüchtenden ging ran, da klar war, was hier abging. „Die Schweine hatten die ganze Zeit die Kommunikation vollkommen unter Kontrolle! Hinterhältige Akk-Hundficker!“ Dieser Kommentar kam von Teschi, die sich, langsam aber sicher, wieder zu Paskal durchschlagen konnte, um dann neben ihm zu laufen. Wobei der dicke Karteller dabei einen verwundeten grünen Nikto stützte. Der Typ bekam eh nichts mehr mit. - Der verdammte Loser musste auch seinen Vorgesetzten vor einer Blasterladung schützen, mit seiner Brust! Der wiegt eine Tonne! -

      „Zumindest wissen wir nun Bescheid und können verschwinden.“ brachte Paskal zwischen einigen schweren Atemstößen hervor. Ein fixer Blick zu seiner Cathar brachte seine Augenbrauen zum hoch hüpfen. Ihre Kleidung war regelrecht zerrissen. Wer auch immer das gewesen war, wollte der Frau wirklich an die Wäsche. „Frag einfach nicht, Chefchen.“ zischte die Cathar nur bissig. Paskal kam das nur mehr als recht. Gerade war abhauen mehr als genug Beschäftigung, für sein Hirn.
      Kurz vor den Andockringen kam ihn der Widerstand dann doch in die Quere. Aus einem Aufweg heraus wurden sie beschossen und so daran gehindert auf die nahe Erlösung zu zu spurten. Die Schleuse zum Andockbereich war zum greifen nah. Man roch schon das Öl, die Abgase, die Hitze, die am Plastek nagte und hörte die Motoren der Maschinen. Zumindest kam es Paskal so vor, während er, mit dem Rest der Meute, die Widerstandskämpfer beschoss.

      Ihr Blasternest war zwar improvisiert, aus Möbeln der umgebenen Räume sowie Gänge errichtet, doch lag es hinter einer halb geschlossenen Feuerschutztüre, die sie absichtlich so arretiert hatten, was es fast unmöglich machte irgendwen zu treffen. Zwar schafften sie es die Schützen kurz in ihre Deckung zu zwingen, doch mehr war nicht drin.
      Sascha wollte schon neue Befehle brüllen, da wurde der allgemeine Kampflärm von dem kreischen einer Sturmkanone übertönt. Alle warfen sich zu Boden, da jeder dachte, nun würden sie noch von einer anderen Seite beschossen, doch nichts passiert.

      „Eh! Das kam vom Aufweg! Die Widerständler hat es wohl erwischt! Weiter, weiter, Leute!“ rief einer der Karteller aufgeregt. Direkt drückte sich die Masse zur Schleuse. Wild wurde die Tastatur bedient, um das runde Metallschott zum wegrollen zu bewegen. Nichts rührte sich.
      Die Masse geriet in Panik, wodurch die Sicherheitsleute, Karteller sowie Hauswachen ins Zeug legen mussten, um die Kontrolle zu behalten. Paskal schaffte es Teschi zur Schleuse zu drücken, wo diese direkt ihre Kabel auspackte, um ihre Cyberimplantate im Nacken, mit der Steuerkonsole zu verbinden. „Gebt mir etwas Zeit!“ schrie sie über den Tumult. „Die Türe ist herunter gefahren. Ich starte sie neu, dann sollte sie sich öffnen.“

      Der Dicke ließ seine Technikerin alleine weiter machen und drückte sich durch die Masse wieder heraus. Zumindest waren die Leute ruhiger geworden, wenn auch nicht geduldiger. Darauf hatten die Bewaffneten direkt eine Antwort, harte Schläge! Mehr als einmal musste einer der Verteidiger die Schützlinge zurecht weisen.
      Natürlich half Paskal dabei. Nicht ohne etwas Vergnügen zu empfinden, gab er einem lauten Smoking-Träger eine Ohrschelle, als dieser meinte wieder sich durch drücken zu müssen.
      Mit einem mal hörten sie viele Schritte, die sich näherten. „Das Stampfen kenne ich. Das sind militärische Schuhe, von mehreren Leuten.“ kam es von einem recht rüstigen Gast, der eine Duellpistole führte.
      Und ja, er hatte recht. Von dem Weg, den sie hinter sich gelegt hatten, waren Schritte zu vernehmen. „Nicht feuern! Erst wenn ich das Zeichen geben!“ gab einer von den Kartellern von sich, ein Veteran aus Gängerkämpfen, wie es schien. Sein vernarbtes Gesicht ließ den Menschen wie eine schlecht genähte Puppe wirken.
      Bis auf eine Hand voll massiger Typen, die Teschi deckten, verteilten sich alle an die Wände und den eben noch so verfluchten Aufweg. Die Widerstandskämpfer kamen um die Ecke, den Gang herunter gerannt. Ihre ersten Schüsse waren ungezielt und aus der Hüfte abgegeben. Wohl weil sie alles vor sich aufschrecken wollten.

      Dann, als sie tief genug in einer langen Geraden waren, erwiderte die bunt gemischte Gruppe ihrerseits das Feuer. Das kombinierte Blasterfeuer drängte die Angreifer zurück, fällte einige und vernarbte den Gang, mit dutzenden Brandspuren.
      Doch jedem war klar, dass sie hier auf dem Präsentierteller lagen. Kaum waren die Widerstandskämpfer wieder in Deckung wurden die Schüsse präziser, tödlicher und immer zahlreicher. „Die Schweine sind zu gut ausgerüstet, für den Scheiß hier! Was macht die Türe, Teschi?!“ schrie Paskal über den Waffenlärm von seiner kleinen Deckung am Aufweg, zur Cathar an der Schleuse.
      Während sich Paskal darum bemühte nicht aus seiner Schutzzone herausgedrückt zu werden, da es einfach zu wenig Platz für alle gab, musste sich Teschi voll und ganz darauf verlassen, dass ihre Fleischberge, mit ihren Schutzwesten, Personenschilden oder einfach ihren blanken Körpern sie schützten.
      Fluchend bekam die Hackerin die Schleuse dazu sich zu bewegen, wenn auch nur langsam. Unter dem weiter anhaltenden Feuer der Widerstandskämpfer zwängten sich die Fluchtenden hindurch, zumindest die ersten fünf, worunter auch Teschi war.

      Wenige Momente danach rollte die Schleuse wieder zurück. Gleichzeitig rückten die Widerstandskämpfer brüllend vor, sahen sie doch nun ihre letzte Chance ihre Ziele zu erledigen und gleichzeitig wohl selbst zu fliehen.
      Die wenigen Verteidiger schossen ihre letzten Energiezellen leer oder versuchten mit bloßen Händen, die massive Metallscheibe vom schließen abzuhalten, während die Hackerin von der anderen Seite fluchend versuchte wieder Kontrolle, über das Schott zu erlangen.
      Paskals Panik erreichte einen neuen Höchststand, als ihm die Energiezelle des Blasters rauchend zu Boden fiel. Die alte Waffe hatte die total überhitzte und leere Zelle automatische ausgestoßen, doch es war auch seine letzte Munition gewesen.

      Bevor die Widerstandskämpfer sie endgültig niedermähen konnten platzen die Wände auf. Explosionen zerrissen die Wände an einigen Stellen und füllten alles in eine dicken Nebel aus Staub. Hustend schlug sich Paskal zur Schleuse durch. Teschi hatte es geschafft sie anzuhalten, bevor sie sich unvermeidlich geschlossen hätte.
      Der Spalt war gerade so groß, dass sich immer nur eine Person durchzwängen konnte. Der dicke Sicherheitschef kam nicht umhin seinen beschränkten Blick auf die Umgebung zu werfen, während sich um ihn herum die Leute nach einander durch den rettenden Spalt drückten.
      Da sah er es. Gepanzerte Gestalten, mit blau brauner Lackierung schritten durch den Nebel. Sie führten Blaster, Klingen und Stäbe. Geschickt führten sie sie. Machten jeden Angreifer nieder, dem sie habhaft werden konnten, ohne irgendwelche Gnade oder Hemmungen zu zeigen.
      Auch das Jaulen der Sturmkanone war wieder zu vernehmen. Einer der gepanzerten Typen führte sie mit einer Routine, die fast lächerlich war. So erschufen diese „Retter“ eine Todeszone zwischen den Flüchtlingen und dem Widerstand.

