Grundlagen des Waffenlosen Kampfes

    • Grundlagen des Waffenlosen Kampfes

      Bei der Fülle an Waffen im Star Wars Universum, tragen die meisten Charaktere immer irgendein Hilfsmittel zur Verteidigung bei sich. Wenn es dennoch einmal zu einer unbewaffneten Auseinandersetzung kommt, endet dies meist in irgendetwas zwischen einer Kneipenschlägerei nach Bud Spencer Manier und einem modernem Action-Streifen.
      Am Ende gewinnt meist der Charakter mit dem größeren Würfelglück oder dem stärkeren Charakterkonzept.
      Dieses System funktioniert erstaunlich gut, auch wenn es wenig realistisch ist. Deswegen möchte ich Interessierten hier einen groben Einblick in Kampfsysteme, wie sie im rl unterrichtet werden gewähren. Ich möchte an dieser Stelle allerdings eindeutig darauf hinweisen, dass dieser Guide weder Anspruch auf vollkommene Richtigkeit, noch auf Vollständigkeit erhebt. Ferner ist mir auch bewusst, dass militärische Ausbilder nochmal andere Formen lehren und im Star Wars Universum teilweise andere physikalische Gesetze herrschen. Das gilt insbesondere für Machtanwender.


      In diesem ersten Teil des Guides soll es um die fundamentalsten Grundlagen eines jeden Kämpfers: die Grundpositionen gehen. Sie beschreiben die Körperhaltung und Beinstellung des Kämpfers. Wichtig hierbei ist, dass wie bei fast allen Bewegungen in der Selbstverteidigung der gesamte Körper beteiligt ist. Deswegen werde ich bei jeder der drei Grundpositionen auf Beinstellung, Schwerpunkt und Hüfte bzw. den Oberkörper eingehen.

      Wie bereits erwähnt gibt es drei wichtige Grundpositionen. Ich bezeichne sie hier als Verteidigungsstellung, Kampfstellung und Angriffsstellung. Um die Prinzipien zu verdeutlichen bediene ich mich schulmäßiger Karate Positionen. Wie diese Positionen dann im tatsächlichen Kampf abgewandelt werden und welche Konsequenzen dies für die Techniken hat, erläutere ich am Ende dieses Kapitels.

      1. Verteidigungsstellung:

      Diese defensive Haltung erlaubt dem Kämpfer schnell zu reagieren und auf Distanz zu bleiben. Die Füße stehen idealerweise 90° zu einander, wobei sie auf einer Linie oder leicht versetzt (aber niemals überkreuz) stehen. Wie bei allen Positionen befindet sich der Kämpfer leicht in den Knien. 2/3 des Gewichts liegen auf dem hinteren Bein. Dadurch kann das vordere Bein sehr mobil agieren, sei es um den Gegner durch einen schnellen Tritt auf Distanz zu halten, oder um eine Ausweichbewegung einzuleiten. Die Hüfte ist nicht eingedreht. Hüfte und Schultern bewegen sich immer synchron (Ganzkörperbewegung!)
      In dieser Position befindet sich der Kämpfer meist nach Beendigung einer Kombination.

      2. Kampfstellung:

      In die Kampfstellung gelangt man, wenn man in der Verteidigungsstellung die Versen beider Füße nach außen dreht, so dass die Füße parallel zueinander stehen. Damit einher geht eine Gewichtsverlagerung. Nun sollte der Schwerpunkt des Kämpfers zentral, also in der Mitte des Körpers liegen. In dieser Position kann der Kämpfer am flexibelsten reagieren. Daher ist dies für die Ausgangsposition für die meisten Techniken.

      3. Angriffsstellung:
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      Bei dieser Stellung werden nun die Versen ein weiteres Mal nach außen gedreht. Dies hat zur Folge, dass sich der Schwerpunkt auf das vordere Bein verlagert und die Hüfte eingedreht wird. Diese Bewegung geht meist mit einem Block oder einen Fauststoß einher und verleiht diesem so die notwendige Kraft. Das hinter Bein, welches nun gestreckt wird dient dabei als Strebe und verhindert so, dass man durch seine eigene Kraft nach hinten gedrückt wird. Die Verse sollte daher unbedingt gegen denn Boden gedrückt werden. Die Zehen beider Füße zeigen nun zum Gegner (=stehen parallel).

