Aola - der Weg ins Praxeum

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    • Aola - der Weg ins Praxeum

      Wie ein Bündel Lumpen lag die Gestalt auf dem Boden neben einer Bank in der Nähe des Taxilandeplatzes auf der unteren Promenade. Keiner der vorbeieilenden Passanten warf mehr als einen flüchtigen Blick darauf. Die Dämmerung zog schon herauf und das ewige Neonlicht Nar Shaddaas machte sich mit Reflexion deutlicher bemerkbar, als ein großgewachsener Mensch in einfacher, aber sauberer Kleidung aus einem Taxi stieg und sich kurz umsah. Die Augen wanderten aufmerksam über die Umgebung und blieben an der Gestalt hängen. Nach einem nochmaligen Rundblick ging er zu ihr und rüttelte sie sachte an der Schulter. "Hallo, ist alles in Ordnung mit Euch?" versuchte er sie anzusprechen. Als er keine Reaktion erhielt, drehte er sie etwas in seine Richtung und sah in das blasse, aber liebliche Gesicht einer jungen rutianischen Twi'lek. Ihre Augen waren geschlossen und sie sah völlig erschöpft aus. Vorsichtig fühlte er ihren Puls, den er zwar schwach, aber regelmäßig fand. Ihre Haut fühlte sich eiskalt an.
      Ohne Mühe hob er die Twi'lek auf die Bank und bettete sie bequem hin, suchte dann in seiner Umhängetasche und nahm eine Wasserflasche heraus. Vorsichtig flößte er ihr einen Schluck ein und war doch erleichtert, als sie die Augen aufschlug, die in einem erstaunlichen Blauton fast leuchteten, und ihn verwirrt fragte: "Wo ..wo bin ich? Wer seid ihr?" Er zog seinen Mantel zurecht und zeigte ein ernstes Gesicht, schulterlange braune Haare und einen sauber gestutzten Bart. Die freundlichen graublauen Augen lockerten den ernsten Eindruck etwas auf, als er erwiderte: "Ihr seid auf der unteren Promenade. Und ich bin anscheinend der einzige hier mit Verantwortungsbewusstsein - so kalt wie Ihr euch anfühlt, liegt ihr schon eine ganze Weile hier." Er reichte ihr die Trinkflasche. "Hier, nehmt noch einen Schluck, danach sehen wir weiter." Mit einem dankbaren kleinen Lächeln nahm die Twi'lek die Flasche entgegen und trank durstig. "Ihr seid sehr gütig, Herr" flüsterte sie, als sie ihm die Flasche zurückreichte. "Unsinn," entgegnete der Mensch kopfschüttelnd, "das war doch meine Pflicht. Ich kann Euch ja nicht einfach bewusstlos liegen lassen. Und ich bin kein Herr, sondern nur ein einfacher Raumreisender."
      "So ein Pflichtbewusstsein ist leider grade hier auf Nar Shardaa eher selten" erwiderte sie sanft lächelnd, ihr Lekku bewegten sich zustimmend. "Ich bin Euch zu Dank verpflichtet." Fast verlegen wehrte der große Mann ab: "Ich seid mir zu gar nichts verpflichtet. Im Gegenteil habe ich das Gefühl, Euch bisher kaum geholfen zu haben. Was ist Euch denn zugestoßen, dass ihr hier zusammengebrochen seid?" Die Twi'lek seufzte und sagte leise, wie zu sich selbst: "Sei Numa, wo bist Du?" Dann deutlicher: "Ich wollte zu meiner Schwester, konnte sie aber vom Raumhafen aus nicht erreichen. Also wollte ich in die Cantina dahinten" sie wies vage mit einer Hand nach links" und sehen, ob dort etwas über sie bekannt ist. Sie ist oft unterwegs und wir hatten selten Kontakt in letzter Zeit." Verlegen lächelnd ergänzte sie. "Ich hoffe, ich wäre auch auf die Idee gekommen, etwas zu mir zu nehmen. Das habe ich fürchte ich in letzter Zeit vernachlässigt." Dann versuchte sie aufzustehen, geriet ins Taumeln und wurde nur durch einen schnellen Griff des Mannes davor bewahrt, wieder zu fallen. "Vorsicht" rief der. "Ihr seid offensichtlich noch nicht kräftig genug dafür. Darf ich Euch meine Begleitung anbieten?" Ein leichter Seufzer war von ihr zu hören, dann sagte sie mit einem selbstironischen Lächeln: "Ich bin wohl offensichtlich nicht in der Lage, Euer großzügiges Angebot abzulehnen. Ich danke Euch abermals" und hakte sich an dem angebotenen Arm ein. "Ihr müsst mir nicht danken, ich kann mir weit Schlimmeres vorstellen, als euch zu einer Cantina zu begleiten" kam die Antwort. "Allerdings müsstet Ihr mir den Weg zeigen, ich kenne mich auf Nar Shardaa fast gar nicht aus." "Ich war auch seit Jahren nicht mehr hier, denke aber dass die Cantina immer noch an der gleichen Stelle sein sollte."