      Aber selbst dieser Aufschub ebbte ab. Paskal sah mehr als einen diese gepanzerten Männer fallen, da er von konzentrierten Blasterfeuer und / oder Sprengsätzen getroffen wurde. Es fesselte ihn, wie diese Leute sich selbstlos in diese tödliche Gefahr begaben, um einen Haufen, wie ihren, zu retten. Das war nichts alltägliches auf Nar Shaddaa.
      Saschas Stimme holte ihn wieder zurück. Sie packte den Dicken an der Schulter. „Wir sind dran!“ Kurz danach wurde Paskal an die Schleuse gedrückt, wo er sich abmühte durch den Spalt zu gelangen. Nach ihm kamen noch eine Handvoll anderer. In dem Moment verlor Teschi wieder die Kontrolle über die Schleuse, was einer Kartellkämpferin buchstäblich den Kopf kostete.
      Der Metallklotz zerschmetterte diesen einfach, was alle umstehenden mit roten, weißen „Matsch“ sowie Haarresten besprengte. Kreischend wichen alle zurück. Von der anderen Seite waren die lauten Stimmen der letzten drei Unglücklich zu hören, sowie der Lärm des anhaltenden Feuergefechts.

      Teschi hämmerte wieder auf die Tasten ein, während fasst alle anderen Personen sich schon in die warm gelaufenen Fähren, Gleiter und anderen Transportmittel retteten. Paskal versuchte sich an dem Nothebel, mit zwei anderen Kartellern. Sie alle drei waren von starker Statur und zogen wie wahnsinnig am Hebel, der sich nur langsam nach unten bewegte, als würde er in tausenden von Schichten Huttenschleim stecken.
      Als der Spalt groß genug wurde, dass die ersten Gesichter wieder zu sehen waren, verschwanden diese auf einmal genauso schnell wieder, nicht weil das Schott wieder zu fiel, sondern irgendwer oder – etwas drückte alle Verzweifelten zur Seite.

      Blaue Panzerhandschuhe packten die Ränder des Schotts. Es waren mindestens vier Paar Hände, die sich in den Spalt quetschten. Gemeinsam drückten sie die Metallscheibe immer weiter aus dem Weg. Was Hacker, Nothebel und Verzweifelte nicht gelang, schafften die Typen. Paskal blieb der Mund offen stehen, doch war er geistesgegenwärtig um die Leute noch durch den Spalt zu zerren. Eine davon war Sascha. Der Dicke war überrascht, wie schwer die Zabrak war. Schnaufend zerrte er sie heraus und auf ihre hübschen, wenn auch lädierten, Beine.
      Bevor sie zusammen zu einer der letzten wartenden Fähren liefen, blickte Paskal, mit Sascha und Teschi, noch mal zum Schott. Die Gepanzerten konnten es nicht weiter auf halten und ließen es los. Kurz erhaschte sie einen Blick auf einen der Typen, aus nächster nähe.

      Das geschwungene schwarze Visier, mit der kleinen Finne, am Hinterkopf des Helmes. Das tiefe Blau der Lackierung, welche zerschrammt und von Blasternarben übersät war. Dazu kein fehlender Ruf oder Geste. Einfach stille. Dann knallte das Schott zum letzten mal zu.
      Dies brannte sich tief ins Gedächtnis des dicken Kartellers, und es würde ihn noch lange verfolgen.

      An der letzten Fähre angekommen erblickte er auch wieder Gagts und Bagts, die die klassische Gladiatoren – Tracht trugen, die man tagtäglich in Arenen oder Schaukämpfen bewundern konnte. Sie hielten zusammen, mit Quino sowie Orikalco, den Eingang der Fähre.
      Kalco auch die Kleidung eines Piloten an, was ein echter Glücksfall war. Sicherlich hätte Quino alleine die Fähre nicht halten könnten. Die Schweine waren wohl auf verschlungenen Wegen zu den Fähren gelangt und zur Hilfe geeilt.

      Es waren weit aus mehr Leute übrig, als Paskal gedachte hatte. Skeptisch betrachtete er die kleine Fähre, wobei er sich nicht vorstellen konnte, wie das gehen sollte. Dieser Horror wurde dadurch überschattet, dass die Karteller sich sogar untereinander bekämpften, um nun diese letzte Rettung zu erreichen.
      Sascha versuchte sich lauthals Gehör zu verschaffen, aber selbst ihr gelang es nun nicht mehr irgendeine Autorität gelten zu machen. Durch das Gemenge gelange es Paskal Blickkontakt zu seinen Leuten auf zu nehmen. Sein alter Jugendfreund entdeckte ihn direkt und nickt ihm sogleich zu. Der Devaronianer rief etwas zu den Gamorreanern zu, worauf diese hin so aggressiv sie konnten, die Leute zurück scheuchten.

      Nur Paskal, Sascha und Teschi wurden von diesem Ausbruch an Muskelmasse und schierer Wut verschont.
      „Komm schnell an Bord. Wir müssen sofort verschwinden. Unser Bastelgenie meinte, der Energieanstieg wird immer massiver und keiner will hier bleiben, um herauszufinden was dann passiert!“ brachte Kalco angespannt hervor, und packte Paskal an seiner Schulter, um ihn rein zu zerren.
      „Wie viele können wir noch mitnehmen?“ konterte dieser schnaubend, dabei blieb er steif auf der Stelle stehen. Während dem Devaronianer die Kinnlade herunter fiel vor lauter Unverständnis, antwortet der Kel‘dor, wie aus dem Blaster geschossen. „Mit unseren Team, noch ca. 4 Personen.“.
      12 Personen, da er seine Givin noch mit rechnete, die sicher ganz vorne im Cockpit hockte, um die Fähre zu starten. - Sie wäre hier eh keine Hilfe gewesen. Nachher hätte sie noch wer erschlagen, die Kleine. - .

      Paskal zählte die Köpfe fix durch und kam auf 20 Verzweifelt, wenn er sein Team mit zählte. Zögernd leckte er sich über die Lippen, bereit etwas auszusprechen, wobei Kalco schon energisch, mit seinem gehörten Kopf schüttelte.
      Sascha hob ihre Braue, als sie das nächste vernahm. „Wie viele ohne Gags und Bags?“ Paskal konnte selbst nicht mal fassen, dass er dies fragte. Sein Technik – Freak von Kel‘dor blickte sich die Masse an, um dann Stumm zu nicken und rein zu gehen.

      „Du willst doch nicht unsere Leute opfern, um irgendwelche Fremden zu retten!?“ schrie ihn Kalco an. „Nur wenn Gags und Bags es auch wollen.“ gab Paskal nicht weniger laut zurück. Sein Blick fiel auf die Beiden Gamorreaner, die eine fette Barriere zwischen den Leute und der Fähre bildeten.

      „Jungs?“ fragte Paskal leise und trat an sie heran. „Ich verspreche euch, ich komme zurück, wenn wir sicher gelandet sind und hole euch ab.“ Dabei legte er jedem der Schweinchen eine Hand auf den dicken Bäuche. Die grünen Schweinchen blickten sich gegenseitig an, unterhielten sich in ihrer grunzenden Sprache, um dann kollektiv Paskal zu zu nicken, unterstrichen von harten Klapsen auf seine Schultern.
      Die restlichen Leute, nun nicht mehr von den Muskelbergen in Schach gehalten, drängten zur Fähre. Als letzter stieg Paskal ein. Wehmütig schaut er ein letztes mal zu seinen starken Jungs, die ihm schon oft aus der Klemme geholfen hatten. Sie winkten ihm zum, schlugen sich auf die dicke Brust und deuteten ihm an zu gehen.
      Heulend erhob sich das Fluggerät in den Himmel von Nar Shaddaa, um zwischen sich und der Himmelsfestung einen großen Abstand auf zu bauen. Paskal schaute während des Flugs aus dem Fensters. Er blickte selbst dann noch zur Festung, als diese sich in einen grellen weiß blauen Ball aus Energie verwandelt.
      Dieser zitterte einige Moment, bildete eine neue Sonne am Himmel, um dann immer weiter zu vergehen, bis nichts mehr zur sehen war. Als wäre dieser überteuerte Palast einfach aus dem Firmament gebrannt worden.

      Genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer, war Kalco. Die ganze Zeit blickt er Paskal auf eine Art und Weise an, die Bände sprach. Das Alien hatte nicht die „Nova“ betrachtet, sondern starr auf Paskal geblickt, mit dem ein und den selben Gesichtsausdruck. Ein Alptraumwerk aus Abscheu, Unverständnis, unterdrückter Wut und Trauer.
      Ohne es zu merken, hatte wohl Sascha ihre Hand auf Paskals Schulter gelegt, während des gesamten Flugs zurück. Sicher ein Grund, für Kalco‘s Blick, aber Paskal machte sich nichts vor. Sein Jugendfreund hatte den „Blick“. Diesen einen Blick, den jeder Ganger kannte, wenn ein Mitglied seine Ziele über seine Gang stellte. – Verräter - .
      Nach ihrer Landung waren sie gut versorgt worden. Quino, Tri‘Cul‘La sowie Paskal waren noch etwas zusammen geblieben, bis es fast morgen gewesen war. Orikalco hingegen hatte sich direkt von der Gruppe abgeseilt, als er die Gelegenheit dazu hatte. Paskal konnte es ihm nicht verdenken.