      Abwandlungen:

      Die vorigen Erläuterungen dienen zur Veranschaulichung der Prinzipien, die hinter den Positionen stecken. Besonders die Angriffsstellung eignet sich jedoch wenig zur Umsetzung in einem richtigen Kampf. Dafür ist sie viel zu statisch.
      Bei der klassischen Boxerstellung handelt es sich jedoch genau um diese Position. Die Abwandlung besteht darin, dass das hintere Bein nicht dauerhaft gestreckt wird. Dies erlaubt dem Kämpfer viel schnellere Bewegungen, geht aber, genau wie das vorziehen der Schultern zum Schutz vor Schlägen zulasten der Wucht der eigenen Angriffe, da die vorher erklärte Strebenfunktion, sowie die Achsenfunktion (=parallel-Bewegung) von Schultern und Hüfte nicht mehr gegeben ist.
      Eine andere Abwandlung stammt aus dem Kung Fu. Sie drehen beim Wechsel in die Angriffsstellung nur die hintere Verse aus. Dadurch bleibt der vordere Fuß schräg. Die Kämpfer können dadurch in der Nahdistanz ankommende Knietechniken abfangen.
      Diese zwei Beispiele zeigen wie sich die Positionen an den persönlichen Stil des Kämpfers anzupassen sind. Im sportlichen Bereich spielt selbstverständlich auch das Regelwerk eine große Rolle bei der Interpretation der Positionen. So stellt ein MMA Kämpfer andere Anforderungen an seine Positionen, als ein Boxer. In der Selbstverteidigung gilt als höchstes Gebot immer der Eigenschutz!

      Bedeutung für das RP:
      Nun ist das alles schön und gut aber was bedeutet das für mein Spiel? Erstmal gar nichts, werden jetzt vermutlich viele argumentieren und das ist im Prinzip auch richtig. Hierbei handelt es sich um Char Wissen. Wenn ich meinen gut ausgebildeten Soldaten einen Schlag ausführen lasse, wird dieser in seiner Ausbildung verinnerlicht haben wie das zu tun ist. Dazu muss ich als Spieler nicht zwingend wissen, wie das im Detail aussieht. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass ein gewisses Verständnis für Kampftechniken wie auch beim emoten von Lichtschwertern und Schusswaffen das RP durchaus bereichern kann. Konkret auf die Positionen bezogen kann ich meinem Gegenüber genaue Signale für seine nächste Aktion geben. Ein trainierter Kämpfer und das sind wohl die meisten unserer Charaktere, greift einen Kämpfer in Verteidigungsstellung anders an als einen Kämpfer in Angriffsstellung. Vom Distanzunterschied Mal abgesehen. Somit kann ich das Kampf-RP transparenter beschreiben, denn so ist klar mit welchem Bein der Tritt kommen wird, was meinem Char die Möglichkeit gibt sich darauf einzustellen. Wer also auf realistischen und nachvollziehbaren Kampf steht, wird den Mehraufwand beim Tippen sicherlich als lohnenswert empfinden.

      Im nächsten Kapitel wird es dann zunächst etwas theoretisch und wir rufen uns ein paar alte physikalische Phänomene und Begriffe ins Gedächtnis zurück, um die weiterfolgenden Erläuterungen besser zu verstehen.

      p.s. wer fragen oder Anmerkungen hat, darf sie gerne mit mir/uns teilen. Übrigens sind viele Bewegungen einfach nachzuvollziehen, wenn man sie Mal ausprobiert... ;)
      "Der Krieger ist der Fels in der Brandung"
      -Ai Qi Ruy (1. Schüler Maron Haukondrus)

      "Die Natur lehrt uns, die Natur schützt uns, die Natur macht uns stark! Wir sind ein Teil von ihr, denn sie ist es, die alles Leben vereint!"
      -Leitspruch der Haukondru-Jäger
    • Physikalische Grundlagen

      Was ist Kampf? Kampf ist am Ende reine Wissenschaft. Biologie, Chemie und ganz wichtig Physik. Letzterem möchte ich mich hier nun widmen.
      es gibt diverse Gesetze der Physik, welche im Kampfsport an verschiedenen Stellen immer wieder Anwendung finden.
      Ich werde diese Liste nach und nach ergänzen, um euch mit der Zeit eine Art Nachschlagewerk zu gestalten auf das ihr in Zweifel zurückgreifen könnt.