      Nach ein paar Schritten blickte sie den großen Mann an und sagte: "Mein Name ist Aola, dürfte ich den Namen meines Retters erfahren?" "Ihr könnt mich Caellach nennen. Ein Glück, dass ich gerade heute noch einige Ersatzteile für mein Schiff kaufen war, denn sonst wäre ich hier vermutlich nicht vorbei gekommen. Gibt es hier eigentlich jemanden, an den Ihr euch wenden könntet? Freunde? Familie?" "Sei Muchi, sei Muchi" flüsterte sie, dann "Ich kann wohl in der Cantina versuchen, jemanden zu erreichen. Leider bin ich zu überstürzt aufgebrochen und habe mein Kom vergessen." Schmunzelnd erwiderte Caellach: "Ihr scheint generell nur mit sehr leichtem Gepäck zu reisen. Falls die Frage nicht zu unangemessen ist, aber seid Ihr in Gefahr? Verfolgt euch jemand? Ihr wirkt, als würde euch etwas sehr stark belasten..."
      Sie sah ihm offen in die Augen: "Ihr müsst Euch keine Sorgen um eure Sicherheit machen, Herr, und ich bin auch nicht in Gefahr - jedenfalls nicht mehr als man es sowieso auf diesem Mond ist." Abwehrend erwiderte er: "Um meine Sicherheit mache ich mir keine Gedanken, Ihr scheint mir viel eher gefährdet. Eure Sorgen gehen mich eigentlich nichts an, aber sagt bitte, wenn ich Euch Unterstützung geben kann." Sie schlug die Augen nieder, dann leise "Ihr meint es sicher gut, das spüre ich, aber im Moment kann ich einfach nicht klar denken. Lasst mich etwas zu mir nehmen und ein wenig ausruhen, dann sollte mehr mit mir anzufangen sein." Caellach merkte auf, lies sich aber nichts weiter anmerken.
      Über diesem Gespräch hatten die beiden die Passage zum Slice'n'Dice erreicht und gingen zusammen die Rampe hinunter. Unten angekommen suchten sie sich einen unauffälligen Platz hinten im Saal und Aola gab dem Kellnerdroiden eine Bestellung ein. Caellach winkte nur ab, als Aola ihm einen fragenden Blick zuwarf.
      Während sie auf die Ausführung der Bestellung warteten, wurde die innere Unruhe der Twi'lek deutlicher, sie konnte offensichtlich nicht entspannen, sondern rutschte unruhig auf ihrem Sitz hin und her. Nach einigen Momenten fragte der große Mann sanft: "Wollt ihr mir nicht von Eurem Kummer erzählen? Manchmal hilft es, darüber zu reden." Die Twi'lek sah in kurz an, mit Augen, in denen jetzt offen der Schmerz lag, den sie bisher versucht hatte in sich zu verschließen. Dann schaute sie wieder zu Boden und meinte leise: "So sei es, ihr habt es Euch verdient." Caellach machte eine abwehrende Handbewegung, aber sie ignorierte es und stellte ihre Bestellung, die sich als Gemüsesuppe entpuppte, vor sich auf den Tisch. Dem Kellnerdroiden gab sie die Credits, dann fing sie an zu essen. Nach einigen Löffeln fragte sie ihn, kaum über der Musik der Band verständlich: "Ihr habt gehört, dass Kaiser Arcann fünf Planeten verwüsten lies, um sich an der Allianz zu rächen?" Nickend bestätigte er "Ja, ich habe gehört dass Arcann da um sich geschlagen hat." Sie legte den Löffel hin und fuhr noch etwas leiser fort: "Ich war auf einem dieser Planeten als ... Ärztin und wurde kurz davor ... weggerufen." Tränen begannen ihr unbeachtet aus den Augen zu fließen. "Und nun sind sie alle tot, meine Freund, meine Patienten, die ganzen Wesen dort ... - und ich habe sie im Stich gelassen.... Möge die Macht mit ihnen sein." Sie schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte, geschüttelt von ihrem Kummer. Caellach sah sie an und sagte mitfühlend: "Das ist sie sicher. Kein Wunder, dass ihr Euch in diesem Zustand befindet. Und ich benehme mich wie ein Bantha im Porzellanladen und rühre euren Schmerz auf." Aola schien seine Worte nicht gehört zu haben, von Schluchzern untermalt fuhr sie fort: "Ich konnte ihren Tod spüren, wie all die vielen Leben erloschen, alle weg ...." Ihre Stimme erstarb und sie krümmte sich zusammen, überwältigt von der Erinnerung an diesen Schrecken.