      Teschi versicherte dem Team, sie würde auf seinen Fersen bleiben und sicher gehen, dass es ihm gut geht. Zum Abschied hatte sie Paskal gedrückte und ihm leise Mut zu gesprochen. „Ist leider dein Job, Chef. Ich hätte sicher an deiner Stelle versagt….und Kalco sicher auch.“.
      Dem Dicken war darauf nichts weiter eingefallen, als sie nur feste zu drücken und dann los zu lassen. Was hätte er auch sagen sollen? Danke? Ihm war speiübel. Selbst Tage danach noch. Er und sein Team waren mit Belobigungen und Credits überhäuft worden. Nun ja, nicht so massiv, wie andere, aber es war so viel, dass ein paar von ihnen an einen Ausstieg dachten.
      Miss Nagkro hatte sogar seine Leistungen in ihrem Abschlussbericht lobend erwähnt. Und als Paskal dachte ihm könne nicht schlechter werden, war dieser Ikarus bei ihm aufgetaucht. Er meinte, er solle nun Urlaub machen. „In ihrer Verfassung nutzen sie uns eh nichts, Herr Remsil.“.
      Durch die Blume heraus auf die Abschussliste geschoben! Ja, das Kartell ist ein sicherer Arbeitsplatz, aber nur solange, wie man nicht zum Klotz am Bein wird. Klar, es gab Ärzte und so, doch Paskal schwante schlimmes. Jeder hatte es ihm angesehen wie elend ihm war, und dieser Urlaub…

      Nie im Leben war da ein gutes Ende hinter. Von jedem wurde er gefeiert, doch gleichzeitig schien es so, als würde er nun alles verlieren. Das Schlimmste daran war, dass er Gags und Bags nicht aus dem Kopf bekam. Immer wieder sah er ihre Gesichter, so treudoof, aber doch wissend, dass er nicht wieder kommen würde.
      Seine Mitbewohnerin / Freundin hatte er ausziehen lassen, da sie eh schon einen Neuen gefunden hatte und ihm nicht nach Gesellschaft war. Mit Humor, guten Wünschen sowie leeren Versprechen hatten sie sich getrennt. - So läuft es doch immer. - quittierte es Paskal tief in seinem Inneren.

      Doch als er dachte es würde ihn zerbrechen überkam ihn neuer Mut und Kraft. Eine brennende Leidenschaft, entfacht aus einer unerwarteten Quelle. Teschi steckte ihm, dass im Hauptquartier, die ganze Akte vom „Killer-Problem“ geschlossen wurde. Man einigte sich mehrheitlich darauf, dass er wohl in der „Nova“ verbrannt worden sei.
      Erst nur aus Neugier, und weil er einen leidigen Abschlussbericht schreiben musste, befasste Paskal sich nochmal mit allen Fakten und vergrub sich dabei in Arbeit. Dabei fielen ihm immer mehr Fehler auf. Fehler, die so seltsam waren, dass er sich keinen Reim darauf machen konnte.

      Er hätte sie sicher komplett ausgeblendet, wenn nicht eine Sache so hart auf seine Gemüt geschlagen wäre. Eine bestimmte Informationen, die sicher verlorengegangen wäre, hätte er sich nicht daran erinnert.
      „Die Gästeliste ist falsch. Das ist die falsche Liste….aber wie….wo….“ zweifelnd war er alle seine Datentafeln durch gegangen. Doch er hatte recht, die Liste, sie war kurz vor dem Event geändert worden, oder war sie eigentlich immer so gedachte gewesen?
      Es fehlten auf dieser „offiziellen“ Liste alle näheren Verwandten und einige wenige Geschäftskontakte auf Nar Shaddaa. Darunter war sogar ein Hutte. „Aber warum wurde die Liste verändert? Und warum wurde sie vom Kartell so hingenommen. Selbst die Verluste wurden daran gepasst….warum hinterfragte es keiner?“.

      So grübelte er über die Tage, bis er von Filmplast, Caf – Bechern, Datentafeln und handschriftlichen Notizen umringt war. Dazu schaute er sich, als Pause, immer alte Detektiv – Serien an, um sich zu inspirieren. Am Ende hatte er ein dichtes Netz, aus Fakten, Kontakten und Anhaltspunkten vor sich liegen, welches er anstarrte.
      Nachdem er all seinen Mut zusammen genommen hatte, war er damit los gezogen, nicht um es seinen Vorgesetzten zu zeigen. Nein, das war sinnlos. Er ging zu der einzigen Person, die ihm immer bei gestanden hatte, und den es auch nicht kalt lassen würde.

      Kalco war auch in Urlaub, aber hatte ihn selbst eingereicht. Seine Frau hatte die beiden alleine in dem großen Apartment gelassen, und war mit den Kinder ausgegangen. Sie hatte wohl kein Interesse daran gehabt, dieses Drama mitzuerleben.

      „Was willst du von mir, Verräter?“ spuckte ihm der Devaronianer entgegen. Paskal legte ihm nur die Datentafel auf den Tisch, deutet ihm an, sie zu lesen. Nach ein paar Minuten des intensiven Lesens, gepaart mit Schweigen, fragte Kalco ihn erneut. „Was willst du also von mir?“
      „Willst du es, mit mir, zu ende bringen? Für die Jungs, für uns?“ hielt Paskal gegen und streckte dem alten Freund einladend die Hand entgegen. „Oder willst du sie damit davon kommen lassen?“. Das Alien blickte dem Menschen lange in die Augen, aber ergriff dann dessen Hand, um ihn böse anzugrinsen. „Für die Jungs. Für die Gang.“.
      „Für die Gang.“ gab Paskal, ebenso böse grinsend zurück.

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein (Teil 1/2)
      - Zweiter Akt -


      Die Familie ist das einzige was zählt!


      NewRetroWave: Ferus Melek - Decay of the Mainframe

      Kuat war nie ein einfaches Thema. Politisch ein Labyrinth aus Vetternwirtschaft, Bestechung und Korruption, gepaart mit Adelshäusern und dem berühmten Werftenring, um den Planeten. Adelshäuser verbündeten sich nicht, wie in anderen Gesellschaften, durch Ehen. Es waren mehr subtilere Mittel gefragt, um sich in so einer Gesellschaft höhere Machtpositionen zu sichern. Dabei blieb es nicht aus, dass einige Häuser in Ungnade fielen, sei es durch ihre Inkompetenz, Faulheit oder schlichte Überschätzung ihrer Macht.
      Sicherlich wäre es verlockend solche Gescheiterten einfach zu eliminieren, doch auch hier griff die verwirrende Politik dieses interessanten, wie verstörenden, Volkes drastisch ein. Man konnte schließlich nie sicher sein, ob nicht diese Personen empfindliche Beweismittel gegen andere höher gestellte Häuser und/oder Personen besaßen. Vielleicht verbargen sie sogar noch wertvollere Geheimnisse, die noch zu ergründen sind.

      Das erforderte Nachforschungen. Dann kam die Frage auf, was solle man mit den, noch lebenden, Mitgliedern dieses Hauses anstellen. Kuati waren hier sehr erfinderisch. Nicht umsonst rühmten sie sich damit, die „besten“ Werften, der gesamten Galaxis, zu besitzen. So war eine beliebte Methode Generationenschiffe zu bauen.
      Prunkvoll, wie gewaltige, Raumschiffe, die diese heikle Fracht weit von Kuat aufbewahrten, versorgten, pflegten sowie hegten. Es waren schließlich immer noch Adelshäuser. Und wer wusste schon wann man einen nützlichen kleinen Verbündeten brauchte, der nur zu gerne wieder an Macht gewinnen wollte.

      Entbunden von ihren Rechten und Pflichten ihrer Heimat, war das Leben auf so einem Schiff stellenweise frustrierend. Depressionen waren daher keine Seltenheit unter den Passagieren. Mit der Zeit entwickelte man die Idee des „goldenen Käfigs“ immer weiter. Bis die Verantwortlichen eine fast perfekte Illusion der Freiheit erschufen.
      Ausflüge zu fremden Planeten, kurze Besuche von Kuat, kulturelle Angebote, Weiterbildungen und einiges mehr fanden Einzug. Natürlich immer verbunden, mit einer strengen Kontrolle der Passagiere. Man wollte ja keinen der Adligen aus versehen verlieren.

      Dieses Schiffe wurden nicht von einem bestimmten Haus verwaltet. Die Versuchung wäre einfach zu groß, all diese gefallenen Edelleute als „Geiseln“ zu nehmen bzw. entsprechend zu manipulieren.
      Nein, für so eine heikle Aufgabe wurden Sicherheitsfirmen abgestellt. Mächtige Unternehmen, die direkt von der obersten Kaste von Kuat bezahlt wurden. Dazu kam, dass die Familien, dieser „Beschützer“ auf Kuat leben durften. Je nachdem wie wichtig die Stellung des Brötchenverdieners war, wohnten die Familien auch besser oder schlechter.
      Man brauchte nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was mit diesen geliebten Familien passieren würde, wenn die „Beschützer“ versagen würden. Daher waren in diesen Rängen Leute, mit Familien, ungemein gerne gesehen. So mehr Verwandte, um so besser.