      1. Hebelgesetz:

      Das Hebelgesetz beschreibt die Wirkungsweise eines mechanischen Hebels. Für die Techniken relevant ist in erster Linie, dass bei längerem Kraftarm weniger Kraft ausgeübt werden muss, um die gleiche Masse zu Halten.
      Anwendung: Hebeltechniken

      2. Gegenwirkungsprinzip:

      Wird auf ein Körper eine Kraft ausgeübt, wirkt eine gleichstarke, sogenannte Gegenkraft in entgegengesetzter Richtung. Für den Kampf bedeutet, dass jeder Stoß trifft den ausführenden genauso stark wie den Gegner.
      Anwendung: Atemi Techniken, Angriffsstellung (Strebenfunktion)

      3. Rotation um eine feste Achse:

      rotiert ein Körper um eine feste Achse, so bewegt sich jeder Punkt auf diesem Körper auf einer Kreisbahn.

      Anwendung: Hebeltechniken, Würfe/Takedowns


      4. Kinetische Energie:

      Die kinetische Energie, auch Bewegungsenergie beschreibt Energie welche ein Körper in seinem aktuellen Bewegungszustand besitzt. Interessant ist hier die Entwicklung der Werte. Verdoppelt sich die Masse, verdoppelt sich die Energie. Verdoppelt man die Geschwindigkeit, erhält man die vierfache Energie (2er Potenz). Über die Formel lässt sich also zb die Boxer-Abwandlung der Angriffsstellung erklären.

      Anwendung: Atemie Techniken, Beinarbeit, Würfe, Hebel f
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    • Auf dem Boden bleiben - kämpfen wie es wirklich funktioniert

      Nein, in diesem Kapitel soll es nicht um Power Level gehen, auch wenn der Titel auch das bedeuten könnte. Die Überschrift ist ganz einfach wörtlich zu verstehen. Immer wieder sind mir, besonders unter gut ausgebildeten Charakteren (Machtis, Mandos, Spezialeinheiten), Charaktere begegnet, die besonders, wenn sie schicke Gadgets wie Jetpacks tragen, in Kämpfen wie Flughörnchen durch die Luft segeln. Gesprungene Drehkicks, Saltis und andere spektakuläre Manöver. Beeindruckend klingt das alles, ja, aber es ist am Ende weder realistisch, noch elegant.
      Kämpfer sind grundsätzlich faul. Warum sollte sich ein erfahrener Mandalorianer in schwerer Rüstung derart anstrengende Angriffe ausführen? Er kann doch auf genug, weniger riskante und ökonomischere Angriffe zurück greifen? Klar, in einer versifften Bar auf Nar Shadaa kann man mit einem schnellen, gesprungen Tritt erfolgreich sein und Eindruck schinden. Ein trainierter Kämpfer wird diesem Charakter in solchen Situationen jedoch schlicht den Boden unter den Füßen wegschlagen. Gleiches gilt auch für Tritte zum Kopf. Aufgrund der langen Strecke, die das angreifende Beim zurückzulegen hat, lässt man dem Verteidiger viel Zeit sich auf den Angriff einzustellen. In der Konsequenz werden diese Techniken nicht selten zum Verhängnis für den Angreifer, denn dem Verteidiger ist es so ein leichtes das Bein zu fangen und wegzuziehen.
      Besonders im Kampf gegen mehrere Gegner ist der Bodenkampf eine sehr riskante Sache. Nicht, dass man dort nicht auch einen sicheren Stand haben kann, doch man verliert den Überblick über das Kampfgeschehen, macht sich sehr angreifbar gegenüber stehenden Gegnern und man hat eventuell Probleme aus dem eigenen, erfolgreichen Griff wieder in den Stand zu kommen.

      Ein erfolgreicher Kämpfer wird seinen sicheren Stand daher niemals aufgeben! Außerdem wird er darauf achten möglichst kleine Bewegungen auszuführen. Das ermöglicht ihm auf der einen Seite mit wenige Platz auszukommen und zum anderen spart es Kraft, die er besonders in größeren Gefechten über längere Zeit aufrecht erhalten muss.