      Er nickte bedächtig und meinte dann mit unterdrückter Anspannung: "Ihr konntet es fühlen .. das ist ja hochinteressant." Eine Weile beobachtete er nur mitfühlend, wie sich die Twi'lek wieder etwas beruhigte. "Verzeiht mir," sagte sie dann aufblickend, "ich wollte Euch nicht damit belasten. Aber es ist nicht einfach, damit zurechtzukommen." Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: "In einem könntet ihr mir vielleicht doch helfen - könnt ihr mir ein Holokom besorgen, das etwas mehr beherrscht als eines, dass man im Laden um die Ecke bekommen kann?" "Ihr meint wohl eines, mit dem man auch verschlüsselt kommunizieren kann?" Caellach nickte bedächtig, griff in seine Tasche und reichte ihr ein Gerät. Sie nahm es entgegen und aktivierte es völlig automatisch, ohne auch nur genauer hinzusehen. Dann zuckte sie zusammen, als ihr bewusst wurde, was sie da tat, und starrte das Gerät einen Moment sprachlos an - es war ein Standard-Jedi-Holokom. Dann sah sie den Mann ins Gesicht und ein Anflug von Hoffnung leuchtet in ihrem auf. "Die Macht muss uns zusammengeführt haben. Sagt, woher habt ihr dieses Gerät?" fragte sie erregt. Caellach entgegnete scheinbar ganz ruhig: "Wohl eher der Defekt unseres Raumschiffes, der meine Freunde und mich zwingt, uns hier nach Ersatzteilen umzusehen." Sie schaute ihm einen Moment direkt in die Augen, versuchte sichtlich ihre Erregung zu beherrschen und sagte, immer noch mit diesem hoffnungsvollen und erleichterten Ausdruck, bittend: "Darf ich Euch dann um die Ehre ersuchen, die Bekanntschaft Eurer Freunde machen zu dürfen? Es würde mir sehr viel bedeuten!"
      Er zog eine Augenbraue hoch und nickte. "Gerne werde ich das, Aola. Seid Ihr schon so weit, dass ihr mich zum Raumhafen begleiten könnt?" Wieder lächelte sie sanft, nickte und meinte: "Das Essen und die Hoffnung, die Ihr mir gegeben habt, haben mir neue Kraft verliehen. Ich würde gerne so schnell wie möglich aufbrechen." Der große Mann betrachtete sie wohlwollend und sagte dann nur trocken: "Allerdings werdet Ihr mir den besten Weg zur Gleiterstation zeigen müssen, ich kenne mich immer noch nicht besser aus als vorher." Ihre Lippen verzogen sich zu einem leichten Schmunzeln, sie erwiderte: "Nun, eine ist ja ganz in der Nähe der Stelle, wo ihr mich aufgelesen habt. Die andere dürfte etwas näher sein, hinter der Huttenstatue da die Rampe hoch." Erfüllt von neuer Energie stand sie auf, Caellach folgte ihr und sie verließen die Cantina. Während sie die Rampe hochgingen, schaute er sich unauffällig um, ob sie verfolgt würden. Die Twi'lek bemerkte den Blick und fragte leise: "Habe ich Euch in Gefahr gebracht?" "Kopfschüttelnd erwiderte er: "Da ist eher eine Gewohnheit, obwohl sie hier auf Nar Shardaa sicher nicht schaden kann."
      Schweigend gingen sie die Rampe hinauf und zum Taxistand, stiegen ein und ließen sich zum Raumhafen befördern. Dort zwängten sie sich durch die drängelnden und schiebenden Wesen und erreichten den Hangar, in dem Caellach sein Schiff abgestellt hatte.
      Als sie zusammen um die Ecke traten und Aola die modifizierte leichte corellianische Korvette erblickte, sank sie vor Erleichterung auf die Knie und hauchte: "Der Macht sei Dank - ihr steht also in Verbindung mit den Jedi. Endlich." Und wieder fingen die Tränen an zu fließen - aber diesmal vor Erleichterung. Der große Mann musste sich ein Schmunzeln verkneifen und sagte: "Dieser Hangar ist abgeschirmt, also ist die Verstellung auch nicht mehr notwendig. Wenn ich mich nun vollständig vorstellen dürfte - ich bin Meister Caellach Haulvarn vom Orden der Jedi, zurzeit auf dem Praxeumsschiff 'Dantooines Vermächtnis'." Auf ihrem Gesicht verstärkte sich der Ausdruck von Hoffnung und wurde zu einem Strahlen, sie nahm einen tiefen Atemzug, blickte zu ihm auf und stellte sich nun auch mit ihren vollständigen Namen vor: " Padaw .. äh Jedi-Ritterin Aola Sivron, als Heilerin im Dienste des Jedi-Ordens." Das Schmunzeln vertiefte sich und er erwiderte: "Dann steht auf, Jedi-Ritterin, und folgt mir. Vor uns liegen zwei Stunden Flugzeit bis zum Schiff."


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      OCC: Dies ist meine erste Story, die Nacherzählung einer RP-Session. Ich hoffe, sie gefällt ... Kritik bitte per PM, danke

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eeonwe ()