      Franciska Sobruhno war eine Adligen, die auf so einem Schiff lebten. Sie lenkte sich mit allerlei Hobbys und Bildungsangeboten ab. Tanzen lag ihr sehr, aber auch Kunst oder Musik. Es klang fast kitschig, wenn sie ihre Vorlieben einer anderen Person aufzählte. Fast wie eine klassische Prinzessin aus einem Roman kam sie daher.
      Doch kannte sie man besser, oder bezahlte für gewisse Informationen, erfuhr man, dass sich diese Dame mit Schiffsbau beschäftigte, Raumspaziergänge liebte und sogar regelmäßig Schießstände besuchte. Sie verstand sich aber nicht als Sportschützin. Ihr gab mit dieser letzten Fähigkeit nie an oder verriet sie leichtfertig.

      Auch den Umstand wie sie dazu gekommen war gerade das Letztere, der nannten Hobby‘s, zu wählen, war sehr wenigen bekannt. Ihr Telbun hatte sie darauf gebracht. Nun gut, der Mann war nie wirklich ein Telbun ihres Hauses gewesen, im eigentlichen Sinne. Er war weder von dem Patriarchen ausgewählt worden, noch hatte er je in ihrem Familienanwesen gelebt.

      Damals lernte sie ihn als Kir Kanos kennen. Einem Kopfgeldjäger, der auf der Jagd nach dem Patriarchen ihrer Familie war, ihrem „Vater“. Natürlich war er nicht ihr richtiger Vater gewesen. Alle Kinder wurden von Telbuns gezeugt, doch nie als Väter oder Mütter angesehen. Sie waren alle außergewöhnliche Personen, die die Ehre hatten, ihre Gene dem Haus zur Verfügung zu stellen. Telbuns werden immer in die Häuser adoptiert, denen sie Kinder schenkte bzw. sich verpflichteten, doch erreichten sie nie den Stellenwert eines wahren Mitglieds des Hauses.
      Warum ihr Patriarch von diesem Jäger verfolgt wurde? Wegen eines Verbrechens, dass schwerer wog, als alles andere. So schwer, dass es ein Skandal war und keines der Häuser sich die Finger daran schmutzig machen wollte. Verrat an Kuat selbst.

      Der Herr des Hauses Sobruhno hatte versucht Fremdweltlern Einfluss auf Kuat zu sichern. Eine indirekte Steuerung von Produktionsketten, Schiffsverkäufen, Handelsverträgen, alles was ihnen einen Vorteil verschafft hätte.
      Die Häuser waren entsetzt, doch auch zu stolz, um selbst einzugreifen. Daher heuerten sie Kir Kanos an. Über einen Kontakt bei den Kodexjägern erhielten sie seine Hilfe. Franciska hatte sich damals nicht dafür interessiert, von wem dieser Mann geschickt wurde. Ihre Neugier war damals vom Jäger selbst geweckt worden. Das erste mal, dass sie so was wie Interesse an einem männlichen Wesen verspürte.
      Dieser Mann hatte was, was sie damals schon als Teenagerin haben wollte. Trotz der Zerstörung, dem Chaos und der Gewalt die er entfesselt hatte, war sie von ihm angezogen gewesen, oder vielleicht gerade deswegen. Dieser wortkarge Mann, in seiner vernarbten Rüstung, die nach Waffenöl, Schweiß und Ozon roch, stand für alles, was es nicht auf Kuat gab.
      Und trotz seiner „barbarischen“ Herkunft, war auch so was wie Milde oder zumindest Rücksicht und Präzision in ihm vorhanden. Eine destillierte Form der Männlichkeit. Auch wenn manche ihn dafür mehr als Maschine den als Mensch bezeichneten.

      Genau deswegen hatte sie sich damals aus ihrem Versteck gewagt und sich ihm in den Weg gestellt. Der Gepanzerte in seiner grauen Rüstung, mit metallisch blauen Akzenten, richtete seine Blaster auf die kleine Dame, um dann sehr direkt, aber ruhig, zu fragen. „Wo ist der Herr des Adelshauses ?“
      Sie hatte keine Angst verspürt, auch wenn es an Wahnsinn grenzte. Stattdessen nahm sie eine eleganten, wie herausfordernde, Pose ein, reckte ihr Kinn vor und sprach deutlich. „Ich sage es dir, wenn du mit mir einen Handel eingehst, Jäger.“
      Schweigen war die Antwort, doch senkte der Mann die Waffen. „Wenn ich groß bin und einen Mann brauche, will ich dass du deinen stehst." sprach sie weiter. Es hätte alles in diesem Moment passieren können, sie hätte sterben können oder ausgelacht werden.

      Aber dieser Mann sagte schlicht „Sicher.“. Danach nahm er seinen Helm ab, um ihr sein Gesicht zu zeigen. Damals war es schon von kleinen Narben geziert, sowie von einer breiten, die quer über sein Gesicht verlief. Dazu waren seine Augen mit Cyberaufsätzen versehen. Sein kurzes braunes Haar war von einer kräftigen Färbung und seine kantige Miene zeigte keine emotionale Regung.
      Kir schenkte ihr als nächstes eine Goldmünze, die sie ihm zurück schicken sollte, sollte sie seinen Schwur einlösen wollen. Warum er vorher seinen Helm abnahm, erklärte der Mann nicht mal. Vielleicht gehörte es zum Ritual oder er spürte das er sein Ziel fast hatte. Franciska spekulierte erst Jahre danach darüber.
      Nachdem ihr Pakt besiegelt war hatten sie sich gemeinsam um ihren Patriarchen gekümmert. Man brauchte nicht groß zu erwähnen, dass genau so eine Aktion ihr keinerlei Freunde gemacht hatte. Doch im Endeffekt hatte dieses kleine Teenagerin damals das Haus Sobruhno gerettet.

      Wer hätte schon wissen können, welcher mutige oder idiotische Adelssohn diese Killermaschine herausgefordert hätte. Genug Wachen und Telbuns hatten es damals versucht und waren gestorben. Doch sobald der Jäger diese Option zur Verhandlung erhielt, was die Geschichte schnell und schmerzlos verlaufen.
      Leider waren die anderen Häuser nicht geneigt milde walten zu lassen, trotz dieser Geste des mutigen Mädchens. Das Exil ereilte das gesamte Haus, während der Patriarch lebenslang an einem unbekannten Ort eingekerkert wurde.
      Die Zeit verging und aus dem Teenager wurde eine Frau. Zwar erlebte sie diese Zeit auf dem Exilantenschiff, doch war es keine schlechte Kindheit. Sie genoss es sogar von ihrer strengen Heimat getrennt zu sein. Ließ sich von fremden Kultur beeinflussen, so gut es ihre beschränkten Ausflüge ermöglichten. Dabei lernte sie sich selbst kennen, ihre Wünsche und Ziele. Und eines davon konnte nur durch einen Schritt bewerkstelligt werden.

      Lady Sobruhno entschied sich Mutter zu werden. Nicht nur aus ihren eigenen Gefühlen sowie biologischen Trieben, auch ihr Erbe verlangte es. Explizit verlangte das Erbe des Hauses, dass sie eine Tochter hervor brachte. Leichter gesagt als getan.
      Ihre Schwestern waren daran gescheitert Töchter hervor zu bringen. Intrigen und Verrat waren ihnen immer wieder dazwischen gekommen. Telbuns verschwanden, Kinder wurden vertauscht oder Schwangerschaften unterbrochen. Einige gaben es ganz auf und konzentrierten sich darauf ihre Söhne, wenn sie denn welche hatten, zu guten Nachkommen erziehen zu lassen.
      Franciska hingegen umging diese Stolpersteine des Verrats und der Intrigen auf eine ganz hinterlistige Art und Weise. Ihr Onkel half ihr dabei eine Geburtsstation zu finden, auf einem unbedeutenden kleinen Planeten. Dort ließ sie ihre Eizellen speichern, und als sie die Goldmünze zurück zu Kir Kanos schickte, erfuhr sie als erstes, dass er nun Dandrius hieß.
      Aber sein Schwur blieb bestehen, trotz der anscheinenden Entwicklung, die dieser Mann vollzogen hatte. Rasch erhielt sie seinen Samen und ließ ihn den Ärzten zu kommen. So wurden die besten Stränge von ihr und diesem Mann verbunden. In einer künstlichen Gebärmutter reifte ihre Tochter heran, Dimitria.