      Zusammengefasst bedeutet das für jede Kampfsituation:

      - sicheren Stand wahren (siehe Kapitel 1)
      - keine gesprungenen Techniken
      - so fern möglich nicht in den Bodenkampf
      - Keine Fußttechniken auf Kopfhöhe
      - kleine ökonomische Bewegungen

      --> keine unnötigen Risiken eingehen!

      Thema Machtis und Filme:

      Natürlich ist es verlockend als Jedi einfach einen Salto über seinen Gegner zu springen und ihm von hinten den gar aus zu machen, einfach weil man es kann. Jedoch hat weder ein Sith, noch ein Jedi einen Grund dazu, denn aufgrund ihres sowieso überlegenes Powerlevels können sie die meisten Gegner auch völlig ohne riskante Manöver in Windeseile ausschalten. Das dürfte den meisten Charakteren dieser Personengruppe auch durchaus bewusst sein und wenn nicht wird ein solcher, konsequent gespielter Charakater früher oder später am Ende sein.
      Spektakuläre Manöver kommen in den Filmen durchaus vor. Besonders die ersten drei Episoden mit ihren schnellen Gefechten vermitteln oft den Eindruck die oben genannten Beschränkung gälten im Star wars Universum nicht, doch dem ist meiner Ansicht nach nicht so. Die erwähnten Kämpfe stellen für mich Extrembeispiele dar. Sowohl was die Fähigkeiten der beteiligten Charaktere, als auch die äußeren Umstände der Kämpfe angeht. Die Entscheidung wie mit diesem Thema umzugehen ist, liegt bei jedem selbst. Ich halte es dennoch für notwendig sich die Regeln der realen Welt einmal vor Augen zu führen.

      Wieso existieren diese Techniken dennoch?

      Gesprungene Tritte etc. sind keine Erfindung der modernen Filmindustrie. Die wohl bekanntesten Vertreter akrobatischer Kampftechniken sind wohl die Shaolin, weiter geht es mit den zahlreichen Wettkampfsportarten und zeitgenössischen Kampfsport Legenden wie Roy Egahany. Sie alle trainieren diese Techniken und wenden sie an. Jedoch sind auch hier die äußeren Begebheiten von entscheidender Bedeutung. Viele Techniken machen einfach Spaß. Niemand wird leugnen, dass es extrem unterhaltsam ist im Training durch die Luft zu segeln und dabei noch Kampfsporttechniken zu üben. Besonders als Judoka schmelze ich bei solchen Aktionen regelmäßig dahin. Deswegen werden diese teilweise sehr anspruchsvollen Techniken auch im Breitensport gerne unterrichtet und zur Schau gestellt.
      Im Wettkampfbereich ermöglichen Regeln den Einsatz solcher Techniken. Im Judo trägt man traditionelle Anzüge, um die Anwendung von Würfen zu erleichtern. Matten schützen beide Kämpfer vor Verletzungen, was beide Kontrahenten geradezu einlädt sich vor seinen Gegner hinzulegen und ihn über sich zu schleudern. Im Teakwondo wird der Kampf unterbrochen sobald ein Kämpfer auf dem Boden liegt. Gleiches gilt für das Kickboxen. Dadurch können die Kämpfer gesprungene Angriffe ausführen ohne fürchten zu müssen, dass ein Sturz gravierende Folgen für sie haben könnte.
      So werden bewusst Bedingungen geschaffen, die solche Angriffe ermöglichen, was die Kämpfe deutlich spektakulärer werden lässt. Dies ist insbesondere in Randsportarten für das Überleben des jeweiligen Profipsports elementar!

      Nun, da ich mit der Bestandaufnahme und ein paar allgemeinen Erläuterungen durch bin, werden wir uns in den nächsten Kapiteln den verschiedenen Technikbereichen widmen. Sollten an dieser Stelle Fragen, Anmerkungen etc aufgekommen sein, meldet euch ruhig via PN bei mir. Sollte es sich bei eurem Anliegen, um eine allgemeine Diskussionsfrage handeln, eröffnet einfach einen entsprechenden Thread
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      -Ai Qi Ruy (1. Schüler Maron Haukondrus)

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