      So oft sie konnte reiste sie, mit ihrem Onkel, zu dem Planeten und besuchte ihre langsam heranwachsende Tochter. Immer als Urlaube oder Weiterbildungen getarnt verbrachte sie dort so viel Zeit, wie irgendwie möglich. Natürlich erkannten die Sicherheitsleute ihr Schema. Zur Rede gestellt gestand sie ihre Pläne ganz freimütig, wissend, dass diese Leute nur darauf aus waren ihre Familie zu kontrollieren, nicht aber ihre Geheimnisse zu verraten.
      Man einigte sich, doch behielt alles unter vier Augen. Natürlich weihte sie ihren Onkel ein, der weniger begeistert war.
      „Oh Mädchen, sei nicht naiv. Diese Leute werden uns verraten, wenn sie eine Gefahr erkennen.“
      „Und damit einen politischen Skandal, auf diesem Schiff, riskieren, Onkel Helkom? Nie im Leben.“
      „Merke dir meine Worte, es wäre besser gewesen zu schweigen.“ Sie war gar nicht weiter auf dieses Thema eingegangen. Dafür wusste sie nur zu gut, dass er auch hinter dem Erbe her war. Doch hierfür musste Dimitria erst 18 Jahre alt werden. Und ewig würde sie ihre Tochter nicht verstecken können.
      So kam, wie es kommen musste. Sie führte ihre Tochter in diese Gesellschaft ein. Natürlich reiste sie mit ihr immer wieder herum. Das kleine Mädchen bekam mehr von der Galaxis zu sehen, als jedes andere Kind in ihrem Alter. Immer unter den wachsamen Augen ihrer Wärter. Natürlich ließ sich ein Drama nicht vermeiden.
      Dimitria hatte ihren Vater nur über Vids und Pics kennengelernt. Und so sehr sich auch Franciska auch bemüht hatte diesem Mädchen einzubläuen das dieser Mann nur ihr Telbun war, so nannte Dimitria ihn immer wieder Papa. Zumindest tat sie es nie, in der Öffentlichkeit.

      Zwar hatte Franciska noch keinen Gatten aus der Familie bekommen, doch es war nur eine Frage der Zeit. Da konnte sie es sich nicht leisten, dass ihre kleine rebellische Tochter genau diese wichtige Etikette der Kuati-Gesellschaft immer wieder ignorierte.
      Ihr Onkel kommentierte es mit. „Da hast du es. Dieser Mann hat eine widerspenstige Art tief in seinen Genen verankert. Das Mädchen wird uns Ärger bereiten, sollte es sich nicht zu benehmen lernen.“
      „Du warst froh darüber, sie zu haben. Im Moment ist sie der Schlüssel zum Erbe, und zur Rückkehr nach Kuat. Daran arbeitet diese Familie doch schon seid Jahrzehnten.“
      „Ha! Das stimmt. Dafür muss sie aber erst 18 werden. Ich fürchte nur, dass sie uns aus den Fingern gleiten könnte, meine Teure.“
      Zunächst verwirrte es Franciska, was ihr Onkel da andeutete, doch dann kam der Tag X. Während einer ihrer Reisen wurde ihre Tochter entführt. Zunächst wurden Piraten oder ein anderes Haus vermutet, doch der Lady war schnell klar wer dahinter steckte.

      Dandrius selbst. Seine Adoptivtochter Nura schnappe sich das Mädchen und reiste, mit ihr, nach Nar Shaddaa. Direkt zur Himmelsfestung von dem nun Ex-Kopfgeldjäger Dandrius van Benku. Ihr Onkel wollte die Wachen des Exilantenschiffes mobilisieren, aber diese verweigerten die Hilfe. „Wir wissen nichts über eine Tochter aus ihrem Haus.“
      Allein diese Verleugnung war eine offene Beleidigung. Zähne knirschend waren sie und ihr Onkel nach Nar Shaddaa gereist, zumindest in dieser Hinsicht halfen ihnen die Wächter, doch alles was danach kam wurde zu einem zähen Verhandlungskrieg.
      Dandrius wollte seine Tochter kennenlernen. Dimitria war froh darüber und wollte gar nicht weg. Egal was ihre Mutter auch sagte, die kleine Dame verweigerte jede Kooperation. Gewaltsam wollte und konnte Franciska sie nicht mitnehmen.

      Also lief alles auf einen geteilten Erziehungsvertrag hinaus. Er enthielt alles, was man von einem kuatischen Vertrag erwarten würde. Besuchszeiten, Lehrstunden, Freizeit sowie Studienzeiten, Umgang des Kindes, Ernährung und einiges mehr.
      Dandrius kam es lächerlich vor, doch um seine leibliche Tochter bei sich zu haben ging er darauf ein. Und zu Franciska‘s Überraschung funktioniert es auch. Natürlich waren einige Dinge nicht zu vermeiden. Dimi entwickelte einen Akzent, traf sich mit Kinder aus der Station und legte noch andere „Unarten“ an den Tag.
      Was ihre Mutter ärgerte brachte ihren Onkel nur zum lachen. „Du hast wirklich erwartet die Galaxis aus dem Kopf eines Kindes auszuschließen, dass auf Nar Shaddaa lebt? Herrlich! Du scheinst vergessen zu haben, wie du selbst als Kind warst, Franciska.“

      „Du könntest mir auch zur Hand gehen und nicht einfach dich drüber amüsieren, werter Onkel. Oder willst du einfach nur der beliebte Mann in ihrer Familie sein?“
      Da wurde ihr Verwandter wieder ernst und erinnerte sich an einige Dinge, die er vor langer Zeit zu ihr gesagt hatte.
      „Untersteh dich in diesem Ton, mit mir zu reden, Kind. Ich stand bei dir, als du deinen eigenen Vater, den Herrn des Hauses, verraten hast. Und diese Kind ist unsere Zukunft, da gestatte ich ihr einiges, weil der Lohn jede vermeidliche Schande oder Fauxpas als unbedeutend darstellt.“
      In seiner alten Hausuniform, die mit Goldfäden verziert war, die sich in geometrischen Mustern über den gesamten schwarzen Seidenstoff zogen, war er auf sie zu geschritten. Fast als würde sie auf der Anklagebank sitzen.

      „Ich habe es dir damals gesagt, als du noch jung und naiv warst. Dieser Mann wird Probleme bringen. Er ist so frei, wie er nur sein kann und wird nie ein Telbun werden. Er wird dir weder gehorchen noch sein Leben, für dich, opfern. Geschweige denn deine Tochter so erziehen, wie du es willst. Also schlucke deinen Stolz herunter und hol ihn wieder heraus, wenn wir wieder auf Kuat leben, und nicht in diesem Exilantenschiff, diesem Luxusgefängnis voller Inzest.“
      Nun saß sie an Dimitria‘s Bett, streichelt das Haar der Kleinen und betrachtete sie lange. Ihr Gesicht erinnerte sie an Dandrius. Wie er sich verändert hatte, über all dieses Jahre. Hätte sie sich heutzutage kennengelernt, unter besseren Umständen und ohne einen Zwang. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, wären sie nun eine glückliche Familie, nach Kuati Standards.
      Eins kam ihr aber immer wieder in den Sinn. So wie er sie empfangen hatte, wie er geredet hatte.

      „Er hatte es gewusst. Vorbereitet war er gewesen…. So gut er nur konnte. Was wusstest du alles, Dandrius und warum hast du niemanden gewarnt? Und warum warst du dir so sicher, dass wir entkommen würden?“

      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein (Teil 2/2)
      - Zweiter Akt -


      Die Familie ist das einzige was zählt!

      NewRetroWave: Slvmber & Astral Tales - Heatwave


      Mit deutlichen Interesse drehte der Juwelier die einzelnen Kristalle der Halskette, wobei er seine Finger in weißen Handschuhen steckten. Immer wieder hielt der Experte, für Geschmeide und anderer teurer Handwerkskunst, sein Mikroskop, dass gerade mal die Größe eines kleinen Tellers hatte, und ebenso flach war, über dieses Kunstwerk.
      Unter den erstaunten „Hm!“, „Oh!“ sowie manchen „Ah!“ vermerkte er Notizen auf seinem Pad, was rechts neben ihm auf dem Tisch lag. Als er seine Untersuchung beendete hatte, legten die schlanken, fast zierlichen Finger, des Mannes, die Halskette auf ein weißes Samtkissen.

      „Also es ist ein wirklich bemerkenswertes Stück Handwerkskunst. Doch es hat keinen erheblichen materiellen Wert, wenn sie dies gehofft haben, meine Herrin.“ Der Telbun verbeugte sich leicht und ging einen Schritt zurück, damit Franciska wieder an den kleinen Tisch herantreten konnte. Hatte sie doch geduldig die ganze Zeit gewartet, um irgendeine Antwort zu erhalten, was nun diese Halskette war, die Dimi von Nar Shaddaa eingeschleppt hatte.

      „Was ist es dann? Einfach Modeschmuck oder gar ein Kinderspielzeug? Sprich schon, oder haben unsere Telbuns im Exil so an Manieren verloren?“ Leichte Verärgerung zierte ihr sonst so gepflegte Stimme. Natürlich war es auch etwas gespielt. Man erwartete halt, dass sie nicht zu nett, mit den Telbuns umsprang. Sie sollten nie ihren Platz vergessen.
      „Oh, meine Herrin.“ eine tiefe Verbeugung folgte. „Entschuldigt, meine Theatralik. Mit dem Alter kommt sie häufiger heraus. Nun, es sind Kristalle. Zwar seltene, aber keine Schmuckstücke. Ich habe so was sonst nur in Musen oder Ausstellungen zu Gesicht bekommen, für Okkulte – Artefakte."

      Der Handwerker räusperte sich, um dann seine Brille wieder aufzusetzen, die er für die Untersuchen abgelegt hatte. Er war einer der ältesten Telbuns des Hauses und leider sehr verschroben. Seine hagere Gestalt, der kleine weiße Haarkranz und die faltige Haut, unterstrich einfach alles, was sein Charakter hergab.

      „Es sind Kristalle, die sonst von Machtanwendern benutzt werden, um Talismane, Foki und sogar um Lichtschwerter herzustellen. Sie sind bemerkenswert geschliffen, aber nicht in der Art und Weise, um als Schmuck durchzugehen.“ Er holte etwas Luft. Seine Herrin bewegte kreisend ihre linke Hand, um den Alten zu motivieren fortzufahren.
      „Ich habe keine Ahnung warum sie so bearbeitet wurden. Dies müsste ein Machtanwender begutachten, mit viel Erfahrung im besten Fall. Diese Form scheint mir etwas zu schlank und klein zu sein, um für ein Lichtschwert herzuhalten. Doch jeder dieser Kristalle ist natürlich gewachsen. Man erkennt das an den feinen Schichten, die nach und nach entstanden sind, daher brechen sie kaum das Licht. Sie schlucken es, bzw. es kommt nur leicht aus ihnen heraus, da es mehrfach in der Struktur selbst gebrochen wird und sich immer wieder reflektiert.“
      Franciska nahm das Schmuckstück in ihre Hände und öffnete die Kette. Die Kristalle klickten leise, als sie aneinander schlugen. „Sie passt ihr perfekt um den Hals. Als wäre sie ganz genau, für dieses Alter angepasst worden.“ murmelte die Herrin zu sich selbst.

      „Nun wenn sie mich dann nicht mehr brauchen, Herrin….“ Setzte der alte Telbun an. „Ja, geh und lösche dieses Treffen aus deinem Gedächtnis, Telbun.“
      Seufzend kam der Alte, dem Befehl nach. Zuerst biss er sich in den kleinen linken Finger, führte ihn hinter sein linkes Ohr und drückte dort etwas. Einen Moment starrte der Mann dumpf ins Nichts, dann blinzelte er und atmete tief durch.

      „Ich grüße sie, meine Herrin. Habe ich ihnen gut gedient?“ fragte er freundlich nach, wobei er breit lächelte.
      „Ja, das hast du wirklich. Ich danke dir. Nun geh.“ erwiderte Franciska. Diese Worte würden seine Speicher zusätzlich sichern. In einer Kuati – Familie war es wichtig, seine Geheimnisse zu bewahren. Daher waren solche Sicherheitsvorkehrungen nichts besonders, nur ihre Ausführung war immer eine andere.
      Der Alte grinste dümmlich, drehte sich auf dem Absatz und verließ pfeifend den kleinen Alkoven, der in einem stillen Seitenarm ihres Wohngebietes war. Schattenfelder, Geräusch - Hemer und viele kleine Gerätschaften sorgten für die Sicherheit jedes Geheimnisses.
      Sie würde Dimitria die Halskette bald wieder geben. Kurz spielte die Mutter mit dem Gedanken einen Machtanwender auf zu treiben, doch dafür hätte sie das Schiff verlassen müssen. Was in der jetzigen Situation nicht tragbar war.

      Jeder Mann im Haus umwarb sie, da sie wohl durch ihr kleines Abenteuer auf Nar Shaddaa interessant genug geworden war. Manche meinten sogar, es wäre ein Attentat auf sie und ihrer Tochter gewesen. - Vielleicht stimmte das auch. - kam es ihr in den Sinn.
      Kopf schüttelnd verwarf sie den Gedanken wieder ins Nichts und schmunzelte kurz. Sollte sie je so wichtig sein, dass man ganze Plattformen versenken würden, um sie umzubringen, hätte sie einen Status erreicht von dem manche nur träumen konnten.

      Doch es zeichnete ein Bild um sie, und ihre Tochter, herum, dass die Männerwelt anzog. Kuati waren alles verkappte Abenteurer, ganz tief in ihrem Inneren. Das war wohl von ihrer großen Raumfahrerlinie noch übrig geblieben. Der Rest war mehr oder minder eingegangen, was Franciska oft bedauerte. Da war sie wieder froh, das sie nie einen dieser Stubentiger hätte Beischlaf leisten müssen.
      - Dies waren keinen Männer, denen ich nur einen Blick auf meinen Körper gestatten würde. Nicht mal für jeden Status der Galaxis. -
      Natürlich hatte der große Teil der Gesellschaft, um sie herum, eine anderen Meinung von den Kuati - Männern. Sicher, sie waren gebildet, eloquent, elegant und verstanden sich auf Geschäfte sowie Kontakte.
      Doch unter all diesen Vorzügen, war die Oberschicht doch recht hol, zumindest für Franciska. Ihren Onkel trieb sie, mit solchen Themen, nur in den Wahnsinn.
      „Du wirst dich entscheiden müssen, wenn die Zeit gekommen ist, Mädchen. Ob du nun willst oder nicht. Du hast ein Kind und dazu gehört ein Mann. So verlangt es die Tradition. Wir werden sicher nicht uns die ewigen Blicke der anderen Hausmitglieder antun, weil du zu wählerisch bist, was deinen Partner angeht.“

      „Dann schauen sie halt, Onkel. Uns kann es doch egal sein, wenn wir sie doch in die Heimat führen.“ konterte sie dann immer und hob ihre Nase an.
      „Du weist sehr genau, dass wir dann keinerlei Hilfe vom Haus erhalten. Selbst wenn wir dann auf Kuat sind, werden sie uns schneiden, sabotieren und jeden Bereich uns abspenstig machen, denn wir auch nur anschauen. Das Haus muss einig sein. Chaos können wir uns dann nicht leisten.“
      Sanft legte sie die Kette wieder auf das weiße Samtkissen und schloss das Kästchen, in welchem das Kissen lag. Mit einem leisen Klicken versiegelte sich der Mini-Safe. Niemand würde ihn öffnen können, außer seine Besitzerin.

      DNA – Schlösser waren recht sicher, doch Kuati hatten selbst hierfür Tricks auf Lager, die die Herrin schon selbst ausprobiert hatte.
      Als letztes nahm sie sich das Pad, welches der Telbun auf dem Tisch „vergessen“ hatte. Seine Notizen würde sie sich später in Ruhe durchlesen, doch nun musste sie zurück zu ihrer Tochter. Sie all zu lange, mit ihrem Onkel, allein zu lassen, erschien der Mutter nicht sinnvoll.
      Der Mann war einfach zu begabt darin Ideen in Köpfe einzupflanzen. Selbst wenn er ihr geholfen hatte und keinerlei Anzeichen für Verrat zeigte, so war es besser immer auf Nummer sicher zu gehen. Schließlich war es noch nicht geklärt, wer hinter der Vorfall um das The Lost Signal verantwortlich war.
      Nachdem sie die Gegenstände in ihrer schlangen Damentasche gepackt hatte verließ sie den Alkoven, um sich wieder der Gesellschaft zu stellen.
      Natürlich ließ Franciska das Thema nicht los, egal wie sehr sie es wollte. Sie wälzte ihre einigen Theorien, doch soweit von dem Schmelztiegel der Intrigen und Machenschaften vom Huttenraum entfernt, war es schwer an zuverlässige Informationen zu gelangen.

      Dennoch legt sie immer wieder alle Puzzleteile zusammen, wenn sie allein im Generationenschiff unterwegs war, was immer seltenere Momente wurden.
      Im Moment führten sie ihre Schritte zum nächsten Flitzer, der nur wenige Meter von ihrem Wohnbereich entfernt war. Den Eingang zur Maschine markierte ein rundes Schott von weißer Farbe.
      Diese Schiffe durchquerten das gesamte Schiff, um ihre Passagiere schnell von A nach B zu bringen. Ausgelegt waren diese Maschinen für maximal vier Personen und nicht jeder konnte sich den Luxus leisten allein in ihnen zu reisen. Nun, da war es wieder gut einem Haus anzugehören.
      Früher hatte Franciska aus purer Neugier probiert alle ihre täglichen Unternehmungen durch das Schiff zu Fuß zurück zu legen. Das Ergebnis war mehr als erschöpfend gewesen. An diesem Tag lernte sie ihre ach so teuren, aber für dieser Art von Abenteuern unzureichenden, Schuhe zu hassen.

      Die kleine Reise ging schnell vorbei. In ihrem Flitzer, der durch durchsichtige Röhren die Ebenen und Etagen des Schiffes entlang jagte, blickte sie auf die vielen kleinen und großen Wunder herab. Parks, Bäder, Theater, Häuser in Gartenanlagen, kleine Zoos und einiges mehr.
      - Sie haben sich so viel Mühe gegeben so viel, wie irgendwie möglich, von unserer Heimat hier her zu bringen, doch es ist nicht das Selbe. Ich kann meinen Onkel und die Anderen verstehen. Es ist ein Käfig. Egal wie schön wir es hier haben. Wir werden nie wirklich von hier los kommen. -
      Sachte verringerte die Maschine ihre Geschwindigkeit, bis sie ganz zum halten kam. Als die Lady ausstieg, fand sie sich vor einer Trainingshalle wieder. Selbst durch die dicken Türen hörte sie die Geräusche aus der Halle.

      Rufe der Freude, des Anfeuerns, des Frusts oder der schieren Anstrengung. Kurz prüfte sie ihr Kleid, ob auch alles dort saß, wo es sollte und legte sich ihre Damentasche wieder locker über die linke Schulter.
      Sie blickte die Gänge hinunter, die sich vor der Halle trafen, und bemerkte direkt ihre immer wachsamen Sicherheitsleute, in den klassischen Farben von Kuat, es war eine Mischung aus weiß und schwarz, mit einem hauch von goldenen Tönen.
      Selbst diese schicke Tarnung ließ diese Männer nicht weniger gefährlich wirken. Sie trugen immer Körperpanzer, mit stummelläufigen Gewehren sowie Schockwaffen, wie Schlagstöcke oder kurze Stäbe. Nett nickte man Franciska zu und schenkte ihr sogar hier und da ein Lächeln, doch diese Leute waren in erster Linie ihre Wärter. Sie würde dies nie vergessen oder unterschätzen.
      Mit Schwung stieß sie die Doppeltüre zur Trainingshalle auf und fand sie direkt hinter der großen Tribüne wieder. Anscheinend lief gerade irgendeine Art von Völkerball – Spiel ab. Die Jugend von Kuat bewarf sich unten auf dem bräunlichen Feld, mit Bällen, gegenseitig ab.

      Dimi war auch unter den Kindern, wenn auch nicht in einer der Gruppen der weit aus älteren Kinder. Die Eltern und/oder Telbuns der Kinder waren auf der großen Tribüne verteilt, um sich das Schauspiel anzuschauen. Die weit aus besseren Plätze lagen aber direkt über ihren Köpfen.
      Kleine Aussichtsplattformen schwebten dort umher. Sie warfen Schatten auf die Spielenden, auch wenn sie nie lange an einem Ort verharrten.

      Wie Franciska erwartet hatte, war ihr Onkel auf einer dieser Plattformen. Entspannt saß er dort auf einem Sessel, beobachtete das geordnete Chaos auf dem Spielfeld sowie das muntere Treiben auf der Tribüne. Er winkte Franciska lächelnd zu, als er kurz an ihre vorbei zog. Seinen Marotten treu trug er irgendeine Form von Ausgehuniform, die ihn wie einen Schiffskapitän aussehen ließ.
      - Zumindest ist sie recht schlicht in ihrem blau Tönen. Wäre noch besser, wenn er sich wie ein Pfau herausputzen würde. Onkel, werde erwachsen, du wirst sicher nie mehr ein Schiff befehligen. -
      Mit einem schiefen und schmalen Lächeln erwiderte die Lady das Winken ihres Onkels, um sich danach einen Platz auf der Tribüne zu suchen. Nicht zu weit von der Masse entfernt, aber auch nicht mitten drin.


      Helkom Sobruhno wand sich wieder seinem Gesprächspartner zu, der nur ein verschwommenes Holo von der Größe seiner Hand war, und am Boden der Plattform stand. Er blickte die Projektion nicht wirklich an. Das war einfach nicht nötig, da er a.) eh nichts erkennen konnte und b.) nur wichtig war was gesagt wurde.
      „Also haben wir keine Leiche, keine Bestätigung und keinerlei Hinweise, wo der letzte Sohn ist. Für mich hört sich es so an, als wären dass nur ihre Probleme.“ sprach er gelassen und schmunzelte, als Dimi einem Jungen, in ungefähr ihrem Alter, einen Ball direkt ins Gesicht warf.

      Die Wucht ließ den kleinen Mann nach hinten taumeln, sowie recht peinlich umkippen.
      „Das wagen ich zu bezweifeln. Sollte auch nur einer der Beiden leben, werden sie früher oder später bei ihnen auftauchen. Ich kann nicht garantieren, dass wir dann etwas verhindern können, was ihre Enkelin betreffen würde.“ war die mechanische Antwort aus dem Holo. Eine Mischung aus blechernen Ton, mit schwankendem Rauschen darin.

      „Drohen sie mir gerade, oder wollen sie mir einfach nur beweisen, dass sie keinerlei Kontrolle haben, über irgendwelche Ereignisse, die sie losgetreten haben?“
      „Sie wissen genau, dass sie genau so daran beteiligt waren, wie jeder andere. Ohne ihre Informationen, wäre es um einiges schwerer gewesen.“
      Entnervt rollte Helkom die Augen. „Können wir zu dem Part kommen, wo ich wieder aktiv zu hören kann, ohne eine sinnlose Diskussion?“
      „Wie sie meinen, wir brauchen das Kind hier. Hier auf Nar Shaddaa. Die Tore öffnen sich nur, wenn ihr sie lebendig davor stellen.“
      „Sie kennen die Antwort darauf. Nein, erst wenn sie 18 ist und wir wieder auf Kuat sind.“

      „Und das soll wann passieren? Wir haben Geschäftspartner, die Versprechen eingelöst sehen wollen.“
      Mit einem scharfen Schnalzen seiner Zunge ließ Helkom den Gesprächspartner zappeln. Es verstrichen Minuten, in denen nur der Lärm der Zuschauer und Spieler alles war, was das Holo aufnahm.
      „Sie wussten sehr genau worauf sie sich einließen. Jeder von ihnen. Also schenken wir uns dies. Die Antwort kennen sie bereits.“ So setze der gereifte Mann ein Punkt unter das Thema. Einen Einwand erwartete er zwar, doch nichts passierte.
      „Wir werden uns melden, wenn sich der – Status – verändert.“ Mit diesem Satz brach die Übertragung ab. Ein Segen war es, für den Mann. War es doch leid, diese Gespräche zu führen.


      Nachdem Spiel sammelte Franciska Dimitria auf, als diese aus der Umkleide der Mädchen stürmte. Egal wie es um den Status der Familien stand, Kinder verhielten sich fast immer gleich. Das wurde Franciska nur all zu schnell bewusst, als die lärmende Masse an Kindern aus den Türen gerannt kam.
      - Hätte wohl weiter draußen warten sollen. - kommentiere sie die Kakophonie, die die kleinen Monster veranstalteten. Den Sternen sei es gedankt, dass die Kinder schnell vorbei zogen, um zu ihren Eltern und Telbuns zu gelangen. Dimi war in der Flut aus Zwergen vor ihrer Mutter aufgetaucht und grinste sie breit an.
      „Hattest wohl einigen Spaß dort unten, was meine Prinzessin?“ Sie strich ihrer Tochter die Haare ordentlich und kniete sich zu ihr herunter.
      „Ja! Und Onkel war auch da. Der hat mir oft zu gewunken und gelacht, wenn ich wen getroffen habe!“ kichernd umarmte Dimi ihre Mutter. Diese wusste, dass es zwar schön war, dass das Kind sich für etwas begeistern konnte, doch Abends weite sie noch immer. - Sie vermisst Dandrius sehr. Arme Kleine. -

      Franciska drückte ihre Kind fest an sich. „Ich habe was für dich.“ Sie lösten sich von einander, wobei Dimi neugierig zu ihrer Mutter schaute, welche schon in ihre Handtasche griff. Mit einem klicken öffnete sich dort im Inneren der kleine Transportsafe und wenige Herzschläge später war schon die Halskette in ihren Händen.
      Dimitria hob direkt breit lächelnd ihre Haare hoch, damit ihre Mutter die Kette ihr anlegen konnte. Zwar was es recht unpassend zu ihrer laxen Kleidungswahl, welche aus einer Art grünen Trainingsanzug bestand, doch wie immer störte sich das Kind daran nicht. - Zumindest sieht sie nicht all zu verlottert aus, dennoch wenn ich den erwische, der dich so aus dem Haus ließ…. -.
      „Ich habe die voll vermisst!“ brachte das Kind lautstark hervor. Dabei spielte sie mit den farbigen Kristallen herum.

      „Das weiß ich, mein Schatz. Bitte dreh nicht so an den Fassungen. Das ist kein Spielzeug. Wo ist eigentlich dein Sportbeutel?“
      „Freundliche Antwort: Diesen haben ich bereits geholt, Lady Sobruhno.“ Wie aus dem Nichts war der HK – Droide hinter den Frauen aufgetaucht und hielt den kleinen Sportbeutel hoch. Dimi`s neuer Anstrich half in keinster Weise, um solche Momente zu verhindern, in denen sich die Maschine fast lautlos an einen heranschlich.
      Der weiß goldene Stahlherz verpasst Franciska beinahe einen Herzinfarkt, abgesehen davon wäre sie beinah auf den Hinter gefallen. Ihre Tochter lachte sich nur über ihren Schreck kaputt, um danach die Beine von Stahlherz kurz zu umarmen.

      „Mach so was nie wieder, Stahlherz. Ich weiß nicht wie oft ich es dir noch sagen soll, aber wir haben strenge Regeln, was Droiden anbelangt. Willst du am Ende in einem der Stauräume die Ewigkeit fristen?“
      Erbost hatte sich Franciska erhoben. Ihr wütender Blick sprach Bände, was das Verhalten des Droiden anbelangte. Ihr war es absolut unbegreiflich, wie Dandrius, mit dieser Maschine, zu recht gekommen war. Immer wieder schlich sich das Ding einfach heran, stand auf einmal im Raum oder spielte Mäuschen an irgendwelchen Türen.
      Das einzige was Franciska davon abhielt ihm einen Hemmbolz in die Brust zu „bohren“… - Ich würde ihm den Bolzen direkt an seinen Energiekern fest schrauben, um absolut sicher zu gehen. - … war das sie Dimitria nicht noch weiter belasten wollte.

      Aus irgendeinem Grund liebte die kleine Dame diesen Droiden. - Unbegreiflich was da alles passiert sein muss. In was für ein Leben hast du unsere Tochter geführt, Dandrius? -
      Bevor die Maschine jedoch in eine ihrer langen Erklärungen oder schlichten „Bestätigungen“ verfallen konnte, die Franciska ebenso leid war, wie ein Hutte das Wort Humanismus, wurde die Lage deeskaliert, von ihrem Onkel Helkom.

      „Da seid ihr ja alle! Komm her meine Kriegerin lass die drücken.“ Lachend nahm der uniformierte Mann seine Nichte in die Arme, wo er sie fest an sich drückte. „Uh! Da stinkt aber einer nach Schweiß. Hast die Duschen nicht benutzt, Kleine?“ Mit tadelnden Blick drückte er sie gespielt angewidert von sich weg.
      “Sag nichts! Ab nach hause. Stahlherz, die Dame wird daheim gesäubert und für das Essen vorbereitet. Die Familie isst heute zusammen an der großen Tafel. Los, los.“
      Um die Worte zu unterstreichen klatsche Helkom deutlich in die Hände, als gäbe es irgendeine Tanzgruppe zu organisieren oder eine Zirkusmeute zu bändigen. Zumindest war es bei Dimi nicht so weit her, was „verlottertes Zirkusleben“ anbelangte, dachte sich ihre Mutter. Die Zustände, die auf Nar Shaddaa geherrscht spotteten jeder Beschreibung.
      „Bestätigung: Sehr wohl, Sir Helkom.“ gab die Maschine pflichtbewusst von sich. Nachdem sich Dimitria ausgiebig von allen verabschiedet hatte verschwand sie, mit ihrem goldigen Ritter, um recht zeitig daheim zu sein.

      „Wir sollten reden, Franciska. Es scheint, als wäre ihr Vater noch am leben, sowie dieser rattatakische junge Mann, denn sie Bruder schimpft.“ eröffnete der Onkel direkt unverblümt, dass Gespräch.
      „Nicht gerade die Art von Gespräch, die man in einer Turnhalle führt oder, Onkel?“ gab Franciska spitz zurück, wobei sie kontrolliert, ob ihr Make-up noch perfekt saß. Dimitria hatte ein Talent dafür es immer irgendwie zu verwischen.
      „Es ist so gut, wie jeder andere Ort, da ich mir sicher bin, dass wir nicht einzigen sind, die es wissen. Auf Nar Shaddaa scheint man schon zur Jagd geblasen zu haben, wenn auch inoffiziell. Wir sollten uns also darauf einstellen, dass wir Besuch kriegen könnten.“
      „Befürchtest du, Dandrius würde hier rein stürmen und sie entführen?“ gab sie schmunzelnd zurück. „In diese Festung hinein zu kommen ist schon verdammt schwer. Hinaus zu kommen noch um einiges schwerer.“

      „Sagte die Frau, die sich hier schon heraus geschlichen hat, und das mehrmals.“ schlug Helkom zurück. „Nein, sei nicht albern, Kind. Ich habe nicht vor diesem abgebrochenen Kopfgeldjäger oder seinem Adoptiv-Tier angst. Wir sollten eher den Sturm fürchten, den er in seinem Kielwasser mit sich zieht.“
      „Was schlägst du also vor? Sollen wir es zu ende bringen? Schlägst du mir vor, dass ich den Vater meines Kindes töten soll?“ Frust und auch Ärger breiteten sich in Franciska aus. Auch eine Wut, die sie nicht richtig einordnen konnte. Am Ende mochte sie Dandrius doch mehr, als sie je zugeben würde.

      „Darum werde ich mich schon kümmern, meine Liebe.“ zärtlich fuhr er, mit dem linken Zeigefinger, über ihre Wange. „Da hattest du etwas über sehen, Kind. Ich würde nie zu lassen, dass euch beiden etwas zustößt.“ Er schaut ihr tief in die Augen. So was tat er nur sehr selten. Helkom`s braune Augen waren wie geschliffene Edelsteine. Gezeichnet von der Zeit in der er hart, für das Haus, und seinen Erfolg, hatte arbeiten müssen.
      „Mach dir also keine Gedanken darüber, was mit ihm passieren wird, sondern bereite Dimitria auf alles vor, was nötig sein wird. Wir werden unsere Reise vor verlegen.“
      Nun zuckte Franciska zurück und musterte ihren Verwandten, mit erschrockenen Blick. „Das verlangst du nicht im Ernst von mir? Solch einen Eingriff unternimmt man nicht, besonders nicht in ihrem Alter.“

      „Gerade deswegen. Ihr Alter. Das kann uns allen zum Verhängnis werden. Glaubst du ich sage dies leichtfertig?“ zischte er nun erbost und ging dicht an seine Enkelin heran. „Wenn wir es richtig anstellen wird sie keine bleibenden Schäden, von der Wachstums – Therapie, davon tragen. Ich kenne sogar die passenden Ärzte dafür, die ihr schöne Kindheitserinnerungen einpflanzen werden.“
      „Was für ein Monster bist du eigentlich?! Ich habe solche Kinder gesehen, die so behandelt wurden. Als – Erwachsene – waren sie einfach nur kalte sowie widerliche Wesen. Als hätte man ein verzogenes Kind vor sich, dass alles hasst.“

      Sie hielt seinen Blick lange stand. In ihr kam die Galle hoch. Die Enttäuschung über sein Verhalten zeichnete sich so deutlich in ihrem Gesicht ab, dass Helkom seine Taktik änderte.
      „Versteh doch, mein Kind. Uns bleiben vielleicht nur noch wenige Jahre, wenn wir Pech haben Monate, bis uns Konsequenzen drohen. Sei es nun vom Haus selbst oder von diesem Drama von Nar Shaddaa. Also hilf deiner Tochter in dem du ihre Kindheit beschleunigst und sie endgültig in Sicherheit bringst.“

      Franciska wusste nichts mehr darauf zu antworten, sondern wand sich von ihrem Onkel ab und verließ so schnell sie konnte die Halle. Bevor sie gänzlich aus seinem Blick verschwunden war rief Helkom ihr die älteste Weisheit von Kuat hinterher, die jedes Mitglied eines Hauses von Kindesbeinen an lernte.

      „Wir sind Kuati, mein Kind! Kein Preis ist uns zu hoch, um den Sieg, für uns und das Haus, davon zu tragen!“
      - Das weiß ich, Onkel. Doch dies ist mein Kind. Und keiner wird sich an ihr vergreifen, solange in mir auch nur ein Funken Leben steckt. -
      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.

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    • Und weiter geht es ;)

      Ein unlösbarer Fall / Erben will gelernt sein
      - Zweiter Akt -

      Von Feinden umzingelt / In Blut wird es geschrieben stehen
      Ich bedanke mich an allen Lesern. Auch wenn es bei mir immer dauert, bis Zeit, Ideen und Motivation sich finden, besonders wenn man Älter wird und immer mehr anderes zutun hat, erfreut es mich sehr, zu sehen, wie einigen es Spaß macht, diese und andere Gesschichten zu verfolgen.